Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Fliegenpilz
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Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von Fliegenpilz »

Aber wenn Stillen das Normale ist, warum sollte man dafür Geld bekommen? Warum sollten tragende Mütter keines bekommen? Wo endet das?

Das sind die Dinge, die mir an all diesen Programmen aufstoßen. Förderung, ja sehr gern! Flächendeckende Stillgruppen & Stillcafés, viel besser ausgebildete Hebammen zum Thema Stillen, die Unterstützung der Stillberaterin und gute, ausführliche und vorallem korrekte Informationen, Vorbereitungsabende usw. finde ich wahnsinnig wichtig und auch finanziell sehr sinnvoll unterstützt. Genauso wie kostenlose oder vergünstigte Sportprogramme von der Krankenkasse z.B.

Aber der einzelnen stillenden Mutter Geld dafür zu geben, dass sie ihrem Kind die normale Nahrung gibt die für das Kind die einzig vorbestimmte ist, das ist irgendwie - merkwürdig? Aus den selben Gründen bin ich übrigens auch z.B. gegen das Betreuungsgeld, das wäre in Krippen, Kitas, aus Spielplätzen, Kindergartenspeisungsprojekten, Spielgruppen und so viel mehr so wahnsinnig viel besser aufgehoben.

Und ich finde es schon in Deutschland schwer genug, nicht zu stillen. Wie ich mich in Australien oder Kanada gefühlt hätte - nein, das will ich gar nicht wissen.
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MamaNicky
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

Fliegenpilz hat geschrieben:
Und ich finde es schon in Deutschland schwer genug, nicht zu stillen. Wie ich mich in Australien oder Kanada gefühlt hätte - nein, das will ich gar nicht wissen.
Aber hier bekommt man auch die Unterstuetzung "danach". Die Stillberaterinnen beraten auch in der richtigen Flaschenfuetterung, naemlich moeglichst auch immer oben ohne etc! Und helfen auch mit der Verarbeitung wenn es nicht geklappt hat.
Ich meine, ich kenne diese Gefuehle! Ich hatte drei Kaiserschnitte! Die muss ich auch oft erklaeren. Aber ich verurteile mich selbst oft mehr, als andere das tun!
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Campanula
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von Campanula »

Fliegenpilz - es tut mit sehr leid, wenn Stillen fuer Dich ein so sensibles Thema ist, dass Stillfoerderung fuer Dich bereits gleichbedeutend mit einer Abwertung Nicht-Stillender Muetter ist.
Dies kann aber eigentlich kein Argument dafuer sein, deswegen gleich die Foerderung einer guten Sache ganz bleiben zu lassen, oder? ;-)

Letztlich zeigt es aber v.a., wie wichtig es ist, Muetter wirklich RUND um das Thema Stillen zu unterstuetzen, da gerade auch diejenigen, die sich eben NICHT bewusst gegen das Stillen entschieden haben, Unterstuetzung und Zusammenhalt benoetigen. Eben, weil es ein schmerzliches Thema sein kann.

MamaNicky, das finde ich ganz wunderbar, was Du da beschriebst! Gerade auch im Sinne der Kinder - und eben auch, damit sich keine Frau im Stich gelassen fuehlt.
Wiebke mit dem kleinen bunten Schaf (w, *27.12.2010) - auch weiterhin im Tragetuch ;-)
Fliegenpilz
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Beitrag von Fliegenpilz »

Aber in der Öffentlichkeit fällt man halt auf, weil es eben so von der Norm abweicht - wobei das mit zunehmendem Alter des Kindes sich ganz schön verändert, das ist sehr auffällig.

Ich find es übrigens ganz toll wie die Förderung aussieht bei euch, bitte nicht falsch verstehen! (Für unser 2. Kind ist die Hoffnung ja noch längst nicht aufgegeben und bis dahin werde ich hoffentlich ein anständiges, noch stillfreundlicheres Umfeld aufgebaut haben als ich es beim Rehkitz jetzt hatte - also am Besten ziehen wir nach Australien! :lol: )
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Fliegenpilz
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Beitrag von Fliegenpilz »

Stillförderung finde ich SUPER - Stillbezahlung aber nicht ;)

Sportförderung finde ich super, Sportbezahlung nicht.

Das ist wie gesagt viel weniger aufs Stillen bezogen als auf eine finanzielle Förderung des Einzelnen, all das Geld in einem großen Topf und Sachen für die große Masse der betreffenden Gruppe finde ich fairer und auch erfolgsversprechender :)
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anjomi
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von anjomi »

Interessantes Thema!
@Fliegenpilz: Ich finde Deine Einwände sehr wichtig. Ich kenne noch sehr gut das Gefühl mich in der Öffentlichkeit fürs Flasche geben zu schämen. Bei meiner ersten Tochter habe ich durch nicht vorhandene bzw. falsche Beratung schon nach einer Woche nicht mehr Stillen können. Und das war für mich eine echte Katastrophe!
Es hat aber meinen vorher schnell abwertenden Blick gegenüber nicht stillenden Müttern stark verändert.
Eine Stillförderung zu finden und gleichzeitig die nicht stillenden Mütter nicht abzuwerten ist sicher schwierig. Was für mich toll klingt ist die 24/7 verfügbare kostenlose Stillberatung, von der frau dann auch schon in der SChwangerschaft erfährt!
Mir gings hier einfach auch schon ein paar mal so, dass ich kleinere Probleme hatte und nun nicht gerade am Wochenende meine Hebamme (seit dem zweiten Kind eine andere und sehr gute "Stillberaterin") rausklingeln möchte.
In so eine Beratung Geld zu investieren fände ich auch viel sinnvoller als den Frauen Geld zu geben.
mit den Großen (*98 und *00) und kleiner Maus (Sept. 11)
Wortgewitter
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von Wortgewitter »

Danke für die tollen Denkanstöße!

Auch wenn es direkt hiermit nix zu tun hat, aber ich bin so inspiriert - nun setzt sich doch immer mehr der Gedanke bei mir fest, Stillberaterin zu werden... 8)
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
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Fliegenpilz
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Beitrag von Fliegenpilz »

Das ist eine SO wichtige Sache, ich wohne in einer relativ großen Stadt und wir haben tatsächlich nicht EINE Stillberaterin (weder LLL noch AFS) in der Nähe so dass das mit Neugeborenem irgendwie praktikabel wäre.
Von daher: Mach es! :)
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mayra
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von mayra »

Kaum schau ich mal kurz nicht rein... :lol:

Danke für das interessante Thema! Ich find sowas immer sehr spannend. Ich kannte allerdings schon eine Stillwerbung aus Australien, mit einem laufenden Kleinkind, meine ich. :D Die fand ich echt toll.

Ich versuchs auf meine Weise mit der Stillförderung (großer Kinder): leite eine Stillgruppe, spreche stillende oder Neumütter an und lade sie ein, UND stille den fast 2jährigen heute auf einem Dorffest ;-) auf dem Spielplatz (Einweihungsfeier)... sowie fast wöchentlich in der Spielgruppe...
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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josie
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von josie »

@ Fliegenpilz: das Geld was du hier bekommst ist nicht als Belohnung fuers Stillen gedacht sondern als Unterstuetzung damit die Mutter sich ausgewogen ernaehren kann!!! Denn hier bekommen Muettern denen es versagt ist zu stillen aus welchen gruenden auch immer Formular zurverfuegung gestellt!!!
Und alle Schwangeren bekommen weahrend der Schwangerschaft und drei Monate danach ein Gutschein fuer 21Liter Milch und 24 Eier pro Monat, denn die Lebenshaltungskosten sind hier nicht grade gering!!! Aber Die Regierung moechte sicherstellen das Schwangere und Muetter zugang zur gesunden ernaehrung haben!!! Des weiteren gibt es hier wie in Australien auch eine Stillgruppe die unterstuetzt wird!!! Aber es gibt auch eine Geburts nach Betreung (sorry weiss kein Deutsches wort dafuer) die sich auch um Muetter kuemmern die die Flasche geben!!!! Insofern ist das leben mit Still- oder Flaschenkind schoen!!!
mit Mademoiselle 04/12
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