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Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:05
von MariaMia
Die Frau stand im Becken, den beiden großen zugewandt und hatte den Kleinen auf dem Arm. Das war wirklich nicht offensichtlich, dass sie stillt. Von weitem sah es aus, wie wenn der Kleine müde auf ihrem Arm hängt und bald einschläft. Mir fiel es nur auf, weil ich meine ja in dem Alter auch noch stille.
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:14
von Latascha
Ich denke hier sind wir an einem Punkt, an dem sich einfach die Ansichten unterscheiden.
Ich bin der Meinung, dass ein dreijähriges Kind sein Bedürfnis kurz aufschieben können muss ohne einen Tobsuchtsanfall zu kriegen.
Selbst wenn das Kind dann brüllt, ist man ja im Nu aus dem Becken und am Platz...
Unauffällig oder nicht, ich bin immer noch der Meinung, dass man nicht jede Situation ausreizen muss und gerade in einer Gesellschaft, wo das Stillen eh so verpönt ist nicht solche Situationen provozieren muss.
Und ja, ich find Essen und Trinken in nem öffentlichen Schwimmbecken immer noch daneben, in dem Fall auch MuMi.
Interessant wäre es aber zu wissen, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn sich der Bademeister korrekter verhalten hätte und die Mutter ausschließlich aufgefordert hätte sich auf die Decke zu begeben.
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:21
von Sycorax
Ich schließe mich Latascha vollumfänglich an.
Mit der Minimissy hab ich gerade so meine liebe Not, was kurzes Aufschieben des Stillens angeht. Ihre Tobsuchtsanfälle sind legendär und gefürchtet. Aber sie ist nicht mal 11/2. In einem Schwimmbecken würde ich sie sicher nicht stillen. Auf der Decke ist doch viel gemütlicher

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:22
von sternenweib
ich muß zugeben, dass ich, um so älter das kind wird, es mir schneller passiert, dass ich mal eben nebenher stille ohne mir da groß gedanken zu machen. ich schätze, dass das manchmal auch shon recht befremdlich sein kann. wenn ich mir jetzt vorstelle, nochmal so lange zu stillen, ich glaube, dann bin ich irgendwann an dem punkt, wo ich den bademeister stillend anschauen würde und sagen würde: "kind, welches kind, ach so, jetzt, wo sie´s sagen..."
ich kann die mutter also sehr verstehen.
andererseits ist für mich das becken im schwimmbad eigentlich immer fast der einzige ort gewesen, an dem ich nicht gestillt habe. generell fand ich im badeanzug/bikini stillen immer unangenehmer als in allen anderen kleidungsstücken. und ich fände es glaub ich auch eher befremdlich, wenn ein kind im becken gestillt wird als irgendwo anders. hat denke ich mit dem gedanken zu tun, dass ich einfach generell find, dass essen und (körper)flüssigkeiten anderer leute nicht zu offensichtlich in meiner badewanne sein sollten. wir hatten hier letztens mal das thema mit dem unglücklichen muttermilch-urin-vergleich eines ehemannes. geht in dieselbe richtung.
das ändert aber nichts an der grundsätzlichen frage, inwiefern man in dem moment, wo sich durch das stillen andere belästigt fühlen, rücksicht üben sollte oder auf der normalität des stillens beharren und dem anderen den schwarzen peter zuschieben. ich bin froh, dass ich noch nie in der situation war, dass mich jemand tatsächlich zu der entscheidung gezwungen hätte. die wär glaub ich stark von der tagesform und vom tonfall des beschwerenden abhängig.
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:24
von suri
Latascha hat geschrieben:I
Und ja, ich find Essen und Trinken in nem öffentlichen Schwimmbecken immer noch daneben, in dem Fall auch MuMi.
.
Absolut. Mein Kind bekommt auch erst auf der Decke den Apfel oder die Wasserflasche/das Trinkpäckchen. Das verteile ich ja auch nicht am Beckenrand.
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:27
von sternenweib
gerade in einer Gesellschaft, wo das Stillen eh so verpönt ist
muß man nicht gerade deswegen was daran ändern? ich kenn so viele "heimlich" stillende mütter mit kleinkindern, die alle denken, sie wären die einzigen. ich kenn so viele junge mütter, die früh abstillen, weil sie denken "das gehört sich so". in meinem beschluß, meine tochter länger als "normal" zu sttillen haben mich in erster linie mütter bestärkt, die ich in der öffentlichkeit ihre kleinkinder habe stillen sehen.
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:29
von liamadita
hm,irgendwie denk ich auch,wenns mehr frauen öffentlich machen würden,wäre es irgendwie normaler,man gewöhnt sich dann an das bild..im schwimmbecken ist aber auch irgendwie ein bisschen merkwürdig,wäre ich die mutter hätte ichs okay gefunden,wenn der bademeister mich gebeten hätte auf den rasen und aus dem becken raus zu gehen,aber so ein verhalten geht ja mal gar nicht!!!
das mit dem o.. hab ich jetzt so verstanden dass es einfach alle möglichen dinge gibt die für leute in der öffentlichkeit befremdlich sind..in saudi-arabien zB autofahrende frauen oder so

Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:29
von Katha
sternenweib hat geschrieben:gerade in einer Gesellschaft, wo das Stillen eh so verpönt ist
muß man nicht gerade deswegen was daran ändern? ich kenn so viele "heimlich" stillende mütter mit kleinkindern, die alle denken, sie wären die einzigen. ich kenn so viele junge mütter, die früh abstillen, weil sie denken "das gehört sich so". in meinem beschluß, meine tochter länger als "normal" zu sttillen haben mich in erster linie mütter bestärkt, die ich in der öffentlichkeit ihre kleinkinder habe stillen sehen.
Müde unterschreibe
Re: AW: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:38
von claudia820
Aber ich stelle mich ja auch nicht mit der wurstsemmel ins Becken und ess sie dort
Gut das mit dem Jugendamt war schon heftig reagiert, aber rausbeten hätte er mich als stillende schon dürfen
Re: Stillende Mutter des Freibads verwiesen
Verfasst: 08.06.2013, 22:41
von Kinsale
Hm, grundsätzlich finde ich nicht, dass man ein dreijähriges Kind heimlich stillen sollte. Aber ich finde, es gibt Orte, an denen man eben nicht isst und trinkt. Und dazu gehört (für mich) ein Schwimmbecken. Auch mit einem Säugling würde ich das Becken verlassen. An meinen Babys konnte ich immer schon recht früh sehen, dass sie gleich Hunger bekommen und hätte mich dann auf den Weg gemacht.
Zwiebacks Vergleich finde ich auch äußerst unpassend, ich denke aber nicht, dass sie damit sagen wollte, dass Stillen in irgendeiner Form sexualisiert sei, sondern vielmehr, dass es eben Dinge gibt - so schön sie für alle Beteiligten auch sein mögen- nicht überall macht.
Ich sehe das mit dem Stillen wie gesagt anders, finde aber auch, man muss an einem zugegebenermaßen ungeschickten Vergleich nicht so hochgehen.
Zum Bademeister denke ich auch, ein freundlicher Hinweis bitte das Becken zu verlassen hätte gereicht.