Also, einen Versuch starte ich noch; dann hake ich es unter "beratungsresistent" ab.
Asu, die Du so angegangen bist für ihren Tonfall, hat eigentlich nur gespiegelt und Dir gegenüber in dem gleichen Ton und mit ähnlichen Worten, wie Du sie gebrauchst, geschrieben. Und nun schau Dir Deine Reaktion an und überleg, warum Dir hier (u.a.) so ein Gegenwind entgegenschlägt.
Funktioniert übrigens mit meiner Tochter (gestern 5 geworden) auch: wenn sie Kommandoton o.ä. an den Tag legt, antworte ich ihr in gleichem Ton - und sie fragt mich dann, warum ich so unfreundlich rede; ich erkläre es ihr und wir sind ganz einfach dort, wie wir miteinander umgehen wollen. Toll gesehen auch bei mehreren Nachbarn hier: brüllen ihren Kindern durch den ganzen Garten hinterher und beschweren sich, die Kinder würden so unfreundlich rumschreien.... ähm ja...
will sagen: Kinder in diesem Alter lernen durch Vorbild, durch Nachahmung.
Nicht durch Strafen. Veraltete Sicht.
Buchempfehlung: ganz klar und ideologiefrei: 1) Die neue Elternschule von M. Sunderland. Trotz des bekloppt übersetzten Titels ein tolles Buch, erklärt neurophysiologisch und -psychologisch, was in den (kleinen) Gehirnen so abgeht und warum sie deshalb so und so reagieren (müssen). (Hat mir persönlich sehr geholfen, bin mit einem Vater aufgewachsen, der Kinder in ihren Reaktionen eher für kleine Erwachsene hält)
Das fände ich jetzt dahingehend DIE Empfehlung.
(2) Kloeters-Briefe. Zur Erziehung und Aktion - Reaktion. )
(3) Evtl. ein Buch von Jesper Juul, z.B. Dein kompetentes Kind oder Was Familien trägt. Geht auch gut ein auf die Dinge, warum wir so reagieren als Eltern bzw. was WIR so gelernt haben, vermittelt bekommen haben. Deine Sicht der Dinge klingt da nämlich sehr nach "alter Schule", die ich selbst auch gut kenne, auch oft erlebe, und wozu ich -bei Interesse

- auch historische Gründe geben kann

4) das Erziehungsforum hier

)
Zum Thema Parasit: ja klar, medizinisch - anthropologisch betrachtet ist der Mensch ja ein solcher, bzw. im speziellen der Embryo natürlich, ebenso wie in gewissem Rahmen der Säugling und das kleine Kind. Sie überleben nicht ohne uns. Sie ernähren sich von uns - sei es rein physisch (Plazenta beim Embryo, beim vollgestillten Säugling die Muttermilch, Nähe), oder psychisch (Nähe, Wärme, Liebe, Zuneigung). Kennst Du den Versuch Kaiser Friedrichs (ich glaub, der 2. war es), der Babys von Ammen betreuen lies, ohne Ansprache, weil er wissen wollte, welche Sprache die Kinder "von selbst" lernen würden? Die Babys sind nach wenigen Tagen elend eingegeangen und gestorben; wir BRAUCHEN Zuspruch und Ansprache. Zum Überleben ! Naja, und seit es keine Kinderarbeit mehr gibt, sind unsere Sprösslinge auch noch eine ganze Weile sozusagen finanziell drauf angewiesen, daß wir sie ernähren. Aber schade, daß Du Deinen Frauenarzt da offensichtlich so mißverstanden hast.
Ja, und auch in einer anderen Hinsicht ist ein Kind ein Parasit: wenn sein Wirt, seine Eltern, es nicht mehr ausreichend versorgen, so lange es dies braucht, sucht es sich zum Überleben einen neuen Wirt (bspws die Kinder, derer in KiGa- oder Grundschulalter die Eltern nur noch mit Strafen Herr werden) schon - oder gibt auf und stirbt in gewisser Weise.
Dann ist es halt auch so, daß die Bezeichungen zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung werden; wir werden irgendwann meist auch so, wie wir genannt werden, und es ist nicht mehr klar, was Henne und was Ei ist. Wir verhalten uns unseren Bezeichnungen entsprechend - egal, ob das der Streber, die Dicke, der Schisser, der Angsthase, das Prinzesschen oder eben das Monster ist.
Maryam, hier sind viele Mütter, die als Kinder ganz und gar nicht das erlebt haben, was sie jetzt versuchen, ihren Kindern zu geben. Und in vieles muß man erst reinwachsen.
Und klar, die meisten bringen ihre Kinder auch mal zum WAhnsinn - und auch ich bin froh über mal kinderfrei und Zeit für mich. Das ist doch alles nicht das, worum es geht.
Und niemand sagt was gegen ein Kind, was gerne und freiwillig allein einschläft (hätte ich auch gern gehabt). Aber ein Kind, dass man einmal ganz und einmal halb ferbern muß, tut das nicht. Das ist ungefähr so freiwillig, wie wenn ich entführt werde und für mein Freikommen dem Entführer eine Million überweisen muß.
Verdummen muß man auch nicht, ich brauche auch geistige Nahrung. Ich lese z.B. gerne derzeit Literatur über Kinder, Entwicklung, Erziehung, Schulformen und fange im Herbst ein Studium an, weil ich nicht mehr in meinen alten Job (Leitende Angestellt mit 10 Mitarbieitern), den ich bis zur Geburt der Kleinen auch ncoh mit Kind ausgeübt habe, in dieser Form zurückwill mit meinen Kindern.