Ui, vielen lieben Dank
sutnahpele hat geschrieben:
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist dieses hier doch recht häufig auftretente Rummeckern/Bemitleiden/Herunterschauen über/von/auf nichtstillende Mütter. Mit einer derartigen Attitüde macht man das Stillen auch nicht populärer

Das ist natürlich total doof und sollte so nicht passieren...

Es tut mir leid, wenn Du das erlebt hast, dass jemand herablassend Dir gegenüber reagiert hat weil Du nicht mehr stillst - egal ob hier oder im Real Life.
Vielleicht als ganz winzig-kleiner globaler Versuch einer "Entschuldigung" dafür (auch wenn ich jetzt die einzelnen Fälle nicht kenne und darum nicht beurteilen kann, wie es rüberkam): Ich denke, gerade hier in so einem Stillforum treffen sich (seitens der Mütter - nicht der Beraterinnen) natürlich überwiegend Leute, die Probleme mit dem Stillen haben und/oder hatten (sonst braucht man ja eigentlich auch keinen Rat

). Und ich denke, wenn man es dann trotz vieler vieler Widrigkeiten, vielleicht trotz vorübergehend nötiger Zufütterung, oder nach einer Rückgewöhnung an die Brust nach Saugverwirrung, oder nach einem Anfang mit vielen Schwierigkeiten, nach Soor, wunden BW, ... ENDLICH geschafft hat, dass das Stillen klappt und schön ist - dann schießt man (zumindest in der Anfangszeit) schnell mal übers Ziel hinaus, leider. Das ist wie bei frisch-Konvertierten in einer religiösen Gemeinschaft - das sind auch oft die größte "Eiferer" und überzeugtesten "wenn ich es doch als richtig erkannt habe, warum geht es nicht auch allen anderen so???"-Denker. Da kann es unbedachterweise passieren (auch wenn es nicht sollte!), dass zumindest unterschwellig und zwischen den Zeilen ein "ich hab das auch geschafft, nun stell Dich mal nicht an - Dir fehlt nur die Überzeugung und der entsprechende Einsatz!" rüberkommt. Das muss nichtmal bewusst formuliert sein und noch weniger beabsichtigt...
Ich denke, gerade als "Frisch-Überzeugte" (oder auch als Mutter, die - was in Deutschland gar nicht selten vorkommt - für die Tatsache, dass sie ums Stillen kämpft oder dafür, dass sie länger als üblich stillt, angegriffen wird im eigenen Umfeld) hat man es dann manchmal schwer, den nötigen Schritt zurück zu treten von der eigenen Stillgeschichte und genügend Empathie für die Geschichte der völlig anderen Mama zu entwickeln. Man ist einfach selbst noch zu nah dran oder sogar noch mittendrin, will sich versichern, wenigstens hier unter "Gleichgesinnten" zu sein, ...
Eine Sache würde ich aber gern ausklammern: das, was Du als "Bemitleiden" empfindest, kann (auch wenn es bei Dir als Empfängerin vielleicht anders rüberkommt) wirklich und ganz ehrlich als ein "es tut mir leid, dass es bei Euch trotz Deiner Versuche und Bemühungen nicht geklappt hat mit dem Stillen/Teilstillen". Das finde ich jetzt ansich nicht verwerflich, wenn man das rüberbringt, denn gerade wenn man wie Du sagt, "bei mir hat die Milch nicht gereicht, prinzipiell bin ich aber für das Stillen und gebe da auch gern Tipps weiter", ist es doch wirklich etwas, das auch von außen jemand ganz ehrlich als traurig und schade empfinden kann, dass es dann bei Dir aus was für Gründen auch immer nicht geklappt hat. Darin sehe ich jetzt noch nichts herablassendes, im Gegenteil.
Da dieses Thema wie alles, was wir als essentiell wichtig für unsere Kinder empfinden aber unglaublich emotional besetzt ist und gerade in einem Forum, wo man sich eben nur schriftlich und ncith von Angesicht zu Angesicht austauscht, unglaublich viel Spielraum für Interpretation bleibt, kann eben auch schnell mal was falsch rüberkommen. Das macht es für die Leserin ja nicht weniger verletzend

Ich denke aber, die meisten hier arbeiten da an sich und machen das nicht absichtlich!