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Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 12:41
von kratzekatze
Bei uns gibt es ab und zu ein Pulvermilch-Fläschchen. die ersten Wochen nach der EB hat das Stillen gar nicht gut geklappt und die Hebamme war der Meinung, dass wir unbedingt zufüttern sollten (mehr Schlaf für alle, mehr Gewichtszunahme). Mittlerweile stille ich fast voll. GsD hat der Kleine keine Saugverwirrung und er bevorzugt eindeutig die Brust. Ab und zu ist es nötig, dass mein Mann füttert, wenn ich in der Uni/beim Arzt bin. Aber das ist selten. Und ich muss selber danach abpumpen, weil ich sonst platze. Der Kleine trinkt aber nur die Hälfte der empfohlenen Menge und kommt dann also auch aller 2h. Also keine Zeitersparnis.
Das ist aber nur meine Erfahrung und heißt nicht, dass das optimal ist. Bei uns hat es gut funktioniert, aber ich versuche das Zufüttern zu vermeiden.

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 13:01
von Sakura
Bechern: Hängt vom Kind ab. Meine Kleine hätte das sicher auch mitgemacht, meine Große hätte nie im Leben aus einem Becher beim Papa getrunken in dem Alter. Da musste (und muss es immer noch) die Mama sein, auch wenn sie schon lange nicht mehr stillt. Sie war auch so, dass sie keine Hungerzeichen hatte, sondern aufwachte und direkt losbrüllte, wie pfiffer beschreibt. Ich habe das Kind einfach überall mit hingenommen, und alles nicht lebensnotwendige, wo ich das Kind nicht mit hätte hinnehmen können, eben abgesagt *schulterzuck* . Mir fällt aber kaum was ein, wo ich das Kind nicht mit hätte hinnehmen können. Und solange das Baby noch nicht mobil ist, fand ich es sowieso praktisch, es "einfach" auf einer mitgebrachten, dicken, weichen Decke zu "parken". Die Zeit, wo das Baby alle zwei Stunden von der Mama abhängig ist, geht tatsächlich schnell vorbei. Auch wenn pfiffer die 6 Monatsmarke noch lang hin vorkommt, es ist nicht mehr lang hin, sondern wahrscheinlich nur noch 2-3 Monate, und dann können wichtige Termine vielleicht mit dem Angebot von Beikost überbrückt werden.

Mir fällt allerdings auch auf, dass pfiffer beschreibt, dass sie eigentlich keinen anderen zum Babysitten hat, der Papa ist verfügbar, muss aber auch arbeiten? Also, wer soll denn eigentlich das Notfallfläschchen geben bzw dann im Frühling bei Hunger Beikost oder Becher anbieten?


@ Tragen: Pfiffer, hast Du mal eine Tragehilfe ausprobiert? Viele Tragehilfen sind bei weitem nicht so eng wie ein Tuch.


@ Allergieprävention: es gelten nach wie vor die 6 Monate Vollstillen, die die WHO empfiehlt. Da Empfehlungen aber auf die Realität treffen, wurden sie für Deutschland angepasst, weil: die allermeisten Babys werden hierzulande mit spätestens 6 Monaten abgestillt. Da es empfehlenswert ist, Beikost parallel zum Stillen einzuführen, wurde der Beikoststart in D vorgezogen, damit er eben noch unter dem Schutz des Stillens stattfinden kann. Das ist ein Eingeständnis an die Realität in D. Empfehlenswert ist es nach wie vor, auf die echte Beikostreife von Babys zu warten, und solange voll zu stillen. Beikostreife tritt so um den 6. Monat herum ein, kann aber auch später kommen.

Re: AW: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 13:57
von Teazer
FuFu hat geschrieben:Ich bin keine Fachfrau, aber das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. Zur Allergieprävention sollte doch möglichst Beikost neben dem stillen eingeführt werden?! Insofern ist die Aussage mit den vier Monaten eine Fehlinterpretation der Studienlage.
Das ist korrekt.
Sakura hat geschrieben:@ Allergieprävention: es gelten nach wie vor die 6 Monate Vollstillen, die die WHO empfiehlt. Da Empfehlungen aber auf die Realität treffen, wurden sie für Deutschland angepasst, weil: die allermeisten Babys werden hierzulande mit spätestens 6 Monaten abgestillt. Da es empfehlenswert ist, Beikost parallel zum Stillen einzuführen, wurde der Beikoststart in D vorgezogen, damit er eben noch unter dem Schutz des Stillens stattfinden kann. Das ist ein Eingeständnis an die Realität in D. Empfehlenswert ist es nach wie vor, auf die echte Beikostreife von Babys zu warten, und solange voll zu stillen. Beikostreife tritt so um den 6. Monat herum ein, kann aber auch später kommen.
So ist es.
conil hat geschrieben:und danach kann man eben auch mal etwas anderes und sei es PRE geben. Natürlich ist as nicht ganz so gut wie Muttermilch, aber eben auch eine gute Form um Babys zu ernähren.
Formula ist bei nicht beikostreifen Kindern das viertbeste bzw. das schlechteste der überhaupt empfehlenswerten Nahrungsmittel. Formula hat allerdings so viele akute und langfristige Nebenwirkungen, dass sie wirklich nur gegeben werden sollte, wenn die Nummern 1 bis 3 (Stillen durch Mutter, abgepumpte Milch der Mutter, fremde Frauenmilch) nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Bei allem was man heute über die Verbindung von Magen-Darm-Trakt und Gesundheit weiß (z.B. bzgl. des Immunsystems) sollte die Abwägung der Formula-Fütterung sehr streng ausfallen. Dass dies meist nicht so gehandhabt wird, liegt am funktionierenden Marketing der Formula-Produzenten.

Formula ist keine Beikost, denn diese sollte möglichst naturbelassen, abwechslungsreich und schonend sein. All das ist Formula nicht. Sie ist auch keineswegs mit Muttermilch identisch. Ihre Zusammensetzung ist ihr nachempfunden, hat aber ganz andere Effekte auf den Magen-Darm-Trakt, die Fettspeicherung, das Immunsystem u.a.

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Ich bitte Euch, bei einem Diskussionsinteresse zu diesem Thema einen eigenen Thread aufzumachen. Wir sprengen hier gerade Pfiffers Thread. ;)

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 14:59
von tania
mein baby hat auch mit drei monaten mehrere stunden ohne zufuettern zufrieden rumgebracht. muttermilch zum fuettern (mit becher) waere da gewesen.

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 15:53
von Marissa04
Als meine kleine4 Monate alt war, bin ich auch wieder zwei Stunden zum reiten gegangen. Sie war dann bei Papa.
Ich hab vorher immer abgepumpt ( ok. Von Hand, ging gut. ) und das war da. Wurde nie gebraucht.
Ich hab sie direkt vorm gehen gestillt, war also schon fertig angezogen. Dann war sie zufrieden, und hat meist bei Papa im Tuch geschlafen.
Pulvermilch gabs nie.
Also gehen tut das schon.
Später mit der Zeit wo sie auch essen konnte und wollte, wars eh kein Ding mehr. Da gabs nur die Phase, dass sie einfach nicht bei Papa bleiben wollte. Dann ging's halt nicht.

Auf Pulver wäre ich nicht ausgewichen, dafür hätte ich dann verzichtet. So wie eben die ersten Monate, wo sie quasi dauerhaft dran war.

Erledigungen hab ich aber echt nie ohne sie gemacht, bis heute nicht. Hab da nie ein Problem gesehen, dass Kind mitzunehmen.
Nur zum reiten ging's halt nicht, weil ich mein Kind nicht alleine im Wagen stehen lasse.

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 17.12.2014, 17:50
von 08u11
Für mich wäre es schon ein zu großes Risiko, überhaupt Pulvermilch im Haus zu haben. Wenn keine da ist, stellt sich bei einem Kind unter 1 für mich gar nicht die Frage: das wird gestillt. Ich kann mich an eine Situation erinnern: Bei A. war das Stillen anfangs doch recht schwierig für mich. Er war wenige Wochen alt, ich hundermüde und mein Mann hat mich zum Stillen am späten Abend (schätze gegen Mitternacht) aus dem Tiefschlaf geweckt. Nicht ganz wach, habe ich ihn damals angepflaumt, ich könne nicht, er solle einfach eine Flasche machen :( . Gott sei Dank hatten wir dafür gar nichts im Haus. Es kam auch nie wieder vor (inzwischen kann ich auch gut im Liegen stillen, ohne dabei wirklich wach zu werden :D ). Aber wenn wir damals Pulvermilch gehabt hätten und A. die genommen hätte, wäre das wahrscheinlich bei uns der Anfang vom Ende unserer Stillbeziehung gewesen.

Zum Bechern: Bei A. hatte ich - wie gesagt - noch nicht so viel Ahnung vom Stillen, geschweige denn vom stillfreundlichen Zufüttern. Als A. vielleicht 4 oder 5 Monate alt war, war ich tatsächlich einmal im Kino und A. bei meiner Mama. Die hat selbst nie gestillt, dafür aber viel Erfahrung mit Fläschchen. Ich hatte ihr abgepumpte Mumi und Fläschchen dagelassen. A. war aber klug genug das Fläschchen zu verweigern :D und meine Mama - obwohl sie noch nie von Bechern gehört hatte, wer weiß ob überhaupt von Saugverwirrung, kam von selbst auf die Idee, den Sauger abzunehmen und ihm die Milch so einzuflößen :D . Insofern: nein, Fläschchen ist nicht immer einfacher als Bechern. Bei J. haben wir beides nicht mehr versucht. Zwei Stunden, wenn's sein musste auch drei gingen bei uns schon bald gut ohne alles - aber gut, es sind nicht alle Kinder gleich.

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 18.12.2014, 10:45
von pfiffer
So - ich lerne hier viel.
Momentan ist mein "Plan" mit der Hand auszustreichen und bei Bedarf bekommt sie dass dann mit Fläschen oder Becher - wie sie es eben nimmt. An eine Saugverwirrung glaube ich jetzt nicht mehr, kann mir aber gut vorstellen, dass sie den Flaschensauger nicht annimmt (nachdem auch jeder Schnuller in hohem Bogen wieder herauskommt).

Der Papa ist selbstständig und arbeitet auch viel von zu Hause aus. Deshalb kann er schon auf die Kleine aufpassen wenn ich den Großen abhole oder zur Physio muss und im Idealfall nebenher noch arbeiten (klappt natürlich nicht immer).
Ich habe an sich auch kein "Problem", die Kleine mitzunehmen bei Erledigungen.
Aber sie ist halt schon ein kleiner Brocken und schreit im Auto wie am Spieß. Das heißt: ich habe zittrige Nerven (vom Schreien) nach einer Autofahrt und muss dann immer noch die Babyschale herumwuchten und sofort stillen zur Beruhigung (unser Kindergarten liegt sehr "autounfreundlich" am Berg, der lange Zuweg nur fußläufig erreichbar und auch mit dem Kinderwagen kein Spaß ... Altstadt eben) oder ich bete, dass sie während einer Phyisobehandlung nicht herumgetragen werden will oder trinken möchte. Denn dann sind die 30min ganz schnell um und ich hatte nix davon. Also ganz so "easy" finde ich das alles nicht.
Einkäufe erledige ich dafür inzwischen nur noch zu Fuß in den kleineren Läden in der Stadt (und was es dort nicht gibt, bei Hamstereinkäufen ohne Baby).

Ich hatte jetzt auch geglaubt, man solle schon mit 4 Monaten Beikost in kleinen Mengen geben, damit sich der Darmtrakt daran gewöhnt während man stillt. Das es aufs parallel essen und stillen ankommt, wusste ich von meiner Hebamme. Nicht aber, dass man das Ganze doch besser erst etwas später angeht.

Tragen: von der Trageberaterin hatte ich eine emei-Tage ausgeliehen - die fand sie aber furchtbar (auch gleich Gebrüll und Gezappel).
Ich habe vom Großen noch eine Manduca da - die kann ich mal wieder ausgraben, vielleicht geht das inzwischen.

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 18.12.2014, 11:18
von Brianna
Einfach fand ich auch nicht alles. J ließ sich monatelang nicht ablegen. Wer ihn betreut hat, konnte höchstens Dinge erledigen, die mit Kind in der Trage gingen. Zu unserem Glück war er in der Trage mit Bewegung halt glücklich, solange er keinen Hunger hatte. Aber es wird besser. Er möchte schon länger nicht mehr nur getragen werden und spielt auch mal zwanzig Minuten alleine.
Pulvermilch hat er übrigens auch bekommen, da ich nur mit Pumpen anfangs nicht genug Milch hatte. Als wir davon weg waren, hätte ich um nichts in der Welt riskiert, wieder nachts Flaschen machen zu müssen. Mit etwa neun Monaten konnte ich auch meinen Spätesser mal drei Stunden bei Papa oder Oma lassen. Wenn er dann Hunger oder Durst hatte, hat er Wasser und Beikost bekommen. Er hat allerdings nur normales Essen alleine gegessen keinen Brei und bloß nicht füttern. Wenn dein Kind Brei mag geht das auch früher.
Gruß Brianna

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 18.12.2014, 12:18
von Teazer
Nein, einfach ist das wirklich nicht.

Wegen des Tragens frag wirklich im Trageforum nach. Da sitzen die Profis. ;)

Re: Pulvermilch fürs "Ausnahme"-Fläschchen?

Verfasst: 18.12.2014, 13:09
von tania
pfiffer hat geschrieben:So - ich lerne hier viel.
Momentan ist mein "Plan" mit der Hand auszustreichen und bei Bedarf bekommt sie dass dann mit Fläschen oder Becher - wie sie es eben nimmt. An eine Saugverwirrung glaube ich jetzt nicht mehr, kann mir aber gut vorstellen, dass sie den Flaschensauger nicht annimmt (nachdem auch jeder Schnuller in hohem Bogen wieder herauskommt).
eine suagverwirrung kann auch nach monaten unproblematischen stillens auftreten, gerade im alter zwischen 8 und 10 monaten sind viele kinder besonders anfaellig. fuer die eltern sieht es so aus, als habe das kind sich selbst abgestillt, aber zugrunde liegt eine saugverwirrung, das stillbeduerfnis war also noch nicht erfuellt.