Ich wurde auch nicht gestillt.
Ich hatte die Nabelschnur zweimal um den Hals gewickelt und musste dann in einem spektakulären Kaiserschnitt geholt werden, weil die Herztöne immer schwächer wurden. Die Kaiserschnittwunde hat sich dann entzündet und ich durfte nicht mehr zu meiner Mama (und sie auch nicht zu mir)

. Ich lag hinter so einer Scheibe mit den anderen Babys und habe die Flasche bekommen, während meine Mama einen Milcheinschuss hatte und die Brüste ihr total weh taten. Sie musste dann abpumpen und die Milch wegschütten, weil die Krankenschwestern meinten, dass die Milch infektiös sei. Beim abpumpen hat sie die ganze Zeit geweint, weil sie ja unbedingt zu mir wollte und nicht durfte.
Dann wollte die Krankenschwestern, dass sie mich durch die Glasscheibe angucken geht. Sie war aber so traurig, dass sie einfach nicht wollte, sie hat gesagt, sie hätte es nicht ertragen, mich zu sehen und nicht zu mir zu dürfen. Die Krankenschwestern konnten das nicht verstehen und dachten, sie liebe ihr Kind nicht.
Das ist sooo eine traurige Geschichte, meine Mama tut mir sooo leid deswegen, könnte fast heulen, wenn ich das schreibe.
Auf jeden Fall sind wir nach zwei Wochen erst entlassen worden, das mit der Muttermilch hatte sich dann erledigt und ich bin dann mit der Flasche gefüttert worden.
Offensichtlich sind aber die meisten unserer Generation nicht oder nur sehr sehr kurz gestillt worden. Macht das für die (psychische) Entwicklung wirklich einen Unterschied? Heute werden mehr Kinder gestillt, oder? Vielleicht gibt es in ein paar Jahren Untersuchungen zum sozial-emotionalen Befinden der gestillten und der nichtgestillten Generation?