So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Anke*F
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von Anke*F »

möchte was aus hebammensicht dazu sagen...
normalerweise wird das thema stillen in der hebammenausbildung ausführlichst behandelt- an meiner schule damals (vor 6jahren :) ) sogar als schwerpunkt.
ich weiß das dass nicht an allen schulen so ist. deshalb machen auch viele hebammen die ausbildung zur stillberaterin im anschluss.
die hebammen die ihr hier beschreibt... naja, solche kenne ich auch- da ist aber meiner meinung nach das problem das sie es echt nicht besser wissen, weil: nicht anders gelernt !
und: jahrelang "gute erfahrung" mit der methode gemacht!
kinder schreien halt mal... das man es vor ablauf der 3 oder, noch öfter, 4 stunden anlegt gabs eben nicht.
fazit: sucht euch motivierte hebammen, traut euch ruhig an junge hebammen ran!! keine angst vor zu wenig erfahrung- niemand ist auf aktuellerem stand als die "frischen" hebammen! und: niemand ist motivierter.
liebe grüße... eigentlich schäme ich mich für meinen berufsstand wenn ich eure beiträge lese... :)
Anke mit Flynn Paul * 12.01.2009 und Trini Annilene * 15.10.2011
Yolanthe
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von Yolanthe »

Ich möchte auch mal was dazu schreiben:

Ich habe 2 Kinder (Tochter 8 Jahre, Sohn 10 Monate).

Bei der Großen hab ich im Krankenhaus teilweise gute Unterstützung bekommen (kam darauf an, welche Schwester Dienst hatte), nur war ich nach der 2tägigen Geburt zu schwach (Eklampsie und hoher Blutverlust durch Uterusatonie), um mich selbst um mein Kind kümmern zu können. Das erste mal hab ich meine Tochter 3 Tage nach der Geburt gesehen, vorher war ich bewußtlos. Die Schwestern ham ihr dann Flasche gegeben. Ich hatte zwar erwähnt, daß ich stillen wollte, aber da ich auf der Intensiv lag, meinten die Schwestern auf der Neugeborenenstation wohl, Flasche sei das beste.
Als ich 3 Tage später zu mir kam, hatte ich auf Anhieb 3 Körbchengrößen mehr... :shock:
Bettdecke war auch sehr feucht im Brustbereich. Die netten Schwestern auf der Intensiv ham dann auch gleich auf der Neugeborenenstation angerufen, damit ich mein Kind sehen kann. :D
Davon abgesehen, daß ich mich noch nicht einmal alleine aufsetzen konnte, klappte das Anlegen ziemlich gut. Die Hebamme sagte mir auch, daß meine Kleine die Flasche nicht mag und sie froh sind, daß ich aufgewacht bin.
Leider habe ich bei jedem Seitenwechsel Hilfe gebraucht, weil ich meine Tochter (4810 g) kaum alleine halten konnte. Ich habe auch die ersten Wochen auschließlich im Liegen gestillt. Da ich auch danach noch regelmäßig umgekippt bin, war ich letzten Endes 3 Wochen im krankenhaus. Die Kleine war- trotz Rooming-in - fast die ganze Zeit in ihrem Bettchen auf der Neugeborenenstation. Zum Stillen ham sie mir die Kleine dann gebracht und wenn ich für´s Anlegen auf die andere Seite Hilfe brauchte, hab ich nach der Schwester geklingelt. :oops:
Meine Tochter hatte viel Hunger. Als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam, hatte sie einen Rhythmus von 1 h rechts, 1 h links, ist auf/neben mir eingeschlafen und 2 h später hatte sie wieder Hunger. So blieb das bis sie 4 Monate war. Dann konnte ich nicht mehr. Vom 5. - 6. Monat habe ich sie abgestillt.
Blöd war nur, daß ich soviel Milch hatte, daß ich mich mehrmals am Tag umziehen mußte. Egal welche Stilleinlagen ich genommen hatte, ich bin immer übergelaufen.
Wenn meine Tochter quengelig war, hab ich auch immer von der "lieben Verwandtschaft" zu hören bekommen: "deine Milch reicht nicht", "du mußt zufüttern, wenn sie nach 2 h wieder Hunger hat", "alle 4 h trinken muß reichen"... usw
Das hat mich enorm verunsichert. Bis ich dann man nach den eigenen Stillerfahrungen gefragt habe.
Siehe da, die meisten Frauen ham - wen überhaupt - 3 wochen gestillt und zugefüttert. Die kids wurden nur nach Plan gefüttert (alle 4 h), notfalls geweckt oder schreiend im Bett liegen gelassen. Das kanns auch nicht sein.

Bei meinem kleinen Mann hingegen war ich sehr froh, daß ich scon Stillerfahrung hatte. Hätte ich mich auf die Aussagen der Schwestern verlassen, hätte ich wohl nur ein paar Wochen gestillt.
3 h nach dem kaiserschnitt kam ich auf mein Zimmer und die Schwester half mir beim Anlegen. Er bevorzugte anfangs die linke Brust, die rechte nahm er nur mit Stillhütchen. Milch war ja in beiden drin. Dann hab ich die Schwestern damit geärgert, daß ich nur auf 1 Seite stillen will (pro Mahlzeit), weil ich ja wußte, daß es sonst zuviel wird. Ich hab ihn solange trinken lassen bis er satt war- auch wenn die Schwestern meinten, ich würde schon sehen, was ich davon hätte. Ich meinte dann, ich sei durch die Große abgehärtet, was soll da noch groß passieren. Da hat man mich in Ruhe gelassen.
Bis auf die Stillhütchen hat es prima geklappt. Mcih ham die Dinger auch immer genervt, aber er wollte nur damit trinken- von mir aus.

Leider mußten mir im Nov. 2 vereiterte Weisheitszähne gezogen werden. ich mußte ein Antibio nehmen und die Milch schmeckte ihm auf einmal nicht mehr. Am Tag der Extraktion hab ich ihn Mittag nochmal angelegt, dann war ich beim Arzt und dann gings mit total schlecht.
Der Kleine wollte nicht trinken, die Brust wurde hart und heiß und ich wußte nicht mehr weiter.
Meine schwangere Hebamme war selbst im Krankenhaus (vorzeitige Wehen) und so bin ich am nächsten Tag zum Kinderarzt, um mir ne Milchpumpe verschreiben zu lassen. Leider war ich zu doof, um das Ding richig zusammenzustecken. Als ich abends versuchte, was abzupumpen, kamen nur ein paar Tropfen. Vorher hatte er pro Mahlzeit 40 min getrunken.
ich hab immer wieder versucht, ihn anzulegen- er wollte nicht. Am mächsten Tag war die Brust total weich und die Milch war weg :shock:

Schade, daß ich euer tolles Forum da noch nicht kannte *traurig bin*
Vor ein paar Tagen kamen zwar ein paar Tropfen beim Duschen aus der rechten brust, aber er hat das Stillen verlernt... :(
Ich hätte so gerne bis zu seinem 1. Geburtstag gestillt... :( :( :( So waren´s halt nur 6 Monate.

nun trinkt er (wir ham alles ausprobiert) pro Tag ca. 200 ml Humana Babyfit 1. Den dämlichen Rat der Kinderärztin, ihm ne Folgenahrung zu geben, hätte ich ignorieren sollen. Er mag die dicke pampe nicht.
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
weepi
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 06.08.2008, 13:06

Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von weepi »

Hallo...aus genau dem gleichen Grund mache ich auch eine Ausbildung:D

ich habe im Bekannten/ Verwandten Kreis auch soviele wo angeblich nicht stillen konnten.Die hebammen sind teilweise aber auch sehr schnell mit den zufütter Tipps...

Ich finde das es sehr wenige Frauen sind die wirklich an sich als Mutter glauben.Einfach mal dem Körper vertrauen das es schon wird.Das man sich eigentlich keine Sorgen machen sollte wenn das Kind nach Bedarf angelegt wird.Aber dann heisst es ja gleich das was nicht stimmt :roll:

Also Frauen glaubt an euch und eure Körper,ihr seid in der Lage euer Kind ALLEINE zu ernähren :mrgreen: :mrgreen: (in den meisten fällen)
Lonkaja
ist gern hier dabei
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von Lonkaja »

Mich machen solche Berichte immer sehr traurig. Ich habe wohl sehr viel Glück gehabt, in einem so stillfreundlichen KKH zu entbinden. Hier gibt es 3 Stillberaterinnen, die sehr kompetent und einfühlsam sind. Mein Kind wurde mir im Kreisssaal von der Hebamme angelegt, allerdings erst nach mindestens 30min, da der Kleine erst medizinisch versorgt werden musste. Nach der Verlegung aufs Zimmer dauerte es nicht lange, und es war auch schon eine Stillberaterin bei mir, die mir erstmal in Ruhe alles erklärte. Dennoch hatte ich die ersten Tage Probleme, weshalb ich erst nach 5 Tagen nach Hause ging. Mir war es wichtig, dass das Stillen so gut klappt, dass ich es mir zuhause alleine zutraue.
Meine Nachsorgehebamme hat mich auch eine Weile verunsichert mit 4h-Rhythmus, etc. Letztendlich habe ich jedoch bei Problemen dann lieber mit der Stillberatung telefoniert. Das ist hier toll, man kann jederzeit bei Stillfragen die Stillberatung kontaktieren, und alle 14 Tage gibt es eine Stillgruppe im KKH, die von ebendiesen Beraterinnen geleitet wird.
Schade, dass es nicht überall so ist. Wenn ich nicht von Anfang an diese super Beratung gehabt hätte, wer weiss, wie es dann gelaufen wäre.
Lonkaia mit ihrem gestillten Tragling Valentin (7/08)
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