Neulich erzählte ich meiner Mutter, dass Flo neuerdings gerne mit einem gelben Plastiklöffel spielt. Sie darauf: ja, dann bekommt sie doch jetzt sicher Brei?

Ich hab ihr dann erklärt, dass es erstmal sechs Monate ausschließlich Milch gibt, bevor wir dann langsam mit Beikost anfangen... Sie war total entsetzt, denn angeblich habe ich als Baby wohl schon mit 3 1/2 Monaten keine (Flaschen) Milch mehr gewollt, ab da hätte ich dann immer püriertes Mittagessen und Dickmilch bekommen (und Malzbier oder Saft aus der Flasche...). Das hätte mir ja wohl nicht geschadet?!
Ich glaube, meine Mutter meint, ich werfe ihr vor, nicht gestillt worden zu sein, weil ich unbedingt stillen möchte. Das tue ich nicht, sie wusste es halt damals nicht besser. Ein paar Wochen nach Flos Geburt war sie mal hier, das war gerade während des ersten Wachstumsschubes, und wir haben dauer- und wechselgestillt, und ich musste da schon wegen Flos geringer Gewichtszunahme zufüttern

Sie erzählte dann, dass sie meinen großen Bruder damals ganze sechs Wochen gestillt hat - alle vier Stunden, immer nur eine Seite, jeweils vorher und nachher wiegen, den "fehlenden Rest" dann mit der Flasche zufüttern...
Sie meinte, sie wäre damals nie auf die Idee gekommen, einfach beide Seiten anzubieten oder die Abstände zu verkürzen, weil das nicht auf ihrem Plan stand, den sie vom KH hatte. Weil sie ja "nicht genug" hatte, nur 40-60 g, hat ihr dann eine Tante geraten, einfach abzustillen. Ja, das hat sie dann auch gemacht, einfach nicht mehr gestillt, und prompt hatte sie eine üble Brustentzündung... Die Erfahrung ("diese Schmerzen, einfach unerträglich" - und das glaub ich ihr auch) reichte ihr, um es bei mir dann gar nicht erst zu versuchen. Ich hab ja stattdessen nicht irgendwas gekriegt, sondern nur die beste Flaschennahrung, die es damals in der Apotheke gab. Sie hat mir halt das Beste gegeben, was sie konnte, und das ist ja auch ok. Es nervt nur, dass sie dauernd sagt, dass ich doch aufhören sollte, wenn es sowieso nicht reicht. Mittlerweile erzähle ich nichts mehr, sie weiß auch nicht, dass ich mit BES stille. Wenn sie zu Besuch hier sind, geht mein Mann immer mit meinen Eltern spazieren, wenn wir stillen und ich danach noch pumpe. So hab ich dann wenigstens meine Ruhe und muss mir nicht auch noch anhören, wie lange das denn dauern soll und dass ich das eh nicht durchhalte... Zu meinen Eltern fahre ich deshalb auch gar nicht. Meine Mutter ist total pikiert, denn ihre Nachbarinnen konnten ja noch nicht das süße Enkelkind bestaunen. Sie würden uns auch mit dem Auto abholen (wir haben keins), aber ich sag immer, dass mir das zu stressig ist. Wer uns sehen will, kann gerne vorbeikommen... Meine Schwiegermutter ist übrigens das genaue Gegenteil, ich soll gefälligst alle Zusatznahrung weglassen und nur noch stillen. Wenn die Kleine erstmal richtig Hunger hätte, würde sie auch besser trinken. Das hilft mir, ehrlich gesagt, auch nicht, denn ich kann Flo ja nicht hungern lassen

Aber zumindest findet sie es gut, dass ich weitermache.