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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 14:16
von sternchen84
Danke für Eure Antworten, ich habe hier im Umfeld mit noch niemandem darüber geredet (bis auf meine Schwester), weil mich das irgendwie so ganz tief im Inneren mit nimmt.
Meine SChwester (auch ERzieherin) meinte wohl es gäbe den Kinderschutzbund, an den sie sich jetzt erst wenden würde, bevor sie sich an das Jugendamt wendet. Aber sie denkt da wohl ähnlich, wie wir und viele hier, die werden nix tun.....es muss meistens erst was schlimmes passieren, damit eingeschritten wird (hab ich ja damals selbst auf derARbeit beim Familiengericht mitbekommen), wegen so einer "Kleinigkeit" wird nix gemacht, es ist ja nur ein Kind, die vergessen das wieder *ironie*
Außerdem ist unser Jugendamt hier eh eins das sehr schluddrig ist....zumindest kann ich aus eigenen ERfahrungen berichten, dass es sie nicht die Bohne interessiert hat, dass ich der Meinung bin dass es für mich schon Gewalt ist, wenn eine Erzieherin ein Kind anpackt und es auf den Stuhl mit voller Wucht knallt. Da sind hier und da Beziehungen und es wird schön geredet, und gut ist.

Vielleicht suche ich wirklich nochmal das Gespräch und WENN dann muss ich ihr aber glaube ich deutlich machen, dass wenn das kein Ende nimmt, dass ich mich dann gezwungenermaßen an das Jugendamt wenden muss, dem Kindeswohl zu liebe. Ich frag mich wirklich was in so Menschen vor geht?

Ich glaube das Nachtlicht würde nichts bringen, das würde nicht zu ihrem ERziehungsstil passen, sonst würde sie ihr ja ne kleine Lampe anmachen....is ja dasselbe mit dem Tragetuch, sie hat es erst dankbar angenommen und dann im nachhinein über ein Jahr lang gehabt und nicht getragen (ok ist ja nix schlimmes).


Das Buch "Besucherritze" kenn ich noch gar nicht (hab hier nur "SChlafen und Wachen"), danke für den Tipp.
Sycorax hat geschrieben:Ich verstehe einfach nicht! Gar nicht! Wie Eltern das aushalten können. Mir bricht schon das Herz, wenn ich von diesem kleinen Mädchen nur lese. Wenn ich mir vorstelle, eins meiner Kinder würde hinter verschlossener Tür weinen und nach mir rufen, dass ich kommen soll :cry: Das klingt gerade wie aus einem Albtraum.
Hoffentlich kannst du die Mutter irgendwie erreichen.
Genau ich stand hier die letzten Abende sicher 5 mal an der Tür und hab überlegt ob ich hoch gehe aus purer Verzweiflung und frage ob alles ok ist....aber letztendlich wäre ja doch nur die antwort gekommen "Ja, sie möchte nur in unser Bett und nicht alleine schlafen".

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 14:46
von Leela
Warum rufst Du in solchen Momenten nicht die Polizei? Es ruft ein Mensch um Hilfe!

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 14:52
von samsara
Schrecklich sowas... Ich kann dir auch nur raten, mit ihr zu reden und versuchen, keine Vorwürfe zu machen, eher so 'kollegial' an sie heranzutreten. Oh Mann, das ist echt schwer, kann das so nachfühlen...

Ein Wort mal zu strafbar und so... Also auch wenn ich die Argumentation des BGH in der Hinsicht ehrlich zum K*** finde, aber strafbar ist die "normale" Freiheitsentziehung bei Kindern im Rahmen der Erziehung nicht. Der Staat möchte sich ja aus dem innerfamiliären Umfeld so weit wie möglich raushalten, daher ist Stubenarrest inkl. Tür-Abschließen usw. als ureigene familiäre Angelegenheit der Erziehung geduldet. Anders wär's, wenn es entwürdigend wäre, sprich das Kind an ner kurzen Kette an der Wand oder ans Bett festgebunden wäre.

Wie gesagt, ich finde schon das Einsperren hier sowas von kinderunwürdig, aber die Polizei fragt bei sowas auch erstmal, ob wirklich die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährdet sein könnte. Keine Ahnung ob das soviel bringt, sie zu rufen. Andererseits sind sie wachsamer geworden, seit so viele Fälle von Verwahrlosung publik wurden.

Ich würde der Mutter aber auch in dem Gespräch, das ich auf jeden Fall suchen würde, nicht grad die möglichen Strafrechtsnormen um die Ohren hauen...

Re: AW: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 14:58
von 4tiere
meisterlich hat geschrieben:Es lässt mich nicht mehr los.
Ich habe gerade Tränen in den Augen... Das bitterliche Weinen "Mama, Tür auf"... Die Angst und Traurigkeit, die das arme Mädchen empfinden muss. :cry:
Das geht mir genauso, diese arme kleine Maus!!!

dorlohrli hat geschrieben:Oh wie schrecklich. Ganz ehrlich, ich würde die Polizei rufen. Für mich ist das ganz klar Misshandlung. Und vielleicht "wacht die Mutter ja auch auf, wenn die Polizei plötzlich vor der Türe steht weil das Kind so schreit.
Wenn du ein dickes Fell hast, könnte das funktionieren, wenn du jedes Mal anrufst, wenn sie abends schreit. Das ist zwar schon ein bisschen fiesund du müsstest ganz subtil vorgehen, so frei nach dem Motto, du würdest dir Sorgen machen, dass dort oben was passiert sei und das Baby alleine vor sich hin schreien würde. Das müsstest du dann wirklich jedes mal machen. Irgendwann wird die Polizei streiken, dann kann frau eigentlich nur auf die Gesetzeslage verweisen. Denn im §1631 Abs. 2 BGB wird klar von seelischen Verletzungen und anderen entwürdigende Maßnahmen gesprochen, die verboten sind. Daher müssen sie tätig werden.
Aber wie gesagt, das erfordert ein dickes Fell, viel Zivilcourage!
(Hierfand ich einen interessanten Artikel dazu.)
Nanna hat geschrieben:Ganz ehrlich? Ich glaube einen Flyer oder ähnliches in den Postkasten zu werfen bringt nicht viel. Sie wird sich den vllt. anschauen und denken welcher Besserwisser hat mit den denn in den Postkasten geworfen?! Die meisten Eltern reagieren nunmal sensibel, wenn sie lesen (einen Flyer, anonym in den Briefkasten geworfen), hören, oder gesagt bekommen, das sie in der Erziehung etwas falsch machen. Dann machen sie dicht! Da muss ein persönliches Gespräch her ohne Vorwürfe, sondern auf unterstützender Basis.
Und man muss dazu bedenken, das viele Eltern in der heutigen Zeit erziehungstechnisch oft überfordert sind. Da bringt die Holzhammermethode nicht soviel bzw. manchmal auch das Gegenteil von dem, was man sich dadurch eigentlich erhofft hat.
Das wäre der andere Weg ... Aber dafür würdce ich mir proffessionelle Hilfe holen, wie frau so ein Gespräch führen sollte. Spontan fällt mir ein, damit zu beginnen, dass du wahnsinnig unter dem Geschrei leidest. Die Beschreibung vom Schreien lassen eines Erwachsenen, welche im Buch "Besucherritze" beschrieben wird, fand ich sehr plastisch und konnte es nicht zuende lesen, das wäre vielleicht auch was für sie. Jedenfalls könnte das ein Job für den Kinderschutzbund sein. Ich schreibe könnte, denn wenn ich mir den hier bei uns angucke, sind die nicht so sehr in Gesprächsführung geschult. Aber vielleicht kennst du ja Jemanden. Ggf. könnten wir hier gemeinsam überlegen, wie sie reagieren würde und was frau dann sagt.
Mir fällt dazu ein, sie zu fragen, wie es ihr damit geht? Was fühlt sie dabei?
Wie ist der dialog zwischen ihr und ihrem Mann? Mal herausbekommen, inwieweit, diese Aktiuon von aussen aufgedrückt wird. (Denn ich glaube auch, keine Mutter hört gerne ihr Kind schreien!)
Und wenn hoffentlich dann auch ihr klar wird, dass es nicht spurlos an ihr vorbei geht, könntest du Hilfe anbieten.

Zum Thema Jugendamt fällt mir ein, dass sie zwar tätig werden müssen (siehe das KJHG - Kinder- und Jugendhilfegesetz), aber aus eigener Erfahrung weiss ich, dass die total überfordert sind und solange die Kinder genug zu essen haben, ordentlich gekleidet sind und keine körperlichen Verletzungen aufweisen nicht tätig werden. Traurig, traurig ... Vielleicht dann mit den KJHG drohen?! ich weiss nicht.

Ich beneide dich nicht, wünsche dir sehr viel Kraft!!!!!!!!!
Und hoffe, dass dein Weg dem armen kleinen Mädchen helfen wird.

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 15:56
von Maja
Ich glaube nicht, dass in diesem Land die Polizei oder das Jugendamt was dagegen tut. Es werden jeden Abend, jede Nacht tausende von Kindern in ihren Betten schreien gelassen oder im dunklen Zimmer eingesperrt. Das ist doch einfach die Realität, jeder von uns kennt doch solche Eltern auch persönlich und viele von denen sind ja die restliche Zeit auch recht "normal" drauf. Dass Elternschaft zur Schlafenszeit endet und erst morgens wieder beginnt steckt in vielen Köpfen so fest drin, das wird nicht hinterfragt, und die Wahrscheinlichkeit, dass an den zuständigen Stellen auch Leute sitzen, in deren Köpfen das so drinsteckt, ist leider unheimlich hoch.

(Ich würde wohl trotzdem die Polizei anrufen. Ich meine, wenn dann da mal echt was passiert irgendwann steht sonst wieder in der Presse, dass anscheinend niemand in der Nachbarschaft was bemerkt hat.)

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 18:55
von 4tiere
@Maja, da schreibst du so ein wahres Wort!!!!!!!!

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 20:01
von sinira
Wie viele solcher "Einzelfaelle" es wohl gibt? Krankes Deutschland...

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 20:45
von mama2008
Maja hat geschrieben:(Ich würde wohl trotzdem die Polizei anrufen. Ich meine, wenn dann da mal echt was passiert irgendwann steht sonst wieder in der Presse, dass anscheinend niemand in der Nachbarschaft was bemerkt hat.)
allein wenn man die polizei vor der tür steht, ändert hinterfragen sie sich vieleicht, das ihr verhalten vieleicht doch nicht so normal ist

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 20:50
von Zäzi
Ach mir wird ganz anders beim lesen. Das macht mich unendlich traurig gerade.

Ich hab jetzt nicht alle Antworten gelesen.

Wäre vielleicht ein Ansatz, dass du den Eltern sagen könntest, dass es euch "stört" wenn das Kind so wein, weil es zu lsut sei und weil deine Kinder nicht einschlafen können oder so.

Vielleicht ändern sie dan ihre Methode?

Oder machen sie dann noch schlimmeres? Wie lange dauert denn schon diese Sache mit dem Türe schliessen? Und wie lange muss sie dann jeweils weinen (ich finde ja eine Minute schon viel zu lange ich frage nur damit ich mir das besser vorstellen kann)

Erst letzte Woche erzählte mir meine Mutter, dass Leute die sie kennen mal erzählt haben, dass sie viel zu hart zu ihrer ältesten Tochter gewesen seien. Sie haben sie regelmässig alleine im Zimmer schreien lassen. Manchmal habe sie 3 stunden durchgeweint. Sie haben nun drei Kinder. Sie würden das heute niemals mehr machen. Unglaublich nicht?

Ich wünsche mir, dass sich bald was zum Guten wendet, ich könnte es mir auch nicht anhören.

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 21:02
von Leela
mama2008 hat geschrieben:
Maja hat geschrieben:(Ich würde wohl trotzdem die Polizei anrufen. Ich meine, wenn dann da mal echt was passiert irgendwann steht sonst wieder in der Presse, dass anscheinend niemand in der Nachbarschaft was bemerkt hat.)
allein wenn man die polizei vor der tür steht, ändert hinterfragen sie sich vieleicht, das ihr verhalten vieleicht doch nicht so normal ist

Ja,eben! Wieviele Kinder schreien und niemand greift ein.

Würde ein Erwachsener jeden Abend um Hilfe rufen oder würde ein Hund allabendlich jämmerlich jaulen- wäre doch auch die Polizei der Ansprechpartner.

Wenn dieses Kind gebrochen ist und nicht mehr schreit, habt ihr eure Chance verpasst, ihm zu helfen.

:-(