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Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 25.07.2013, 22:45
von Niku82
Huhuuu! Es hat gut getan von Euch zu lesen. <3
Constantin isst Mittags Gemüse Kartoffel (und manchmal Fleisch) Brei. Abends gibts getreidebrei! Mit Gesprächen und vor allem mit der Beikosteinführung ist die Traurigkeit über das "nicht stillen können" kleiner geworden. Trotzdem habe ich einen großen Wunsch nach einer natürlichen Geburt! Das muss wohl langsam heilen. Mein Sohn ist so ausgeglichen, fröhlich und unkopliziert, dass wir jeden Tag nur Freude haben (natürlich sitzt auch mal ein "pups" quer, aber das sind echt Kleinigkeiten). Danke dass Ihr mir geholfen habt!
Ich hatte mich gegen eine Relaktation entschieden, weil Constantin ja ein Flaschenkind ist, was heute noch echt lange an der Flasche nuckelt und echt "wenig Saugkraft hat". Hebamme und eine Stillberaterin meinten, dass es nur fürs "Gefühl" wäre und voll stillen warscheinlich eh nicht mehr möglich wäre. Zudem meinte meine Psychologin, dass ich mir damit mehr wieder Druck aufbaue, was ich sicher gemacht hätte und dann wäre evtl der Kreisslauf von vorne los gegangen....keine Milch, mit aller Gewalt anlegen wollen, abneigung gegen die Flasche....Constantin weint, weil er merkt dass ich die Flasche hasse u.s.w.....Denn im nachhinein habe ich in Gesprächen fest gestellt, dass Constantin ausgeglichen war, als ich mich mit der Flasche abgefunden hatte!
Jetzt haben wir im oktober Antikörper Test mit Constantin, aber ich hoffe gaaaanz fest darauf, dass er meine Zölkiakie nicht geerbt hat!
Liebe Grüße Nicole
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 26.07.2013, 20:47
von halloumi
Liebe Nicole,
schön dass es euch so gut geht

Das ist doch wunderbar, wenn es mit der Flasche gut klappt und dein Kind ausgeglichen ist!
Ich drücke euch für den Test die Daumen!!
Lg Nadine
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 27.07.2013, 21:05
von Schäfchen123
Hallo,
ich kann das sehr gut nachvollziehen. Mein Kind kam in der 33.SSW zur Welt per geplanten- aber von mir völlig uneingewilligten KS. Ich wurde extrem zum KS gedrängt (es kamen jeden Tag neue Ärzte und erzählten mir was anderes nur um endlich den KS zu machen), da ich einen vorzeitigen BS hatte und die Ärzte nur die Lungenreife abwarten wollten und mir einige wenige Tage gaben. Naja, mein Kind war trotz BS gesund und hatte keinerlei Komplikationen, die die tollen Ärzte so prophezeit haben (war ja auch klar, hatte keine Entzündungswerte im Blut und bekam i.v. Antibiose).
Danach kam mein Kind für 3 Wochen auf die Frühchenstation und war extrem müde und "trinkfaul"(die Kinderkrankenschwestern benannten es so). Stillen durfte ich nicht, da es mein Kind zu sehr beansprucht. Man kam sich schon als egoistische Rabenmutter vor, die unbedingt aus persönlichen Gründen ihr Kind stillen will.
Zu Hause habe ich alles versucht mein Kind komplett an die Brust zu bekommen und siehe da: meine Maus mochte plötzlich nicht mehr die Flasche mit der Flaschenmilch sondern die Brust. Nach und nach habe ich mein Baby fast vollgestillt obwohl ich noch etwas zufüttern musste. Habe dies aber mit dem Brusternährungsset gemacht, da die Flasche verweigert wurde (braves Kind)

. Ich habe nach Recherche in diesem Forum und auf einigen amerikanischen Seiten mit Bockshornkleekapseln und einem verschreibungspflichtigen Medikament (bekam es von meinem HA verschrieben) angefangen und dadurch auch meine Milchmenge merklich gesteigert. Mit knapp 6 Monaten begannen wir mit Beikost und haben dann nur noch gestillt und Beikost erhalten. Jetzt mit knapp über 1 Jahr hat sich mein Kind abgestillt, da ich wohl schwangerschaftsbedingt keine Milch mehr hatte.
Habe sehr, sehr stark mit diesen Erlebnissen zu kämpfen gehabt (bekam Depressionen) und nun nach 1.5 Jahren habe ich es fast verdaut. Auf jedenfall gibt mir diese Erfahrung viel Kraft und viel Selbstbewustsein in die nächste Geburt und die Stillzeit zu starten und habe mir auch ein KH mit einer hohen Geburten- aber niedrigen Sektiorate ausgesucht. Das Stillen braucht mir auch keine Krankenschwesterazubine aus dem KH zu zeigen, da ich vollkommen allein und nur mit Hilfe der Eigenrecherche mein Kind mit knapp über einem Jahr noch stillen konnte. Die Schwestern, bzw. angeblichen Stillberaterinnen, vom ersten KH meinten, ich sollte damit klarkommen, dass ich mein Kind nicht stillen kann....
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und wünsche dir sehr, dass es bei dir auch so gut klappt. Hier im Forum wirst du sicherlich sehr gute Stillberaterinnen antreffen, die dir eine kompetente Hilfe anbieten können.
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 28.07.2013, 01:20
von Drillingsmama
Liebe Niku,
für mich war der geplante Kaiserschnitt in Ordnung, da es sich um eine höhergradige Mehrlingsgeburt gehandelt hat.
Da sind die Risiken einfach hoch, dass etwas bei der spontanen Geburt passiert, so dass die Kleinen leiden oder erkranken.
Mir ging noch lange nach, dass die drei mir nicht auf den Bauch gelegt wurden nach dem KS. Ich dachte, das sei so üblich und habe damals
leider nicht drauf gedrungen. Erst später erfuhr ich, dass das durchaus gemacht werden kann.
Jedenfalls kann man bei einem Geburtstrauma auch DANACH noch etwas machen.
Es gibt zum Beispiel schöne Heilrituale, wie Du hier z.B. sehen kannst:
http://www.erziehungskunst.de/artikel/f ... -geburten/
Ich habe so etwas in der Art dann auch gemacht (aber eher freestyle

)
Ich glaube, es gibt viele Mütter, denen eine schlechte Geburtserfahrung noch nachhängt - viel zu lange nachhängt!
Und dann sollte man aktiv werden (wobei Du ja therapeutische Hilfe in Anspruchnimmst, wenn ich mich recht erinnere).
Aber vielleicht ist es auch schön, für sich so ein kleines Ritual zu machen.
Bei mir flossen da ganz viele Tränen und es hatte was Befreiendes.
Liebe Grüße!!
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 06.08.2013, 21:02
von komalasuoz
Drillingsmama hat geschrieben:Liebe Niku,
für mich war der geplante Kaiserschnitt in Ordnung, da es sich um eine höhergradige Mehrlingsgeburt gehandelt hat.
Da sind die Risiken einfach hoch, dass etwas bei der spontanen Geburt passiert, so dass die Kleinen leiden oder erkranken.
Mir ging noch lange nach, dass die drei mir nicht auf den Bauch gelegt wurden nach dem KS. Ich dachte, das sei so üblich und habe damals
leider nicht drauf gedrungen. Erst später erfuhr ich, dass das durchaus gemacht werden kann.
Jedenfalls kann man bei einem Geburtstrauma auch DANACH noch etwas machen.
Es gibt zum Beispiel schöne Heilrituale, wie Du hier z.B. sehen kannst:
http://www.erziehungskunst.de/artikel/f ... -geburten/
Ich habe so etwas in der Art dann auch gemacht (aber eher freestyle

)
Ich glaube, es gibt viele Mütter, denen eine schlechte Geburtserfahrung noch nachhängt - viel zu lange nachhängt!
Und dann sollte man aktiv werden (wobei Du ja therapeutische Hilfe in Anspruchnimmst, wenn ich mich recht erinnere).
Aber vielleicht ist es auch schön, für sich so ein kleines Ritual zu machen.
Bei mir flossen da ganz viele Tränen und es hatte was Befreiendes.
Liebe Grüße!!
darf ich mal eine ganz doofe frage stellen?? ich hoffe dir damit nicht zu nahe zu treten, kann man bei mehrlingsgeburten eigentlich stilen, also ab drei babys, zwillinge ist mir klar....

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 09.08.2013, 13:27
von Madaya
Schäfchen123 hat geschrieben:Hallo,
ich kann das sehr gut nachvollziehen. Mein Kind kam in der 33.SSW zur Welt per geplanten- aber von mir völlig uneingewilligten KS. Ich wurde extrem zum KS gedrängt (es kamen jeden Tag neue Ärzte und erzählten mir was anderes nur um endlich den KS zu machen), da ich einen vorzeitigen BS hatte und die Ärzte nur die Lungenreife abwarten wollten und mir einige wenige Tage gaben. Naja, mein Kind war trotz BS gesund und hatte keinerlei Komplikationen, die die tollen Ärzte so prophezeit haben (war ja auch klar, hatte keine Entzündungswerte im Blut und bekam i.v. Antibiose).
Danach kam mein Kind für 3 Wochen auf die Frühchenstation und war extrem müde und "trinkfaul"(die Kinderkrankenschwestern benannten es so). Stillen durfte ich nicht, da es mein Kind zu sehr beansprucht. Man kam sich schon als egoistische Rabenmutter vor, die unbedingt aus persönlichen Gründen ihr Kind stillen will.
Ich finde es immer wieder schlimm, wie die Schwestern im KH einen schon fast daran hindern möchten, zu stillen!
Zum Glück war ich informiert und wusste, z.B. dass ein Neugeborenes im schlimmsten Fall erstmal eine Weile ohne Milch auskommt.
Da meine Hebamme nach meinem Not-KS etwas überstürzt aufgebrochen ist (nach über 24h Geburtsbegleitung, direkt vor mir hatte sie noch eine andere Geburt) und die Schwestern im KH an dem Tag irgendwie alle biestig waren, habe ich den Kleinen an seinem ersten Lebenstag nur zweimal anlegen können.
Anstatt mir mal beim Stillen zu helfen, haben die Schwestern aber fast jede Stunde gefragt, ob sie ihm ein Fläschchen geben sollen. Das hab ich natürlich abgelehnt.
Erst die nette Nachtschwester hat mir das Anlegen ruhig und geduldig gezeigt und von an ging es dann im 2h-Takt.
Ich hoffe sehr, dass ich mein Baby diesmal spontan auf die Welt bringen kann und kein KH von innen sehen muss!
Im Geburtshaus gefällt es mir sehr viel besser und meine jetzige Hebamme übernimmt auch weniger Geburten als die letzte. Da ist die Gefahr, dass sie am Ende nicht mehr genug Zeit für mich hat, hoffentlich eingedämmt.
An dem Erlebnis hatte ich aber auch einige Monate zu knabbern und an die Geburt erinnere ich mich immer noch ungern. Das war einfach kein schönes Erlebnis!
Die schönen Erlebnisse kamen dann erst zu Hause und halten an, z.B. jeden Morgen, wenn mich ein Blondschopf anstrahlt und: "Hallo Mama!" sagt!
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 19.08.2013, 20:07
von leonmama
Hallo!
Ich bin eben auf deinen Beitrag aufmerksam geworden und habe mich direkt angesprochen gefühlt. Um ehrlich zu sein, habe ich auch gerade wieder Tränen in den Augen. Mir ging es auch so.
Mein erstes Kind kam 5 Wochen zu früh auf die Welt, Herztöne weg...Notkaiserschnitt. Ich wurde einfach damit nicht fertig und hoffte, das es beim zweiten alles besser wird.
Im März diesen Jahres, kam unsere Tochter termingerecht (nach 26 Wochen Bettruhe!) auch wieder via Notkaiserschnitt (Muttermund öffnete sich nach 4 Tagen Wehen nicht) zur Welt.
Für mich ist eine Welt zusammengebrochen und ich fühle mich total schuldig. Ich habe ständig das Gefühl versagt zu haben und ein Gefühl der inneren Lehre.
Ich finde es super, das du schon einen Termin beim Psychologen hast. Soweit bin ich noch nicht...ich traue mich noch nicht.
Vielleicht kannst du mir ja von deinen Erfahrungen berichten.
Ich würde mich sehr freuen.
Alles gute für euch!
Claudia
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 22.08.2013, 00:37
von Drillingsmama
darf ich mal eine ganz doofe frage stellen?? ich hoffe dir damit nicht zu nahe zu treten, kann man bei mehrlingsgeburten eigentlich stilen, also ab drei babys, zwillinge ist mir klar....

ja, kann man auf jeden fall - auch da gilt: angebot und nachfrage bedingen einander. es gab ja früher auch ammen, die mehrere kinder gleichzeitig gestillt haben.
bei mir hat es leider nur kurz geklappt, siehe hier
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=173420
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 22.08.2013, 00:44
von Drillingsmama
@leonmama: wieso fühlst du dich denn schuldig? du hast nach 26 !!!! wochen bettruhe es geschafft dein kind termingerecht zur welt zu bringen, das ist eine grandiose leistung! du kannst stolz auf dich, dein durchhaltevermögen und deinen körper sein.
alles liebe
drillingsmama
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 23.08.2013, 14:13
von leonmama
Hallo Drillingsmama!
Darauf bin ich auch stolz.
Mein größter Wunsch war es jedoch, natürlich zu entbinden und ich habe es 2 mal nicht geschafft.
Das macht mich sehr traurig...vielleicht hätte ich etwas anders machen können. Da ich aber leider die Uhr nicht mehr zurückdrehen kann, kann ich auch nicht sagen was.
Und eine dritte Geburt kommt für mich nicht mehr in Frage, um es noch einmal zu probieren (darf aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder mehr bekommen).
Es ist nicht leicht zu verstehen und ich bin innerlich auch sehr down. Vielleicht wird es mal alles wieder besser....die Hoffnung ist da.
Liebe Grüße
Claudia