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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 20:27
von Elena
samsara hat geschrieben:Ihr erstes Kind hat besagte Freundin sicher 1/2 Jahr gestillt, beim Zweiten hat sie dann schon recht früh die Motivation verlassen.Stillen hat für sie eher den Stellenwert einer (manchmal lästigen) Pflicht, man tut halt das "Beste" fürs Kind und dann muss aber auch mal Schluss sein (Stichwort Unabhängigkeit).
Zum Thema Unabhängigkeit möchte ich mal was sagen: Für mich hat das nur am Rande etwas mit dem Stillen zu tun, viel mehr mit der Arbeitsteilung in der Familie. Ich habe mein Große 22 Monate lang gestillt, meine Kleine stille ich jetzt seit 20 Monaten. Bei beiden Kindern bin ich nach 7 Monaten mindestens halbtags arbeiten gegangen. Und DAS ist für mich Unabhängigkeit. Morgens aus dem Haus zu gehen, das Baby beim Papa gut versorgt zu wissen, in meinem eigenen Rhythmus die Arbeit zu tun, die mir Spaß macht, ohne dass mich jemand unterbricht oder mir reinredet. Mir einen Tee kochen zu können und mit Kollegen quatschen zu können, wenn mir danach ist... die Arbeit hat mir ganz sicher die Energie gegeben, nachts alle 2 Stunden die Brust auszupacken.

Dass ich abends nur schwer wegkonnte, hat mich nicht besonders gestört. JA, ich freue mich sehr darauf, wieder mit meinem Mann ins Theater oder Kino oder einfach joggen gehen zu können abends, aber das fehlt mir nicht wirklich. Was mir zugesetzt hat in den ersten Monaten, war diese Fremdbestimmtheit. Wenns Kind schlief, dann nur für 20 Minuten, wenns wach war, war weder konzentrieren noch entspannen möglich. Ich habe die Zeit schon genossen, aber sie war auch anstrengend. Als Dauerhausfrau und Mutter mit einem Mann, der abends um sieben nach Hause kommt, dem Kind über den Kopf streicht und dann die Beine hochlegt, hätte ich zuviel gekriegt.
Deshalb: Ich kann gut verstehen, dass Mütter sich mal nach Unabhängigkeit sehnen. Einfach mal alles hinter sich lassen. Aber mit Stillen oder Nichtstillen hat das für mich nur am Rande zu tun.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 20:30
von Ginevere
Auch hier mal wieder: Mein Flaschenkind hat 2 Jahre lang nachts die Flasche getrunken.
Abgesehen davon habe ich in einer meiner Babygruppen gerade so einen Fall: Die Mama erzählt stolz dass sie tagsüber nicht mehr stillt weil das Baby so gut isst, beklagt sich aber im gleichen Atemzug dass die Kleine nachts alle 2 Stunden trinken möchte. Ich denke da liegt ganz oft der Hund begraben.
Auch wenn die Mäuse essen, sollte man halt nicht vergessen das Stillen immer wieder anzubieten oder?
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 20:39
von arwen82
Ginevere hat geschrieben:
Abgesehen davon habe ich in einer meiner Babygruppen gerade so einen Fall: Die Mama erzählt stolz dass sie tagsüber nicht mehr stillt weil das Baby so gut isst, beklagt sich aber im gleichen Atemzug dass die Kleine nachts alle 2 Stunden trinken möchte. Ich denke da liegt ganz oft der Hund begraben.
Auch wenn die Mäuse essen, sollte man halt nicht vergessen das Stillen immer wieder anzubieten oder?
Das ist bei uns auch so, das was meine Tochter untertags nicht isst, stillt sie in der Nacht. Sie hat untertags halt ganz oft keine Zeit zu essen und holt sich das dann nachts. Hier wird mit 19 Monaten in der Nacht schon noch etliche Male gestillt. Aber das liegt daran, dass sie echt zum Teil noch sehr wenig isst und dass sie halt wenn sie zahnt, krank ist, etc. halt auch zur Beruhigung nuckelt. Und ich finde rüberziehen, stillen und dabei zumindest weiterdösen und liegenbleiben da immer noch tausend Mal angenehmer als aufstehen und z.B. Tragen oder Fläschchen machen, ...
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 20:46
von Elena
Uinonah hat geschrieben:Ja, also ich hab auch nie das closet nursing betrieben, einfach, weil wenn keiner sieht, dass es das gibt und dass das normal ist und dass das auch Frauen machen, die so gar nicht klischeemäßig aussehen, dann ändert sich doch nix im Bewusstsein? Und wenn ich andere mit Kleinkindern stillen sehe, dann gucke ich ggf. nicht bloß, sondern spreche drauf an, dass ich das auch mache, weil diese Reaktion freut doch so ziemlich jede von uns, oder nicht?
Ich habe mich auch nie versteckt, aber ich habe mich mit fast 2jährigem Kind auch nicht in den Schnee gesetzt und die Brust ausgepackt, weil gerade unterwegs der Wunsch nach stillen aufkam.

Im Sommer im Park hätte ich das große Kind schon gestillt, wenn das jahreszeitenmäßig hingekommen wäre. Ich habe aber irgendwann (so ab 18 Monate, meine ich) schon die Tatsache genutzt, dass sich das Kind auch mal vertrösten ließ. Genauso, wie ich nicht auf Schritt und Tritt Wasser/Feuchttücher/Apfelschnitze dabei habe (im Gegensatz zu vielen anderen Mamas...), so dass das Kind auch mal 15 Minuten warten muss, bis es was gibt, habe ich das Stillen ab einem gewissen Alter in für mich und den Rest der Familie bequeme Bahnen gelenkt. In Notsituationen habe ich immer und überall gestillt, aber im Alltag eben nicht.
Meine Kinder haben beide recht spät und zögerlich angefangen zu essen. Es gab auch immer wieder Zeiten, in denen sie wirklich wenig gegessen haben - weil alles andere spannender war oder weil Zähne kamen usw. Meist machte sich das schon in unruhigeren Nächten bemerkbar. Ich würde trotzdem einen Teufel tun und versuchen, das Kind tagsüber zu mästen. Das (nächtliche) Stillen gibt mir die Möglichkeit, dem Kind beim Essen die Zeit zu lassen, die es braucht. Ich finde es wichtig, das Thema Essen nie mit Zwang zu belegen, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Fast alle Mütter in meinem Umfeld machen sich Sorgen, weil ihre Kinder "so schlecht" essen - oder weil sie angeblich zu viel essen. Ich sehe das Thema total entspannt, auch weil ich weiß, dass meine Kleine durch das Stillen kriegt, was sie noch zusätzlich braucht.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 20:51
von greenie bird
ich meinte damit nicht, dass ich mich absichtlich verstecke, sondern dass es - bei uns- der lauf der dinge zu sein scheint, dass es eben draußen auch nicht mehr so nötig ist.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 21:03
von Angora
oh, da hab ich eben wieder vergessen, dass ja dann doch die meisten kinder schon was anderes noch an Nahrung zu sich nehmen
bei uns war's ja nun doch wieder was anderes, ich war ja die Hauptnahrungsquelle und somit hab ich auch (naja, jetzt nicht im SChnee im Winter) auch oft genug draußen und vor allem ich weiß nicht wie oft im Auto gestillt....oder in der Kita beim abholen.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 21:26
von Elena
Angora hat geschrieben: ....oder in der Kita beim abholen.
Das tue ich auch täglich. Und es nervt mich ein bisschen, weil eh recht wenig Zeit ist zwischen "kleines Kind wacht auf" und "großes Kind muss abgeholt werden" - ich radle oft genug mit hängender Zunge durch den Park deshalb.

Aber verweigern will ich ihr das im Moment nicht. Die Große hatte diese Stilleinheit nach einem Urlaub einfach irgendwie vergessen. Vielleicht klappt das ja nach den Weihnachtsferien.

Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 18.11.2012, 22:44
von samsara
Elena, du hast da einen Punkt angesprochen, der mir auch immer wieder auffällt. Dass das Stillen als Begründung herhalten muss, warum etwas nicht klappt und man deswegen unzufrieden ist (zB abends ausgehen). Dass manche Probleme sich ohne das Stillen verstärken können oder schlicht nichts mit dem Stillen zu tun haben, wird selten bedacht. Es gibt in meinen Augen sehr viele Möglichkeiten, Stillen und den Alltag unter einen Hut zu bringen.
Ist es zum Teil das Bild, was einem vermittelt wird, Stillen sei "etwas ganz Besonderes", wofür man sich zurückziehen und auch als Mensch zurücknehmen/einschränken muss sowie ein besonderes, ungestörtes Umfed benötigt? Arbeiten, mal was für sich selber machen, alles nicht mehr drin, und zwar allein wegen dem Stillen...? Da würde ich mich auch bedanken und sagen, den Affentanz könnt ihr ohne mich machen, ich geb lieber ne Flasche - kurz, knackig, unkompliziert. Da wird eigentlich ein falsches Bild gezeigt, dass Alltag und Stillen nicht gut zusammengingen und es ist sehr schwer, die Meinung zu ändern und den Denkfehler zu entlarven. Ich habe erst hier im Forum die Gründe erkannt, warum Stillen eigentlich die unkompliziertere Variante ist - sobald man den Anfang geschafft hat. Obwohl ich es so empfunden habe, hätte ich es zuvor aber nicht in Worte fassen können.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 19.11.2012, 09:54
von 08u11
Ganz ehrlich, ich kann durchaus verstehen, was Samsaras Freundin meint, aber natürlich ist LZ-Stillen als solches nicht die Ursache für die beschriebenen Probleme.
Die Sache mit der Beikost: Bei A. habe ich auch noch geglaubt frau müsse unbedingt 6 Monate ausschließlich stillen und dann ganz klassisch Anstattkost einführen. Das war ein unglaublicher Kampf: Zuerst durfte das Baby nichts anderes essen (obwohl es schon wollte) und dann musste es (natürlich Mörchen und Pastinake), obwohl es nicht (so viel) oder was anderes wollte. Bei J. war das viel einfacher. Dem habe ich dann (um alte Fehler nicht zu wiederholen) pünktlich ab 4 Monaten Beikost angeboten. Wollte er nicht, hat aber auch nicht geschadet. Einmal probiert, dann wieder gelassen, nach ein paar Tagen wieder probiert. Mit etwa 5 Monaten war er dann aber soweit und hat eifrigst gegessen, was ihm in die Finger kam. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir, wenn wir ihn damals nicht gelassen hätten 4 Wochen später, als er endlich 6 Monate alt war, die Beikost nicht mehr so problemlos an's Kind gebracht hätten, weil er da bereits mit anderen Dingen beschäftigt war (Krabbeln, Sitzen, Aufstehen, ...). Sollten wir noch ein Kind bekommen, würde ich auf das aktive Breikochen und Anbieten mit 4 Monaten verzichten, aber ab etwa diesem Alter sehr aufmerksam sein und dem Kind die Beikost dann geben, wenn es danach verlangt. Bei meinen war das deutlich bevor sie 6 Monate alt waren. Aber: Gestillt hat J. auch mit Beikost zunächst einmal unvermindert, insofern spricht Beikost (wie ja auch der Name sagt), nicht gegen LZ-Stillen.
8mal in der Nacht: Ganz klar, da geht's nicht um Nahrung, sondern um Beruhigung. Bei unseren war das auch vor allem so im Krabbel und Lauflernalter, wenn die Welt so spannend ist und alle neuen Eindrücke nachts verarbeitet werden müssen. Insofern passt da die 6-Monats-Marke, hat aber nichts mit Energiebedarf zu tun. Wenn es für beide passt: kein Problem und auf alle Fälle besser als mitten in der Nacht aufstehen und Fläschchenmachen oder rumtragen. Allerdings: mir war das bei A. mit der Zeit zuviel. Zumal ich durch's Zahnen nicht nur blutige, sondern schon eitrige BWen hatte. Insofern habe ich bei J. schon früh (so ab 3 Monaten) darauf geachtet, dass er sich nicht nur durch Stillen beruhigen lässt, sondern wir auch andere Methoden haben. Tagsüber ganz klar: Tragetuch, nachts den Schnuller (wobei ich den nicht weiter empfehlen möchte, weil der durch falsche Saugtechnik ja vielleicht das Problem mit den wunden BWen, das er löst, erst selbst verursacht hat). Auf jeden Fall: J. stillt immer noch. Im Augenblick meist 0-1x/Nacht und unterschiedlich oft am Tag, gerade deshalb weil wir für beruhigen nicht nur auf Stillen angewiesen sind (A. habe ich als die BWen zu schlimm wurden abgestillt).
Kurz und gut: Die Probleme, die Deine Freundin beschrieben hat, können im Zusammenhang mit dem Stillen entstehen, aber das Stillen als solches ist nicht die Ursache dafür und sie können auch ohne Abstillen behoben werden.
Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)
Verfasst: 19.11.2012, 10:19
von lilafrosch
Ich hab nur den ausgangsthread gelesen und weiss nicht wo ihr grad angekommen seid ( zeit ist grad knapp) aber ich wollte dir nur dalassen, dass ich auch eine lzs- mama bin und ich finde, dass sie es etwas uebertrieben hat mit der angstmacherei. alle kinder sind anders, es gibt langzeitstiller, wo die kinder nachts gar nix mehr wollen und bei anderen ist es halt mehr und vor allem unterschiedlich. Manchmal stillt meine maus 1 mal in der nacht, wenn sie dann wieder zaehne bekommt 5 mal. Aber das ist wurscht. Sie liegt neben mir und ich kann ihr helfen. Sie stillt ja nciht, weil sie mich nicht schlafen lassen will.
Ich frage mich eher warum man sich so einen stress mit nachts aufstehen antun muss. Sorry, aber von muettern, die die kinder nicht schnell genug ausquartieren koennen und jegliche nahrung ( bzw. Oft ist es ja nur naehesuchen) geben eine last ist, von so einer mutter kann ich mir keine ratschlaege einholen, da geht der schlaue satz gleich durch.
Haetten ihre urahnen so gelebt waer sie heute nciht da um dir ratschlaege zu geben
Zumal sie vom 8. Monat Spricht. Hilfe. Ich bin aber ueberzeugt, dass du schon ganz viele tolle antworten bzgl des stillens im ersten lebensjahr bekommen hast hier
Hoer auf dein baby und dein gefuehl. Du machst das toll.