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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 24.04.2015, 20:38
von FrauWalfisch
Ihr Lieben,
entschuldigt die späte Antwort. Ich hatte ganz schön Denkarbeit zu leisten hier. Nachdenken, was mich so fertigmacht. Nachdenken, ob es echt das Stillen oder was anderes ist. Nachdenken, wo ich mir selbst im Weg stehe. Puh. Grübel-Apokalypse.
Vorausgeschickt: wir stillen noch. Nächtliche Nicht-Still-Phasen-Verlängerungsversuche endeten in scheußlichem Geschrei, bis wir aufgaben. Wie lief das denn bei Euch ab, @ Klecksauge?
Komischerweise klappt es aber immer mal wieder, dass die Kleine abends ohne Stillen oder Flasche einschläft. Gestern wurde sie wach, wollte aber nicht stillen, hat geweint. Mann und ich haben uns neben sie gelegt und uns leise unterhalten. Irgendwann griff sie meine Hand und schlief ein. Das heißt, es geht ja – nur halt irgendwie total zufällig und selten. Neulich zum Mittagsschlaf ist sie einfach auf meinem Schoß eingepennt, ich musste sie nur etwas wiegen. Nachts ist sie blöderweise direkt außer sich, bevor sie richtig wach ist...wenn ich sie dann streicheln oder wiegen will, schlägt sie wütend um sich.
Immerhin haben wir das rabiate Nuckeln besser im Griff, indem ich sie konsequent bei Schmerzen abgedockt habe, wie @Hyndia empfahl. Ich habe dann auch immer in authentisch genervtem Tonfall dazu gesagt, dass ich nicht will dass sie beißt
Tja. So richtig happy bin ich nicht. Es geht derzeit, ich kann's aushalten. Aber wenn mir andere Frauen erzählen, dass ihre Kinder regelmäßig 4-5 Stunden oder mehr am Stück schlafen, möcht ich manchmal losheulen. Die anderen gestillten Kinder aus unserer Gruppe schlafen trotz Stillen deutlich länger. Also würde nächtliches Abstillen vielleicht gar nichts bringen...werden wir wohl im Voraus nicht wissen können.
Herausgefunden habe ich, dass ich wahnsinnige Schwierigkeiten habe, meinen Mann um Hilfe zu bitten in der Nacht. Ich hab echt Angst, den nachts oder frühmorgens zu wecken und zu sagen "Nimm das Kind, ich muss schlafen". Der erwacht auch so schwer, dass ich erstmal ewig an dem herumzerren muss. Dabei ist der Mann ja kein Unmensch – an dem Punkt steh ich mir voll selbst im Weg. Irgendwie ist es eine ganz blöde Vorstellung, dass ich ihm was "schuldig" sein könnte, oder dass er sich die Nächte mit mir teilt und dann genervt hier rumwurschelt (habe den Eindruck, ich kann da viel mehr Belastung einstecken als er).
An dem Punkt muss ich wohl wirklich an mir arbeiten. FuFu, Du hast in Deinem Beitrag wichtige Dinge angesprochen, danke dafür. Wie es scheint, bin ich schlecht darin, auf mich zu achten. Das muss sich ändern, oder ich geh bald total am Stock.
So. Ende des Romans. Ich weiß, es ist ein Stillforum, das gehört hier eigentlich nicht hin.
Trotzdem danke, und liebe Grüße.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 24.04.2015, 21:08
von Lösche Benutzer 7681
Zu "die anderen gestillten Kinder in unserer Gruppe... " will ich nur kurz sagen :
Dein Kind ist 14 Monate.
In dem Alter schlief Clara maximal 2 Stunden am Stück. Und das waren dann gute Nächte!!
Constantin ganz ähnlich, der hat mit 14 Monaten ab und zu mal 3 Stunden geschafft. So dreimal die Woche vielleicht.
Jetzt, mit 21 Monaten, schläft er 4-6 Stunden am Stück.
Und alle Mütter, die ich kenne, die auch ehrlich zu mir sind, haben exakt die gleichen Erfahrungen.
Gestillt oder ungestillt.
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, ich wollte es nur mal eben dazwischen werfen.

Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 24.04.2015, 21:47
von Gabi39
Ach Mensch, das kann einen echt schlauchen, wenn man nicht richtig schlafen kann. Einen Rat habe ich auch nicht, nur mal kurz meine Erfahrung mit meinem Sohn. Der war glaube ich so 20 Monate als ich Nachts auch nicht mehr dieses Dauerstillen wollte. Bis dahin hatten wir auch gute und schlechte Phasen mit viel und langem Stillen. Ich hatte mich dann dafür entschieden, das Abstillen langsam am Ende der Nacht zu beginnen, d.h. ich habe die Nacht gestillt bis früh um sechs und ab sechs Uhr gabs nichts mehr. Ich habe auch so eine Art Schlagwort eingeführt, das war bei mir, wie kuscheln jetzt ganz dolle. Die ersten Nächte gab es natürlich Weinen und Schreien, dass die Nacht damit beendet war, aber das war ja um die Uhrzeit auch nicht so schlimm. Dann habe ich es auf um fünf früh verschoben, hier auch wieder Weinen und Schreien und Nacht beendet, aber auch das war erstmal ok für mich. Und nach den ersten Tagen hat er sich nachdem er sich berühigt hatte nochmal kuscheln lassen. Dann hat er sich immer schneller berühigen und danach kuscheln lassen, so dass er nach einer gewissen Zeit tatsächlich mit kuscheln wieder eingeschlafen ist. Dann habe ich die Uhrzeit immer weiter nach vorne verlegt und er hat sich dann wirklich mit der Aussage von mir jetzt wird ganz dolle gekuschelt berühigt und ist wieder eingeschlafen. Hmm, keine Ahnung, ob dir das was hilft. Ich fande es für mich nur leichter, die ersten großen Wutanfälle nicht mitten in der Nacht zu haben, wenn man eigentlich schlafen will, sondern Morgens, wenn man dann notfalls eh aufstehen kann.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 25.04.2015, 17:34
von Teazer
FrauWalfisch hat geschrieben:So. Ende des Romans. Ich weiß, es ist ein Stillforum, das gehört hier eigentlich nicht hin.
Doch, absolut!

Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 25.04.2015, 19:36
von NIN
Erstmal ein dicker Drücker((())) Ich kann absolut nachempfinden...es war ziemlich genau die Zeit, die ich am schlimmsten empfunden habe. Ich htte nach dem Jahr Elternzeit gerade angefangen zu arbeiten und war dann einfach nur platt und wollte schlafen. Wir haben dann eingeführt, dass zumindest die erste Runde der Papa geht oder bis 1 Uhr? Ich weiß schon garnicht mehr genau wie, aber zumindest, dass er einfach auch mal dran ist. Ich weiß auch nicht ob ich zu so viel wesentich mehr Schlaf gekommen bin, aber allein mental nicht mehr ganz allein dafür verantwortlich zu sein, hat mir glaub ich geholfen. Mir ging es wie Dir auch, dass ich ein total schechtes Gefühl dabei hatte, dass mein Mann gehen muss. Er hat auch viel tiefer geschlafen und ich musste ihn manchmal wecken dafür...auch wenn ich dadurch manchmal mit wach war, hat es sich so gut angefüht einfach liegenzubleiben und nichts zu tun.
Erstaunlicherweise gab es wenig gemecker, nur 2-3 Nächte, davon in der ersten Nacht ca. 10min moderates Gemecker und dann noch weniger. Ich muss zugeben, wenn es mehr gewesen wäre, hätte ich es allerdings sicher auch nicht ausgehalten...
Allerdings war er zu dem Zeitpunkt nicht mehr in unserem Zimmer, sondern ich bin ab dem ersten Stillen immer in´s Kinderzimmer umgezogen. Mama war dann also tatsächlich nicht verfügbar.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 26.04.2015, 08:13
von Gabi39
Vielleicht solltet ihr die Möglichkeiten nutzen, die ihr habt. Wenn dein Mann sie sogar Abends ins Bett bringen kann, das ist doch schonmal super. Das hat bei uns nie funktioniert, nur wenn ich wirklich garnicht da war. Vielleicht kannst du mal richtig zeitig ins Bett gehen, also noch vor deiner Tochter, und hast dadurch schonmal eine erste längere Schlafphase. Ich weiß, dass ein der Abend für sich dann fehlt, aber vielleicht reicht es ja, das mal ab und an zu machen, um etwas Erholung zu schöpfen. Naja, nur ne Idee.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 28.04.2015, 14:38
von FrauWalfisch
Siijay hat geschrieben:
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, ich wollte es nur mal eben dazwischen werfen.

Doch, das hilft
Der ganze Erfahrungsaustausch, oder wie man das nennt, hilft. Ich komm mir bloß manchmal so unnormal vor...sitze mit Freunden zusammen oder auf einem Spielplatz, das Thema Schlafen kommt auf, und alle erzählen mir, dass sie es "ja nicht aushalten würden", wenn ihr Kind so schlecht schliefe wie meins. Und warum ich da "nichts täte". Einige Freundinnen haben mich auch schon massiv verunsichert, ohne böse Absicht zwar, aber dennoch. Eigentlich verstehen das nur die Eltern, die es ähnlich halten wie wir. Und das sind grad nicht so viele hier.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 28.04.2015, 14:41
von FrauWalfisch
Gabi39 hat geschrieben: Ich hatte mich dann dafür entschieden, das Abstillen langsam am Ende der Nacht zu beginnen, d.h. ich habe die Nacht gestillt bis früh um sechs und ab sechs Uhr gabs nichts mehr.
Oh, das finde ich eine gute Idee. So werde ich es dann auch mal versuchen, wenn ein guter Zeitpunkt naht. Langsames Abstillen vom Rand her quasi. Was mich am Gordon so extrem gestresst hat ist, dass die anstrengendsten Momente ja mitten in der Nacht liegen. Damit kam hier keiner klar, weder meine Tochter noch ich.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 28.04.2015, 14:46
von FrauWalfisch
NIN hat geschrieben:
Erstaunlicherweise gab es wenig gemecker, nur 2-3 Nächte, davon in der ersten Nacht ca. 10min moderates Gemecker und dann noch weniger. Ich muss zugeben, wenn es mehr gewesen wäre, hätte ich es allerdings sicher auch nicht ausgehalten...
Ja, wenn es dann länger und heftiger geht, und das dann auch noch in tiefer Nacht, das finde ich echt scheußlich. Wir haben es dann ja auch nicht durchgehalten, weil selbst nach einer Stunde lautem Schreien kein Ende in Sicht war.
Ich würde sagen, meine Tochter ist vom Wesen her ein eher ausgeglichenes Kind, aber nachts merkt man davon nix mehr. Meist darf ich sie ja nicht einmal anfassen, wenn sie erwacht und sich jammernd wälzt – es muss sofort die Brust her, sonst haben wir hier innerhalb einer halben Minute eine sich windende Sirene im Bett.
Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(
Verfasst: 30.04.2015, 08:45
von NIN
Ich kann Dich da total gut verstehen! Ich glaube immernoch, dass wir einfach auch einen guten Zeitpunkt erwischt hatten, weil aktuell (3,5) könnte Papa nachts wieder garnichts ausrichten, außer ich bin garnicht zuhause. Wenn er ihn dann zu mir in´s Bett bringt, springt er ihm fast vom Arm...
Aber was Du geschrieben hast, stimmt, eben dass man mitten in der Nacht auch nicht noch so einen Stress aushalten kann. Vom Abend her beginnen hat mir zwar weniger gebracht, weil da die Schlafphasen tendetiell eh besser waren und man auch oft unvernünftigerweise nicht so früh in´s bett geht. Aber in den Morgenstunden hätte es glaube ich schlechter geklappt. Auch weil bei uns, glaube ich zumindest, die Nahrungskomponente der Milch schon noch hoch lag. Also sehr dünnes Kind, das tagsüber kaum zum Essen (und auch zum Stillen) zu bewegen war. Beim Abstillen nachts hat er dann auch immer wieder nachts nach Essen verlangt.
Zum Thema "nichts tun", dass der Schlaf besser wird als Kommentar von anderen Müttern...naja...jedes Kind ist eben auch anders. Ich habe damals schon alles mögliche probiert, aber gefruchtet hat es eigentlich nie und retrospektiv hat es oft nur noch mehr gestresst. Auch das Abstillen nachts ein halbes Jahr später hat den Schlaf nur marginal verbessert. Weil ja viele Spielplatzmamis immer denken " Dann still doch ab, danns chläft das Kind durch" So einfach ist´s halt nicht...
Ich wünsch Euch, dass ihr gute Lösungen findet, wie Dein Mann vielleicht noch ein bisschen in´s Spiel kommt und vielleicht bringt auch der Frühling was. Schon allein, dass nicht all fatz eine Erkältung mit reinspielt, hat bei uns schon was verbessert.