Jetzt kram ich das alte Thema mal wieder vor, hab hier auch so einen Kandidaten, und das Thema Essen macht mich langsam ziemlich aggressiv. Mein Sohn, 16 Monate, isst zwar jede Menge (vom Gewicht gut im Durchschnitt), aber furchtbar einseitig. Oder zumindest empfinde ich das so.
Frisches (oder gar stückiges Obst) geht gar nicht - darf nur das pürierte aus dem Gläschen sein. Selbst püriertes verweigert er auch. (Streckt in seinem Hochstuhl dann brüllend den Kopf nach hinten)
Gemüse - ab und zu isst er was, aber in letzter Zeit wird er da auch mäkelig.
Nudeln - bäh. Soße - bäh. Reis - bäh. Alles, was wir selber essen, und wo wir uns wünschen, dass er mit isst - bäh. Nicht mal Spaghetti Bolognese! Die isst doch sonst jedes Kind. Er nimmt nicht mal eine Nudel in den Mund.
Er hat erst vor kurzem seine ersten zwei Zähnchen bekommen, aber daran kann es nicht liegen, dass er zum Teil nur püriertes Obst/Gemüse isst, denn er liebt Brot (ohne Rinde) und Brezen. Oder Auszogne (regionales Schmalzgebackenes, ähnlich den Krapfen).
Ja, das ist ungefähr sein Speiseplan. Morgens Getreide-Obst-Brei, abends Milchbrei, mittags Brot, Auszogne oder Brezn. Er probiert die neuen Sachen nicht einmal. Hab auch schon versucht, ihm einen Löffel mit Gewalt reinzuschieben (hat schon erfolgreich funktioniert - da merkte er dann, mmh, das schmeckt ja doch), aber mittlerweile schiebt er das auch sofort wieder aus dem Mund.
Ich wünsch mir, dass unser Kind mal ganz normal mit uns am Tisch isst! Das, was wir selber auch essen. Letztens wollte er seinen Gemüsebrei nicht essen (normalerweise isst er diese Gemüsekombi schon). Dann bot ich ihm als Alternative Grießbrei an, den ich mir selber mittags gemacht hatte. Hat er genauso wenig probiert, sondern gebrüllt und gebockt. Habe ihm dann KEIN drittes Gericht angeboten, sondern ihn hungern lassen. Es ihm mehrfach nachmittags angeboten, aber er wollte nicht. Hat dann das Mittagessen komplett ausfallen lassen.
Ich will kein Kind, das später mal nur "Nudeln mit Nix" oder "Salzkartoffeln mit ohne was" isst und dem ich als kleinem Pascha (Sklavin vom Dienst?) jedesmal ne Extrawurst braten darf

Das kann's doch nicht sein, da mach ich nicht mit. Was mach ich da nur? Er probiert noch nicht mal...
Hab auch versucht, ihn selber mit dem Löffel essen zu lassen, aber am Löffel zeigt er kaum Interesse, stochert nur ein wenig. Hab es auch mit Fingerfood versucht (einzelne Nudeln), aber da isst er nur Kartoffelwürfel oder Brotstücke.
Ich glaub auch nicht an die Ansicht, der Körper meines Kindes hole sich dadurch das, was er momentan am meisten brauche. Klar, Obst aus Fertiggläschen braucht er unbedingt (statt dem frischen) und Gemüse wird überbewertet. Quetschis, gepoppte Reistaler, Hirsekringel und so, ja das braucht der Körper dann wohl auch.
Mein Körper holt sich auch, was er braucht - Schokolade

Sorry für die harschen Worte, aber ich will kein verzogenes Kind, welches auch später am Tisch noch jedes Mal eine Vorzugsbehandlung erwartet. Ich liebe meinen kleinen Fratz, aber in dem Punkt machen wir uns gegenseitig das Leben schwer. Man hört, da schwingt schon ganz schön Frust mit. Ich bin das Gebrülle am Tisch so leid. Darüber hinaus klammert er momentan sowieso ziemlich (Phase?), also klingeln mir abends die Ohren und ich bin heilfroh, wenn mein Mann heimkommt (Papa-Kind).
Vielleicht kann ich auch durch bestimmte Tischrituale schon etwas ändern?