Myeskathry hat geschrieben:Also ich hoffte irgendwie auch darauf, dass es in diesem Thread um zwei Kleinkinder geht, die man die Treppe hochgekommen muss. Hat da jemand Motivationstipps ohne Bestechung?
Motivation ist doch meistens nur ein anderes Wort für Bestechung, oder?
Wahre intrinsische Motivation in dem Alter gegen das aktuelle Unlustgefühl eines Kindes .... puh... das müsste vermutlich ein Superkind sein. Selbst bei meiner Fünfjährigen kann ich so etwas nur sehr selten beobachten. Kommt ihr nachmittags aus der Krippe? Das ist sowieso ein blöder Zeitpunkt für egal was, da sind die Batterien einfach leer. Müde vom Tag, hungrig, erschöpft... Und dann noch Treppenstufen, die so hoch sind wie der eigene Unterschenkel lang, oder sogar noch höher.
Ich würde da bestechen was das Zeug hält. Vor allem in Form von Energie. Energie sofort, keine Versprechungen für die Zukunft. "Wenn Du jetzt hoch gehst, dann darfst Du..." ist ziemlich abstrakt, und die Belohnung liegt in der Zukunft, Aufschieben der Belohnung ist schon für Erwachsene oft schwierig. Falls ihr nachmittags von der Krippe kommt, würde ich ein paar Minuten vorher Essen auspacken. Apfelschnitze, Weintrauben, Butterbrot, Brötchen vom Bäcker, Süßes... egal was. Meine Kinder haben nachmittags Hunger, und sind viel besser gelaunt, wenn es Essen gibt. Und mit frischer Energie durch Nahrung geht bei uns alles besser, was klappen muss. Und wer kaut, kann nicht brüllen

. Essen als Energiebringer würde ich aber nur machen, wenn ihr nachmittags von KiGa/Krippe heim kommt, und nicht, wenn ihr nicht sowieso zu Hause seid (also kiga-frei), und die Treppen mehrmals täglich runter und wieder hoch lauft.
Ansonsten kannst Du versuchen, in dem Alter Absprachen zu treffen. Keine Ahnung, ob das Deine Kinder schon können, aber ihr könntet Ausdiskutieren, wer als erster hoch getragen wird, und wer unten wartet (falls DU das körperlich schaffst, die Treppen zweimal mit Kind zu meistern). Wer heute zuerst hoch getragen wird, wer morgen zuerst dran ist, wer gestern zuerst dran war... Der, der unten warten muss, hat irgendein Privileg (darf in der Zeit übers Handy die Oma anrufen? Oder Fotos anschauen? Oder ein Bilderbuch?...)
Du könntest ein Spiel draus machen. Meine Kinder "reiten" gerade überall hin, wirklich überall. Sie "reiten" den ganzen Tag, und was ich ihnen verkaufen will, verkaufe ich ihnen als "Reitturnier". Haben deine Kinder auch so etwas, was man spielerisch aufgreifen könnte?
Du könntest eines links und eines rechts an die Hand nehmen, und GANZ LANGSAM die Treppen mit ihnen zusammen steigen, und dabei laut mit ihnen zusammen die Stufen zählen. Dabei konzentrieren sie sich auf die Zahlen, und nicht darauf, dass sie jetzt ja steigen müssen. Und ich finde, Kinder steigen Treppen besser, wenn sie es LANGSAM tun können und einen Erwachsenen an der Hand haben. Oder ihr gebt den Stufen imaginäre Namen / Farben, und müsst sie dann immer richtig benennen, und konzentriert Euch so auf die Namen/Farben, nicht aufs Steigen müssen. Einkäufe und so würde ich unten stehen lassen, und dann holen, wenn die Kinder oben sind. Das Geländer ist nicht auf Kinderhöhe, oder? Könntet ihr mit Seilen ein niedrigeres Geländer schaffen? Meine Kinder steigen Treppen besser, wenn sie die Arme zu Hilfe nehmen können.
Wettlaufen geht bei uns als Strategie GAR NICHT. Denn: die Große gewinnt IMMER. Sie ist zwei Jahre älter, und die Kleine hat einfach keine Chance gegen sie zu gewinnen. In keinem Bereich. Treppen laufen als Wettlauf gäbe hier täglich Tränen, und dann natürlich ein frustriertes kleines Kind, welches dann überhaupt gar nicht mehr läuft.