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Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 09:07
von Lösche Benutzer 7681
Meine Tante hat ihre drei Söhne alle lange gestillt, deutlich über zwei Jahre.
Alle drei sind tolle selbstständige, erfolgreiche Männer mit wunderbaren netten Frauen
Das ist jetzt natürlich fachlich nicht fundiert, aber vielleicht beruhigt es dich ja ein bisschen.
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 10:37
von vivi
Hmm... meine Tochter ist 7 Jahre alt und wurde 3, 5 Jahre gestillt. Sie hatte nie ein Übergangsobjekt und ist jetzt ein fröhliches und sehr aufgewecktes, selbstbewusstes Mädel.
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 13:54
von vivi
P.s. wenn ich den Wiki Artikel dazu lese, kommen mir noch ein paar Gedanken dazu . Dort steh u.a. Hat ein Kind z.B. ein Kuscheltier als Übergangsobjekt, so gibt es ihm die Eigenschaften der Mutter, die es gerade braucht, als ob das Kuscheltier lebendig wäre. Abgesehen von den Inhalten, die dem Kuscheltier somit zugeschriebenen werden, bleibt es aber auch ein realer Gegenstand und ist darum gleichzeitig ein inneres wie äußeres Objekt. Es wird erschaffen als vorübergehender Ersatz für die abwesende Mutter, um sie zu vertreten: In Zuständen des Alleinseins zieht sich der Säugling mit Hilfe des Übergangsobjektes auf den „virtuellen Anderen“ zurück. aber könnte das nicht auch im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Übergangsobjekt nur dann benötigt wird, wenn die Mutter abwesend ist , also z.b. wenn das Kind ungewollt nacht alleine schläft? Wenn die Mutter statt es zu trösten lieber den Nuckel und ein Objekt gibt? Ist es nicht eher die Folge der in unserer Gesellschaft häufig verbreiteten Erziehung zur Unabhängigkeit von der Mutter, die ein Übergangsobjekt überhaupt erst nötig macht? Also etwas "künstlich" herbeigeführtes nicht die Norm? Wie sollmman sich sonst erklären, dass manche Kinder kein Übergangsobjekt haben und psychologisch trotzdem gesund sind?
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 13:56
von Schlingoline
Lass dir bitte von deiner Anleitung nicht so nen Blödsinn einreden.
fix vom Handy
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 14:49
von bettibeutlin
Ich bin auch der Ansicht, dass Deine Brust kein Übergangsobjekt sein kann, denn naturgemäß hängt sie an dir dran, ist also nur verfügbar, wenn du es auch bist.
Leider verhindert meine akute Stilldemenz gerade, dass ich abrufen kann, was ich über die Ich-Entwicklung etc. gelernt habe (bin Psychologin), aber ich bin mir sehr sicher, dass du deinen 1,5 Jährigen nicht in seiner Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigst, indem du ihn stillst.
Und, Psychologiestudium mal ganz außen vor gelassen, ich persönlich halte es für Quatsch, dass man ein Kleinkind daran hindert unabhängig(er) zu werden, indem man es stillt. Es IST sowieso abhängig von seiner Mutter, existenziell gesehen und auch emotional, und das ändert sich (meiner Meinung nach) von selbst nach und nacht.
Ich denke außerdem, dass gestilt werden sollte, solange beide Parteien das wollen. Mein großer Sohn hätte bestimmt gern noch länger gestillt (nachts, tags kein Interesse mehr), aber ich nicht (jedenfalls nicht nachts

), und so hab ich es um den ersten Geburtstag rum auslaufen lassen. Jetzt mit zwei wird er immer noch nachts wach, aber er nuckelt nicht mehr den Rest der Nacht an mir rum (das macht jetzt der Kleine Bruder

).
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 14:59
von jusl
lachst DU mich aus? ne oder?
Nee, ich habe, wie man an meinem Zitat eigentlich erkennen sollte, über Scheckses Satz gelacht.
LG
Julia
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 19:24
von Morgaine47
Mein Sohn hatte auch nie ein Übergansobjekt, auch jetzt nicht nach dem Abstilen (habe vor ca. 3 MOnaten abegstillt). Er ist 3,5 Jahre und sehr selbstständig. Manchmal wünschte ich mir etwas weniger Selbstständigkeit und mehr klammern (so im Möbelmarkt oder so).
Ich weiß nicht merh wers geschrieben hat, aber ich denke auch, dass Übergangsobjekte was gesellschaftliches sind und nicht was natürliches. Ich denke viele Kinder in unserer Gesellschaft brauchen ein Übergangsobjekt weil eben Mama nicht immer da ist (oder sich "verweigert"). Und da viele es brauchen verleitet es dazu zu sagen, es ist normal.
Mich würde mal interessieren, wieviele der hier Langzeit gestillten Kidner überhaupt ein Übergangsobjekt haben/hatten.
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 20:58
von teledame
Hallo,
danke für eure Antworten. Ja mich hat das schon durcheinandergebracht, auch besonders meine Anleitung, wenn man bedenkt das die ja über 20 Jahre Erfahrung hat mit Kinder..., mal abgesehn von den ganzen anderen Leuten rum die das sooo befremdlich finden, das wir "noch" stillen - bis abartig. Mir macht das zu schaffen, mich da verstecken zu müssen, als würde ich was ekliges machen einerseits. Dann hab ich mir halt echt Gedanken um die Persönlichkeitsentwicklung gemacht, weil auch meine Anleitung gemeint hat, das ich ihn da nicht loslassen will. Da krieg ich gleich ein schlechtes Gewissen, weil ich auch die ganze Woche über alleine bin und überglücklich mit meiner Mutterrolle eigentlich bin. Dann diese Winnicott-Theorie...
@bettibeutlin
ich hatte halt den Eindruck, wenn ich ihm die Brust nicht geben will, das er eben reagiert als nähme ich ihm sein ÜO, weil er dann heult als wäre Rom untergegangen. Und ich dachte das die Ich-Bewusstwerdung ohne Übergangsobjekt quasi gar nicht passiert oder gestört ist, so hatte ich den artikel verstanden.
wie sich genau die Ich-Entwicklung vollzieht und wann, würde mich echt genauer interessieren.
@carraluma
ja, mir wird halt auch von anderen müttern gesagt, das ich mein kind mit trost usw. auch verwöhnen kann, ich ihn verweichliche wenn ich ihn immer hochheb, rumtrag oder eben stille wenn er es "will". verwöhnen im negativen sinn, soll bedeuten, verziehen, ihm das was er selbst kann abnehmen, gehen, essen...
@fritzchen69
ich weis es nicht...ob die Menschen dann später im Leben Probleme haben. Meine Anleitung meinte so nebenbei ich würde ihn zu suchtverhalten erziehen...
in dem artikel war auch ein beispiel von einer frau mit problemen, die eine sogenannte mutter-kind-dyaden-störung hat.
gruss
T.
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 21:10
von vivi
Zum Thema trösten möchte ich noch etwas schreiben. Ich tröste meine Tochter immer sobald es möglich ist. Sie weint nur, wenn es was ernstes ist und ist auch schnell getröstet und spielt weiter. Im Gegensatz dazu ist die Tochter einer Freundin immer eher ungern oder gar nicht getröstet worden, sie bekam eher zu hören " ist doch nicht so schlimm" und " jetzt hör endlich auf zu heulen" Dieses Mädchen weint deutlich länger und jammriger. Ich denke, dass es wichtig ist, dem Kind zu zeigen, dass man es ernst nimmt und seine Gefühle spiegelt ( aber nicht mitleidet) . Also klar ist vielleicht nicht schlimm aufs Knie gefallen, also es blutet nicht, aber es tut eben doch weh und wenn es nur der Schreck ist. Das gehört nicht ganz hierher, aber ich frage mich doch immer wieder, wieso andere Menschen so extrem negativ darauf reagieren, wenn lange gestillt wird. 1. Was geht es die Leute an? Das ist doch eure Privatsache und 2. Woher wissen die eigentlich besser, was für euch gut ist?
Re: Langzeitstillen
Verfasst: 15.02.2014, 22:16
von Schlingoline
Ich versteh dass du verunsichert bist aber ich seh meine ehemalige Chefin richtig vor mir. Suchtverhalten war ihr lieblingsthema. Eine Erzieherin hat von stillen keine Ahnung
Mich eingeschlossen. Ich fand es bevor ich ein Kind hattev auch sehr befremdlich und hab mir vielleicht ähnliches gedacht.wenn du magst gerne pn.
Dass dein sohn (den ich übrigens sehr süß finde) bei der Tagesmutter ohne dich einschläft ist doch super. Mein 2 jahriger kanns nicht
fix vom Handy