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Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 07:59
von Weidenkätzchen
Lotusblume2012 hat geschrieben:@salida: genau das meinte ich... Ich denke nicht, dass die Benutzung eines Schnullers damit verbunden ist, dass Kinder einsam in einer Ecke liegen! Dies meinte ich mit ideologischen Diskussionen.
Mich würden auch wissenschaftliche Ergebnisse im zusammenhang mit saug Verwirrung interessieren.
Hallo,

das sehe ich genauso! Mein Sohn bekommt einen Schnuller, aber NUR unter "Aufsicht", und zu Anfang eben auch mit schlechtem Gewissen. Trotzdem stehen da immer mehrere Schreckgespenster im Raum. Und ich glaube zum Thema Schnuller fragt man 100 Leute und hat 100 verschiedene Ansichten... bei uns hilft er gut, vor allem, wenn der Herzbube nur schnullern will und sich ärgert, wenn Milch kommt (was praktisch immer der Fall ist, Gott sei Dank). Aber er spuckt ihn auch schnell wieder aus, wenn sein Bedürfnis gestillt ist. Und er liegt dabei auch nicht allein (weil er das eh nie tut, selbst wenn ich das wollen würde, würde er das bisher nicht tolerieren). Das muss aber beim nächsten Kind nicht genauso sein.

Ich glaube man sollte diese Hilfsmittel als das sehen, was sie sind: Hilfsmittel. Keine Dauerlösung. Die Dosis macht das Gift, zumindest bei einem Kind, das (bisher) keine Probleme mit Saugverwirrungen hatte. Aber auch eine kleine Dosis kann schon Gift sein. Und eigentlich wäre mir das zu riskant.

Ich bin wirklich so gespannt auf die Studie! Mal schauen, wo die ihre Weisheit her nehmen...

Re: AW: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 20:23
von honigtopf2010
Aber das sollte doch hier keine Schnuller- bzw. Flaschendiskussion sein, oder? Und schon gar nicht ideologisch. Es geht um die Frage, ob es eine Saugverwirrung gibt oder nicht. Bzw. ob es dazu eine evidenzbasierte Studie gibt. Nun, wir sind sehr auf morgen gespannt, Klimaforscherin!

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 21:26
von Lotusblume2012
Nein das wollte ich natürlich nicht, aber unterschwellig schwingt es immer mit., dass Frauen, die zb Schnuller, Flasche etc geben etwas falsch machen, nicht auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen können...
Ich selbst wurde in der still Gruppe auch ganz schräg angesehen, dass mein Sohn für ein paar Sekunden "zugestöpselt" wurde.
Aber darum soll es hier nicht gehen, bin auch gespannt auf eine fundierte wissenschaftliche Aussage...

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 22:22
von Lucccy
Ich stolpere über http://www.stillen-institut.com/asp_ser ... d-SIDS.pdf Seite 2 unterster Absatz
Laut diesem Dokument (Feb 2013) gibt es keine Studie in die eine oder andere Richtung.

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 22:53
von klimaforscherin
2009, das ist ja einigermassen aktuell. Vielleicht bezog sie sich darauf.
Mal für die Nichtforscher unter uns: welche Arten von Studien gibt es?
Ist evidenzbasiert=mit zufällig ausgewählten Personen?
Und wie heißen die Studien, aus denen embryotox seine Informationen erhält? Das ist doch eben genau anders?

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 24.02.2013, 23:46
von Katha
Was an SwSen aus ethischen Gründen nicht gemacht werden darf, sind randomisierte Studien (hat Julia auch schon ausgeführt)
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Randomisierung#section_5
Bei einigen Sachen (Stillen/Nicht-Stillen) wird das - neben ethischen Fragen - auch schwierig die Verblindung hinzukriegen ;)
(Ungepflegtes Halbwissen)

Re: AW: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 25.02.2013, 00:03
von honigtopf2010

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 25.02.2013, 12:05
von Lotusblume2012
Solche Studien sind meines Wissens nicht mit Medikamenten Studien zu vergleichen. Es Geht um die Hypothese dass künstliche Säuger zu einem veränderten Trink verhalten führen. Im Grunde muss Mann zwei Gruppen bilden und diese dann im Hinblick auf trinkverhalten vergleichen. Also braucht man Frauen die dazu bereit sind und die dann zu mehreren Zeitpunkten befragt werden, ob sie Säuger verwenden etc. Allerdings braucht man schon eine sehr große Gruppe, ansonsten wird man nicht viel Aussage kräftige Ergebnisse bekommen, dh statistisch relevante Daten. Zudem gibt es ja auch einige sog Stör Variablen, zb koennten Frauen, die Schnuller still huetchen verwenden deswegen eine Saugverwirrung auslösen weil sie viell ungeduldiger sind und dann die Ungeduld zum veränderten trink verhalten führt und nicht der Säuger an sich.
Man müsste zudem genau definieren was eine Saugverwirrung überhaupt ist etc.

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 26.02.2013, 10:15
von klimaforscherin
Ich hatte embryotox ja nur erwähnt, weil es eben keine randomisierten Studien dort gibt. Aber die Erfahrungswerte, die dort gewonnen wurden, werden ähnlich zustande gekommen sein, wie die Erfahrungen zum Thema Saugverwirrung.
Heute morgen habe ich es angefragt. Ich bin gespannt, ob sie sich zurückmeldet.

Re: AW: "Saugverwirrung gibt es nicht"

Verfasst: 27.02.2013, 00:18
von safira
Ich glaube der passende Begriff für die Studien ist hier quasiexperimentell im Gegensatz zu experimentell.
Bei ersterem schafft sozusagen das Leben die Experimentalbedingungen (man würde dann z.b. nach zwei vergleichbaren Gruppen von Babys suchen, die sich nur darin unterscheiden, ob sie künstliche Sauger bekommen, oder nicht) und bei einem richtig experimentellen Design würde man in einer Gruppe von Säuglingen auslosen, wer Sauger bekommen und wer nicht. In beiden Experimentalformen kann man dann die Gruppen vergleichen und dadurch Schlüsse ziehen. Im Quasiexperimentellen Design it es aber wahrscheinlicher, dass eine oder mehrere konfundierende Variablen die Ergebnisse verfälschen, weil sich sie Störeffekte nicht zufällig verteilen.

Ich hab übrigens als Mutter und aus der stillberatung beides mitbekommen: es gibt viele Babys, die problemlos wechseln, aber auch viele, die Probleme haben und wo sich die Probleme lösen, wenn auf künstliche Sauger verzichtet wird.