wolkenreiter hat geschrieben:Hallo deidamaus,
ich melde mich auch mal wieder. Leider ziemlich gefrustet und dadurch auch gestresst. Vielleicht kannst Du mir helfen, mal wieder einen klaren Gedanken zu fassen und etwas runterzukommen.
Ich versuche mein Bestes.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Hm. Momentan kränkelt der Kleine etwas. Hat Samstag abend etwas Fieber gehabt und untypisch oft Stuhlgang (Durchfall?). Gestern war die Temperatur noch erhöht, abends normal. Heute morgen auch alles ok und heute abend (natürlich nach der Kinderarzt-Sprechstunde) wieder etwas Fieber. Meine Gedanken kreisen nun natürlich wieder darum, ob er genug Nahrung bekommt.
Wenn dein Kind gerade akut krank ist, ist es wichtig, dass es nicht dehydriert. Wieviele Kalorien dabei genau im Kind landen, ist nebensächlich. Wir haben ja auch keinen großen Appetit, wenn wir krank sind.
Wir haben mal wieder gewogen. 5790g, ich finde, es könnte langsam mal wieder etwas mehr werden
.
Das letzte Gewicht war vom 28.10. mit 5600 g. Dein Baby ist am 7.7. geboren, d.h. im 5-6 Lebensmonat sollte die Gewichtszunahme im Schnitt pro Woche 70-140 g zunehmen. Also einmal 110 g plus 2 mal 70 macht dann 250 g. Dein Baby hat 190 g geschafft, obwohl es gerade krank ist. Das würde ich jetzt mal unter in Ordnung verbuchen.
Beikost (Milch-Getreidebrei) haben wir probiert an 2 Tagen (mit etwas Pause dazwischen). Fand er nicht gut.
Getreide-Obst-Brei mit reichlich Mandelmuss oder Öl geht oft besser.
Die letzten Nächte kam der Kleine selten zum Trinken. Das erste Mal meist oft erst nach über 4 Stunden. Und wieder mach ich mir Gedanken. Meist schaffen wir es im Laufe des Tages dennoch auf 10 oder mehr Mahlzeiten, wovon einige aber nur noch wenige Minuten dauern.
Das ist doch super. 10 Mahlzeiten sind voll in Ordnung. Und nur ein paar Minuten auch. Dein Baby hat einfach schnell trinken gelernt (wie so viele in dem Alter auch).
Ich habe nun das Gefühl, dass das Stillen uns sehr einschränkt.
Was genau schränkt dich daran ein?
Klar ist es praktisch, überall stillen zu können. Aber oft komm ich tagsüber nicht zu viel anderem.
Das ist normal und gilt auch für Flaschenmütter. Diese müssen nur noch zusätzliche Zeit für Anrühren der Milch, Reinigung der Flaschen etc. aufwenden.
Ich bin froh, über 4 Monate geschafft zu haben, hatte ich doch anfangs noch gedacht, ich schaffe nicht mal 3 Monate. Doch so langsam mag ich nicht mehr. Zu viel muss ich mir ständig Sorgen machen und immer die Uhr im Blick haben.
Sorgen machen ist verboten und die Uhr bitte ausziehen.
Dann denke ich, es wäre entspannter, die Flasche zu geben.
Was denkst du, wäre daran entspannter für dich?
Andererseits mag ich noch nicht komplett abstillen. Vor allem nachts und unterwegs überwiegen für mich die Vorteile des Stillens.
Sehr schön.
Meinst Du, es wäre möglich, noch eine Weile eine Mischung aus Stillen und Flasche hinzubekommen?
Probieren kannst du es. Aber meist haben sich die Babys dann schneller abgestillt, als die Mutter dies möchte. Vielleicht kannst du "klassisch" die Stillmahlzeiten durch Beikost ersetzen? Es sind sicherlich nur noch ein paar Wochen, bis dein Baby beikostreif ist.
Und wie gehe ich da am besten vor? Wie mache ich es, wenn ich mich für komplett abstillen entscheide, also wie schaffe ich das möglichst brustschonend (es kommt mir nicht auf die Zeit an)?
Die Faustregel besagt, dass man pro Woche eine Stillmahlzeit (also 70-140 ml Milch) problemlos ersetzen kann.
Es wäre für mich nun nicht mehr so schlimm, wenn der Kleine sich langsam von der Brust entwöhnt. Wenn es klappen würde, würd ich auch gern noch länger teilstillen.
Das ist deine freie Entscheidung.
Ich hoffe, dadurch mehr Zeit für Haushalt, Familie (den Großen) und Hobbies/eigene Zeit zu haben.
Du meinst, weil dein Baby sich leicht von jemand anderem betreuen lassen kann, weil es einfach Pre aus der Flasche bekommt? Wenn du nicht länger als 2-3 h ohne Baby bist, kannst du einfach davor und danach stillen. Wenn du unbeabsichtiges Abstillen vermeiden willst, solltest du stillfreundlich zufüttern. Ansonsten kann es dir halt passieren, dass dein Baby sich - für dich zu schnell - abstillt.
Außerdem wäre ich entspannter, weil ich wüsste mein Kleiner wird definitiv satt und bekommt alles, was er braucht.
Das bekommt er im Moment sicherlich auch. Ich würde dir eher empfehlen die Stillmahlzeiten nach und nach durch Beikost zu ersetzen (in dem Fall halt Anstattkost statt Beikost, aber immer noch besser als Pre).
Ich will nicht oberflächlich klingen, ich hänge eigentlich auch noch sehr am Stillen, doch denke ich langsam, dass unsere Kräfte ausgeschöpft sind und wir nun einen Kompromiss finden müssen.
Das kannst nur du entscheiden. Stillen raubt einem aber normalerweise keine Kraft, sondern alles drumherum: Das Geschwisterkind, der Haushalt, die täglichen Verpflichtungen, der Schlafmangel,... und das alles haben Flaschmütter auch.
Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du mich bei allem so toll unterstützt hast und würde mich sehr freuen, wenn Du meinen Entschluss verstehen kannst und mir auf dem weiteren Weg behilflich bist. Es fällt mir wirklich nicht leicht.

Klar, unterstütze ich dich dabei. Wöchentlich einen Mahlzeit ersetzen ist brustschonend. Dazu einfach deinem Baby täglich 20 ml mehr Pre anbieten. Wenn es problemlos aus der Flasche trinkt, wird sich deine Milchmenge dann entsprechend anpassen. Wenn dabei Probleme auftauchen, kannst du mich gerne Fragen.
Mir wäre es natürlich lieber, wenn du vielleich nochmal darüber nachdenkst und lieber deine Mumi durch Beikost ersetzt (wobei da der Arbeitsaufwand erstmal steigt, statt sinkt (tut er aber mit Flasche auch)).
Was meinst du dazu? Habe ich wieder zu viel pro Stillen geschrieben
Liebe Grüße
deidamaus