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Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 21:13
von Kaba
Hmm er geht ja auch in die Schule, da lernt man auch neue Dinge und kann im Idealfall Interessen entwickeln und muss eine gewisse Disziplin lernen. Ich würde ihn wohl auch lassen, zumindest aktuell.

Gibt es vielleicht interessante Kurse/Angebote in den Sommerferien? Vielleicht auch nur für vormittags, dann könnte er nachmittags wie bisher Freunde treffen und vormittags mal was neues ausprobieren?

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 21:27
von ich will aber
Wenn er tagtäglich mit anderen seine Freizeit verbringt lernt er automatisch andere Dinge - diese sind für dich nicht messbar - für deinen Sohn vielleicht schon….dass er etwas erreicht, eine Mauer zu erklettern, die er vorher noch nicht erklettern konnte oder schneller laufen als jmd anderes…

Ich finde es super, wenn sich ein Kind jeden Tag mit anderen trifft und seine Freizeit mit ihnen verbringt.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 21:42
von CIJUNOAR
ich will aber hat geschrieben: 08.07.2023, 21:27 Wenn er tagtäglich mit anderen seine Freizeit verbringt lernt er automatisch andere Dinge - diese sind für dich nicht messbar - für deinen Sohn vielleicht schon….dass er etwas erreicht, eine Mauer zu erklettern, die er vorher noch nicht erklettern konnte oder schneller laufen als jmd anderes…

Ich finde es super, wenn sich ein Kind jeden Tag mit anderen trifft und seine Freizeit mit ihnen verbringt.
Danke, aus diesem Blickwinkel habe ich es noch gar nicht betrachtet.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 22:06
von Plueschtier
Ich fände es seltsam, wenn ich Energie investieren sollte, in irgendwas besser zu werden, worin ich gar nicht gut sein will.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 22:17
von Kleine
ich will aber hat geschrieben: 08.07.2023, 21:27 Wenn er tagtäglich mit anderen seine Freizeit verbringt lernt er automatisch andere Dinge - diese sind für dich nicht messbar - für deinen Sohn vielleicht schon….dass er etwas erreicht, eine Mauer zu erklettern, die er vorher noch nicht erklettern konnte oder schneller laufen als jmd anderes…

Ich finde es super, wenn sich ein Kind jeden Tag mit anderen trifft und seine Freizeit mit ihnen verbringt.
Daran habe ich auch gedacht. Er wird vielleicht besser im Fangen, Werfen, Ausweichen, Klettern, Fußballspielen… und ganz wichtig: in sozialen Dingen wie Kompromisse finden, Streit beilegen, Rücksicht nehmen und Teilen… und Du bekommst es einfach nicht mit. 😘

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 08.07.2023, 23:44
von Dorkas
Er hat doch sein Hobby gefunden - soziales Miteinander üben. :-) Ganz ehrlich, das ist doch tausend mal mehr wert, als Klavier oder Tennis spielen zu können.
Und da er dabei noch an der frischen Luft ist und sich bewegt, würde auch ich da rein gar nichts ändern wollen. Du kannst dich glücklich schätzen, dass er das so gerne macht und nicht den ganzen Tag alleine drinnen vorm PC hockt.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 09.07.2023, 01:07
von sari popari
Ich frage mich, was du mit dem Erzwingen erreichen willst.
Denn letztlich wirst du viel Druck erzeugen, auf dein Kind und auch auf dich.

Ich habe auch einen Spätzünder. Meine Tochter war lange terminlos glücklich, bis sie mit 12 Ballett anfangen wollte. Natürlich sind die anderen schon viel weiter und so. Aber sie liebt es trotzdem und ist bis jetzt dabei geblieben. Es ist nie zu spät.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 09.07.2023, 08:57
von Zwergenaufstand
Ich verstehe dich da schon. Ich hätte da tatsächlich die gleichen Gedanken dabei und es wäre mir auch lieber, dass er ein Hobby hätte (an dem er Spaß hat). Bei mir kommt das daher, dass ich das als Kind nicht hatte, andere aber schon. Ich habe dann auch oft glücklich und zufrieden draußen mit anderen Kindern gespielt. Aber andere Kinder haben halt noch irgendwas anderes nebenher gelernt und ich nicht. Und irgendwann ist mir das natürlich schon aufgefallen und das hat sich nicht gut angefühlt. Ich hatte dann immer das Gefühl, dass ich jetzt mit allem zu spät dran wäre (was natürlich Quatsch ist, aber es hat sich so angefühlt).
Ein Hobby gibt auch Selbstvertrauen, man kann etwas, das die anderen nicht können. Etwas, das man auch nicht in der Schule lernt. Und man hat auch noch einen weiteren sozialen Kreis, das hat mir dann auch gefehlt.

Ich stimme meinen Vorschreiberinnen aber zu: das geht alles auch noch später, wenn er es dann will. Und meine Erfahrungen sind nur meine, man kann die daraus möglicherweise entstehenden Probleme auch anders handeln, falls sie denn überhaupt mal aufkommen sollten.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 09.07.2023, 09:41
von Sam
Ich hab noch einen Gedanken, des ich bisher hier nicht gelesen habe: mich strengen fixe Termine mit Menschen wie früher Schule und jetzt arbeiten oder auch soziale Zusammentreffen mit fixem Ablauf sehr an. Ich brauche danach einfach Zeit, in der ich machen kann, was ich will oder auch Ruhe. Kann allein sein oder auch in der Familie. Für mich hören sich viele Freizeit“pläne“ von Familien wie der blanke Horror an. Ich bin in meiner Jugend im Verein geschwommen und hab Instrumente gespielt, aber eigentlich war mir das alles oft zu viel. Das heisst nicht, dass ich „nix“ mache, aber mir macht es ohne Terminplan mehr Freude, Workouts zu machen oder kreativ zu sein oder raus zu gehen oder auch zu arbeiten. Ich glaub ich mache dann oft sehr viel, aber halt ohne fixen Plan. Ich kann da dein Kind sehr gut verstehen.

Re: Kind zu einem Hobby “zwingen”

Verfasst: 09.07.2023, 09:47
von Krachbum
Sam hat geschrieben: 09.07.2023, 09:41 Ich hab noch einen Gedanken, des ich bisher hier nicht gelesen habe: mich strengen fixe Termine mit Menschen wie früher Schule und jetzt arbeiten oder auch soziale Zusammentreffen mit fixem Ablauf sehr an. Ich brauche danach einfach Zeit, in der ich machen kann, was ich will oder auch Ruhe. Kann allein sein oder auch in der Familie. Für mich hören sich viele Freizeit“pläne“ von Familien wie der blanke Horror an. Ich bin in meiner Jugend im Verein geschwommen und hab Instrumente gespielt, aber eigentlich war mir das alles oft zu viel. Das heisst nicht, dass ich „nix“ mache, aber mir macht es ohne Terminplan mehr Freude, Workouts zu machen oder kreativ zu sein oder raus zu gehen oder auch zu arbeiten. Ich glaub ich mache dann oft sehr viel, aber halt ohne fixen Plan. Ich kann da dein Kind sehr gut verstehen.
Das kann ich so gut nachempfinden! Ich kann mit festen Terminen auch nichts anfangen und diese Pläne scheitern früher oder später immer - der Yogakurs, VHS-Kurse, etc. Es fühlt sich für mich einfach nach Freiheitsberaubung an. Und ich will nicht wissen wieviel Geld ich mit den guten Vorsätzen in den Sand gesetzt habe.
Mein schönstes Kindheitshobby war das Reiten. Ich war da einfach oft so auf dem Hof und habe bei der Versorgung der Tiere geholfen. Das war ganz selbstbestimmt. Jetzt ist es das Nähen.
Feste Termine sind für mich wirklich eine Qual.