Hallo!
Na das hört sich doch super an! Gib euch ruhig Zeit, macht Spaziergänge mit der Tragehilfe, oder oder. Dein Baby entwickelt sich ja auch motorisch grade schnell weiter- da kann es auch einfach sein, dass er grade lieber seine neuen Fähigkeiten trainieren will, als getragen werden- das ist völlig ok und gut so
Erstmal zu deinen Fragen:
Also der Frl. Hübsch Toddler müsste euch eigentlich noch eine ganze Zeit lang begleiten können, von der Größe her gesehen. Apron macht durchaus Sinn, wenn die Kinder 74/80 tragen, danach muss man einfach individuell schauen. Wenn das Rückenteil non-apron angelegt bis in den Nacken deines Kindes reicht, ist das doch super! Viel höher wäre in dem Alter deines Babys im wachen Zustand auch wahrscheinlich eher kontraproduktiv- dann sieht dein kleiner nämlich nichts mehr und würde sich wohl sehr zurecht beschweren

Also da lieber einfach im Schlaf mit der Kopfstütze arbeiten, wenn nötig.
Du kannst aber auch gerne ein Foto hochladen, oder mir per PN schicken, dann können wir gerne nochmal drüber schauen. Hast du die Tragehilfe ordentlich fest angezogen? So, dass sein Po etwa auf Höhe seiner Knie ist? Da holt man oft auch noch ein paar Zentimeter bei der Rückenteillänge raus. Wo platzierst du denn beim Einbinden seinen Po? Du könntest darauf achten, dass der Po immer da positioniert ist, wo das Rückenteil vom HG abgeht. Also bei non-apron: Po am oberen Hüftgurtende, bei apron: Po am unteren HG-Ende.
zimtstern hat geschrieben:Der Keks hatte die Arme jetzt drin, aber ich glaube das gefällt ihm nicht so recht. Kann ich die Arme auch draussen lassen? Muss ich dann was beim binden beachten?
Ja, im wachen Zustand ist das in diesem Alter meist kein Problem (ich gehe mal davon aus, dass er schon eine gute Rumpfkontrolle hat, oder?). Wenn er dann einschläft kannst du versuchen, ihn z.B. mit der Kopfstütze zu stützen. Oft reicht es den kleinen auch, nur einen Arm draußen zu haben.
Wenn vorher klar ist, dass die Arme raus sollen, könntest du es bei Größe 80 mit apron-binden oder non-apron und hoch angelegtem Hüftgurt probieren. Wichtig ist dabei nur, dass er am Rücken so hoch es geht gestützt wird (also bis zu den Achseln), er aber unter den Achseln nicht "aufgehängt" ist, wenn das Rückenteil eigentlich noch zu lange dafür wäre und sich so viel Stoff unter den Achseln ansammelt. Dagegen helfen die zwei Tipps zum Anlegen, die das Rückenteil etwas verkürzen. Und eben im schlafenden/entspannten Zustand die Stützung wieder gewährleisten.
zimtstern hat geschrieben:Generell denke ich auch, dass auf dem Rücken eher was für ihn ist, weil er da mehr sehen kann, aber da habe ich mich noch nicht ran getraut.
Ja, jetzt macht euch ruhig erstmal mit dem Tragen und der Tragehilfe an sich vertraut. Wenn er vorne zufrieden ist, ist das doch auch super! Und dann gehts irgendwann mal auf den Rücken (hier mal ein Videolink:
http://www.youtube.com/watch?v=kW0bZHChna0)
zimtstern hat geschrieben:ich habe da noch eine Frage wegen der Stegbreite:
Ich bin mir da sehr unsicher, ob es so passt und ob er in der richtigen Anhock-Spreiz-Haltung sitzt. Also ich habe jetzt 23cm gemessen, aber bei einem sehr unruhigen Keks.
Ruhig liegen tut er eigentlich nie, also wird es schwierig das mal in Ruhe zu messen. Beim schlafen geht es auch nicht, da er immer auf dem Bauch liegt.
Mach dir da keinen Stress bitte! Nimm ihn einfach mal in die Trage, positioniere ihn mittig, ziehe ordentlich fest, schließe den Knoten. Wenn er entspannt ist, stelle dich vor einen Spiegel und gehe mit deinen Daumen von innen in die Tragehilfe (zwischen Po deines Kindes und dem Rückenteil) und "straffe" den Bereich so nach außen Richtung Kniekehlen. Glätte also alle Falten, die mittig im Pobereich eventuell noch sind, nach außen Richtung Kniekehle. Und dann schau einfach im Spiegel, ob der Steg von Kniekehle zu Kniekehle reicht (die Oberschenkel sind dann komplett gestützt, der Unterschenkel ist aber frei). Wenn ja: super, dann musst du den Steg einfach mit der Zeit immer ein bisschen verlängern, wenn dein Baby wächst. Ist er zu kurz, machst du ihn einfach vor dem nächsten Anlegen ein bisschen länger rechts und links. Ist er zu lang, machst du ihn einfach ein bisschen kürzer und schaust dann nochmal im Spiegel, obs ungefähr passt.
So mache ich das auch in Beratungen, das Messen ist mitunter doch eher ungenau und gibt eher nur einen Anhaltspunkt.
Also, zur Position: dein kleiner sollte symmetrisch in der Tragehilfe hocken (im entspannten Zustand, klar. Und den Kopf darf er natürlich im Schlaf auch seitlich ablegen, das Gesicht wollen wir ja auch sehen). Wir empfehlen, in Tragehilfen einfach darauf zu achten, dass die TH gut festgezogen wird und die Knie des Babys sich immer auf Höhe seines Pos befinden.
Kekks hat geschrieben:Ich finde die Manduca Tragehilfe am Besten. Sie ist gut gepolstert und verteilt das Gewicht gleichmäßig auf Schulter und Hüfte, sodass man auch schwere Kinder bequem darin tragen kann. Der Nachteil zum Tuch ist allerdings, dass sie nicht mitwächst und es dem Kind etwas unbequem sein könnte. Zudem ist dein Kind die Spreiz-Anhock-Stellung nicht gewohnt und könnte die ersten Tage Schmerzen beim Tragen haben. Daher würde ich dir davon abraten, in dem Alter noch mit dem Tragen zu beginnen.
Hierzu würde ich gerne noch ein paar Worte schreiben, denn ich finde, Eltern sollten viel mehr darin bestärkt werden, in der Interaktion mit ihrem Baby herauszuspüren, ob es dem Baby beim Tragen gefällt, oder nicht. Die Kinder können durchaus ausdrücken und sich bemerkbar machen, wenn sie, aus welchem Grund auch immer, nicht getragen werden wollen. Und ja, da finde ich es auch sehr wichtig, darauf zu hören, klar! Aber ich finde es sehr schade, wenn ein Tragepaar, das sich grade an eine neue Sache herantastet, entmutigt wird. Das ist für beide etwas neues, ja, aber das muss ja nicht negativ sein. Und solange beide zufrieden sind, freue ich mich einfach!
Ich stimme durchaus zu, dass sich ältere Kinder oft einfach an das Engegefühl z.B. wieder gewöhnen müssen, das braucht evtl. auch ein bisschen Zeit. Die Körperhaltung kann natürlich auch eine Rolle spielen: manche Kinder sind mit einer aufrechteren Haltung zufriedener, andere wollen eine geringere Spreizung haben- aber dafür gibt es ja zum Glück auch eine breite Vielfalt an Möglichkeiten, ein Kind zu tragen

Auch werden die meisten (etwas) älteren Kinder, die nicht mit Tuch o.ä. getragen werden, ja auch viel getragen "nur" ohne Tragetuch/Tragehilfe, dabei sind die Beinchen ja auch in einer Haltung positioniert, die es dem Kind ermöglicht, sich gut am Körper des Erwachsenen zu positionieren. Da gilt es also nur noch, die geeignete Trageweise mit einer Tragehilfe zu finden

Das Tragen kann dem Kind und dem Erwachsenen auch psychisch ganz viel Gutes nochmal mit auf den Weg geben, mal ganz abgesehen vom praktischen Aspekt einer Tragehilfe.
Deswegen, egal um welches Thema es auch geht: Hört auf euer Gefühl und beobachtet euch: Fühlt ihr euch beide wohl? Dann ist doch alles gut!
Viele Grüße
Julia