Wie soll ich sie an die Brust bekommen? Sie trinkt nicht so an der Brust und schreit sobald ich sie anbiete (was ich heute nicht gemacht habe) . Wieso sollte sie mit Schlauch trinken wollen?
Weil auf bequeme Weise reichlich Milch aus dem BES kommt und das Baby so motiviert wird, an der Brust zu bleiben.
Mir ist da nicht klar wie das gehen soll.
Also, wie schon geschrieben gibt es einen klassische Methode. Zwei Varianten davon sehen folgendermaßen aus:
1. ein oder zwei Saugerwechsel
2. Flaschefüttern in Stillposition
3. Nutzen des Flaschensaugers als Brusthütchen mit durchgefädeltem BES
4. Wechsel auf ein richtiges Brusthütchen mit durchgefädeltem BES
5. Abgewöhung des Brusthütchens mit weiterhin Stillen mit dem BES falls Bedarf.
ODER
1. ein oder zwei Saugerwechsel
2. Flaschefüttern in Stillposition
3. Ein Brusthütchen über den Flaschensauger stülpen, damit Flaschefüttern
4. Mit Brusthütchen stillen, mit durchgefädeltem BES.
5. Abgewöhung des Brusthütchens, mit BES.
Von diesen beiden Wegen gibt es auch noch mal ein paar Variationen bei dem ein oder anderen Schritt. Welcher der Wege besser ist, muss man ausprobieren - das lässt sich ganz gut abschätzen, wenn man schaut, wie das Kind die bisherigen Lernschritte gemeistert hat bzw. wo die größten Schwierigekeiten des Babys liegen. Wie lange ein bestimmter Lernschritt dauert, kann man nicht vorhersagen, manchmal 2 Stunden, manchmal 2 Wochen. Manchmal wird auch irgendein Lernschritt übersprungen; das kommt auch vor. Im Durchschnitt kann man mit mehreren Tagen pro Lernschritt rechnen. Sobald ein Lernschritt geschafft ist, geht man zum nächsten über.
Eine klassische Umgewöhnung erfordert für gewöhnlich eine recht enge stillberaterische Begleitung. Am besten wäre eine mit Relaktation erfahrene Stillberaterin bei Dir vor Ort, die Dich persönlich begleiten kann, Dir den korrekten Umgang mit dem BES zeigt, direkt durch "Draufsicht" entscheiden kann, welcher Schritt wann genau als nächstes günstig wäre usw. Falls Du vor Ort keine geeignete Beraterin auftreiben kannst, können wir Dich aber auch hier übers Forum begleiten.
Sorry wenn die Frage doof ist, aber wenn ich mich nochmal ans BES wage, muss ich wissen, wie hier dann der Plan wäre.
Die Frage war keineswegs doof - im Gegenteil; es ist wichtig, dass Du realistische, klare Vorstellungen davon entwickeln kannst, was auf Dich zukommt. Flexibilität ist ebenfalls wichtig: je nachdem, wie ein bestimmter Lernschritt lief, entscheidet man, womit man am schlausten jetzt weitermacht/welche Hilfe das Baby noch bekommen sollte usw.
Ein denkbarer Start für Euch wäre jetzt zum Beispiel
ganz konkret:
1. morgen einen ANDEREN neuen Sauger nehmen als den, den Ihr schon ausprobiert hattet und so lange damit füttern, bis sich Dein Baby daran gewöhnt hat (möglicherweise ist ein gelegentlicher Wechsel mit gewohnten Saugern günstig, um die Flexibilität Deines Babys zu erhöhen)
2. wenn Dein Baby neuen Saugern gegenüber aufgeschlossen ist, nutzt Du einen (Weithals-)Sauger als Brusthütchen, mit durchgefädeltem BES. Die Schläuche des BES werden also nicht wie "laut Packungsbeilage" an die Brust angeklebt, sondern ein Schlauch (der dickste) wird durch den Flaschensauger gefriemelt, so dass er etwa 5-10 mm herausguckt, dann der Sauger als Brusthütchen aufgesetzt (und dann der Schlauch evtl. festgeklebt). So kann das Baby dann erstmalig erfolgreich "an der Brust" gefüttert werden, eben noch mit dem fürs Kind gewohnte Sauger, aber mit etwas anderer Liegepostition und etwas anderem Fließverhalten der Milch. Empfehlenswert ist insb. die Football-Haltung - kennst Du die? Aber das können wir auf jeden Fall auch noch mal detaillert besprechen wenn es so weit ist.
Mein Mann meinte das Pumpen am Tage, weil unsere Kleine sich leider wenig selber beschäftigt und nur einen Mittagsschlaf hält. Wie gesagt, ich werde es probieren.
Pumpen unter der Voraussetzung, dass das Baby irgendwo "brav" herumliegt und sich selbst beschäftigt währenddessen, ist in der Tat etwas optimistisch.

Hier wird mehr Improvisationstalent gefordert sein. Die meisten Mütter, die auf regelmäßiges häufiges Pumpen angewiesen sind, entwickeln Techniken, gleichzeitig ihr Baby zufrieden zu halten und erfolgreich zu pumpen. Beispielsweise könntest Du Dir Dein Baby auf den Rücken ins Tragetuch oder in eine geeignete Tragehilfe packen, und beim Umhergehen abpumpen. Oder Du setzt Dich zu ihr auf den Boden und bietest ihr Spielzeug an, während Du pumpst. Eine kleine Handpumpe ist für "nebenher" besser geeignet als ein (an sich effizienteres) Doppelpumpset einer elektrischen Pumpe.
Hier hat eine Userin sehr schön übersichtlich die jeweiligen Vor- und Nachteile von elektrischen Pumpen und Handpumpen zusammengefasst. Viele dauerhaft pumpende Mütter nutzen BEIDES, elektrisch und Handpumpe, je nach dem, was gerade besser in die Alltagssituation passt.
Gib Dir Zeit, die für DICH geeignete Methode herauszufinden.
Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen?
LG
Julia