Stillende Mutter des Freibads verwiesen
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- marykate
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Und zum Thema Provokation noch was (egal ob zum Thema Rassentrennung, Homosexualität oder LZS), was mir durch den Kopf geschossen ist:
Ich glaube doch, dass es erst einmal zur Provokation kommen muss – egal ob absichtlich oder nicht – damit das Thema in das Bewusstsein der Leute rückt. Bzw. wie provokant wäre es, wenn z.B. das Thema Homosexualität noch absolut unter Verschluss ist und niemand sich traut, überhaupt jemanden vom eigenen Geschlecht freundschaftlich zu berühren geschweige denn das Thema in den Mund zu nehmen UND DANN käme jemand nettes wie ein Klaus Wowereit und bekennt unschuldig und frohen Mutes, dass er schwul ist. Das täte eigentlich niemandem weh. Aber ein Aufschrei ginge durchs Land, er würde vielleicht in manchen Gesellschaften zu Tode verurteilt und geköpft/gesteinigt/gehängt, das Thema würde DESHALB diskutiert und er wäre dann für Jahrtausende der Held der Homosexuellen und der Befreiungskämpfer schlechthin.
Fast ganz frei erfunden und konstruiert, auch überzeichnet, klar, aber es ist nicht ganz abwegig, wie ich finde. Ich hoffe, es fühlt sich niemand betroffenes irgendwie gekränkt durch das was ich schrieb, ich wollte wirklich nur zur Verdeutlichung irgendein Beispiel hernehmen.
Ich glaube doch, dass es erst einmal zur Provokation kommen muss – egal ob absichtlich oder nicht – damit das Thema in das Bewusstsein der Leute rückt. Bzw. wie provokant wäre es, wenn z.B. das Thema Homosexualität noch absolut unter Verschluss ist und niemand sich traut, überhaupt jemanden vom eigenen Geschlecht freundschaftlich zu berühren geschweige denn das Thema in den Mund zu nehmen UND DANN käme jemand nettes wie ein Klaus Wowereit und bekennt unschuldig und frohen Mutes, dass er schwul ist. Das täte eigentlich niemandem weh. Aber ein Aufschrei ginge durchs Land, er würde vielleicht in manchen Gesellschaften zu Tode verurteilt und geköpft/gesteinigt/gehängt, das Thema würde DESHALB diskutiert und er wäre dann für Jahrtausende der Held der Homosexuellen und der Befreiungskämpfer schlechthin.
Fast ganz frei erfunden und konstruiert, auch überzeichnet, klar, aber es ist nicht ganz abwegig, wie ich finde. Ich hoffe, es fühlt sich niemand betroffenes irgendwie gekränkt durch das was ich schrieb, ich wollte wirklich nur zur Verdeutlichung irgendein Beispiel hernehmen.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14
„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
Evelyn Beatrice Hall
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- Katha
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Ein homosexueller Sportler ist DIE Provokation schlechthin.chrissi hat geschrieben:Ich denke ein Politiker oder Sportler, der sich zur Homosexualität bekennt ohne es ungefragt jedem Zweifler optisch unter die Nase zu reiben tut wesentlich mehr für die Akzeptanz als Leute, die sich provokant vor anderen Menschen die Zunge in den Hals stecken
Drum ist die Bundesliga meines Wissens ja auch noch immer homosexuellen "frei" (obwohl das statistisch gar nicht hinhaut; aber vielleicht stimmt es ja doch, dass "echte Männer so was nicht tun" Ironie off).
Genau diese Argmentation würde dazu führen, dass sich kaum was ändert.
Wenn wenn es "Provokation" wie den CSD nicht gegeben hätte (der ja als Antwort auf Repression entstanden war und nicht aus Spaß) könnte sich kein dt. Politiker outen, ohne dass er nicht die Fensterscheiben eingeworfen kriegen würden oder schlimmeres (wir müssen nur ins europ. Ausland gucken, z.B. nach Polen oder Serbien).
Die Provokation hat die Grenze hin zur Normalität verschoben.
dass das in vielen Ländern nicht so ist und es seit JAHRZEHNTEN nicht möglich ist, das Recht auf freie Wahl der sexuellen Orientierung als MENSCHENRECHT festzuschreiben, davon fange ich jetzt gar nicht an.
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Ausse ... _node.html
Leider ist es in der Geschichte schon immer so gewesen, dass die erst kürzlich erkämpften Rechte (Frauen-, LGBT-, Recht auf freie Meinungsäußerung) schnell wieder fallen, wenn ein System kippelt.
Darum ist es letztlich egal, ob es ums Stillen, das Küssen von gleichgeschlechtlichen Partner geht. Letztendlich ist das freie Meinungsäußerung.
Weil die Leute so sein zu lassen, wie sie sind (wenn sie niemand anderen verletzen) ist das Fundament für eine freiheitliche Grundordnung.
Und nein, ich finde nicht, dass jemand durchs Stillen eines Kleinkindes verletzt wird
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Unterschreibe bei Katha und Marykate.
Und Purzel, ja, Ich mache auch die Erfahrung, dass oft gerade alte Menschen eher aufgeschlossen sind (häufig die, die nicht gerade so sehr Johanna Haarer und nachfolgende Infiltrationen erlebt haben.).
Und selbst die Provokation kann ich hier nicht sehen; aus meiner eigenen Erfahrung wäre das eher der unauffälligste weg. Ich denke, hätte sie beide Brüste völlig entblößt und durch das Bad gebrüllt "seht her, ich will jetzt stillen", hätte es dabeigestanden
Und Purzel, ja, Ich mache auch die Erfahrung, dass oft gerade alte Menschen eher aufgeschlossen sind (häufig die, die nicht gerade so sehr Johanna Haarer und nachfolgende Infiltrationen erlebt haben.).
Und selbst die Provokation kann ich hier nicht sehen; aus meiner eigenen Erfahrung wäre das eher der unauffälligste weg. Ich denke, hätte sie beide Brüste völlig entblößt und durch das Bad gebrüllt "seht her, ich will jetzt stillen", hätte es dabeigestanden
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weeka
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
tja, da ist man bei der diskussion, was der passende ort ist, abgesehen vom dem schlafzimmer abgeschottet vom rest der welt. leider erinnert mich die diskussion zu sehr an eine diskussion an der uni, wo jetzt tatsächlich stillende mütter der seminarräume verwiesen werden (damit sie 4 stockwerke tiefer, nachdem sie sich einen schlüssel organisiert haben, in einen für das stillen geeigneten raum zum stillen gehen können.), weil es angeblich im seminar stört. es handelt sich nicht um dreijährige, sondern um ganz frische säuglinge... es gehört sich einfach nicht, war da die begründung.LottesMama hat geschrieben: Und NEIN, ich finde stillen von Kleinkindern nicht eklig oder ähnliches, ich finde einfach nur stillen im Becken gehört sich nicht, genauso wie Wickeln auf dem Restauranttisch oder mit essen schmeißende 4jährige. Und NEIN, damit vergleiche ich stillen nicht mit vollen Windeln, sondern zähle nur auf, was sich mit meinem Verständnis von Benehmen einfach nicht gehört. Und um allen Missverständnissen vorzubeugen, damit meine ich NICHT, dass sich stillen von 3jährigen nicht gehört, sondern, dass es einfach Plätze gibt, wo es einfach unpassend ist.
Liebe Grüße,
Rike
nur sehe ich eher das problem mit dem stören nicht bei der mutter und dem kind, sondern eher bei den dozenten, die keine ahnung haben, wie lange kleine babys stillen, wie oft die das tun und was das bedeutet, diesem weg in den "stillraum" auf sich zu nehmen. ich kann allerdings bei lauter heraushängenden brüsten der zahlreichen studentinnen nicht verstehen, wieso eine "stillende brust" so viele reaktionen hervorruft.
keine kinder, keine ahnung vom stillen oder überhaupt irgendetwas, was mit kindern zu tun hat führt dann dazu, dass für tausende euros stillsessel angeschafft werden, die in kleine fensterlose räume gestellt werden, die mütter brauchen ja schließlich ruhe....
-
Captainsparrow
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Sorry für meine Schreibweise, das ist echt schlimm wenn ich so lange Texte am Pad schreibe. Stört mich ja selbst beim Lesen.
Der CSD und ein homosexueller Sportler sind in meiner Definition KEINE Provokation, weil jedem frei steht inwiefern er der sich der Situation öffnet. Grob gesagt, wer keine Homosexuellen auf Wagen tanzen sehen und knutschen möchte, muss ja nicht hingehen. Der Sportler sagt er ist schwul, das nimmt man zur Kenntnis, aber man wird nicht selbst in die Situation einbezogen.
Die Mutter die etwas abgewandt von den ihr fremden Menschen ihr Kind stillt, ist keine Provokation, so lange diese Personen irgendwie die Wahl haben wegzuschauen wenn sie das nicht möchten. Eingepfercht auf engstem Raum finde ich grenzwertig, wenn es sich vermeiden lässt, einfach weil die Nähe der anderen Menschen zu der Situation nunmal aufgrund der Umstände gegeben ist. Manchmal lässt es sich vielleicht nicht vermeiden. Ich bin davon ausgegangen dass ein 3-jähriges Kind im Gegensatz zu einem Säugling mehrere Möglichkeiten des Abreagierens hat, und Stillen nur eine davon ist. Ich bin aber auch keine LZS Mama und kann natürlich nicht ausschliessen, dass es auch ältere Kinder gibt, die ihre Beruhigung ausschliesslich über Stillen bekommen.
Vielleicht liegt es auch daran dass ich ein Mensch bin, der sich generell immer viel Gedanken darum macht ob er anderen Menschen mit irgendeinem Verhalten auf den Schlips tritt und regelrecht harmoniesüchtig ist. Also ist mein Fazit zu der Sache: ICH würde es nicht mögen andere Menschen mit meinem Verhalten unangenehm zu berühren, und würde dann eher Unannehmlichkeiten für mich selbst in Kauf nehmen. Ich hab aber kein Recht dazu das auch von anderen Menschen zu verlangen. Und ich möchte das auch niemandem aufschwatzen, der seine Rechte jederzeit uneingeschränkt wahrnehmen möchte egal wie es das Umfeld empfindet. Ich wollte nurmal ein paar mögliche Sichtweisen anderer Menschen aufführen, die nichtmals meine eigenen sind. Aber ich sehe eigentlich immer hauptsächlich das Gute im Menschen, und versche auch Konfliktsituationen nicht in schwarz und weiss zu sehen. Auch die Person, die denkt die Mutter würde ihrem im Schwimmbad gestillten Kindergartenkind großen Schaden antun und sich deshalb beim Bademeister beschwert, ist kein schlechter Mensch. Sie WEISS es nur nicht besser.
Es gibt die Möglichkeit zu sagen "selber Schuld wenn sie keine Ahnung hat, soll sie halt mal ein Buch dazu lesen statt nur RTL zu gucken und sich zu beschweren" oder man sucht einen Weg, mit dem beide Seiten umgehen können.
Der CSD und ein homosexueller Sportler sind in meiner Definition KEINE Provokation, weil jedem frei steht inwiefern er der sich der Situation öffnet. Grob gesagt, wer keine Homosexuellen auf Wagen tanzen sehen und knutschen möchte, muss ja nicht hingehen. Der Sportler sagt er ist schwul, das nimmt man zur Kenntnis, aber man wird nicht selbst in die Situation einbezogen.
Die Mutter die etwas abgewandt von den ihr fremden Menschen ihr Kind stillt, ist keine Provokation, so lange diese Personen irgendwie die Wahl haben wegzuschauen wenn sie das nicht möchten. Eingepfercht auf engstem Raum finde ich grenzwertig, wenn es sich vermeiden lässt, einfach weil die Nähe der anderen Menschen zu der Situation nunmal aufgrund der Umstände gegeben ist. Manchmal lässt es sich vielleicht nicht vermeiden. Ich bin davon ausgegangen dass ein 3-jähriges Kind im Gegensatz zu einem Säugling mehrere Möglichkeiten des Abreagierens hat, und Stillen nur eine davon ist. Ich bin aber auch keine LZS Mama und kann natürlich nicht ausschliessen, dass es auch ältere Kinder gibt, die ihre Beruhigung ausschliesslich über Stillen bekommen.
Vielleicht liegt es auch daran dass ich ein Mensch bin, der sich generell immer viel Gedanken darum macht ob er anderen Menschen mit irgendeinem Verhalten auf den Schlips tritt und regelrecht harmoniesüchtig ist. Also ist mein Fazit zu der Sache: ICH würde es nicht mögen andere Menschen mit meinem Verhalten unangenehm zu berühren, und würde dann eher Unannehmlichkeiten für mich selbst in Kauf nehmen. Ich hab aber kein Recht dazu das auch von anderen Menschen zu verlangen. Und ich möchte das auch niemandem aufschwatzen, der seine Rechte jederzeit uneingeschränkt wahrnehmen möchte egal wie es das Umfeld empfindet. Ich wollte nurmal ein paar mögliche Sichtweisen anderer Menschen aufführen, die nichtmals meine eigenen sind. Aber ich sehe eigentlich immer hauptsächlich das Gute im Menschen, und versche auch Konfliktsituationen nicht in schwarz und weiss zu sehen. Auch die Person, die denkt die Mutter würde ihrem im Schwimmbad gestillten Kindergartenkind großen Schaden antun und sich deshalb beim Bademeister beschwert, ist kein schlechter Mensch. Sie WEISS es nur nicht besser.
Es gibt die Möglichkeit zu sagen "selber Schuld wenn sie keine Ahnung hat, soll sie halt mal ein Buch dazu lesen statt nur RTL zu gucken und sich zu beschweren" oder man sucht einen Weg, mit dem beide Seiten umgehen können.
- LaLeMi
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Weeka, nein, oder ??? Wie ätzend und traurig 
Chrissi, dem CSD können z.B. Menschen, die in der Veranstaltungszone wohnen, regelmäßig nicht ausweichen
Der stillenden Mutter im Freibad kann ich genauso wie aller möglicher alter und junger, blasser oder brauner Haut oder schmusenden Teenies und was sonst mein Auge stört ausweichen, indem ich nicht ins öffentliche Bad gehe - oder einfach weggucke.
Nochmal: ich finde nicht, daß eine - und davon gehe ich aus - einigermaßen dezent am Beckenrand stillende Mama da eine Belästigung darstellen kann, außer in MEIN Weltbild passen (lang) stillende Mütter generell nicht rein.
Was das LZS betrifft, wenn ich davon ausgehe, daß es aus bedürfnisorientierten Gründen stattfindet, dann kann es beim Dreijährigen genauso Unaufschiebbares geben wie beim Säugling. Bzw. hier z.B. war es so, daß sich Kind Nr. 2 als Säugling sogar einigermaßen vertrösten ließ.
Und ja, ist ja nicht gerade so, als würde man nicht irgendwie auf der Welt auch mal Brüste zu sehen bekommen :-/
Chrissi, dem CSD können z.B. Menschen, die in der Veranstaltungszone wohnen, regelmäßig nicht ausweichen
Der stillenden Mutter im Freibad kann ich genauso wie aller möglicher alter und junger, blasser oder brauner Haut oder schmusenden Teenies und was sonst mein Auge stört ausweichen, indem ich nicht ins öffentliche Bad gehe - oder einfach weggucke.
Nochmal: ich finde nicht, daß eine - und davon gehe ich aus - einigermaßen dezent am Beckenrand stillende Mama da eine Belästigung darstellen kann, außer in MEIN Weltbild passen (lang) stillende Mütter generell nicht rein.
Was das LZS betrifft, wenn ich davon ausgehe, daß es aus bedürfnisorientierten Gründen stattfindet, dann kann es beim Dreijährigen genauso Unaufschiebbares geben wie beim Säugling. Bzw. hier z.B. war es so, daß sich Kind Nr. 2 als Säugling sogar einigermaßen vertrösten ließ.
Und ja, ist ja nicht gerade so, als würde man nicht irgendwie auf der Welt auch mal Brüste zu sehen bekommen :-/
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nido56
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Also, ich bin ja auch jemand, die eher dezent stillt, aber ich frage mich doch, was nun genau die Provokation war. Wenn sich jemand um die Wasserverschmutzung Gedanken hat, dann kann ich nur sagen, gut, dass derjenige keine Ahnung vom Stillen hat. Sonst wuerde er naemlich dafuer eintreten, dass allen vollstillenden Muettern von Kleinstkindern, bei denen noch jeder Gedanke an das Baby de MSR ausloest, der Zugang zum Becken verwehrt wuerde, egal ob mit oder ohne Kind... Ging es wirklich um das Kindeswohl, wie es der Kommentar mit dem Jugendamt ahnen laesst? Dann waere es ja eigentlich ziemlich unwichtig, WO diese Misshandlung stattfindet. Also macht es nicht viel Sinn, die Mutter einfach nur des Beckens zu verweisen.
Also ging es wohl darum, dass viele Leute das Stillen von Kleinkindern eben "pervers" finden, und nicht damit in Beruehrung kommen wollen. Normalerweise sieht man ja beim Stillen auch gar nicht viel von der Aktion. Es geht also nicht darum, was man sieht, sondern um die Assoziationen, die bei einem ausgeloest werden. Wie man damit nun umgehen soll, weiss ich selber nicht. Wuerde man mich freundlich darauf ansprechen, dass andere Gaeste sich gestoert fuehlen, und mich hoeflich bitten, ausserhalb des Beckens zu stillen, so wuerde ich der Bitte wahrscheinlich nachkommen. Kommentare wie der mit dem Jugendamt wuerden bei mir aber wohl auch meinen Widerspruchsgeist wecken.
Ich finde schon, dass Stillen selbstverstaendlicher werden sollte. Und das geht natuerlich nur, wenn es sichtbarer wird. Stillverbot im Seminar finde ich z.B. traurig, weil das den Muettern im Endeffekt den Seminarbesuch unmoeglich macht. Allerdings war ich waehrend des Mutterschutzes auch oefter mal mit Baby bei uns auf der Arbeit zu "Besuch" zu Seminaren oder so, und habe hier NICHT im Buero gestillt, sondern im Stillraum (ja, sowas haben wir, ist aber eher fuer die Muetter gedacht, die nach dem Wiedereinstieg noch abpumpen). Irgendwie waere es mir unangenehm gewesen, vor meinen Kollegen zu stillen. Andererseits habe ich mal mit Bekannten, unter anderem mein Chef, einen Ausflug in die Berge gemacht und dabei natuerlich auch mein Baby gestillt. Da fand ich das ganz natuerlich. Ich kann also auch nicht rational erklaeren, wann genau ich stillen in der Oeffentlichkeit fuer mich als unangenehm empfinde. Also gestehe ich auch anderen zu, dass sie in manchen Situationen stillende Muetter als befremdlich empfinden. Ich moechte dann aber bitte hoeflich darauf angesprochen werden und keine hirnlos dummen Drohungen mit dem jugendamt um die Ohren gehauen bekommen.
Also ging es wohl darum, dass viele Leute das Stillen von Kleinkindern eben "pervers" finden, und nicht damit in Beruehrung kommen wollen. Normalerweise sieht man ja beim Stillen auch gar nicht viel von der Aktion. Es geht also nicht darum, was man sieht, sondern um die Assoziationen, die bei einem ausgeloest werden. Wie man damit nun umgehen soll, weiss ich selber nicht. Wuerde man mich freundlich darauf ansprechen, dass andere Gaeste sich gestoert fuehlen, und mich hoeflich bitten, ausserhalb des Beckens zu stillen, so wuerde ich der Bitte wahrscheinlich nachkommen. Kommentare wie der mit dem Jugendamt wuerden bei mir aber wohl auch meinen Widerspruchsgeist wecken.
Ich finde schon, dass Stillen selbstverstaendlicher werden sollte. Und das geht natuerlich nur, wenn es sichtbarer wird. Stillverbot im Seminar finde ich z.B. traurig, weil das den Muettern im Endeffekt den Seminarbesuch unmoeglich macht. Allerdings war ich waehrend des Mutterschutzes auch oefter mal mit Baby bei uns auf der Arbeit zu "Besuch" zu Seminaren oder so, und habe hier NICHT im Buero gestillt, sondern im Stillraum (ja, sowas haben wir, ist aber eher fuer die Muetter gedacht, die nach dem Wiedereinstieg noch abpumpen). Irgendwie waere es mir unangenehm gewesen, vor meinen Kollegen zu stillen. Andererseits habe ich mal mit Bekannten, unter anderem mein Chef, einen Ausflug in die Berge gemacht und dabei natuerlich auch mein Baby gestillt. Da fand ich das ganz natuerlich. Ich kann also auch nicht rational erklaeren, wann genau ich stillen in der Oeffentlichkeit fuer mich als unangenehm empfinde. Also gestehe ich auch anderen zu, dass sie in manchen Situationen stillende Muetter als befremdlich empfinden. Ich moechte dann aber bitte hoeflich darauf angesprochen werden und keine hirnlos dummen Drohungen mit dem jugendamt um die Ohren gehauen bekommen.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Lösche Benutzer 14500
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Ich habe noch nie, niemals nicht ein Kind über zwei Jahren stillend gesehen, never. Und ich lebe in einer Großstadt, lange Zeit auch dort, wo es besonders kinderreich ist. Ich habe nicht nur noch nie ein Kind über zwei Jahren stillend gesehen, ich sehe generell sehr wenig stillende Kinder unterwegs, auch im Babyalter. Vielleicht so 20 Stück in meinem bisherigen Leben (mir bekannte Kinder mal ausgenommen). Ich bin 31.
Als ich ein Kind bekam, war es für mich anfangs ein Quell großer Verzweiflung, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich unterwegs stillen soll. Anfangs konnte ich mich nur mit dem Miffimann weiter als 0,5 km von der Wohnung entfernen und dann bitte im Auto, denn nur dort traute ich mich anfangs zu stillen. Innerhalb von drei Wochen stand ich kurz vor einer ausgewachsenen Sinnkrise: Was tun? Abstillen? Sämtliche Umkleidekabinen/Wickelräume/Toiletten der Umgebung auf einer Karte markieren und auswendig lernen? Ich entschied mich für: Riskieren, dass die Welt u.U. einen Hauch meiner Brüste erahnen kann. Schlimmstenfalls. Anfangs war es ungewohnt, aber ich merkte rasch, dass die meisten Menschen nichtmal bemerken, was ich tue.
Inzwischen stillt das Kletterkind nur noch zum Einschlafen, d.h. naturgemäß eher nicht in belebten Einkaufszentren o.ä. Würde sie das wollen, dürfte sie aber. Ich sehe nicht ein, da Rücksicht zu nehmen. Auf was denn? Mit Tabugrenzen kann mir im Zeitalter von Michaela Schäfer ehrlich gesagt keiner mehr kommen.
Als ich ein Kind bekam, war es für mich anfangs ein Quell großer Verzweiflung, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich unterwegs stillen soll. Anfangs konnte ich mich nur mit dem Miffimann weiter als 0,5 km von der Wohnung entfernen und dann bitte im Auto, denn nur dort traute ich mich anfangs zu stillen. Innerhalb von drei Wochen stand ich kurz vor einer ausgewachsenen Sinnkrise: Was tun? Abstillen? Sämtliche Umkleidekabinen/Wickelräume/Toiletten der Umgebung auf einer Karte markieren und auswendig lernen? Ich entschied mich für: Riskieren, dass die Welt u.U. einen Hauch meiner Brüste erahnen kann. Schlimmstenfalls. Anfangs war es ungewohnt, aber ich merkte rasch, dass die meisten Menschen nichtmal bemerken, was ich tue.
Inzwischen stillt das Kletterkind nur noch zum Einschlafen, d.h. naturgemäß eher nicht in belebten Einkaufszentren o.ä. Würde sie das wollen, dürfte sie aber. Ich sehe nicht ein, da Rücksicht zu nehmen. Auf was denn? Mit Tabugrenzen kann mir im Zeitalter von Michaela Schäfer ehrlich gesagt keiner mehr kommen.
- Dickkopf-Mama
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Miffi hat geschrieben: Mit Tabugrenzen kann mir im Zeitalter von Michaela Schäfer ehrlich gesagt keiner mehr kommen.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
- Giraeffchen
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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Gerade neulich stand in der Zeitung mit den vier Buchstaben doch wohl dieser große Aufriss über Shakiras Still- Äußerungen. Wurde hier auch verlinkt.
Und gleich darunter der Kommentar des Psychologen Herrn Thiel, der in diesem Artikel das schrieb:
) ja ständig konfrontiert werden mit 'Isst er schon Brei?' oder ähnlichen Fragen, ist gesellschaftlich eben dieses Bild entstanden, dass die Mutter, die länger stillt, ihr Kind quasi, leicht überspitzt, für ihre eigenen Zwecke missbraucht.
Insofern hat der Bademeister vielleicht also nur das seiner Meinung nach Beste fürs Kind gewollt, weil seine Meinung geprägt ist von eben solchen Aussagen wie der des Herrn Thiel. Vielleicht hatte er gerade diesen Artikel gelesen und ist so noch viel heftiger angesprungen auf das, was er gesehen hat, als er es ansonsten getan hätte. Wissen wir nicht, kann aber sein.
Bis sich das Bild hier dementsprechend wandelt- ob es das überhaupt tun wird
- wird noch viel Zeit vergehen, fürchte ich. Und ich, z.B. habe mich beim Großen schon rumgeschlagen und diskutiert, wann immer die Leute meinten, mich in eine Verteidigungshaltung bringen zu müssen.
Beim Baby werde ich nicht mehr darüber diskutieren, sondern einfach tun, ohne mich groß zu erklären. Meiner Erfahrung nach wollen nämlich die wenigsten wirklich etwas über Gründe und Vorteile wissen, sondern vielmehr ihr eigenes (Pseudo-)Wissen an die Frau bringen. Und sich, cool im maimstream schwimmend, daran erfreuen, dass sie es 'richtig' machen/ gemacht haben und nicht solche Egomütter sind wie die von Thiel beschrieben. DAS wertet dann doch enorm das eigene Ego auf!
Und genau darauf werde ich in Zukunft dann höflich dankend verzichten.
Und gleich darunter der Kommentar des Psychologen Herrn Thiel, der in diesem Artikel das schrieb:
Und so geschieht Meinungsbildung. Die einen glauben es, weil es in der B*** stand und die anderen, weil es ein Psychologe gesagt hat. Wow. Dann muss ja was dran sein. Gekoppelt damit, dass stillende Mütter ohnehin mit zunehmendem Alter des Kindes (also so ab 4 MonatenPsychologe Michael Thiel: „Mütter, die lange stillen, genießen den engen Kontakt zum Kind, haben vielleicht selbst Angst vor dem Verlust dieser Bindung – sie verkörpern durch das Stillen zudem das Urbild der Mutter. Langzeitstillerinnen scheinen sich in dieser Rolle zu gefallen, beim Stillen geht es letztlich also nicht um das Kind, sondern um sie selbst. Daher ist langes Stillen – psychologisch gesehen – egoistisch.“
Insofern hat der Bademeister vielleicht also nur das seiner Meinung nach Beste fürs Kind gewollt, weil seine Meinung geprägt ist von eben solchen Aussagen wie der des Herrn Thiel. Vielleicht hatte er gerade diesen Artikel gelesen und ist so noch viel heftiger angesprungen auf das, was er gesehen hat, als er es ansonsten getan hätte. Wissen wir nicht, kann aber sein.
Bis sich das Bild hier dementsprechend wandelt- ob es das überhaupt tun wird
Beim Baby werde ich nicht mehr darüber diskutieren, sondern einfach tun, ohne mich groß zu erklären. Meiner Erfahrung nach wollen nämlich die wenigsten wirklich etwas über Gründe und Vorteile wissen, sondern vielmehr ihr eigenes (Pseudo-)Wissen an die Frau bringen. Und sich, cool im maimstream schwimmend, daran erfreuen, dass sie es 'richtig' machen/ gemacht haben und nicht solche Egomütter sind wie die von Thiel beschrieben. DAS wertet dann doch enorm das eigene Ego auf!
Und genau darauf werde ich in Zukunft dann höflich dankend verzichten.





