Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

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Pustemuffin
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Pustemuffin »

tinababy2013 hat geschrieben: Bei Wärme und Schlaf und Sicherheit kenne ich persönlich niemanden, auch keinen Arzt, der dazu raten würde, das Baby erstmal einen richtigen Mangel daran spüren zu lassen (also frieren lassen, zwanghaft wach halten oder Angst leiden lassen im Beispiel), damit es dann die Wärme, den Schlaf oder die Sicherheit richtig annehmen kann oder zu schätzen weiß.
Stimmt, so klingt es einleuchtend. *zustimm* Danke Dir für den Vergleich! Ich glaube, speziell mein Mann hat auch einfach die Sorge, dass man den Punkt verpasst, an dem man nach Babys Pfeife tanzt, nur weil es einen bestimmten Mucks macht. Ich bin mir auch zum Beispiel immer noch nicht so recht sicher, wie ich bei Müdigkeit mit dem Schreien umgehen soll. Man hört ja immer, dass Kinder sich auch selbst beruhigen können müssen. Ich kann mir das aber nicht lang untätig angucken (oder anhören), auch wenn er nur knüttert und nehme ihn zumindest auf den Arm. Ich rede ihm dann gut zu oder singe was, wenn das nix bringt, dann lasse ich ihn knüttern oder brüllen, behalte ihn aber trotzdem auf dem Arm, um zu signalisieren, dass ich ihn nicht allein lasse, auch wenn ich ihm gerade nicht helfen kann. Andererseits lasse ich ihn auch mal meckern, wenn ich mir gerade etwas zu essen mache und er mit in der Küche im Kinderwagen ist oder frisch im Tragetuch sitzt.
tinababy2013 hat geschrieben:Ich habe heraus gelesen, dass du auch vom Zeitplan abweichst, wenn dein Kind Hunger verkündet und möchte dich bitten, das weiterhin zu tun! Diese Zeitpläne sind doch murks und stehen den gesunden, instinktiven Äußerungen eines Babies u. U. völlig im Weg!
Das tue ich, ja. Obwohl ich gestehen muss, dass ich den Hunger irgendwie schlecht von anderen Unmutsäußerungen unterscheiden kann. Ich habe ihn am Anfang bei jedem Mucks angelegt und muss jetzt die Identifizierung und Zuordnung seiner Zeichen und Laute nachholen. Fäustchen machen oder Schmatzen/Zunge herausstrecken heißt ja beispielsweise nicht immer Hunger (was ist mit Sabbern und Spuckebläschen machen? Läuft ihm da regelrecht das Wasser im Munde zusammen?). Daher dauert es mitunter recht lange, bis ich es verstehe und mir (vermeintlich) sicher bin, dass er Hunger hat (gerade eben hat er den Kopf brüllend Richtung Brust gereckt - mein Zeichen - und dann eigentlich doch hauptsächlich nur an der Brust genuckelt... oder gehört das auch zum Clusterfeeding?).
tinababy2013 hat geschrieben: Es wird weniger Clusterfeeding werden und dein Kind wird weniger oft ins Nuckeln versinken mit der Zeit. Die Kinder werden doch schnell aktiv und wollen sich dann ständig umschauen und bewegen usw.
Stimmt, das habe ich noch gar nicht in der Kalkulation gehabt. Da die Brust derzeit jedoch sein absolutes Mekka ist (seit einiger Zeit besonders am Abend und in der Nacht - er wird richtig motzig, wenn er nur noch nuckelt und ich ihm die Brust entziehe, weil ich nicht stundenlang auf derselben Seite liegen mag). Ich habe mal gelesen, dass Dauernuckeln auch nicht förderlich ist für die Milchbildung. Stimmt das? Soll ich dann Abends und in der Nacht andere Beruhigungsmethoden wählen? Derzeit lasse ich es ihm "durchgehen", weil ich glaube, dass er einen Enteicklungssprung macht und es ihm einfach bei der Verarbeitung hilft. Da er aber eher motzig denn ängstlich bei Entzug der Brust reagiert, bin ich manchmal echt geneigt, einfach "nö" zu sagen, weil ich keine wunderen Brustwarzen möchte und auch mal eine mir genehme Schlafposition wählen mag. ;-)
tinababy2013 hat geschrieben:Hab (auch dein Mann! ) noch ein bißchen Geduld!
Ich denke das Problem ist, dass wir eben schon so viel ausprobiert haben und es nicht so richtig gefruchtet hat. Mit meinem "Stillen nach Bedarf" bin ich ja auch total vor die Wand gefahren und das auf Kosten der Gesundheit meines Kindes. Mein Mann ist eben ein sehr strukturierter Mensch mit einem ziemlich harten und langen Arbeitstag, der eben nur möchte, dass sich das Leben von Frau und Kind nicht nur in der Wohnung abspielt und sich nur um die Stillerei dreht. Der Zahn, dass ich nicht schon nach zwei, drei Wochen einen eingespielten Rhythmus mit Kind haben werde, wurde ihm ja quasi schon gezogen. Allerdings ist das Umfeld (Gyn, Stillberaterin/Krankenschwester im Stillcafé) der Meinung, dass das nach acht Wochen mal so langsam der Fall sein sollte. Ich wäre ja auch um ein bisschen Planbarkeit froh. Ich werde immer ganz neidisch, wenn andere Mamis davon berichten, dass sie und ihr Baby schon ein eingespieltes Team sind.
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moselkind
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von moselkind »

Pustemuffin hat geschrieben:Wie würde denn der Stillalltag mittel- bis langfristig aussehen, wenn es um Stilldauer und -häufigkeit geht?
Wenn mittelfristig z. B. das erste Lebensjahr bedeutet: Dann stillst du vielleicht immer noch alle 2 Stunden, aber es dauert manchmal nur ganz kurz, nicht länger als einmal gemütlich Windel wechseln. Ich hab es dann oft genossen, mich mal für 10 Minuten auf dem Sofa auszuruhen (und wollte oft auch eigentlich länger sitzen bleiben als das Baby).
Ab Beikostalter sind auch längere Stillpausen möglich, dann isst das Baby halt was in der Zwischenzeit (das ist jetzt sehr pauschal dahingesagt, ist natürlich auch davon abhängig ab wann/wie gerne das Baby isst).

Die ersten Monate sind eh anstrengend. Ob mit oder ohne Stillen. Gefühlt (und oft auch in echt) nimmt das Stillen einen sehr großen Raum ein. Aber auf die gesamte Stillzeit gesehen ist es eine sooo kurze Zeit. Und es wird ganz bald anders. Dann wird oft nur noch so nebenbei gestillt. Das Tolle ist: man muss oft auch garnicht seine Tätigkeit (mit Freundin Kaffee trinken, telefonieren, am PC sitzen, essen, mit Großkind spielen, mit Großkind aufs Klo gehen :roll: ....) unterbrechen um irgendwas vorzubereiten, sondern legt das Baby mal eben an und macht weiter. Auch wenn man sich das am Anfang nicht so vorstellen kann. Das Baby wird ja auch größer und muss bald nicht mehr mit 3-5 Händen + Stillkissen festgehalten werden, sondern nimmt die Brust bestens alleine, wenn sie nur nah genug ist. ;)

Was Rhythmus und so angeht: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Baby irgendwie stört, dass die Abstände zwischen Stillmahlzeiten immer unterschiedlich lang sind. Mich stört es auch nicht, wenn ich mal früher, mal später was zu essen kriege. Wenn ich aber Hunger und/oder Durst habe, und nicht recht bald was bekomme, werde ich grantig, und ich bin schon erwachsen. ;) Abgesehen vom Essen (und schlafen) kann ja jeder Struktur reinbringen wie er mag. Jeden Morgen nach dem Frühstück spazieren gehen und Abends nach dem Abendessen bettfertig machen ist ja auch schon eine Struktur. *find*

Sehe dich grad in der Vorschau: Stillen ist ja nicht nur Mittel gegen Hunger. Es ist also garnicht nötig, vorher zu wissen, ob das Baby jetzt hungrig ist oder was anderes hat. Einfach anbieten, wenn's hilft, bestens. Baby beruhigt, hurra. Wenn's nicht hilft, dann hilft vielleicht was anderes. Wenn du vorher lange genug gestillt hast und keine Lust auf Dauernuckeln hast: Probier was anderes aus, z. B. Spaziergang mit Baby im Tuch.
Pustemuffin hat geschrieben: Ich habe mal gelesen, dass Dauernuckeln auch nicht förderlich ist für die Milchbildung.
Wenn mein Baby fertig getrunken hat und noch weiter genuckelt hat, hab ich immer mal wieder einen MSR gespürt (ich spüre den IMMER, die meisten Frauen spüren maximal den ersten), kann also so schlecht für die Milchbildung nicht gewesen sein. Aber stundenlang muss ja auch nicht sein...

ich drück jedenfalls feste die Daumen, dass ihr ganz bald fröhlich vollstillt!
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Pustemuffin
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Pustemuffin »

delfinstern hat geschrieben:schau mal im Infothread da steht glaube ich auch was zu stillfreundlichen Zufüttern. Im Regelfall ist das alles, was nicht mit saugen zu tun hat, also z.B. aus dem Becher oder per Löffel.
Ah, okay. Das sollte auch möglich sein, wenn Mann sich dazu überreden lässt. Problem ist, dass ich ihm vor ein paar Wochen die (falschen) Vorzüge des Calma angepriesen habe. Ich komme quasi jede Woche mit neuen Erkentnissen, die kurz darauf wieder obsolet sind. *hüst* Er glaubt nämlich nicht, dass es beim Gnubbel zu einer Saugverwirrung kommen kann, weil der ja problemlos zwischen Flasche, Brust, kleinem Finger und Schnuller wechselt. Oder merkt man das nicht immer unbedingt? Dann muss ich nur nochmal gucken, ob es spezielle Becher sind.
delfinstern hat geschrieben:Das BES hilft für beides :) Er wird wird beim Saugen durch Milch belohnt und gewöhnt sich die richtige Saugtechnik an. Andererseits ist das einiges an Stimulation für deine Brust.
Inwiefern gewöhnt er sich die richtige Saugtechnik an? Die hat er doch jetzt schon, weil er an der Brust trinkt oder stehe ich gerade auf dem Schlauch? *rotwerd* Er muss doch aber nicht stärker/anders saugen, es kommt doch einfach nur mehr raus als sonst, oder?
delfinstern hat geschrieben:Was meinst du mit Sättigungsgefühl? Weil er die Flasche trotzdem trinkt? Die Flasche löst einen recht starken Saugreiz aus, da können die meisten Babys nichts anderes als saugen. oder wegen "dauerstillen"? Manche wollen auch einfach mehr nuckeln.
Eher wegen des Dauerstillens. Er lässt halt nicht oder nur sehr selten ab (wenn er nicht gerade eingeschlafen ist) von der Brust und erklärt eine Stillmahlzeit damit für beendet. So weiß ich nie wann er genug hat. Wenn ich ihn beim Nuckeln abdocke, fängt er an zu knüttern, wird unruhig und sucht wieder die Brust...
delfinstern hat geschrieben:Die Stilldauer wird sich mit der Zeit reduzieren, dann kann es dein Kleiner einfach besser. Die Häufigkeit ist auch unterschiedlich, ich habe hier immer wieder gelesen, dass es bei so 8-10x am Tag bleibt. Aber wenn das nur noch 5-10min sind statt 45 ist das ja auch deutlich kürzer.
5-10 Minuten müssen es gar nicht sein. Ich wäre schon mit 20-30 zuverlässigen Trinkminuten glücklich. ;-) Hängt dann vermutlich mit dem Entdeckerdrang zusammen, den tinababy2013 erwähnte?
delfinstern hat geschrieben:Was heißt für dich "am Leben teilnehmen"? Geht das nicht auch mit Baby im Tuch dabei/in der Nähe?
Er knüttert halt schnell, wenn ich ihn mal ablege, da kann ich teilweise eben nix sinnvolles konzentriert tun. Im Tragetuch habe ich manchmal das Gefühl, dass ich ihn "ruhigstelle", was ja zeitweise meiner Meinung nach auch in Ordnung ist (wenn ich bspw. Hunger habe und mir etwas zu Essen machen muss und er fortwährend im Kinderwagen meckert oder ich schlicht und ergreifend mal auf die Toilette muss). Die Tage sind eben schlecht planbar, weil man wegen des evtl. Hungers immer irgendwie stillbereit sein muss. Im Büro sind dann 30 Minuten Arbeitsunterbrechung mit anschließendem Knüttern und den zahlreichen Versuchen des Schlafenlegens irgendwie hinderlich. ;-) Und wenn er dann mal schläft ist meist wieder Zeit für die nächste Mahlzeit.... *lach*
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Mondenkind »

Pustemuffin hat geschrieben:Ich glaube, speziell mein Mann hat auch einfach die Sorge, dass man den Punkt verpasst, an dem man nach Babys Pfeife tanzt, nur weil es einen bestimmten Mucks macht.
Ich denke, zwischen "nach jemandes Pfeife tanzen" und dem Eingehen auf grundlegende Bedürfnisse eines absolut hilflosen, von Euch komplett abhängigen Wesen ist doch ein himmelweiter Unterschied, oder?
Pustemuffin hat geschrieben:Man hört ja immer, dass Kinder sich auch selbst beruhigen können müssen.
Müssen tut keiner was :wink: und nein, so kleine Kinder können sich noch nicht selbst beruhigen. Säuglinge müssen SAUGEN um sich zu regulieren, das tun sie anfangs quasi ausschließlich darüber.
Pustemuffin hat geschrieben:Ich kann mir das aber nicht lang untätig angucken (oder anhören), auch wenn er nur knüttert und nehme ihn zumindest auf den Arm. Ich rede ihm dann gut zu oder singe was, wenn das nix bringt, dann lasse ich ihn knüttern oder brüllen, behalte ihn aber trotzdem auf dem Arm, um zu signalisieren, dass ich ihn nicht allein lasse, auch wenn ich ihm gerade nicht helfen kann.
Das machst Du auch völlig richtig so!

Euer Baby ist keine 2 Monate alt, macht Euch um sowas mal keinen Kopf!
Pustemuffin hat geschrieben: Gut, dann versuche ich mich mal daran. Macht es Sinn, sich da an einen gewissen Rahmen zu halten, zumindest als Startpunkt?
Wie gesagt, Nachtpause nicht länger als 5 Stunden, sonst wecken und tagsüber nach Bedarf anlegen, bzw, wenn er sich nicht oft genug von alleine meldet, nachhelfen durch Wecken. Genauere Vorgaben kann ich nicht machen, denn Stillen nach der Uhr möchten wir nicht. Das ist weder für das Kind noch für die Milchbildung förderlich.
Mein Mann meint nämlich, dass so ein bisschen Struktur sicherlich allen gut täte. Ganz unrecht hat er aus meiner Sicht nicht, man kommt ja wirklich kaum zu etwas..
Typisches Leben mit Baby :wink: .
Pustemuffin hat geschrieben:Es ist dann also nicht schlimm, wenn er die verpasste Gewichtszunahme jetzt nicht aufholt?
Nein, er soll lediglich im normalen Rahmen zunehmen, nicht doppelt und dreifach!
Pustemuffin hat geschrieben:Inwiefern hilft mir bzw. ihm das BES eigentlich, effektiver zu saugen (oder steht das in der Broschüre, die ich noch nicht habe)? Das Prinzip ist mir noch nicht ganz klar. Sicher, er bekommt mehr Nahrung, aber inwiefern schult es seine Saugtätigkeit?
Das BES selbst schult nicht seine Saugfähigkeit. Aber mit BES fällt die Flaschenfütterung weg und DAS schult seine Saugfähigkeit. Denn das Saugen an der Flasche stört seine Saugtechnik an der Brust.
Pustemuffin hat geschrieben: Ich habe mal gelesen, dass Dauernuckeln auch nicht förderlich ist für die Milchbildung.
Ja, das kann mitunter mal sein, aber Phasen von sog. "Clusterfeeding", wo Kinder zu einer gewissen Zeit ausdauernd trinken, oft abends, sind durchaus normal.
Pustemuffin hat geschrieben:Ich wäre ja auch um ein bisschen Planbarkeit froh. Ich werde immer ganz neidisch, wenn andere Mamis davon berichten, dass sie und ihr Baby schon ein eingespieltes Team sind.
Ihr werdet auch schon noch ein eingespieltes Team, ganz sicher! Aber "eingespieltes Team" heißt ja nicht, dass das Kind nur zu bestimmten Uhrzeiten trinkt.

Die anderen Userinnen haben ja auch schon eine Menge geschrieben, sind Deine Fragen alle beantwortet? Oder hab ich was übersehen?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von reininglady »

meine kleine ist nun auch 2 monate und trinkt zu vollkommen wirren zeiten mal
mehr mal weniger lang. sie clusterst meist um die mittagszeit und dann abends ab 18 uhr. ich beruhige sie mit der brust, wenn ich keine lust habe sie anderweitig zu beruhigen (tragen, etc). und ja, clustern oder dauernuckeln hat schon einen einfluss auf die milchbildung. wenn sie zb abends clustert habe ich 2-3 deutlich spürbare MSR, den ersten nach ein paar sekunden, den zweiten nach 10
minuten und dann noch mal einen nach 25-30
min. sie schläft zwischendurch ein, wird zum MSR leicht wach, schluckt und schläft wieder. wenn du keine lust auf ständig stillen hast, stillst du dein baby nur kurz, tust es dann ins tuch und gehst spazieren oder triffst dich mit freunden. ich still dann meistens einfach da. ich denke einfach, je mehr du das stillen strukturierst, desto mehr rückst du es in den mittelpunkt und desto mehr verkompliziert man es. wenn man es als das normalste in der welt in einer vorallem sehr kurzen lebensphase betrachtet, ist es einfach nur entspannend und praktisch :)
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Pustemuffin »

moselkind hat geschrieben:
Pustemuffin hat geschrieben:Wie würde denn der Stillalltag mittel- bis langfristig aussehen, wenn es um Stilldauer und -häufigkeit geht?
Wenn mittelfristig z. B. das erste Lebensjahr bedeutet: Dann stillst du vielleicht immer noch alle 2 Stunden, aber es dauert manchmal nur ganz kurz, nicht länger als einmal gemütlich Windel wechseln. Ich hab es dann oft genossen, mich mal für 10 Minuten auf dem Sofa auszuruhen (und wollte oft auch eigentlich länger sitzen bleiben als das Baby).
Ab Beikostalter sind auch längere Stillpausen möglich, dann isst das Baby halt was in der Zwischenzeit (das ist jetzt sehr pauschal dahingesagt, ist natürlich auch davon abhängig ab wann/wie gerne das Baby isst).
Okay, so langsam schöpfe ich echt Hoffnung, wenndas mehrere sagen ;-)
moselkind hat geschrieben:Die ersten Monate sind eh anstrengend. Ob mit oder ohne Stillen. Gefühlt (und oft auch in echt) nimmt das Stillen einen sehr großen Raum ein. Aber auf die gesamte Stillzeit gesehen ist es eine sooo kurze Zeit. Und es wird ganz bald anders. Dann wird oft nur noch so nebenbei gestillt. Das Tolle ist: man muss oft auch garnicht seine Tätigkeit (mit Freundin Kaffee trinken, telefonieren, am PC sitzen, essen, mit Großkind spielen, mit Großkind aufs Klo gehen :roll: ....) unterbrechen um irgendwas vorzubereiten, sondern legt das Baby mal eben an und macht weiter. Auch wenn man sich das am Anfang nicht so vorstellen kann. Das Baby wird ja auch größer und muss bald nicht mehr mit 3-5 Händen + Stillkissen festgehalten werden, sondern nimmt die Brust bestens alleine, wenn sie nur nah genug ist. ;)
Auch das macht Mut! *sonne* Ich glaube, mein eigentliches Problem ist, dass ich immer dachte, dass alles von Anfang an schon so einfach laufen würde, wie Mutter Natur sich das gedacht hat und habe dementsprechend darauf vertraut. Habe mich immer als die tiefenentspannte Mami gesehen, deren Tag sich nicht ausschließlich ums Kind dreht. Mein Vertrauen und meine Tiefenentspanntheit, dass mein Kind mir schon zeigen würde, was es braucht, endeten im Untergewicht.. Das bringt mich halt total ins Grübeln und lässt mich an meiner Intuition und meinem Selbstvertrauen zweifeln.
moselkind hat geschrieben:Sehe dich grad in der Vorschau: Stillen ist ja nicht nur Mittel gegen Hunger. Es ist also garnicht nötig, vorher zu wissen, ob das Baby jetzt hungrig ist oder was anderes hat. Einfach anbieten, wenn's hilft, bestens. Baby beruhigt, hurra. Wenn's nicht hilft, dann hilft vielleicht was anderes. Wenn du vorher lange genug gestillt hast und keine Lust auf Dauernuckeln hast: Probier was anderes aus, z. B. Spaziergang mit Baby im Tuch.
Wenn ich ihn dann aber wieder dauernd an der Brust hängen hab, ists auch kein hurra. ;-) Das Problem ist eben, dass ich nicht weiß, ob ich "lange genug" gestillt habe. Er knüttert eigentlich immer nach dem Abdocken und trinkt ein paar Schlucke, wenn ich ihn wieder andocke. Das Spiel könnte ich beliebig oft wiederholen, es sei denn, er schläft ein. ;-) Da habe uch eben Bedenken, dass der Teufelskreis mit dem Dauerstillen wieder einsetzt.
moselkind hat geschrieben: Wenn mein Baby fertig getrunken hat und noch weiter genuckelt hat, hab ich immer mal wieder einen MSR gespürt (ich spüre den IMMER, die meisten Frauen spüren maximal den ersten), kann also so schlecht für die Milchbildung nicht gewesen sein. Aber stundenlang muss ja auch nicht sein...
Ist der MSR so ein leichtes Brennen oder Kribbeln? Hab ich nämlich öfter, wenn es wieder Zeit für die nächste Mahlzeit ist. ;-)
moselkind hat geschrieben:ich drück jedenfalls feste die Daumen, dass ihr ganz bald fröhlich vollstillt!
Vielen lieben Dank für Deinen Input und die Daumen! *freunde*
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Pustemuffin »

Mondenkind hat geschrieben:
Pustemuffin hat geschrieben:Ich glaube, speziell mein Mann hat auch einfach die Sorge, dass man den Punkt verpasst, an dem man nach Babys Pfeife tanzt, nur weil es einen bestimmten Mucks macht.
Ich denke, zwischen "nach jemandes Pfeife tanzen" und dem Eingehen auf grundlegende Bedürfnisse eines absolut hilflosen, von Euch komplett abhängigen Wesen ist doch ein himmelweiter Unterschied, oder?
So betrachtet, ja. Aber Kleinkinder sind ja auch von den Eltern abhängig und trotzdem verstehen sie irgendwann, dass sie mit bestimmten Aktionen (quengeln, weinen) bewusst ihre Wünsche durchsetzen können. Es geht also eher in diese Richtung. Ich habe mal gehört, dass Babys derartige Verknüpfungen bewusst erst mit frühestens sechs Monaten herstellen können?!
Gibt es da vielleicht wissenschaftliche Erkenntnisse/Literatur zu? Ich selbst denke und handle ja nach dem Hilflosigkeitsprinzip, aber mein Mann und Schwiegermutti sind da schwierig von zu überzeugen, zumal die Gynäkologin und die resolute Kinderkrankenschwester aus dem Stillcafé auch dieser Meinung scheinen. Ich glaube, das Problem liegt eben darin, dass der Sohnemann und "seine Problemchen" gerade sämtlichen Raum einnehmen und das frustet. Mein Mann bekommt ja leider meist die eher knütterigen Phasen mit, wenn er am Abend gestresst nach Hause kommt und sich auf seinen Sohnemann freut...
Mondenkind hat geschrieben:
Pustemuffin hat geschrieben:Es ist dann also nicht schlimm, wenn er die verpasste Gewichtszunahme jetzt nicht aufholt?
Nein, er soll lediglich im normalen Rahmen zunehmen, nicht doppelt und dreifach!
Gut, dann muss ich nochmal beim Kinderarzt nachfragen, wie er das meinte. Laut seiner Tabellen liegen wir ja mit der Relation von Größe und Gewicht unterhalb der Norm und sollten eigentlich irgendwann dorthin gelangen, so wie ich das verstanden habe. Wenn er nicht überproportional zunehmen soll, dann darf er jetzt wohl einfach nicht so viel wachsen ;-)
Mondenkind hat geschrieben:Das BES selbst schult nicht seine Saugfähigkeit. Aber mit BES fällt die Flaschenfütterung weg und DAS schult seine Saugfähigkeit. Denn das Saugen an der Flasche stört seine Saugtechnik an der Brust.
Hier hätte ich noch eine Nachfrage, das kam in meinem späteren Post: Geschieht das auch "unbemerkt"? Weil er ja momentan beides augenscheinlich kann, wenn auch an der Brust nicht effektiv. Oder ist diese Ineffektivität Ausdruck des falschen Saugens (wieder mal der Schlauch unter meinen Füßen...)
Mondenkind hat geschrieben:
Pustemuffin hat geschrieben: Ich habe mal gelesen, dass Dauernuckeln auch nicht förderlich ist für die Milchbildung.
Ja, das kann mitunter mal sein, aber Phasen von sog. "Clusterfeeding", wo Kinder zu einer gewissen Zeit ausdauernd trinken, oft abends, sind durchaus normal.
Wie ist das Clustern definiert? Beinhaltet es auch das Nuckeln oder trinken die Kinder in dieser Zeit einfach viel und häufig?
Mondenkind hat geschrieben:Aber "eingespieltes Team" heißt ja nicht, dass das Kind nur zu bestimmten Uhrzeiten trinkt.
Das muss er auch nicht. Aber es wäre schön, wenn es zackiger und effektiver verliefe und er mir damit irgendwann den Freiraum und die Sicherheit gibt, auf mich und uns zu vertrauen.
Mondenkind hat geschrieben:Die anderen Userinnen haben ja auch schon eine Menge geschrieben, ...
Allerdings! Ich bin überwältigt und freue mich sehr darüber, auch wenn ich kaum hinterherkomme, mit dem Antworten... ;-)
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von Pustemuffin »

Hallo reininglady, auch Dir herzlichen Dank für Deinen Besuch und Deine Schilderung! *sonne*
reininglady hat geschrieben:wenn du keine lust auf ständig stillen hast, stillst du dein baby nur kurz, tust es dann ins tuch und gehst spazieren oder triffst dich mit freunden.] Ui, ich hätte da Angst, ihn zu unterbrechen, weil ich dann wieder denke, dass er zu kurz kommt. Moppert Deine Kleine dann nicht? ;-)
reininglady hat geschrieben:ich denke einfach, je mehr du das stillen strukturierst, desto mehr rückst du es in den mittelpunkt und desto mehr verkompliziert man es. wenn man es als das normalste in der welt in einer vorallem sehr kurzen lebensphase betrachtet, ist es einfach nur entspannend und praktisch :)
Sobald ich darauf vertrauen kann, dass mein Baby dabei nicht verhungert, kann ich mir das auch gut vorstellen. ;-) Ich muss vermutlich erstmal ein bisschen mehr Sicherheit und Vertrauen in mich und meinen Körper entwickeln. Anfangs hatte ich das ja und bin damit auf die Nase gefallen, daher ist es jetzt schwer, dieses Misstrauen abzulegen.

Er weint und meckert ja mittlerweile anders und weniger, da kann es nicht immer der Hunger sein. Und wenn er doch mal nur nuckelt und es gerade eigentlich überhaupt nicht passt, dann kann ich ihn hoffentlich auch guten Gewissens abdocken und meinetwegen ins Tragetuch packen. Oder soll man das Saug- und Nuckelbedürfnis auch nicht unterbinden?
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von millenia »

Also ich hatte mit meiner ersten auch ein sogenanntes "High-Need-Baby" (schöne Beschreibung). Da ging gar nichts außer Baby kümmern, mit sich tragen (auch mit auf die Toilette nehmen), beruhigen, füttern, bespaßen und das ohne jeglichen Rhythmus. Ich hab vor der Geburt auch gedacht, dass Babies ja viel schlafen und man ganz viel Zeit für andere Dinge hat. Pustekuchen! Nach der Geburt habe ich bestimmt ein halbes Jahr gebraucht um zu akzeptieren, dass meine Wünsche/Hobbies/Bedürfnisse gerade in den ersten Monaten ganz klar ganz weit hinten anstehen. Ich hatte da auch Stillprobleme und es hat sich den ganzen Tag um nichts anderes gedreht, habe mich informiert, so wie du jetzt. Die Stillberater hier sind wirklich einsame spitze, besseres Stillwissen findest du weder im Netz, noch im realen Leben. Denn soviel Mist wie da erzählt wird, da kann man ja nur Stillprobleme bekommen.
Viel Erfolg auf dem Weg zum Vollstillen. Und wenn das geschafft ist, wird der Alltag auch um einiges leichter, bestimmt! ;-)
stolze Mutter von großer Schwester Ida (03/11) und kleinem Möpschen Alma (6/14)
FrauMahlzahn
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Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl

Beitrag von FrauMahlzahn »

Weist du, ganz viel in Punkto Erziehung hängt vom Menschenbild ab. Glaube ich, dass Kinder kleine garstige Biester sind, die ihre Eltern terrorisieren wollen und die man frühzeitig in die richtige Bahn lenken muss oder glaube ich, dass es kleine per se liebenswürdige Menschen sind, deren Entwicklung ich begleiten und unterstützen darf ?
Ganz viel dieser Einstellungen wird unbewusst überliefert und denen ist man sich gar nicht bewusst. Um dagegen anzukommen hilft es nicht wissenschaftliche Studien zu lesen, sondern in erster Linie sich dessen bewusst zu sein.
Und ganz ehrlich, ja es ist wichtig die eigenen Grenzen zu kennen, ja es ist wichtig sich auch als Eltern nicht zu verlieren, ja es ist wichtig auch ein Leben ohne Kind zu haben. Aber ein Kind schmeißt das ganze Leben um, es verändert sich ständig und jeder Tag ist anders und ja das ist anstrengend. Aber es noch viel anstrengender zwei Stunden ein weinendes Baby zu tragen als am Sofa zu sitzen und zu stillen. D.h. natürlich nicht, dass Du nicht Dein Brot zu ende schmieren oder aufs Klo gehen sollst.
Und es wird besser, das Stillen geht schneller und es ist einfach Alltag. Und je älter Kinder werden um so eher können sie auch lernen zu warten - wenn sie vorher gelernt haben, dass ihre Bedürfnisse zuverlässig erfüllt werden. Aber das dauert noch...
Frau Mahlzahn und Herr Mahlzahn mit dem großen Fräulein Mahlzahn *Juni 2013 und dem kleinen Fräulein Mahlzahn *Dezember 2015
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