Danke für deine interessanten Links - werde ich mir mit meinem Mann zusammen anschauen!
Ich merke mehr und mehr, dass Ernährung wie Medizin ist, und man mit etwas Kenntnis über die Nahrungsmittel und mit Kenntnis seines eigenen Körpers teils intuitiv ausgleichen, heilen, unterstützen kann. Genau darum geht's bei Paleo und das andere, was mir daran gefällt, dass auch weitere wichtige Faktoren wie Bewegung, Schlaf und Frischluft - bis hin zu wirtschaftlichen, ethischen und sozialen Aspekten - hineinspielen. Ich kenne kein Ernährungskonzept, dass so umfassend und gleichzeitig individuell ist. Es fordert dem der auch damit beschäftigt vieles an Verantwortungsbewusstsein, Achtsamkeit und Selbstbestimmung. Es steht für mich im unmittelbaren Zusammenhang mit Weiterentwicklung und artgerechtem natürlichem Leben.
Was die Makronährstoffe betrifft: ich mache ja intimittierendes Fasten nach LeanGeans. Das bedeutet nicht nur ein tägliches Fastenfenster von 14-16 Stunden (was viele Paleos oft intuitiv machen), sondern es bedeutet auch eine Makronährstoffverteilung: an Trainingstagen KH, dafür nicht Unmassen an Fett, an den anderen Tagen (oder für die, die täglich trainieren: an den Tagen mit dem leichteren Training) wenig KH, aber mehr Fett. Dadurch unterstützt man sowohl katabole als auch anabole Prozesse im Körper.
Ich bin ja erst mal über LCHF zu Paleo gekommen und hab mich auch viel mit Ketose beschäftigt. Mein Fatit dazu ist: die macht durchaus Sinn, vor allem in speziellen Situationen. Wenn man allerdings natürlich lebende Stämme anschaut, dann lebt da niemand in Ketose (wie du richtig schreibst: teilweise nicht einmal Low Carb, zumindest nicht durchgehend).
Durch das intermittierende Fasten geht der Körper täglich ganz kurz in eine Mini-Ketose (denn genau das ist ja der lebensverlängernde Pluspunkt an Fasten/Ketose). Eine Dauerketose durch (very) low Carb ist mMn nicht gesund für gesunde Menschen (bei starken Übergewicht und anderes Erkrankungen kann sie jedoch helfen).
Ich bin gerade nicht so glücklich über mein Gewicht bzw. sind da noch alte Rest-Fettbestände, die runter sollen. Mir ist klar, dass ich hier mit KH nicht weiterkomme.
Andrerseits bin ich normalgewichtig und möchte Muskulatur aufbauen. In Ketose bin ich tatsächlich weniger gut im Training. Da helfen KH definitiv (kommt ja nicht von ungefähr das Training und KH zusammengehören - auch wenn ich DEFINTIV nicht der Meinung bin, dass Laiensportler große Mengen davon benötigen). KH sind nicht gut, sind nicht böse, es gibt Indikationen dafür - und die Hauptindikation ist definitiv Bewegung.