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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 10.06.2013, 22:47
von Captainsparrow
Sternenweib, Deine Tochter wurde nicht durch eine Provokation dazu gebracht das Stillen als normal zu empfinden, sondern weil sie mit Dir als Vorbild und enger Bezugsperson die Möglichkeit hatte, in eine gesunde Auffassung zum Stillen hereinzuwachsen. Zumindest ist das meine Meinung.


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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 10.06.2013, 22:55
von Kinsale
Ich glaube auch nicht, dass auch nur ein einziger Mensch durch Provokation dazu gebracht wird, etwas gut zu finden. (Die Rassentrennung in den USA wurde auch nicht aufgehoben, weil alle durch Rosa Parks ihre Vorurteile mal überdacht und dann Gesetze geändert haben.) Diese Hoffnung würde ich mir beim öffentlichen (provokanten?) Stillen nicht machen.
Das einzige was ich hoffe ist, dass ich vielleicht andere Mamas ermutigen kann, sich das auch zu trauen. Aber die finden stillen dann ja ohnehin schon gut.

Davon überzeugen kann man höchstens im Gespräch und das braucht zunächst mal eine persönliche Ebene, die sich eher nicht herstellen lässt, wenn sich eine Partei provoziert fühlt. Ich schätze mal, da wird Ablehnung eher zementiert.

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 10.06.2013, 23:27
von lillemie
liamadita hat geschrieben: @lillemie:fand die frau es ekelig,dass du da bei den toiletten stillst oder dass du einfach nur stillst?
das stillen an und für sich - das war ein kleiner nebenraum, der offen ist, wenn der normale gastraum überfüllt ist.

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 09:50
von 08u11
Kinsale hat geschrieben: Davon überzeugen kann man höchstens im Gespräch und das braucht zunächst mal eine persönliche Ebene, die sich eher nicht herstellen lässt, wenn sich eine Partei provoziert fühlt. Ich schätze mal, da wird Ablehnung eher zementiert.
Meine Erfahrung ist da etwas anders. Das Stillen das Beste ist, was man einem Baby mitgeben kann, weiß heute (glaub ich) so ziemlich jede Mama (zumindest aus meinem Bekanntenkreis). Trotzdem tun's viele nicht oder nur (meiner Ansicht nach) viel zu kurz. Da fehlt es nicht an Aufklärung, sondern einfach an Vorbildern. Ich selbst kannte vor meinem Großen wenig Stillmamas, zumindest nicht von Nahem. Aber ich hatte das große Glück, eine Studienkollegin zu haben, die mit ihrem Zwerg einfach und ganz natürlich im Kolloquium saß und wenn nötig eben auch gestillt hat. Ich selbst fand das - noch kinderlos - zwar nicht provokant (dafür hat sie das viel zu selbstverständlich gemacht), aber doch eher irritierend. Und ich weiß, dass es durchaus junge Frauen in dieser oder ähnlicher Runde gab, die sich (weshalb auch immer) davon ernsthaft abgestoßen gefühlt haben. Ja und? Ich bin ihr ewig dankbar. Wenn ich das auch damals nicht richtig einordnen konnte - sobald mein eigener Zwerg da war, wusste ich, dass das genau so passt und hab' ich auch getraut das so zu machen (unter anderem deshalb, weil ich ja ein Vorbild im Hinterkopf hatte). Aufklärung schön und gut. Ich bin über viele Dinge theoretich aufgeklärt, die nutzen mir aber praktisch wenig, so lange ich keine natürlichen Vorbilder habe. Absichtliche Provokation muss nicht sein. Aber manchmal lässt sich provozieren auch nicht verhindern. Und ich glaube nicht, dass sich pauschal beurteilen lässt, was von beiden gerade der Fall ist. Das geht höchstens im Gespräch (und auch da oft nicht, weil jemand der sich angegriffen fühlt nun mal gerne selbst zurückgiftet).

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 09:54
von Kinsale
Ja, 0811, das schrieb ich ja auch schon. Dass ich hoffe, andere Mamas ermutigen zu können. Auch gerne zukünftige. Den Stillgegner im Rentenalter (um mal so richtig platt pauschal zu werden :wink: ) werde ich hingegen in seiner Ablehnung bestätigen. Das ist mir persönlich aber ziemlich egal.

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 09:58
von LaLeMi
Das sehe ich auch so, mit den Vorbildern. Ich kannte ganz lange keine oder kaum stillmamas, schon gar nicht Lzs. Im Bekanntenkreis niemand. Die kannten stillen oder gar Lzs im Grunde kaum und waren immer irritiert. Über stillgruppe und im GH kamen dann ein paar - die haben sich aber mit über Einjährigem dann immer ins Auto oder sonstwohin verzogen, um nicht aufzufallen .... So wird es natürlich dann auch kein bekanntes Bild.

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 10:00
von LaLeMi
Auch offene Menschen im Rentenalter können ja bisweilen noch Umdenken, wohingegen ich manchmal den Eindruck habe, dass manche Altersgenossen von mir da festgefahrener sind :/
Naja. Und wer eben nicht offen ist, da ist es halt eben Pech. Grund für übertriebene Rücksicht sehe ich da nicht .

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 10:06
von marykate
08u11 hat geschrieben:
Kinsale hat geschrieben: Davon überzeugen kann man höchstens im Gespräch und das braucht zunächst mal eine persönliche Ebene, die sich eher nicht herstellen lässt, wenn sich eine Partei provoziert fühlt. Ich schätze mal, da wird Ablehnung eher zementiert.
Meine Erfahrung ist da etwas anders. Das Stillen das Beste ist, was man einem Baby mitgeben kann, weiß heute (glaub ich) so ziemlich jede Mama (zumindest aus meinem Bekanntenkreis). Trotzdem tun's viele nicht oder nur (meiner Ansicht nach) viel zu kurz. Da fehlt es nicht an Aufklärung, sondern einfach an Vorbildern. Ich selbst kannte vor meinem Großen wenig Stillmamas, zumindest nicht von Nahem. Aber ich hatte das große Glück, eine Studienkollegin zu haben, die mit ihrem Zwerg einfach und ganz natürlich im Kolloquium saß und wenn nötig eben auch gestillt hat. Ich selbst fand das - noch kinderlos - zwar nicht provokant (dafür hat sie das viel zu selbstverständlich gemacht), aber doch eher irritierend. Und ich weiß, dass es durchaus junge Frauen in dieser oder ähnlicher Runde gab, die sich (weshalb auch immer) davon ernsthaft abgestoßen gefühlt haben. Ja und? Ich bin ihr ewig dankbar. Wenn ich das auch damals nicht richtig einordnen konnte - sobald mein eigener Zwerg da war, wusste ich, dass das genau so passt und hab' ich auch getraut das so zu machen (unter anderem deshalb, weil ich ja ein Vorbild im Hinterkopf hatte). Aufklärung schön und gut. Ich bin über viele Dinge theoretich aufgeklärt, die nutzen mir aber praktisch wenig, so lange ich keine natürlichen Vorbilder habe. Absichtliche Provokation muss nicht sein. Aber manchmal lässt sich provozieren auch nicht verhindern. Und ich glaube nicht, dass sich pauschal beurteilen lässt, was von beiden gerade der Fall ist. Das geht höchstens im Gespräch (und auch da oft nicht, weil jemand der sich angegriffen fühlt nun mal gerne selbst zurückgiftet).
Ich finde, das hast Du sehr schön geschrieben. Das ist auch mein Gefühl zur Sache. Mir geht es beim öffentlichen Stillen auch nie darum, bewusst zu provozieren, sondern es einfach zu machen, weil es sich – zumindest für MICH in dem Moment – richtig anfühlt es zu tun, wenn es sich ergibt. Bewusst führe ich so eine Situation nie herbei, ich versuche eher, sie zu vermeiden, weil ich dazu wirklich jedes Mal eine Portion Mut aufbringen muss. Aber die bringe ich gerne auf, weil ich ebenfalls das Gefühl habe, dass der Mut, den ich aufbringe dazu führt, dass eine andere Mutter – und wenn es nur ein Mikro-My ist – weniger Mut aufbringen muss es zu tun.

Und Chrissi, ich bin der Überzeugung, dass die Homosexualität genau dort ist wo sie jetzt ist, eben WEIL provoziert wurde. Was nicht heißt, dass ich denke, dass es der Königsweg für öffentliches Langzeitstillen ist. Aber ich werde mir nicht ohne Gegenwehr unterstellen lassen, dass ich provokant agiere, wenn ich mein Kind – so dezent es mir in dem Fall möglich ist – öffentlich stille, wenn ICH das für nötig erachte.

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 10:10
von Dickkopf-Mama
Wenn ich das hier so lese ist also Rücksichtnahme:

- Erstmal darauf zu kommen, dass jemand die Befürchtung haben könnte, dass etwas Muttermilch ins Wasser kommen könnte, obwohl die Mutter evtl seit Ewigkeiten nicht mehr ausläuft oder dies noch nie getan hat. (Wenn es hier tatsächlich jemanden mit 3 Jährigem Stillkind gibt, der noch ausläuft würde mich das wirklich sehr interessieren, denn die Stillgewohnheiten eines 3 Jährigen und eines 1,5 Jährigen kann man in meinen Augen nicht vergleichen und ich nehme an, dass sich damit auch die Auslaufprobleme ändern.)
- Es soll nicht provokant gestillt werden. Stören am stillen würden sich die Deckennachbarn warscheinlich genauso wie die Menschen im Becken, außer dass wenn man mit brüllendem Kleinkind und ggf. zeternden 6jährigen da dann mal garantiert die Blicke schon auf sich hat und die Warscheinlichkeit, dass jemand das Stillen mitbekommt deutlich erhöht.
Meine Kleidung und die des Kindes würde sich zwischen Decke und Schwimmbad nicht ändern, die Blickmöglichkeiten wären also die selben.
Bei einem 3 jährigen automatisch zu schließen, dass das Stillen zwecks Nahrungsaufnehme geschehen muss und falls nicht kuscheln etc.. ebenfalls reichen müsse empfinde ich als Eingriff in die Privatsphäre der Stillenden und des Stillkindes, denn ausschließlich diese beiden legen fest zu welchem Zweck sie stillen, ob Troststillen oder Kuschelstillen oder Hunger oder oder oder. Und wenn jemand für sich Troststillen nicht möchte und stattdessen kuschelt ist das ok, aber nicht automatisch der Weg für alle mit älterem Stillkind.
- Man darf also generell schon stillen, aber es darf keiner sehen, denn stillen und vor allem lzs ist soll ja niemanden der es nicht gewohnt ich stören und sobald es jemand sieht ist es automatisch provokant, egal wie die Mutter nun gestillt hat. Die Tatsache, dass es jemand gesehen hat ist Beleg dafür, dass es provokant war.
Also bitte Rückzug aus der Öffentlichkeit beim Stillen. Da sich die Stillgewohnheiten eines 3Jährigen aber gravierend von denen eines Babies unterscheiden (ein 3 Jähriges Kind nimmt bis auf Ausnahmefälle wohl kaum noch ganze Stillmahlzeiten zu sich) und zumindest bei uns eher mal der schnelle Schluck zwischendurch normal war wäre das schlicht nicht praktikabel.



Also wäre dann wohl ein Gang in die Umkleidekabine angesagt? Oder nur noch zuhause stillen oder abstillen? Oder kann mir jemand erklären wie man mit älterem Stillkind außerhalb der eigenen 4 Wände die hier gestellten Anforderungen einhalten soll? Ich finde das meiste was ich hier lese so realitätsfern wie die klugen Erziehungstipps von Kinderlosen die ich gelegentlich bekomme. :roll:
(Warum z.B. sollte ich mich bei nem 3 Jährigen davor ekeln ihn zu stillen, wenn meine Brust mit dem Badewasser in Kontakt gekommen ist, wenn er sowieso in dem Wasser planscht und deutlich mehr Wasser bei planschen schluckt als an meiner Brust überhaupt sein kann :lol: . )

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen

Verfasst: 11.06.2013, 10:27
von Lösche Benutzer 1828
Dem kann ich nur zustimmen..............