Einschlafen bei Papa...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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posy
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von posy »

Genau das ist es: Man muss Lösungen für den Alltag finden!
(Das sollte aber auch das einzige muss sein. :wink: Naja, flapsig gesagt, aber generell machen mich Aussagen, die ein "müssen" enthalten, skeptisch).

Ich musste es auch lernen zu akzeptieren, dass wir beide als Eltern unterschiedliche Herangehensweisen haben. Mein Mann kann tatsächlich nicht mein Problem begreifen, dass ich es nicht geschafft habe zu duschen, wenn ich mit den Kleinen allein war.

Natürlich löst eine Trageberatung nicht solche Probleme, Missverständnisse, unterschiedliche Einstellungen. Das wäre ja mal praktisch!

Dennoch scheint mir, dass ihr miteinander reden müsst. Über eure Vorstellungen, Bedürfnisse, Sorgen, Wünsche - im Bezug auf Euer Kind, aber auch auf Euch.
Mir scheint da die Gefahr im Raum zu schweben, dass sich da ganz schnell so viel an Enttäuschung, Unwille, Kopfschütteln auf beiden Seiten ansammelt, dass es furchtbar kracht.

Ihr müsst so viel neu definieren und abwägen, für euch selbst, für eure Rolle als Eltern - das ist ganz normal mit einem kleinen Baby. Das erste Jahr mit Baby ist eine ernste Belastungsprobe für jede Beziehung.
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
juisty
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von juisty »

bei meinem Sohn ging das ganz problemlos, meine Tochter (14 Monate) lässt sich nur von mir ins Bett bringen, und auch nur durch Einschlafstillen, ODER von meiner Mutter. Da völlig ohne Probleme: Licht aus, auf den Arm, Kind schläft. Mein Mann hat allerdings keine Chance, und ich wüsste wirklich gerne, woran das liegt. Zumal es ihn auch sehr mitnimmt, dass Sie ihn abends und nachts ablehnt.
Liebe Grüße
Juisty - mit großem Bruder (08/2009) und kleiner Schwester (04/2011)
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tussi
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von tussi »

oh ja, das mitnehmen ist hier auch gerade groooooßes thema :roll: als ob mir ein beleidigter mann eine hilfe wäre beim kinder ins bett bringen.
wie handhabt ihr denn das?
mein mann ist in der beziehung wirklich anstrengend. 1 jahr lang, zwischen ihrem ersten und zweiten lebensjahr, hat mein mann das komplette abendritual u zubettbringen von unserer tochter übernommen. seit 1/2 jahr klappt das nicht mehr, weil sie von mir ins bett gebracht werden möchte.
seit kurzem versuchen wir beide kinder gleichzeitig im schlafzimmer zum schlafen zu bringen, aber seit neuestem wollen beide nur noch an mir kleben.

er behauptet, ich könne ihn nicht verstehen, obwohl ich mich von unserem sohn ewiglang als mama überhaupt nicht angenommen gefühlt hatte (er hat meine brüste angeschrien, er hat sich auf meinem arm nicht beruhigen können usw). ich kann es nur überhaupt nicht haben, wenn meine maus dann auch noch vor lauter schlechtem gewissen, ihren papa unglücklich gemacht zu haben, weint. das muss doch wirklich nicht sein. sollte er nicht drüber stehen?
lg tussi

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Kwalle
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von Kwalle »

Einschlafen mit Papa hat bei uns erst nach dem Abstillen mit 31 Monaten geklappt, davor war das bei uns undenkbar.
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bienenmeister
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von bienenmeister »

posy hat geschrieben: Dennoch scheint mir, dass ihr miteinander reden müsst. Über eure Vorstellungen, Bedürfnisse, Sorgen, Wünsche - im Bezug auf Euer Kind, aber auch auf Euch.
Mir scheint da die Gefahr im Raum zu schweben, dass sich da ganz schnell so viel an Enttäuschung, Unwille, Kopfschütteln auf beiden Seiten ansammelt, dass es furchtbar kracht.

Ihr müsst so viel neu definieren und abwägen, für euch selbst, für eure Rolle als Eltern - das ist ganz normal mit einem kleinen Baby. Das erste Jahr mit Baby ist eine ernste Belastungsprobe für jede Beziehung.
Wir reden und reden und reden.... jeden Tag. Viel hat sich dennoch nicht verändert. Oder es klappt dann mal schubweise, und dann atme ich auf - nur um im nächsten Moment gleich wieder enttäuscht zu werden.


Wann wird es besser? Ist das wirklich normal?

Einen Streitpunkt haben wir nun herausgearbeitet: Mein Mann trägt unseren Sohn durchaus. Mittlerweile auch ganze Spaziergänge, allerdings meist auf dem Arm :shock: Heute war er wieder "zu faul" das Tuch umzubinden. Ich hab nix gesagt, weil ich Sorge hatte, ich "streite" dann nur, statt sachlich zu sein :oops:

Ich mache mir Sorgen. Ist das nicht schädlich für unser Kind? So auf dem Arm getragen ist nix mit Anhock-Spreizstellung. Oft trägt er ihn dann auch noch in Fahrtrichtung, und der Kleine "reitet" auf Papas Arm. Das passt mir überhaupt nicht.

Wenn Baby dann überreizt ist und anfängt zu quengeln, bekomme ich mein Kind zurück und ich stehe vor der Aufgabe das brüllende Baby einzubinden :roll: Da muss ich auch nochmal neubinden, wenn er eingeschlafen ist. Und dann strafen mich meine Gedanken, warum habe ich ihn nicht gleich von Anfang an selber eingebunden? Da ensteht bei mir einfach der Eindruck, dass Baby ja doch nur BEI MIR einschläft. Mann hat ja lange behauptet, das läge am Stillen, aber so richtig ist das auch nicht. Denn wenn er beim Spazierengehen im Tuch schläft, dann habe ich ihn ja auch nicht einschlafgestillt. Und er könnte bestimmt bei Papa im Tuch schlafen.

Ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll.
tussi hat geschrieben:
er behauptet, ich könne ihn nicht verstehen ...
Ja, ich ebenfalls auch nix verstehen, angeblich.

Insofern kann ich dir einen solidarischen Drücker da lassen!
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
Fliegenpilz
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Einschlafen bei Papa...

Beitrag von Fliegenpilz »

Bienenmeister, wir hatten uns ja so ein bisschen in den Haaren - und ich glaube, ich verstehe jetzt ganz gut warum.

Dass du genervt bist von deinem Mann teilweise verstehe ich absolut, macht er es doch schließlich ganz anders als du (und vorallem anders als du es dir wünschst und das SuT propagiert). Das macht, gerade bei bedürfnisstarken Kindern wie unseren jede noch so friedliche Frau zur Furie in manchen Momenten.

Du willst es ideal machen, oder? Keine Abstriche sondern Perfektion. Bist bereit, dich selbst gehen zu lassen, statt MIT Kind zu leben liest es sich, als würdest du nur noch FÜR Kind leben - das Projekt deines Lebens, perfekt werden soll es.

Und obwohl ich dir nur wenige Wochen voraus bin mit meinen Weisheiten kann ich dir jetzt schon eines versprechen: Du wirst es nicht perfekt machen. Du wirst Fehler machen, einige. Große, kleine, manche werden dir leid tun und andere wirst du nicht bemerken. Aber weißt du, was ich dir auch versprechen kann? Du wirst es SUPER machen. Die einzige Voraussetzung? Erkennen, dass ihr jetzt eine FAMILIE seid. Nicht nur dein Sohn hat Bedürfnisse sondern auch dein Mann und DU! Und auch die müssen gehört werden sonst kommen dein Mann und du auf keinen grünen Zweig - und das tut keinem von euch gut.

Ihr müsst euch zusammenwurschteln und einen Weg finden der euch 3 Personen und eine Familie sein lässt - und dazu gehört auch, dass der Papa manche Sachen ganz anders macht als du - und die beruhigende Gewissheit, dass weder 10 Minuten weinen noch eine Stunde Armtragling in Fahrtrichtung einen invaliden Massenmörder aus eurem zuckersüßen Kind machen. Die meisten Kinder entwickeln sich, unabhängig von ihren ersten Lebensjahren, in einem gewissen normalen Rahmen und die Randextreme entstehen nicht durch papahaftige "Da muss er durch"-Momente. Ich weiß, manchmal ist's scheisse wenn man weiß, dass der Papa lieber 1h aufm Arm trägt als den Sling zu nehmen oder das Kind erst so lang auf der Krabbeldecke schimpfen lässt bis es echt heult aber das Wissen, dass er's dann hochnimmt und schwindlig kuschelt entschädigt.

Mein Plädoyer nach so viel Gelaber: Sei Mutter, sei aber auch Ehefrau, seid eine Familie! Keine perfekte, aber eine tolle.

(Korrektur entfällt da iPhone, aber ich wollte das nun schreiben!)
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Lösche Benutzer 9067

Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von Lösche Benutzer 9067 »

Liebe Bienenmeister, ich möchte später noch mehr schreiben - nur ganz kurz: bei uns war es am Anfang ganz genau gleich. Nur dass ich gar nicht versucht habe ihm eine TB aufzudrücken... Und jetzt, wo das Kind 10 Monate alt ist nimmt er sie freiwillig in den Bondo, wenn ich nicht da bin.

Die Zeit war manchmal hart, weil ich mich immer zerreißen musste (meinem Gefühl nach), weil ich zB das Kind nicht schreien lassen wollte. Da hab ichs irgendwann seinlassen, ihm das Bettfertigmachen zu übertragen. Auch jetzt noch haben Mann und Kind nicht immer gute Momente zusammen, aber ich schulmeistere nicht an ihm herum. Im Alltag gehen wir den Weg des geringeren Widerstandes, so ist das Kind zufrieden, ich nicht gestresst (meistens) und der Mann fühlt sich nicht als Versager resp. vom Kind zurückgewiesen... Jetzt gerade spielt sich das Kind müde, während Mama und Papa daneben im Netz surfen...
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bienenmeister
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Re: Einschlafen bei Papa...

Beitrag von bienenmeister »

Fliegenpilz hat geschrieben:Bienenmeister, wir hatten uns ja so ein bisschen in den Haaren - und ich glaube, ich verstehe jetzt ganz gut warum.
Nein, ich glaube nicht, dass du mich verstehst. Ich fühle mich von dir völlig missverstanden.
meredith hat geschrieben:Liebe Bienenmeister, ich möchte später noch mehr schreiben - nur ganz kurz: bei uns war es am Anfang ganz genau gleich. Nur dass ich gar nicht versucht habe ihm eine TB aufzudrücken... Und jetzt, wo das Kind 10 Monate alt ist nimmt er sie freiwillig in den Bondo, wenn ich nicht da bin.

Die Zeit war manchmal hart, weil ich mich immer zerreißen musste (meinem Gefühl nach), weil ich zB das Kind nicht schreien lassen wollte. Da hab ichs irgendwann seinlassen, ihm das Bettfertigmachen zu übertragen. Auch jetzt noch haben Mann und Kind nicht immer gute Momente zusammen, aber ich schulmeistere nicht an ihm herum. Im Alltag gehen wir den Weg des geringeren Widerstandes, so ist das Kind zufrieden, ich nicht gestresst (meistens) und der Mann fühlt sich nicht als Versager resp. vom Kind zurückgewiesen... Jetzt gerade spielt sich das Kind müde, während Mama und Papa daneben im Netz surfen...
Danke! Eine TB habe ich ihm auch nicht aufgedrückt. Ich habe ihn gar ermuntert, er solle es mit dem Kinderwagen probieren, wenn er damit besser klar kommt, nur eben beim Schreienlassen mache ich nicht mit, das zählt unter den Nogos, für die ich mich scheiden lassen würde. Er hat es auch nie versucht, da er es selbst schrecklich findet. Er hat es probiert mit dem Kiwa. Keine Chance. Der Kleine macht es einfach nicht mit. Gestern sind wir erst nach null Uhr nach Hause gekommen. Das ist dann praktisch die Ausnahme. Ich habe ihn einschlafgestillt, dann ging er in den Kiwa und hat den ganzen Nachhauseweg geschlafen. Tagsüber funktioniert das aber nicht.

Die Formulierung mit dem geringsten Widerstand finde ich sehr treffend. Aber eben auch zeitgleich das Gefühl, mich zerreißen zu müssen. Vielen Situationen ist er nicht gewachsen und das sagt er auch selbst von sich. Das ist für uns eine schwierige Situation. Er ist überzeugt von AP - und zwar ohne Abstriche. Das es ihm schwerfällt, dieses umzusetzen, bringt Druck in die Situation, weil er sich dann, wie du schreibst, als Versager fühlt, wenn etwas nicht klappt. Ich versuche sehr oft ihn vor Enttäuschungen zu schützen. Ich liebe ihn ja. Ich möchte nicht, dass er sich mies fühlt :roll: Altruismus wohin man sieht :lol:

Ich hoffe sehr, dass es uns bald besser geht.
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
Fliegenpilz
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Einschlafen bei Papa...

Beitrag von Fliegenpilz »

Ich hab nicht gesagt, dass ich sich verstehe - kann ich nicht, dafür handhaben wir unsere ähnlichen Probleme viel zu unterschiedlich. Ich habe deshalb geschrieben, dass ich verstehe, warum wir uns so leicht in die Haare kriegen.
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