Anna nimmt zu langsam zu. Sie schafft es nicht, sich an der Brust satt zutrinken - vielleicht würde meine Milch ausreichen (wobei ich das mittlerweile auch nicht mehr denke), auf jeden Fall ist es zu anstrengend für sie.
Stillen ist nicht anstrengender als das Trinken aus der Flasche (sogar im Gegenteil), nur verlangt es eine andere Technik. Dein Baby KANN schlicht und einfach im Moment nicht besser trinken, da es durch die Flaschenfütterung saugverwirrt ist.
Im KH haben wir Stillproben gemacht - das wirkte erst gar nicht so schlecht, doch sie kam nicht auf die Milch, die sie brauchte und nahm sogar ab (ja, zur gleichen Zeit unter gleichen Umständen gewogen)
Eine einzelne Stillprobe und zwei einzelne Wiegewerte sagen leider garnichts aus. Du ißt ja auch mal einen riesen Teller Nudeln und dann nur eine Kiwi. Würde man bei der Kiwi eine "Essprobe" machen, würde man denken, du verhungerst und andersherum nur bei den Nudeln, würde man dich auf Diät setzen. Wenn Stillproben, dann richtig und zwar über 24 h bei allen Mahlzeiten. Dies ist wirklich nur in ganz, ganz wenigen Fällen sinnvoll, da es totalen Stress für Mutter und Kind bedeutet.
Also haben wir zugefüttert. Außerdem sollte ich nicht mehr im zwei Stunden Abstand stillen, wenn ich die Kleine dazu wecken musste. Wenn sie selbst wach wurde, trank sie wirklich viel kräftiger und ausdauernder.
Oje, die haben dir ja einen ganz schönen Mist erzählt. Umso häufiger du stillst, umso mehr Milch hast du. Gefühlt trinkt das Kind natürlich weniger, bekommt aber insgesamt mehr Milch. Als Beispiel: Wenn es nur alle 4 h 100 ml trinkt, sind das 600 ml am Tag. Trinkt es alle 2 h 60 ml (also bei einer Mahlzeit viel weniger), sind es aber 720 ml in 24 h, also 120 ml mehr. Außerdem regt häufiges Anlegen die Milchproduktion besser an. Hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Wird häufig nachgefragt, wird einfach mehr Milch gebildet. Stillabstände verlängern ist der sichere Weg zum Abstillen.
Nach jeder Still-Mahlzeit hat Anna hinterher die Flasche bekommen, um sich satt zu trinken - meist zwischen 20 und 60 ml hat sie dann noch getrunken. Insgesamt war sie erst bei 85 ml und nun ist sie bei meist 110ml insgesamt pro Mahlzeit.
Das sind riesige Mengen für so ein kleines Baby.
Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:
jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
Bei 10-12 Stillmahlzeiten bist du dann bei 50-80 ml (grob geschätzt).
Die Babys trinken deswegen soviel aus der Flasche, da der harte Sauger den SaugREFLEX auslöst und die Kinder saugen MÜSSEN. Sie können nicht anders. Selbst ein sattes Baby trinkt deswegen oft noch aus der Flasche weiter, weil es nicht anders kann, als zu saugen.
Warum ich abstillen möchte? Weil ich das Gefühl habe, meine Muttermilch schadet ihr.
Da haben dir die Ärzte den allergrößten Unfug erzählt. Hier mal richtiges Wissen:
jusl hat geschrieben:
"Muttermilch-Gelbsuch" oder "langanhaltende Gelbsucht" oder "spät einsetzende Gelbsucht" tritt häufiger auf als bislang angenommen. Aus dem Handbuch für die Stillberatung zitiert:
Ein Drittel der gestillten Neugeborenen im Alter von 2-3 Wochen hat eine klinische Gelbsucht [...]. Ein weiteres Drittel der gestillten Neugeborenen hat erhöhte Bilirubinwerte[...] ohne das Auftreten sichtbarer Symptome einer Gelbsucht. [...] Es gibt Beweise dafür, dass eine verlängerte Gelbsucht durch einen Bestandteil in der Milch der meisten Mütter bedingt wird, der beim Baby die Aufnahme des Bilirubins durch den Darm erhöht. (((Anmerkung jusl: Früher wurden dann Stillpause oder Erhitzen der Milch auf 56°C empfohlen, um Muttermilchgelbsucht von pathologischer Gelbsucht unterscheiden zu können. Dies wird heute jedoch nicht mehr empfohlen, wenn die Bili-Werte unter 20 mg/dl bleiben. Hier kann einfach weiter nach Bedarf gestillt werden, ohne weitere Behandlung))) Bei einem gesunden, voll ausgetragenen Baby wurden keine kurz- oder langfristigen gesundheitlichen Folgen mit Werten unterhalb von 23 bis 29 mg/dl in Verbindung gebracht.
WARUM es nach drei Monaten aufhört, ist nicht genau bekannt - vermutlich liegt dies einfach an der zunehmenden körperlichen Reife des Kindes. Bekannt ist schlicht, DASS es bis zu drei Monaten dauern kann, bis lang anhaltende Gelbsucht weg ist. Und diese ist, wie gesagt, nicht als pathologisch, sondern als physiologische Normvariante einzuordnen, die keiner weiteren Behandlung bedarf, insb. wenn die Werte unter 20 mg/dl bleiben.
Ich wünsche mir, dass der Biliwert jetzt schnell runtergeht und sie einfach richtig fit wird. Heute komme ich mit den "Knötchen" allerdings besser klar und kann mir doch gut vorstellen, noch weiter zu stillen und mit der Flasche nachzufüttern.
Damit dein Kind mehr Mumi bekommt, solltest du mindestens 10-12 mal in 24 stillen und stillfreundlich nachfüttern. Das ist soooo wichtig, wenn du weiter stillen willst. (Wenn nicht, ist es egal)
Im Moment würde ích es nicht wagen, in einem anderen Rhythmus zu stillen oder weniger zuzufüttern.
Junge Babys haben keinen Rhythmus. Deswegen sollte man sie nach Bedarf stillen, aber mindestens 10-12 mal pro Tag. Häufigeres Stillen führt nur zu mehr Milch (im Babybauch und in der Mamabrust). Weniger zufüttern solltest du auch nur, wenn du dich von einer Stillberaterin unter täglicher Gewichtskontrolle begleiten lässt. Dann kann man jederzeit sicher sein, dass dein Baby genug Milch bekommt, auch wenn man anfängt die Pre zu reduzieren.
Ich möchte alles tun, dass wir nicht nochmal stationär ins KH müssen. Das war echt schlimm, zumal es nun unseren Sohn auch richtig mitgenommen hat. Es wäre schlimm, wenn wir nochmal wegmüssten. Drei KH-Aufenthalte in 3 Wochen sind mehr als genug.
Das kann ich nachvollziehen. Und unter einer guten Begleitung (z.B. hier bei mir im SuT

) würde das auch nicht passieren. Jedenfalls nicht, wegen zu wenig Milch.
Wenn Anna an der Brust wach trinkt, trinkt sie sehr kräftig. Man hört die Milch richtig gluckern. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass sie die Flasche vorzieht. Bei meinem Sohn war es genauso. Im Gegenteil, er wollte sogar lieber an der Brust trinken. Erst nach drei Monaten änderte sich das, da hatte ich aber schon kaum noch Milch. Konnte nur noch 20 ml abpumpen.
Das ist oft so. Mit 3-4 Monaten bevorzugen manche Kinder die Brust und lehnen die Flasche ab, die allermeisten stillen sich aber in Richtung Flasche ab. Die Abpumpmenge hat aber nichts, rein garnichts, mit deiner Milchmenge zu tun. Ich kann maximal 10 ml abpumpen und habe drei Kinder voll gestillt.
Könnte man noch einen Versuch zum Vollstillen wagen, wenn die kleine die Gelbsucht soweit überwunden hat, dass sie ohne einzuschlafen an der brust trinkt? Das würde ich dann gerne versuchen.
Umso früher du den Versuch "wagst", umso höher die Erfolgsaussichten. Mit täglich geposteten Daten (Gewicht, Zufüttermenge, Stillhäufigkeit und Windelanzahl) ist sichergestellt, dass dein Baby genug Milch bekommt. Und damit sie an der Brust nicht einschläft helfen dir die
Wecktipps für schläfrige Babys und
Wechselstillen.
Vielen Dank für dein Hilfsangebot, wie auch immer ich mich entscheide!
Das steht (wie auch immer du dich entscheidest).
P.S.: Es ist sehr schade, dass Väter nicht auch stillen können. Mein Mann genießt es sehr, Anna mit der Flasche füttern zu können..
Doch, können sie (ist wirklich möglich, es gab mal hier einen Thread dazu). Dein Mann kann Anna aber auch mit dem Becher füttern und ihr mit Tragen, Singen, Kuscheln viel, viel Nähe und Liebe geben. Er kann im Prinzip all das, was du auch kannst, nur dass er keinen "Sauger" hat. Mein Mann fand das nie schlimm. Er hat dafür ganz viel im Tuch getragen und nur er hat mit den Babys gebadet. Das war sein Papaprivileg. Ich durfte stillen und er baden. Fanden wir beide schön und fair aufgeteilt. Er war froh, dass er nachts immer schlafen durfte, weil Mama ja die Nahrungsquelle war. Sehr praktisch für ihn
Ich habe es noch nicht aufgegeben, dass ich dich doch noch überzeugen kann. Mal sehen, ob ich es schaffe...
Ganz liebe Grüße
deidamaus