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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 07.01.2014, 22:13
von Sakura
Wollte Dir noch den Argh-Thread verlinken, schau mal hier
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 8&t=169254

Und, vergessen:
Merle78 hat geschrieben:tagsüber derzeit max 1/2 Std. Schlaf.
Insgesamt oder jeweils am Stück? Jeweils Nickerchen von nur 1/2 Stunde, und dann wieder wach ist anstrengend, aber normal. Dein Baby ist hellwach, fit, neugierig, will die Welt entdecken... Es freut sich jeden Tag, neue Dinge zu sehen, zu hören, zu lernen... Es ist aktiv, bewegt sich, strampelt, freut sich... Leider hält es noch keinen ganzen Tag am Stück durch, daher muss es immer mal ein Nickerchen einschieben, aber nicht zu lang, es will ja nichts verpassen... Und nach 1/2 Stunde geht es mit frischer Kraft weiter im Abenteuer Leben, es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken... Hallo Mama, zeigst du mir die Welt?
:D

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 08.01.2014, 06:42
von deidamaus
Ich wollte dir nur sagen, dass alle meine drei Kinder keine tollen Schläfer sind. Nummer drei schläft jetzt mit 8 Monaten 2 bis 3 mal am Tag 30 Minuten, nachts so 10 Stunden mit 5 bis 8 Unterbrechungen. Nachts hat er Hunger, weil er tagsüber zu wenig trinkt bzw. Isst (die Welt ist zuinteressant) und tagsüber reicht eine halbe Stunde zum Auftanken. So schläft er schon seitdem er krabbeln kann (4 1\2 Monate war er da). Und ich bin fest davon überzeugt, das es mit Flasche nicht besser wäre und ich noch fertiger wäre, da ich nachts nicht einfach liegen bleiben könnte.

Ab und zu beisst er auch mal in die Brust und ich fluche ganz schön. Mein Mann meint dann immer, dann still ihn doch ab. Ich. In doch nicht verrückt :roll: Nachts aufstehen, Flaschenzug ständig mit schleppen, viel Geld ausgeben und dann beisst er mich wo anders.

Überleg es dir gut. Es gibt so viele Frauen, die alles fürs Stillen geben würden.

Schaff dir deine persönlichen Ruheinseln. Meist ist nicht das Stillen schuld, sondern einfach die anstrengende Babyzeit. Und die Stillhormone sorgen dafür das es nicht ganz so anstrengend ist.

LG
Deidamaus

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 08.01.2014, 23:25
von Merle78
Vielen Dank allen für die lieben Worte, den Zuspruch und die Lösungsansätze. :piepmatz:

Ich habe viel über euer Geschriebenes nachgedacht und in mich reingehorcht.. es tut wirklich gut hier... es tat schon gut es sich von der Seele zu schreiben.
Ja, ich denke die letzten Wochen ohne eine Verschnaufpause waren vielleicht tatsächlich der Auslöser - schließlich habe ich auch so für´s stillen gekämpft.

Um auf ein paar Dinge zu antworten:
Die letzten zwei Monate (etwa) blieb leider keine Luft übrig, da mein Mann beruflich sehr eingespannt war (inkl WoEnde 12Std-Dienste und die Feiertage), an den freien Tagen half er bei Freunden (kam mir schon vor wie alleinerziehend) und als er endlich ein paar Tage zu Hause war, war ich krank und lag´platt im Bett... konnte nicht essen und nichts trinken...
Zu Hause im Alltag sind es dann selbstgemachte Leiden - ich "muss" einfach im Haushalt einige Dinge immer fertig haben, sonst bin ich unzufrieden.
Allerdings haben wir auch noch zwei (anspruchsvolle) Hunde und einige Kleintiere und ich muss allen eben irgendwie gerecht werden.

An oberster Stelle steht aber ganz klar unser Baby !! Dass der kleine Mann tagsüber nicht länger als 1/2 Std am Stück schläft belastet mich gar nicht sooo sehr, da ich (auch als er mal länger schlief) mich eh nicht schaffe hinzulegen, kann dann einfach nicht einschlafen. Es war nur dazu erwähnt, weil ja oft gesagt wird "schlaf´, tagsüber, wenn dein Kind schläft". Aber das fällt dann auch aus, denn so schnell schaffe ich gar nicht einzuschlafen, selbst wenn ich wollte.

Mich macht einfach der fehlende Nachtschlaf fertig... letzte Nacht kam mein Kleiner wieder fast stündlich.
Ihr habt recht.. nicht auszudenken, wenn ich abstille und immer Flasche machen muss und nicht das Wundermittel der Beruhigung (die Brust) habe.
Naja und Abends, wenn der Schatz eingeschlafen ist, nutze ich doch (so wie jetzt) einfach mal ein Stündchen für mich oder für unerledigte Dinge....

Ich liebe den kleinen trotzdem sooo sehr ! Tagsüber bleibe ich trotzdem geduldig, spiele gern mit ihm, zeige ihm die Welt... wenn er lacht (er gackert inzwischen schon fast wenn wir rumalbern) gibt es mir auch wieder Energie.

Doch manchmal kommt irgendwas anderes dazu (wie doofe Sprüche von Außenstehenden) dann läuft das Fass einfach über und man guckt an falscher Stelle - aber gut, dass man sich dann austauschen kann... man selber sieht dann das eigentliche Problem einfach nicht.

Zu den anderen "Außenstehenden":
ich habe mir jetzt einfach gedacht, dass ich bei dem Thema einfach sage, dass er Breieinführung UND abstillen zeitgleich einfach nicht verträgt und dolle Bauchweh bekommen hat :oops: ich weiß, man sollte einfach dazu stehen, aber ich bin einfach "müde". So schiebe ich das Kindeswohl vor (was ja noch nicht mal so gelogen ist) und habe meine Ruhe. Denn DANN sagt keiner mehr was.
....allerdings sind ja immer noch manche der Meinung, dass er (auf Grund meiner kleinen Brust) gar nicht genug Milch kriegen kann :evil:
Also ich musste mir tatsächlich anhören: "ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass du jetzt die ganze zeit nur gestillt hast. Früher hieß es ja immer zu wenig Milch wg zu kleiner Brust"
Oder als ich ein Video zeigte wie prima unser kleine Mann schon Brei isst: "der macht ja schon den Mund auf, wenn er den Löffel nur sieht ! Aber ist ja kein Wunder, der muss ja Hunger haben !" :shock: :evil: :cry: :twisted:
...ja, das ist schon verletzend. Und wenn einem Schlaf fehlt, Zeit zum durchatmen und der Mann an der Seite, weil er auch so eingebunden war, kann man da nicht ganz drüber stehen.

Entschuldigt... das gehört eigentlich nicht dazu - oder vielleicht doch etwas ?

Nur was tun ?
Auskot*** und es mal von der Seele schreiben: erledigt.
Mir zu Hause den Druck nehmen ?: ...muss ich dran arbeiten - das wird schwierig, muss halt allen gerecht werden.
Zeit für mich: ich war gestern Abend das erste mal wieder raus, war essen mit zwei Freundinnen... das war schön und tat soooo gut !
Der fehlende Nachtschlaf: da muss ich durch und denke an euch, denen es nicht anders geht. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wenn es so bleibt hat mein Mann nun ein paar Tage frei und baut Überstunden ab. Als mein Mann mir das sagte habe ich so losgeheut :oops: (vor Erleichterung)
Vielleicht klärt sich in mir dann noch mehr auf, vielleicht hilft auch "Zeit als Familie" und einfach mal ein heißes Bad während mein Mann unseren Schatz übernimmt.
Eine Freundin (mit der ich essen war) macht auch Kinesiologie und will bei mir mal eine Balance machen :)

Ich danke euch für´s zu hören (lesen) - ich hätte wohl tatsächlich abgestillt und wäre damit bestimmt sehr unglücklich geworden.

Und JA ! Ich habe auch zu den Zeitpunkt am Abstillvorhaben gezweifelt, wusste aber auch nicht, was mein eigentliches Problem war / ist.

Tatsache ist allerdings, dass ich nach einer Nacht mit Stillmarathon, ihn für eine Mahlzeit nicht an meiner Brust haben mag (ganz ehrlich) und er dann mal ein Fläschchen bekommt. (also die erste Mahlzeit nach dem Ausstehen)
Aber ich glaube das ist dann in Ordnung.... denn dann bin ich wieder offen für´s stillen.

Jetzt habe ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte... aber das tat jetzt gut.


P.S:
meine Blutwerte wurden übrigens vor etwa drei Monaten kontrolliert.. aber in der Zeit kann sich natürlich viel tun.
Ich muss die Tage eh mal zum Doc wg einem Rezept, da spreche ich es mal an und sehe bis dahin zu, dass ich möglichst eisenhaltige Kost zu mir nehme und "Eisenblocker" meide.
Danke !

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 08.01.2014, 23:42
von Merle78
blueberry hat geschrieben: Manchmal zeigt sich im Verlauf eines Threads nämlich, dass es nicht eigentlich das Stillen ist, das die Mutter stresst, sondern irgendetwas anderes (Schlafmangel, mütterliche Gesundheitsprobleme (z.B. Eisenmangel), fehlende Unterstützung im Alltag, kritische Fragen aus dem persönlichen Umfeld, ... usw. - oder schlicht der eben mit oder ohne Stillen physisch wie psychisch fordernde Alltag mit einem Baby/Kleinkind). Wenn dem so ist, ist es natürlich sinnvoller, das eigentliche Problem anzugehen.
Ja... das war wohl ein Volltreffer.. und ganz schön schnell :-?
Als ich das gelesen habe und mir die Tränen kamen, merkte ich dass es genau auf mich zutrifft.

Ihr alle seid hier echt großartig ! DANKE !

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 00:45
von blaurosa
Alles Gute für Euch! Das hat mich sehr gefreut zu lesen, dass Du es für Dich ordnen konntest. Ich wünsch Dir, dass Du ein bisschen Ruhe kriegst jetzt. Und Deine Notlüge find ich super!

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 06:44
von deidamaus
Super, dass du hoffentlich zu einer für dich richtigen Entscheidung gekommen bist.

Notlügen sind eine super Erfindung. Ich sage immer, das meine Kinder ja durchschlafen, da sie zum Stillen ja nicht die Augen öffenen :mrgreen:

Und ab und zu ein Flaschen ist doch total okay. Wenn es euch allen damit besser geht. Außerdem kannst du vielleicht jetzt, wo dein Mann ein paar Tage frei hat, morgens nochmal länger im Bett bleiben und er geht mit Baby und Hunden raus.

Und: es wird besser, umso älter die Kinder werden. Sie beschäftigen sich mehr selber, schlafen länger(meist die erste Nachthälfte, also mit Kind ins Bett) und sind nicht mehr nur allein auf Milch angewiesen.

Bei uns im Ort gibt es einmal die Woche ein Treffen, wo Ersatz Omas und Opas die Kinder hüten, vielleicht habt ihr sowas auch? Oder such dir eine Ersatzoma per Anzeige (hat eine Freundin von mir gemacht, echt toll), jemanden, der die Hunde mal ausführt, oder die Käfige reinigt. Schüler finden sowas teilweise ganz toll. Ich bin z. B. Immer mit dem Hund unserer Nachbarin Spazieren gewesen. Sich Hilfe suchen ist ganz wichtig (und muss gelernt werden).

Und noch wichtiger: nicht perfekt sein. Kann ich auch sehr schlecht, muss aber ab und zu mal sein. Es kann nicht immer alles sauber und ordentlich sein. Deinem Baby ist es egal, ob der Bode glänzt, aber nicht, ob du keine Zeit hast. Und in ein paar Jahren wirst du nicht an die saubere Küche denken, sondern an die Still- und Kuschelstunden. Ansonsten: Kind auf den Rücken und dann putzen.

LG
Deidamaus

Re: AW: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 07:08
von Ajailana
Ich erzähle manchmal auch das mein kind einfach keinen brei nimmt, und ich deswegen noch stillen muss. Das stimmt zwar so nicht. Aber ich habe einfach keine Lust immer zu kämpfen und mich zu rechtfertigen.
Ich wünsche euch alles Gute und ein wenig Erholung, wenn dein Mann Zuhause ist. :smile:

liebe Grüße von Ajailana mit kleiner Prinzessin (3/13)
gestillt, getragen und familiengebettet

*vom handy mit Tapatalk*

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 08:52
von EliseG
"Bei so einer großen/kleinen/dicken/dünnen Brust hätte man früher sowieso gleich abgestillt" ist etwas das ich sooo oft höre. Oder eben, wenn Kindchen nicht so schläft, oder irgendwie quiekt, oder sonstwas macht. Es liegt am Stillen. Naja, ich sage eigentlich dann schon, dass es mich auch erstaunt, wie sehr sich viele Sachen ändern, betone aber immer, wie toll die Ärzte das Stillen sehen. Bei den meisten Menschen funktioniert ein Hinweis auf die Autorität im weißen Kittel ganz gut.

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 20:27
von klecksauge
Das freut mich jetzt!
Alles Gute für euch!

Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Verfasst: 09.01.2014, 21:11
von Sakura
Merle78 hat geschrieben: Es war nur dazu erwähnt, weil ja oft gesagt wird "schlaf´, tagsüber, wenn dein Kind schläft".
Trinkst Du Kaffee? Versuche mal, den wegzulassen. Und Dich dann zum Stillen mit dem Kind hinlegen. Also nicht im Sitzen stillen, sondern ins Bett legen. Dein Kind dockt an, stillt, und Du legst dich bequem hin, dickes Kopfkissen unter den Kopf (wichtig in Seitenlage, sonst wird es unbequem), und machst einfach die Augen zu. Du musst nicht schlafen, es reicht, wenn Du da liegst und entspannst. Durch die Stillhormone kannst Du völlig entspannt dösen, und wenn Dein Kind wieder aufwacht, bist Du auch erholt. Das musst Du ja nicht immer machen, aber einmal am Tag so Kraft tanken wirkt Wunder.

Mich macht einfach der fehlende Nachtschlaf fertig... letzte Nacht kam mein Kleiner wieder fast stündlich.
(((Merle))) Das ist grausam, da gibt es nichts zu beschönigen. Das Gute ist: es geht vorbei. Irgendwann geht es vorbei. Die meisten Kinder schlafen ab dem ersten Geburtstag plötzlich deutlich besser, manche schlafen da schon durch. Von ganz allein, trotz Stillen. Ihr steckt halt gerade mitten in der blödesten Phase, die Mitte des ersten Lebensjahres. In dieser Zeit schlafen die Kinder am unruhigsten, wachen am meisten auf. Das schlaucht total, vor allem, weil man landläufig immer denkt, jetzt müssten sie doch mal durchschlafen. Tatsächlich tun das in diesem Alter die wenigsten Babys, es sei denn, man lässt sie schreien.


ich habe mir jetzt einfach gedacht, dass ich bei dem Thema einfach sage, dass er Breieinführung UND abstillen zeitgleich einfach nicht verträgt und dolle Bauchweh bekommen hat
Du kannst auch sagen, dass es super wichtig ist, dass zur Beikosteinführung parallel gestillt wird, um das Risiko von Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten zu minimieren. Das ist tatsächlich so! ;-)


....allerdings sind ja immer noch manche der Meinung, dass er (auf Grund meiner kleinen Brust) gar nicht genug Milch kriegen kann
Die sind nur neidisch ;-)
In der DDR hieß es übrigens, dass frau nur mit kleinen Brüsten ordentlich stillen kann, aus den großen, dicken Brüsten käme keine Milch raus...

Also ich musste mir tatsächlich anhören: "ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass du jetzt die ganze zeit nur gestillt hast.
Das allein ist ja schon Beweis genug, dass Deine Milch reicht!

meine Blutwerte wurden übrigens vor etwa drei Monaten kontrolliert.. aber in der Zeit kann sich natürlich viel tun.
Wurde da explizit Eisen mit kontrolliert? Eisen ist KEIN Bestandteil des Blutbildes, was meist nur gemacht wird. Es muss ja auch nicht sein, dass Du einen Eisenmangel hast. Fehlender Nachtschlaf allein ist eine vollkommen plausible Erklärung für Erschöpfung. War nur so ein Gedanke, denn ich habe schon öfters erlebt, dass Frauen kurz vor dem Abstillen stehen, und es sich dann rausstellt, dass sie einen Eisenmangel haben, und sobald sie den behandeln ist alles wieder in Ordnung.

Halte uns auf dem Laufenden, wie es Dir geht!

glg
S. :-)