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Re: AW: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsit
Verfasst: 26.11.2014, 11:16
von Schokoflocke
Bei uns hat jetzt seit zwei Tagen der Papa das Einschlafen übernommen und auch die nächtliche Betreuung. Dazu wollte er plötzlich im eigenen Zimmer schlafen. Ich bin jetzt also komplett raus aus der Schlafsache und bin ziemlich erleichtert auch wenn es emotional schwierig ist, dass ich ihm das nicht geben kann.
Es gibt viel Geschrei, aber das gab es leider vorher auch schon

Am ersten Abend war ich nicht da und mein Mann hat ihn innerhalb von 20min ins Bett gebracht. Bei uns ist der Knackpunkt, dass er keine Ruhe findet und immer wieder aufstehen will, obwohl er total müde ist. Mein Mann legt ihn also immer wieder hin, erträgt das Protestgeschrei und begleitet ihn unnachgiebig aber liebevoll bis er sich hinlegt und schläft.
Heute morgen habe ich ihn nochmal einschlafgestillt, aber sonst hat alles mein Mann gemacht inkl. Mittagsschlaf. Falls sowas bei euch möglich ist würde ich das in Erwägung ziehen. Dass ich nachts nicht mehr stillen muss ist echt eine riesige Hilfe für mich und ich kann jetzt Kraft für die Geburt und das Baby sammeln.
Da es am ersten Abend ohne mich ging haben wir alle jetzt die Gewissheit, dass es auch ohne Mama und ohne Brust geht. Es ist nur eine Frage des Durchhaltens. Ich finde das Gebrüll zwar schlimm, aber die Situation vorher war einfach für alle nicht mehr tragbar und wir hatten eben meist auch Gebrüll.
Ich hoffe das hält jetzt so, wir haben jetzt zwei Nächte durch.
Vielleicht kann dein Mann dich da irgendwie auch mehr entlasten. Die Kleinen finden das vielleicht blöd, aber wir haben eine Geburt zu schaffen und danach ein Baby an uns kleben. Da müssen die Großen dann sowieso mehr mit dem Papa auskommen.
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 26.11.2014, 20:57
von MamaBubu
Schokoflocke hat geschrieben: Bei uns ist der Knackpunkt, dass er keine Ruhe findet und immer wieder aufstehen will, obwohl er total müde ist.
Das ist bei uns genauso. Nur leider schafft es mein Partner nur selten sie zur Ruhe zu bringen. Sie will ein Buch nach dem anderen von ihm vorgelesen bekommen und es gab in den vergangenen Wochen immer wieder Abende, an denen ich weg war und erst gegen 22.30 oder 23 Uhr nach Hause kam und sie immer noch wach war. Das ist für ihren Papa total frustrierend und nach einem langen Arbeitstag auch echt anstrengend. Ich glaube, er hat auch einfach Angst, dass sie sich in einen Schreianfall rein steigert, wenn er nicht noch ein Buch und noch ein Buch vorliest. Das hatten wir nämlich auch schon, dass ich nach Hause kam und sie hatte eine dreiviertel Stunde wie am Spieß geschrien und war völlig aufgelöst. Ich habe sie gestillt, sie ist eingeschlafen und hat noch im Schlaf fast eine Stunde lang geschluchzt.
Ich drück dir die Daumen, dass es sich bei euch gut einpendelt und bald auch ohne Weinen geht. Eine Freundin von mir hat eine Woche immer abends die Wohnung verlassen, weil es halt auch besser geklappt hat, wenn sie nicht da war. Halt mich mal auf dem Laufenden, würde mich interessieren wie es bei euch weiter geht!
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 27.11.2014, 10:08
von Schokoflocke
Mein Sohn würde auch ein Buch nach dem anderen lesen, wenn wir ihn lassen würden. Das bringt ihn auch nicht zur Ruhe. Ich glaube da muss dein Partner einfach hart bleiben und das Geschrei ertragen

Oder ein Buch auf dem Sofa lesen und danach ins Bett und dort keins mehr. Wir haben die Bücher auch neben dem Bett weggeräumt, dass er sie nicht mehr sieht. Auch das tolle Bauernhofposter vom Bett weggemacht, weil er sonst ständig wieder angefangen hat zu erzählen, was alles drauf ist. Jetzt hat er nur noch seine zwei Kuscheltiere und was zu trinken im Bett und selbst da fängt er immer wieder an den Kuscheltieren was zu trinken zu geben, sie zu knuddeln usw. Aber das wollen wir ihm nicht wegnehmen, irgendwas zum Festhalten braucht er.
Ich kenne das gut, dass es in hysterischem Geschrei endet, wenn er nicht bekommt was er will. Da ist nix mit 5 min weinen und dann schläft das Kind friedlich. Aber manchmal kommen wir einfach nicht anders da raus als das Gebrüll zu ertragen und bei ihm zu sein. Klappt auch nicht immer, klar. Heute morgen zum Beispiel war er noch total unausgeschlafen und wir haben ihn nach dem Frühstück wieder hingelegt. Da hat es dann auch erst mit der Brust wieder geklappt. Aber gestern Abend hat er gar nicht geweint, obwohl er sich schwergetan hat mit dem Einschlafen. Ich sehe also eine leichte Tendenz, dass es besser wird und mit jedem Mal, dass der Papa hinbekommt, wird er auch selbstbewusster, dass es wieder klappen kann. Und dieses Selbstbewusstsein und eine entsprechende Ruhe des ins Bett bringenden Elternteils ist glaube ich total wichtig. Ich merke das selbst, wenn ich emotional nicht ausgeglichen bin (was öfter mal vorkommt in der SchwaScha), dann schaffe ich es überhaupt nicht, ihn ruhig und gelassen zu begleiten, wenn es schwierig wird.
Ich finde es selbst total frustrierend, dass es kein Geheimrezept gibt, das Kind ohne Geschrei ins Bett zu bringen und mich nerven diese Floskeln (ihr müsst da hart bleiben, zieht es durch, die Eltern müssen, blablablabla) auch unendlich, weil es einfach so oft nicht funktioniert hat und einem keiner sagen kann, was man da eigentlich durchziehen soll, so ganz konkret. Aber im Moment sieht es so aus als wäre unser Weg Null Ablenkung, immer wieder Hinlegen, Musik aus dem Babyfon und Durchhaltevermögen seitens des Erwachsenen.
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 11.12.2014, 19:55
von Schokoflocke
Wie geht's euch denn mittlerweile?
Wir ziehen jetzt die Papa-Methode seit über zwei Wochen durch und ich glaube wir haben einen Durchbruch. Die letzten Abende gabs überhaupt kein Weinen mehr, sondern er hat sich einfach an den Papa gekuschelt und ist eingeschlafen. Für uns hat sich der Gang durch das Tal der Tränen wirklich gelohnt und er schläft jetzt sogar teilweise durch. Mittagsschlaf klappt noch nicht so, aber ich glaube fest daran, dass wir das auch noch in den Griff kriegen. Man merkt bei ihm wirklich, dass er einfach lernen musste wie man einschläft ohne sich selbst die ganze Zeit wach zu halten. Am besten geht das wirklich ohne jede Ablenkung bei uns. Heute Abend habe ich ihn ins Bett gebracht, das erste Mal seit unserem Tausch (mein Mann ist auf einer Weihnachtsfeier) und es hat sogar auch geklappt. Er wollte zwar stillen, aber hat dann auch akzeptiert als Schluss war und ist so eingeschlafen. Hat zwar länger gedauert als bei meinem Mann, aber ich bin so froh, dass es überhaupt ohne Tränen ging. Und es war total schön ihn mal wieder bettfertig zu machen und zu kuscheln beim Einschlafen. Auch wenn ich ziemlich nervös war, ob es klappt.
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 11.12.2014, 20:42
von MamaBubu
Hallo Schokoflocke!
Das ist ja wirklich toll! Oh Mann, vielleicht sollten wir auch mal konsequent so etwas durchziehen....
Bei uns ist alles beim Alten. Ich stille sie in den Schlaf und versuch dabei möglichst geduldig zu bleiben. Lenke mich mit Handy oder dem Ebook-Reader ab. Mal ist es einfach und geht schnell, mal bin ich ganz genervt und kurz davor sie abzudocken. Gestern hat es 45min gedauert, das war mal wieder eine ziemliche Geduldsprobe. Da ich aber weiß, dass das was danach käme viel schlimmer, anstrengender und langwieriger wäre, schaffe ich es meistens es auszuhalten...
Heute morgen um fünf hatte ich nicht genug Geduld, zur Strafe war die Nacht dann vorbei und wir hatten beide ziemlich schlechte Laune.
Tja, im Moment ist wohl auch wieder nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente, so kurz vor der Geburt des Babys.
Bisher habe ich es irgendwie nie geschafft ihr Schlaf-und Stillverhalten aktiv und vorsätzlich in eine bestimmt Richtung zu beeinflussen. Obwohl ich schon oft dachte: Ich kann nicht mehr, so gehts nicht weiter! Irgendwie habe ich trotzdem immer durchgehalten, bis es sich von selbst verändert hat. Zum Beispiel habe ich, als sie nachts alle ein bis zwei Stunden wach wurde, viel über das nächtliche Abstillen nach Gordon gelesen und nachgedacht, aber irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt. Und dann fing sie plötzlich an immer länger am Stück zu schlafen. Inzwischen schläft sie sogar manchmal (leider nur manchmal!) 11oder 12 Stunden durch. Leider kann man sich aber nicht drauf verlassen und weiß es halt nie vorher.
Übrigens: Mein Partner ist auch grade auf der Weihnachtsfeier.
Bist du auch schon so aufgeregt, wegen der bevorstehenden Geburt? Mal sehen wer von uns zuerst sein Baby hat....
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 12.12.2014, 14:40
von Schokoflocke
Ich bin auch ziemlich aufgeregt. Vor der 1. Geburt wurde ich nochmal ganz ruhig und gelassen, aber diesmal sieht es bisher nicht danach aus. Ich bin eher nervös, auch wegen der Feiertage und dem kleinen großen Bruder.
Bisher haben wir auch nie an seinem Schlafverhalten rumerzogen, sondern ihn einfach so gelassen. Durchgeschlafen hat er vorher eigentlich nie und auch oft nachts noch gestillt. Nur wurde es mittlerweile so unbefriedigend für uns alle (er war ja auch nicht glücklich damit), dass er Leidensdruck hoch genug war, einfach konsequent durchzuziehen. Ich glaube, Experimente bringen auch nicht unbedingt was, eher einmal festlegen und dann durchziehen, mindestens 1 Woche, eher 2. Ich wusste nur früher nie, was wir eigentlich durchziehen sollen, da ja nichts wirklich funktioniert oder geholfen hat. Aber im Endeffekt war es jetzt anstrengend, aber im Grunde simpel.
Mittlerweile klappt Einschlafstillen bei uns auch so gut wie gar nicht mehr. Der vermeintlich leichte Ausweg ist also weg und wir müssen es jetzt so hinkriegen.
Ich bin sehr gespannt wie das dann mit dem Baby wird. Ich rechne ja schon damit, dass die veränderte Situation auch Rückschläge mit sich bringt. Aber ich denke, wenn wir das einmal hingekriegt haben, dann auch wieder.
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 12.12.2014, 20:54
von MamaBubu
Klingt auch echt als ob es sich lohnt! Wir müssten uns halt mal aufraffen was zu verändern. Aber da sie seit Mitte September in die Krippe geht und jetzt das Baby bald kommt, habe ich nicht das Gefühl ihr noch mehr zumuten zu können. Vielleicht traue ich ihr aber auch zuwenig zu? In der Krippe schläft sie ja auch ohne Stillen. Im Endeffekt ist es ja einfach nur Gewohnheit... Wenn ich höre wie gut es bei euch geklappt hat, frag ich mich mal wieder, ob ich nicht mir zuviel zumute und wir es nicht auch verändern sollten. Vor allem jetzt grade, wo sie wieder mal ewig braucht zum einschlafen und ich schon gar keine Geduld mehr habe!

Re: AW: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsit
Verfasst: 12.12.2014, 21:05
von Schokoflocke
Das könnt nur ihr entscheiden, richtig und falsch gibt es nicht!
Klar ist das im Moment viel neues für deine Kleine. Ich kann ja nur unsere Erfahrungen berichten und meinem Sohn geht es jetzt auch besser mit dem Schlafen, nicht nur uns. Es ist erstmal ein "zumuten", aber wenn es klappt doch für alle einfacher. Aber jedes Kind und jede Familie ist anders.
Re: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsituati
Verfasst: 13.12.2014, 00:09
von MamaBubu
Ich habe vorhin nach etwa einer Stunde aufgegeben und an den Papa übergeben, als ich merkte, dass ich immer genervter und langsam sogar aggressiv wurde. Erst hat sie sehr geweint und ich wäre wahrscheinlich schon nach zwei Minuten zurück gegangen, aber in dem Moment kam ein Anruf und während ich telefoniert habe, hat sie sich beruhigt und ist schließlich eingeschlafen!

Leider hustet sie jetzt wieder. Das wird dann wohl wieder mal eine eher unruhige Nacht.

Hoffe das wird jetzt nicht wieder schlimmer! Ein krankes Kind ist das letzte was ich jetzt brauche!
Re: AW: Schwanger und verzweifelt wegen Still- und Schlafsit
Verfasst: 13.12.2014, 07:02
von Schokoflocke
Das ist doch ein Anfang, super! Je häufiger Papa und Kind das hinkriegen, desto sicherer werden sie auch. Ich kenne diese aggressiven Gefühle auch gut. Dieses Nuckeln und Zwicken (bei uns) und das Gefühl durchhalten zu müssen war furchtbar.