Re: Ausnahmsweise Premilch - schlimm?
Verfasst: 28.05.2013, 18:36
Liebe Mimi,
Du hörst Dich in der Tat voll Tatendrang an
. Es freut mich, wenn vielleicht der ein oder andere nützliche Gedanke dabei war, der Dir (auch bei zukünftigem Abpumpen und der logistischen Organisation von Auswärtsterminen) hilfreich sein könnte. Ich bin gespannt, wie der heutige Tag dann lief und ob Ihr die "Pre-Reserve" gebraucht habt oder nicht.
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Da einige Nachfragen kamen: nein, es muss nun ganz sicher niemand Angst oder gar "Panik" vor einer Portion Premilch haben
! Es täte mir leid, wenn das so rüberkam.
Klar, die Gabe von Premilch verändert die Darmflora. Das tut jede andere Beikost auch. Bei Neugeborenen ist das logischerweise anders zu bewerten als bei Kindern im Beikostalter. Früher oder später steht dieser "Darmflora-Wechsel" ja bei jedem Kind an und ist spätestens mit Erreichen der Beikostreife (also um 6 Monate herum) ganz sicher völlig unproblematisch. Dass man nun nicht ohne Notwendigkeit die Darmflora eines Vollstillbabys durch einzelne Premilchgaben schon vorher verändern möchte, hat eher etwas mit "Vorsichtsmaßnahme" zu tun als mit "Abwendung akuter gesundheitlicher Gefahren".
Die "Notwendigkeit" ist hier der entscheidende Punkt: Selbstverständlich soll jedem Baby, dem Muttermilch nicht (oder nicht in ausreichender Menge) zur Verfügung steht, Premilch gegeben werden, egal ob der Grund eine Zufütterindikation ist oder eben eine logistisch nicht anders zu überbrückende Abwesenheit der Mutter zu einem wichtigen Termin - denn dann besteht ja Notwendigkeit - völlig unabhängig vom Alter des Babys!
Hinsichtlich der weiteren Stillzeit kann Pre im Haus allerdings zur Stolperfalle werden - Ersatznahrung wird häufig ohne Notwendigkeit gegeben, und häufig wird dadurch seltener gestillt. Durch seltenes Stillen wird die Stillzeit insgesamt für gewöhnlich verkürzt, d.h. Ersatznahrung im Haus und insbesondere deren regelmäßige Verwendung trägt zum vorzeitigen Abstillen bei.
(Dies gilt allgemein - selbstverständlich gibt es Einzelfälle, bei denen auch beim regelmäßigen Zufüttern eine lange Stillzeit erreicht wurde.)
Ähnliches trifft (wie ich oben schon schrieb) auf die Verwendung von Fläschchen statt stillfreundlicher Zufüttermethoden zu. Diese Dinge im Kopf zu behalten ist sicherlich entscheidender für die Stillbeziehung - und damit die Gesundheit des Babys - als Risiken, die von notwendigen und stillfreundlich erfolgenden Gaben von Premilch ausgehen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine wunderbare und trotz aller sinnvollen Vorsicht mit Eurem Alltag kompatible Stillbeziehung
LG, blueberry
Du hörst Dich in der Tat voll Tatendrang an
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Da einige Nachfragen kamen: nein, es muss nun ganz sicher niemand Angst oder gar "Panik" vor einer Portion Premilch haben
Klar, die Gabe von Premilch verändert die Darmflora. Das tut jede andere Beikost auch. Bei Neugeborenen ist das logischerweise anders zu bewerten als bei Kindern im Beikostalter. Früher oder später steht dieser "Darmflora-Wechsel" ja bei jedem Kind an und ist spätestens mit Erreichen der Beikostreife (also um 6 Monate herum) ganz sicher völlig unproblematisch. Dass man nun nicht ohne Notwendigkeit die Darmflora eines Vollstillbabys durch einzelne Premilchgaben schon vorher verändern möchte, hat eher etwas mit "Vorsichtsmaßnahme" zu tun als mit "Abwendung akuter gesundheitlicher Gefahren".
Die "Notwendigkeit" ist hier der entscheidende Punkt: Selbstverständlich soll jedem Baby, dem Muttermilch nicht (oder nicht in ausreichender Menge) zur Verfügung steht, Premilch gegeben werden, egal ob der Grund eine Zufütterindikation ist oder eben eine logistisch nicht anders zu überbrückende Abwesenheit der Mutter zu einem wichtigen Termin - denn dann besteht ja Notwendigkeit - völlig unabhängig vom Alter des Babys!
Hinsichtlich der weiteren Stillzeit kann Pre im Haus allerdings zur Stolperfalle werden - Ersatznahrung wird häufig ohne Notwendigkeit gegeben, und häufig wird dadurch seltener gestillt. Durch seltenes Stillen wird die Stillzeit insgesamt für gewöhnlich verkürzt, d.h. Ersatznahrung im Haus und insbesondere deren regelmäßige Verwendung trägt zum vorzeitigen Abstillen bei.
(Dies gilt allgemein - selbstverständlich gibt es Einzelfälle, bei denen auch beim regelmäßigen Zufüttern eine lange Stillzeit erreicht wurde.)
Ähnliches trifft (wie ich oben schon schrieb) auf die Verwendung von Fläschchen statt stillfreundlicher Zufüttermethoden zu. Diese Dinge im Kopf zu behalten ist sicherlich entscheidender für die Stillbeziehung - und damit die Gesundheit des Babys - als Risiken, die von notwendigen und stillfreundlich erfolgenden Gaben von Premilch ausgehen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine wunderbare und trotz aller sinnvollen Vorsicht mit Eurem Alltag kompatible Stillbeziehung
LG, blueberry