Schnuller
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Nachillo
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Re: Schnuller
....kurz reinguck: spannende Diskussion! Viele der obigen Zeilen (Belege, Hinweise etc.) waren mir nicht bekannt.
- Carraluma
- alter SuT-Hase
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Re: Schnuller
Ich möchte bei Blueberry unterschreiben!
Ich habe nichts gegen sinnvollen Schnullereinsatz, aber ich finde es immer wieder schlimm, dass Schnuller als beinahe essentiell für Babies dargestellt werden. Dazu gab es vor einiger Zeit auch schon folgenden Thread:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=181969
Gerade das oft gehörte Argument, mein Baby braucht einen Schnuller, weil es noch nuckeln will ohne zu trinken lässt mich immer an den Spruch denken: Ich konnte nicht länger stillen, weil nach xy Wochen\Monaten keine Milch mehr kam. Es mag Ausnahmen geben, aber die meisten Babies können nach einiger Zeit Nuckeln ohne dass (viel) Milch kommt!
Also wie auch beim Stillen/Nicht-Stillen: Für welches Eltern-Kind-Paar der Schnuller passt, entscheiden nur sie. Man sollte sich nicht dafür rechtfertigen müssen.
Ich habe nichts gegen sinnvollen Schnullereinsatz, aber ich finde es immer wieder schlimm, dass Schnuller als beinahe essentiell für Babies dargestellt werden. Dazu gab es vor einiger Zeit auch schon folgenden Thread:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=181969
Gerade das oft gehörte Argument, mein Baby braucht einen Schnuller, weil es noch nuckeln will ohne zu trinken lässt mich immer an den Spruch denken: Ich konnte nicht länger stillen, weil nach xy Wochen\Monaten keine Milch mehr kam. Es mag Ausnahmen geben, aber die meisten Babies können nach einiger Zeit Nuckeln ohne dass (viel) Milch kommt!
Also wie auch beim Stillen/Nicht-Stillen: Für welches Eltern-Kind-Paar der Schnuller passt, entscheiden nur sie. Man sollte sich nicht dafür rechtfertigen müssen.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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jusl
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Re: Schnuller
Blueberrys Ausführungen möchte ich ebenfalls unterstreichen, versehen mit dem Hinweis, dass z.B. meine nach Bedarf gestillten Zwillinge komplett ohne Schnuller und Daumen aufgewachsen sind und keineswegs viel geschrien haben - ganz im Gegenteil. Sie waren sehr angenehm-einfach zu betreuende, rundum zufriedene Babys. Es gab in all den Jahren keine einzige Sitation, in der ich dachte "ach, hätten wir doch nen Schnuller genommen" oder sowas.blueberry hat geschrieben: Ich kann Dir versichern, dass beides nicht zutrifft und dass es durchaus möglich ist, Babys glücklich und zufrieden ohne künstliche Sauger, Nuckelpüppchen, Daumenlutschen o.ä. aufwachsen zu lassen. Ich kenne mehrere davon allein in meinem engsten Bekanntenkreis (meine eigenen beiden eingeschlossen - die hatten nie auch nur einen Schnuller in der Hand) - und keines dieser Kinder hat "viel geweint".
Selbstverständlich ist "irgendwann jedes Kind mal satt" - wäre ja schlimm, wenn nicht. Wenn man sie von künstlichen Saugern ungestört das Stillen lernen lässt, haben die meisten Babys aber recht schnell den Dreh raus, wie man an der Brust nuckelt OHNE einen weiteren Milchspendereflex auszulösen. Babys können wenn sie möchten an der Brust DAUERnuckeln ohne dabei nennenswerte Mengen an Milch zu sich zu nehmen - und bei Bedarf auch wieder "umschalten" auf effektives Saugen und Schlucken, ohne vorher abzudocken.
Von diesem Einzelfallbericht abgesehen möchte ich darauf hinweisen, dass IM NORMALFALL Saugbedürfnis und Hunger zusammenfallen bzw. einander ja gerade entsprechen. Alles andere wäre auch dumm eingerichtet von der Natur.
Selbstverständlich mag es Ausnahmen geben, aber NORMALERWEISE zeigt ein Säugling gerade ein solches Saugbedürfnis, dass er so viel saugt, wie eben notwendig ist, um seine Ernährungsbedürfnisse zu stillen.
Es ist NICHT der Normalfall, dass Babys grundsätzlich mehr saugen wollen, als sie zum Sattwerden benötigen oder sowas, und deshalb entweder künstliche Sauger, Daumen, oder ausgefeilte Spezialtrinktechniken ("nuckeln ohne trinken") her müssten.
Sondern normalerweise passt das alles gut zusammen.
LG
Julia
- Mutterhenne
- Profi-SuTler
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- Registriert: 03.04.2014, 15:13
Re: Schnuller
...ich bin ganz begeistert, welch interessante Diskussion ich hier losgetreten habe - Dank an alle, die sich beteiligen
!
Ich halte evolutionär grundierte Argumente für ziemlich plausibel, wenn es um Fragen nach essentiellen kindlichen Bedürfnissen geht (und in der Regel sind sie auch ziemlich gut geeignet, skeptische Stimmen ganz schnell zum Verstummen zu bringen - zumindest in meiner Gegenwart
). Stimmt schon: Wäre 'schnullern' essentiell, dann hätten Frauen eine dritte Brust, aus der keine Milch kommt
Aber Menschen sind ja als Kulturbildner sozusagen 'von Natur aus künstlich', und schon Babys bis zu einem gewissen Grad 'Kulturwesen', d.h.: geprägt von der spezifischen historisch-kulturellen Situation, in der sie aufwachsen (Stichwort: Alltagsbedingungen; die sind ja auch stark kulturabhängig). Deshalb würde mich's schon interessieren, seit wann es eigentlich Schnuller o.ä. gibt. Ist das eine Erfindung des 19./frühen 20. Jh., wie das Gebären im Liegen und die Trennung von Mutter und Kind beim Schlafen? Oder hatten schon die Assyrer Schnullerähnliches im Einsatz?
Ist nur ne Interessensfrage; vielleicht kennt sich jemand mit der Geschichte des außerbrüstlichen Nuckelns
aus?? Küken und ich werden wahrscheinlich trotzdem versuchen, längerfristig ohne Schnuller auszukommen bzw. den Schnuller zur 'Papabrust' werden zu lassen, denn die statistischen Zusammenhänge zwischen Schnullereinsatz und frühzeitigem/vorzeitigem Abstillen sind ja signifikant, und die letzten Tage (Schnupfen beim Küken, daher Trink-Unlust) bestätigen mich persönlich in meiner Ahnung, dass es für unsere spezifische Situation die bessere Lösung wäre. Aber verwerflich finde ich den Schnuller auf keinen Fall; es gibt sicherlich Stillpaare, bei denen die Kombi gut funktioniert 
LG in die Runde
Mutterhenne
Ich halte evolutionär grundierte Argumente für ziemlich plausibel, wenn es um Fragen nach essentiellen kindlichen Bedürfnissen geht (und in der Regel sind sie auch ziemlich gut geeignet, skeptische Stimmen ganz schnell zum Verstummen zu bringen - zumindest in meiner Gegenwart
Ist nur ne Interessensfrage; vielleicht kennt sich jemand mit der Geschichte des außerbrüstlichen Nuckelns
LG in die Runde
Mutterhenne
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)
Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
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Animay
- möchten wir nicht mehr missen
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- Registriert: 28.12.2013, 06:01
Re: Schnuller
Hallo Julia, hallo Blueberry,
toll dass Ihr Experten Euch auch in die Diskussion mit einschaltet. Darf ich Euch etwas fragen? Ich beobachte das Töchterchen jetzt schon die ganze Zeit argwöhnisch, ob sie nun mit dem Daumennuckeln anfängt. Aber eigentlich nuckelt sie nie oder wenn dann nur kurz aus Zufall- meistens kaut sie auf der rechten Kieferseite rum. Und: Sie nimmt ihn meist in entspannten Situationen in den Mund, eigentlich wäre es bei einem Nuckel- (Beruhigungs-)bedürfnis ja eher in Stress-Situationen so, oder? Kann das jetzt auch einfach nur Ausdruck der oralen Phase sein?
Mein Freund ist wie immer tiefenentspannt und sagt, dass wir wegen so einem bisschen rumkauen den Schnuller nicht wieder ausmotten. Und ich WILL das Ding ja eigentlich gar nicht, wie Ihr wisst. Aber der Daumen landet schon ziemlich oft in ihrem Mund...
... Und damit kommen natürlich die Sorgen, dass da jetzt eine Gewohnheit entsteht, die ich so einfach nicht mehr abgewöhnen kann. Jetzt frage ich mich, wie ich mich am Besten verhalten soll, könnt Ihr mir sagen wie Ihr als Mütter und Stillberaterinnen handeln würdet? Tiefenentspannt abwarten und wenn es wirklich ein Nuckeln wird, dann den Schnuller anbieten? Momentan nehme ich ihr immer nur lieb den Finger aus dem Mund, wenn ich es sehe. Aber hach... Mir sagen so viele, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Kleine nochmal eine Saugverwirrung entwickelt, einfach weil sie jetzt schon so viel älter ist. Und ich würde den Schnuller ja nicht verantwortungslos zum einfach-nuckeln-und-ruhigstellen nehmen, sondern nur dann wenn.. ja wann eigentlich? Hm...
lg
Animay
toll dass Ihr Experten Euch auch in die Diskussion mit einschaltet. Darf ich Euch etwas fragen? Ich beobachte das Töchterchen jetzt schon die ganze Zeit argwöhnisch, ob sie nun mit dem Daumennuckeln anfängt. Aber eigentlich nuckelt sie nie oder wenn dann nur kurz aus Zufall- meistens kaut sie auf der rechten Kieferseite rum. Und: Sie nimmt ihn meist in entspannten Situationen in den Mund, eigentlich wäre es bei einem Nuckel- (Beruhigungs-)bedürfnis ja eher in Stress-Situationen so, oder? Kann das jetzt auch einfach nur Ausdruck der oralen Phase sein?
Mein Freund ist wie immer tiefenentspannt und sagt, dass wir wegen so einem bisschen rumkauen den Schnuller nicht wieder ausmotten. Und ich WILL das Ding ja eigentlich gar nicht, wie Ihr wisst. Aber der Daumen landet schon ziemlich oft in ihrem Mund...
lg
Animay
Animay mit der "großen" Zaubermaus (11/2013) und dem kleinen Engelchen (03/2016)
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Schnuller
Hallo Animay,
Du schreibst nirgends, dass Dein Kind richtig am Daumen SAUGT, sondern nur dass es darauf herumkaut. Hast Du selbst als Kind im Daumen genuckelt? Ich schon, das ist wirklich SAUGEN. Mit ausdauerndem Vakuum und Lippenschluss. Und selbstverständlich immer derselbe Daumen, der andere fühlte sich völlig falsch an.
Von daher, wenn einfach nur die Finger oft in den Mund wandern, zum Kauen, Spielen, Fummeln,... Relax! Völlig normal! Ich würde da üüüberhaupt nix machen. Und wenn Dein Baby gelegentlich am Daumen nuckelt, also "richtig" saugt, z.B. zum Einschlafen, dann würde ich ebenfalls nix tun.
Lediglich wenn sehr häufig am Daumen genuckelt wird (also so "richtig"), im Kleinkindalter, über lange Zeiträume hinweg, dann würde ich die Hand immer wieder mal rausführen, einfach damit sich das Kind nicht so sehr daran gewöhnt, den Daumen immer drin zu haben. Deswegen einen Schnuller einführen, würde ich aber glaube ich auch nicht...
(ich hab übrigens das Daumennuckeln erst angefangen, als ich erfolgreich(!) und problemlos(!) meinen Schnuller abgewöhnt gekriegt habe...)
Ich rate also zur Entspannung.
LG
Julia
Du schreibst nirgends, dass Dein Kind richtig am Daumen SAUGT, sondern nur dass es darauf herumkaut. Hast Du selbst als Kind im Daumen genuckelt? Ich schon, das ist wirklich SAUGEN. Mit ausdauerndem Vakuum und Lippenschluss. Und selbstverständlich immer derselbe Daumen, der andere fühlte sich völlig falsch an.
Von daher, wenn einfach nur die Finger oft in den Mund wandern, zum Kauen, Spielen, Fummeln,... Relax! Völlig normal! Ich würde da üüüberhaupt nix machen. Und wenn Dein Baby gelegentlich am Daumen nuckelt, also "richtig" saugt, z.B. zum Einschlafen, dann würde ich ebenfalls nix tun.
Lediglich wenn sehr häufig am Daumen genuckelt wird (also so "richtig"), im Kleinkindalter, über lange Zeiträume hinweg, dann würde ich die Hand immer wieder mal rausführen, einfach damit sich das Kind nicht so sehr daran gewöhnt, den Daumen immer drin zu haben. Deswegen einen Schnuller einführen, würde ich aber glaube ich auch nicht...
(ich hab übrigens das Daumennuckeln erst angefangen, als ich erfolgreich(!) und problemlos(!) meinen Schnuller abgewöhnt gekriegt habe...)
Ich rate also zur Entspannung.
LG
Julia
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warmbäuchlein
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 31.03.2014, 21:20
Re: Schnuller
Vorweg: Ich habe nicht alles gelesen, möchte aber meine Gedanken und Erfahrungen zum Schnuller schreiben.
Ich bin pro Schnuller eingestellt.
Mein Sohn hatte ein extremes Nuckelbedürfnis und hat mir 2-3 Monate echt jeden Schlaf geraubt, da er nur nuckelnd an der Brust schlief. Ich durfte mich keinen mm bewegen. Ich habe immer und immer wieder versucht ihm nachts den Schnuller zu geben und wäre sehr froh darum gewesen. Aber er hat ihn nur im Tragetuch tagsüber genommen
Sicher: Das Kind braucht den Schnuller nicht und er ist nicht natürlich sondern ein Brustersatz. Aber für mich als Mutter, wäre es sehr angenehm und erholsam gewesen. Ich lebe auch nicht mehr, wie unsere wilden Vorfahren - keine Sippschaft, die mir hilft und auch sehr verweichtlicht und Komfort gewohnt - viel zu viel Zeit um das Kind rund um die Uhr zu betüdeln, anstatt es nebenher zu schleppen, während ich schaue, dass wir nicht verhungern oder wir gefressen werden...
Also ich bin total für den Schnuller, wenn - oder weil - er der Mutter gut tut.
Ich verstehe ehrlich nicht, warum der Schnuller teilweise so verteufelt wird.
Inzwischen habe ich nach endlosen Versuchen mit 6 Monaten den Schnuller komplett abgeschafft. Er wollte ihn ohnehin nie, aber ich musste mich von der Idee "Schnuller rein und Ruhe" (jetzt überspitzt ausgedrückt
) lösen. Ich finde, dass mein Sohn sehr ausgeglichen wirkt und ich denke daher, dass die beste Zeit zum abgewöhnen des Schnullers sicher vor dem ersten Geburtstag ist. Er ist jetzt ja schon so groß, dass ich ihn oft bei leichtem Meckern mit Singen, Spiegelschauen, selten ein kleines "Naschi" (=Obststückchen) oder auch mit Spielzeug oder was auch immer ablenken kann. Wenn er sehr quengelig wird, kommt er an die Brust - was langfristig sicher ein Problem geben wird... aber das lasse ich erst mal auf mich zukommen.
Übrigens sprechen mich seit einiger Zeit auch sehr viele Leute an, wie zufrieden und ausgeglichen er wirkt. Er ist wirklich ein kleiner Sonnenschein. Kann also nicht sagen, dass schnullerlose Kinder viel weinen
Achja, er schläft noch immer sehr viel nuckelnd an der Brust... Aber ich schlafe dabei inzwischen sehr gut, weil er auch nicht mehr so extrem dauernuckelt...oder ich es schon gewohnt bin....
Ich bin pro Schnuller eingestellt.
Mein Sohn hatte ein extremes Nuckelbedürfnis und hat mir 2-3 Monate echt jeden Schlaf geraubt, da er nur nuckelnd an der Brust schlief. Ich durfte mich keinen mm bewegen. Ich habe immer und immer wieder versucht ihm nachts den Schnuller zu geben und wäre sehr froh darum gewesen. Aber er hat ihn nur im Tragetuch tagsüber genommen
Sicher: Das Kind braucht den Schnuller nicht und er ist nicht natürlich sondern ein Brustersatz. Aber für mich als Mutter, wäre es sehr angenehm und erholsam gewesen. Ich lebe auch nicht mehr, wie unsere wilden Vorfahren - keine Sippschaft, die mir hilft und auch sehr verweichtlicht und Komfort gewohnt - viel zu viel Zeit um das Kind rund um die Uhr zu betüdeln, anstatt es nebenher zu schleppen, während ich schaue, dass wir nicht verhungern oder wir gefressen werden...
Also ich bin total für den Schnuller, wenn - oder weil - er der Mutter gut tut.
Ich verstehe ehrlich nicht, warum der Schnuller teilweise so verteufelt wird.
Inzwischen habe ich nach endlosen Versuchen mit 6 Monaten den Schnuller komplett abgeschafft. Er wollte ihn ohnehin nie, aber ich musste mich von der Idee "Schnuller rein und Ruhe" (jetzt überspitzt ausgedrückt
Übrigens sprechen mich seit einiger Zeit auch sehr viele Leute an, wie zufrieden und ausgeglichen er wirkt. Er ist wirklich ein kleiner Sonnenschein. Kann also nicht sagen, dass schnullerlose Kinder viel weinen
Achja, er schläft noch immer sehr viel nuckelnd an der Brust... Aber ich schlafe dabei inzwischen sehr gut, weil er auch nicht mehr so extrem dauernuckelt...oder ich es schon gewohnt bin....
- Morgaine47
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Re: Schnuller
Ich kann auch ein nicht schreiendes weitestgehende Schnullerfreies Kind vorweisen. Ich bin nicht mehr ganz sicher, er hat den Schnuller etwa ab 3 Wochen bekommen und vielleicht 3 bis 4 Wochen selten gehabt. Danach verweigert. Er war/ist ein sehr ausgeglichener Junge von mittlerweile 3 3/4 Jahren, der 39 Monate gestillt wurde.
Meine Große hatte den Schnuller schon im KH bekommen und sich teilweise am Anfang nurmit schnullern beruhigt. Da wußte ich aber auch noch nicht viel über Stillen nach Bedarf. Sie hat sich selber mit 10/11 Monaten abgeschnullert. Gestillt wurde sie 28 Monate.
Beide Kinder habe ich im ersten Trimester der neune Sws abgestillt, einmal weil ich schwer krank war udn einmal wegen Kontraktionen beim Stillen.
Fürs Bauchbaby habe ich keinen Schnuller udn plane auch keinen anzuschaffen. Sollte es sich natürlich zeigen, dass das Kidn einen brauchen sollte wird es einen kriegen. Aber ich bin da zuversichtlich.
Meine Große hatte den Schnuller schon im KH bekommen und sich teilweise am Anfang nurmit schnullern beruhigt. Da wußte ich aber auch noch nicht viel über Stillen nach Bedarf. Sie hat sich selber mit 10/11 Monaten abgeschnullert. Gestillt wurde sie 28 Monate.
Beide Kinder habe ich im ersten Trimester der neune Sws abgestillt, einmal weil ich schwer krank war udn einmal wegen Kontraktionen beim Stillen.
Fürs Bauchbaby habe ich keinen Schnuller udn plane auch keinen anzuschaffen. Sollte es sich natürlich zeigen, dass das Kidn einen brauchen sollte wird es einen kriegen. Aber ich bin da zuversichtlich.
LG
Morgaine
Große Tochter *17.09.2007
Kleiner Sohn *14.08.2010
Minimädchen *06.06.2014
Live long and prosper - ClauWi-Trageberaterin (GK Mai 2011 & MK Juni 2012)
Morgaine
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Kleiner Sohn *14.08.2010
Minimädchen *06.06.2014
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CarpeDiem
- ist mit Leidenschaft dabei
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- Registriert: 05.10.2011, 12:55
- Wohnort: Weil der Stadt
Re: Schnuller
Beides habe ich erlebt und es trifft mich immer ein bisschen.Carraluma hat geschrieben:...
Gerade das oft gehörte Argument, mein Baby braucht einen Schnuller, weil es noch nuckeln will ohne zu trinken lässt mich immer an den Spruch denken: Ich konnte nicht länger stillen, weil nach xy Wochen\Monaten keine Milch mehr kam. Es mag Ausnahmen geben, aber die meisten Babies können nach einiger Zeit Nuckeln ohne dass (viel) Milch kommt!
...
Mittlerweile hab ich meine Milchmenge bei Annika im Griff, dass sie immer mal nuckeln kann ohne Milch zu bekommen. Meine Milch lief los, wenn sie nur schief geguckt hat, 10 bis 15 Stilleinlagen pro SEITE am Tag normal, ständig Betonbrüste mit fiesen Schmerzen. Hab mit Auffangschalen pro Stillmahlzeit auf der anderen Seite mal eben 60ml mit aufgefangen usw.
Davor Katharina wo ich wohl einen unerkannten Hashi Schub hatte ( SD war bei der nächsten Kontrolle sehr viel kleiner) und ich habe lang gekämpft mit Domperidon usw. am Ende hab ich in 3 Tagen abgestillt, dass wäre normal nie möglich. Diesmal hab ich Glück und die SD ist bisher ruhig. Wobei ich bei Katharina nach Einschuss der Milch erst auch extrem viel Milch hatte, nur eben langsame Zunahme von ihr.
Iphonitis, Autokorrektur kann für viel Gelächter sorgen.
am 14.02.2012 wurde Katharina H. I. mit 51cm und 3730g geliefert
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert
K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
A: unendlich geliebt, wird groß, stolze große Schwester
F: unendlich geliebt, gestillt, getragen, familiengebettet, macht uns komplett
unvergessen unser Dezembersternchen Pünktchen 2012
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert
K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
A: unendlich geliebt, wird groß, stolze große Schwester
F: unendlich geliebt, gestillt, getragen, familiengebettet, macht uns komplett
unvergessen unser Dezembersternchen Pünktchen 2012
- blueberry
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- Wohnort: Deutschland
Re: Schnuller
Hallo Animay,
gut möglich, dass sich einfach Zähnchen ankündigen. Da haben meine viel auf den Fingern rumgekaut. Ich hab dann angefangen, Beißringe etc. anzubieten
Viele Babys werden, wenn die Zähnchen schieben, mal mehr oder weniger stark "zuschnappen" beim Stillen, weil das die Kieferchen entspannt. Mama findet das natürlich nicht lustig und reagiert im Normalfall mit Schreck, "Aua!"-Ruf und Unterbrechung der Stillmahlzeit. Die meisten Babys lernen dadurch sehr schnell, dass man beim Saugen nicht beißen sollte. Problem gelöst - im Idealfall noch bevor das erste Zähnchen überhaupt zu sehen ist.
Wenn neben Mama aber noch Schnuller oder Fläschchen etc. zum Saugen infrage kommen, kann an diesen wunderbar gelernt werden, dass man Saugen (entspannend) und Kiefermalmen/Zubeißen (ebenfalls entspannend, wenn Zähnchen kommen) wunderbar kombinieren kann! Selbst wenn Mama zehnmal täglich deutlichst Aua sagt und das Baby von der Brust nimmt - Flasche, Trinklernschnabel und Schnuller werden sich nie beschweren - selbst wenn man stundenlang draufrumbeißt. Im Gegenteil kommt aus manchen sogar ein extra-Schwall Getränk, wenn man die Kiefer schwungvoll zuklappt. Das macht es dem Baby ausgesprochen schwer, sich das Beißen ab- statt anzugewöhnen - und dürfte mit einer der Hauptgründe sein, warum hierzulande "aber spätestens, wenn das Baby Zähne hat!" abgestillt wird. "Ich lass mich doch nicht ständig beißen!" ist ein wirklich nachvollziehbarer Grund, zügig abzustillen... - und meist für beide Seiten wirklich kein schönes Ende der Stillzeit
.
(Daumenlutschen ist diesbezüglich übrigens kein Problem - sich mit Zähnchen kräftig in den eigenen Daumen zu beißen, tut ja weh.)
--------------------------------------
Hallo warmbäuchlein,
).
Es gibt - z.B. in den Händen einer erfahrenen IBCLC angewandt - sogar therapeutische Einsatzgebiete für Schnuller. Mit
Dass Still-Fachleute den massenhaften, unreflektierten Einsatz von Schnullern, wie er in Deutschland und anderen Industrienationen (oft von Geburt an!) üblich ist, so kategorisch ablehnen, kommt aber eben gerade daher, dass der Schnuller vielen Müttern auf lange Sicht NICHT gut tut. Ich erkläre gern, wie ich das meine:
Stilltechnikprobleme, die durch die Verwendung von Schnullern begünstigt (oder deren Behebung unter weitergehendem Schnullereinsatz erschwert bis unmöglich gemacht werden) sind z.B. eine zu geringe Mundöffnung beim Saugen (beim Stillen ist der Mund normalerweise weit offen, beim Schnullern hingegen nahezu geschlossen) oder Probleme, die Brustwarze beim Andocken richtig zu erfassen (anderes Mundgefühl, Schnuller machen einen stärkeren Reiz am Gaumen, müssen nicht aktiv eingesaugt werden, sondern werden dem passiven Baby in den Mund gesteckt, ...). Es gibt noch weitere.
Nun gehen solche Technikprobleme schnell mit wunden BW bei der Mutter und/oder Milchmengenproblemen einher. Wenn künstliche Sauger die Ursache sind, aber nicht weggelassen werden, helfen auch die besten Bemühungen um korrektes Anlegen meist nicht. Daraufhin werden Stillzeiten begrenzt, noch häufiger der Nuckel angeboten, die Stilltechnik kann sich nicht erholen sondern leidet im schlimmsten Falle immer mehr - ein Teufelskreis.
Die meisten Babys entwickeln zudem nach einigen Wochen bis Monaten eine Präferenz für eine der beiden Mundgefühle/Techniken: manche lehnen irgendwann den Schnuller und Fläschchen ab - andere irgendwann die Brust. Kann man nicht vorhersagen.
Selbst wenn die Technik NICHT sofort leidet: besonders in den ersten Wochen nach der Geburt besteht auch schlicht die Gefahr, dass zu wenig Milch im Kind landet. Wie jusl schon ausführte, passen Saugbedürfnis und Bedarf an Milch bei Babys normalerweise recht fein abgestimmt genau zusammen. Ein junges Baby merkt nicht differenziert: "jetzt hab ich Hunger" und "jetzt will ich Trost/Beruhigung/..." - es hat einfach ein Saugbedürfnis, das dafür sorgt, dass es ausreichend Milch bekommt. Ausgedehntes Schnullern löst irgenwann aber auch ein "ich bin satt"-Gefühl aus, so dass das Baby zu wenig Milch trinkt UND die Mama entsprechend auch zu wenig Milch bildet. Wenn dies zu einer Zufütterindikation führt und dann (üblicherweise) nicht stillfreundlich zugefüttert wird, sondern zum Schnuller auch noch das Fläschchen kommt, ist der Weg zum Abstillen im ersten Lebenshalbjahr nicht mehr weit.
------------------
Nun kann man das alles nicht allen Müttern ausführlich nahebringen. "Kein Schnuller und keine Fläschchen, wenn die Mutter stillen möchte", wie es etwa in babyfreundlichen Krankenhäusern und auf anderen modernden Wochenbett-Stationen gehandhabt wird, ist da deutlich prägnanter und leichter zu vermitteln.
Nun gibt es Fälle, in denen Schnuller auch langfristig unproblematisch für die Stillbeziehung waren. Es mag auch Situationen geben, in denen sie Müttern ausschließlich gute Dienste tun (etwa, wenn aus einer gut laufenden Stillbeziehung heraus die bewusste Entscheidung für das Abstillen zu Flasche und Schnuller hin getroffen wird, weil die Mutter nicht mehr stillen mag, und mit dieser Entscheidung im Reinen ist).
In vielen vielen Fällen sind Schnuller aber nicht Teil einer Lösung, sondern Teil von Problemen wie "ich hatte von Anfang an nicht genug Milch", "ich konnte das Stillen vor Schmerzen nicht mehr ertragen", "mein Baby wollte mit acht Monaten plötzlich partout nicht mehr an die Brust, dabei wollte ich doch bis zum ersten Geburtstag stillen", "sie hat selbst nach Wochen nicht aufgehört, mich mit den neuen Zähnchen in die Brust zu beißen, ... ". Den allermeisten beteiligten Müttern tun diese Erlebnisse und das damit verbundene Abstillen NICHT gut, sondern gehen mit Trauer, Enttäuschung, Gefühlen des Scheiterns, ... einher
.
(Dass saugerbedingte Stillprobleme und vorzeitiges Abstillen nicht im Sinne des Babys sind, ist klar. Dass Schnullereinsatz einen distanzierteren Betreuungsstil begünstigen kann [nicht muss!], ebenfalls.)
Aus all diesen Gründen lehnen die meisten Still-Experten Schnuller im Rahmen einer Stillbeziehung im Normalfall ab. Mit "verteufeln" hat das aber nichts zu tun.
LG, blueberry
gut möglich, dass sich einfach Zähnchen ankündigen. Da haben meine viel auf den Fingern rumgekaut. Ich hab dann angefangen, Beißringe etc. anzubieten
"Saugverwirrung" kann ja viele Gesichter haben. Gerade im zweiten Lebenshalbjahr wird von künstlichen Saugern (dazu gehören auch sogenannte "Trinklernaufsätze" für Babytassen etc., nicht nur klassische Saugerfläschchen und Schnuller) das Beißen beim Stillen begünstigt:Animay hat geschrieben:Aber hach... Mir sagen so viele, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Kleine nochmal eine Saugverwirrung entwickelt, einfach weil sie jetzt schon so viel älter ist.
Viele Babys werden, wenn die Zähnchen schieben, mal mehr oder weniger stark "zuschnappen" beim Stillen, weil das die Kieferchen entspannt. Mama findet das natürlich nicht lustig und reagiert im Normalfall mit Schreck, "Aua!"-Ruf und Unterbrechung der Stillmahlzeit. Die meisten Babys lernen dadurch sehr schnell, dass man beim Saugen nicht beißen sollte. Problem gelöst - im Idealfall noch bevor das erste Zähnchen überhaupt zu sehen ist.
Wenn neben Mama aber noch Schnuller oder Fläschchen etc. zum Saugen infrage kommen, kann an diesen wunderbar gelernt werden, dass man Saugen (entspannend) und Kiefermalmen/Zubeißen (ebenfalls entspannend, wenn Zähnchen kommen) wunderbar kombinieren kann! Selbst wenn Mama zehnmal täglich deutlichst Aua sagt und das Baby von der Brust nimmt - Flasche, Trinklernschnabel und Schnuller werden sich nie beschweren - selbst wenn man stundenlang draufrumbeißt. Im Gegenteil kommt aus manchen sogar ein extra-Schwall Getränk, wenn man die Kiefer schwungvoll zuklappt. Das macht es dem Baby ausgesprochen schwer, sich das Beißen ab- statt anzugewöhnen - und dürfte mit einer der Hauptgründe sein, warum hierzulande "aber spätestens, wenn das Baby Zähne hat!" abgestillt wird. "Ich lass mich doch nicht ständig beißen!" ist ein wirklich nachvollziehbarer Grund, zügig abzustillen... - und meist für beide Seiten wirklich kein schönes Ende der Stillzeit
(Daumenlutschen ist diesbezüglich übrigens kein Problem - sich mit Zähnchen kräftig in den eigenen Daumen zu beißen, tut ja weh.)
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Hallo warmbäuchlein,
Also "verteufelt" wird der Schnuller hier zumindest nicht (siehe mein letztes Postingwarmbäuchlein hat geschrieben:Also ich bin total für den Schnuller, wenn - oder weil - er der Mutter gut tut.
Ich verstehe ehrlich nicht, warum der Schnuller teilweise so verteufelt wird.
Es gibt - z.B. in den Händen einer erfahrenen IBCLC angewandt - sogar therapeutische Einsatzgebiete für Schnuller. Mit
haben die allerdings nichts zu tun, das stimmt.warmbäuchlein hat geschrieben:"Schnuller rein und Ruhe"
Dass Still-Fachleute den massenhaften, unreflektierten Einsatz von Schnullern, wie er in Deutschland und anderen Industrienationen (oft von Geburt an!) üblich ist, so kategorisch ablehnen, kommt aber eben gerade daher, dass der Schnuller vielen Müttern auf lange Sicht NICHT gut tut. Ich erkläre gern, wie ich das meine:
Stilltechnikprobleme, die durch die Verwendung von Schnullern begünstigt (oder deren Behebung unter weitergehendem Schnullereinsatz erschwert bis unmöglich gemacht werden) sind z.B. eine zu geringe Mundöffnung beim Saugen (beim Stillen ist der Mund normalerweise weit offen, beim Schnullern hingegen nahezu geschlossen) oder Probleme, die Brustwarze beim Andocken richtig zu erfassen (anderes Mundgefühl, Schnuller machen einen stärkeren Reiz am Gaumen, müssen nicht aktiv eingesaugt werden, sondern werden dem passiven Baby in den Mund gesteckt, ...). Es gibt noch weitere.
Nun gehen solche Technikprobleme schnell mit wunden BW bei der Mutter und/oder Milchmengenproblemen einher. Wenn künstliche Sauger die Ursache sind, aber nicht weggelassen werden, helfen auch die besten Bemühungen um korrektes Anlegen meist nicht. Daraufhin werden Stillzeiten begrenzt, noch häufiger der Nuckel angeboten, die Stilltechnik kann sich nicht erholen sondern leidet im schlimmsten Falle immer mehr - ein Teufelskreis.
Die meisten Babys entwickeln zudem nach einigen Wochen bis Monaten eine Präferenz für eine der beiden Mundgefühle/Techniken: manche lehnen irgendwann den Schnuller und Fläschchen ab - andere irgendwann die Brust. Kann man nicht vorhersagen.
Selbst wenn die Technik NICHT sofort leidet: besonders in den ersten Wochen nach der Geburt besteht auch schlicht die Gefahr, dass zu wenig Milch im Kind landet. Wie jusl schon ausführte, passen Saugbedürfnis und Bedarf an Milch bei Babys normalerweise recht fein abgestimmt genau zusammen. Ein junges Baby merkt nicht differenziert: "jetzt hab ich Hunger" und "jetzt will ich Trost/Beruhigung/..." - es hat einfach ein Saugbedürfnis, das dafür sorgt, dass es ausreichend Milch bekommt. Ausgedehntes Schnullern löst irgenwann aber auch ein "ich bin satt"-Gefühl aus, so dass das Baby zu wenig Milch trinkt UND die Mama entsprechend auch zu wenig Milch bildet. Wenn dies zu einer Zufütterindikation führt und dann (üblicherweise) nicht stillfreundlich zugefüttert wird, sondern zum Schnuller auch noch das Fläschchen kommt, ist der Weg zum Abstillen im ersten Lebenshalbjahr nicht mehr weit.
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Nun kann man das alles nicht allen Müttern ausführlich nahebringen. "Kein Schnuller und keine Fläschchen, wenn die Mutter stillen möchte", wie es etwa in babyfreundlichen Krankenhäusern und auf anderen modernden Wochenbett-Stationen gehandhabt wird, ist da deutlich prägnanter und leichter zu vermitteln.
Nun gibt es Fälle, in denen Schnuller auch langfristig unproblematisch für die Stillbeziehung waren. Es mag auch Situationen geben, in denen sie Müttern ausschließlich gute Dienste tun (etwa, wenn aus einer gut laufenden Stillbeziehung heraus die bewusste Entscheidung für das Abstillen zu Flasche und Schnuller hin getroffen wird, weil die Mutter nicht mehr stillen mag, und mit dieser Entscheidung im Reinen ist).
In vielen vielen Fällen sind Schnuller aber nicht Teil einer Lösung, sondern Teil von Problemen wie "ich hatte von Anfang an nicht genug Milch", "ich konnte das Stillen vor Schmerzen nicht mehr ertragen", "mein Baby wollte mit acht Monaten plötzlich partout nicht mehr an die Brust, dabei wollte ich doch bis zum ersten Geburtstag stillen", "sie hat selbst nach Wochen nicht aufgehört, mich mit den neuen Zähnchen in die Brust zu beißen, ... ". Den allermeisten beteiligten Müttern tun diese Erlebnisse und das damit verbundene Abstillen NICHT gut, sondern gehen mit Trauer, Enttäuschung, Gefühlen des Scheiterns, ... einher
(Dass saugerbedingte Stillprobleme und vorzeitiges Abstillen nicht im Sinne des Babys sind, ist klar. Dass Schnullereinsatz einen distanzierteren Betreuungsstil begünstigen kann [nicht muss!], ebenfalls.)
Aus all diesen Gründen lehnen die meisten Still-Experten Schnuller im Rahmen einer Stillbeziehung im Normalfall ab. Mit "verteufeln" hat das aber nichts zu tun.
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)