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Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 01:04
von Linguanne
Liebe Andrea, Deine Signatur ist sooo toll!!! Ich freue mich jedes Mal sie zu sehen und lese sie auch jedes Mal.
Liebe Niku, herzlichste Glückwünsche zum kleinen Wurm! Ich bin auch sehr unglücklich mit meinem Kaiserschnitt und bin der Meinung, dass er von einer (unsympathischen) Hebamme verschuldet wurde, die mir gleich nach der ersten Untersuchung einfach ohne weitere Erklärung zwei Tabletten verabreicht hat, weil ich noch "kein Fall für den Kreißsaal" sei und mich dann ins Bett steckte. Zwei Stunden später war der Muttermund 8 cm offen. Und dabei blieb es dann auch. Keine nennenswert stärkeren Wehen, keinerlei Bewegung des Muttermundes, mit der Fruchtblase passierte auch nix. Nach 24 Stunden hieß es dann, Kind soll raus, obwohl es auch dafür keinen medizinisch notwendigen Grund gegeben hatte. Keinerlei Herztonabfall, keine Gefahr fürs Baby. Der Rest war dann nur noch Schlachthaushorror für mich. Gesehen habe ich mein Baby erst zwei Stunden nach dem KS. Angelegt wurde er erst einen Tag später. Weil dann der Bilirubinwert schlecht war, bekam er von den Krankenschwestern Tee und Glukose aus der Flasche. Saugverwirrung vorprogrammiert. Dagegen habe ich etwas mehr als zwei Monate gekämpft. Alle um mich herum sagten, dass ich doch das "Sch..." Stillen sein lassen soll. Ich habe uns da durch gequält und stille immer noch voll. Den Kaiserschnitt werde ich NIE vergessen. Und ich verzeihe es auch der Hebamme nicht, dass Zwerg gleich weggeschleppt wurde. Ein Foto zeigt ihn im grellen "Scheinwerferlicht" des Kreißsaals, wie er da nackt und bloß in der "kalten Welt" ganz alleine liegt. Beim Lesen des Kapitels zur Geburt im Buch von Julia Dibbern musste ich sehr weinen. So sollte kein Kind auf der Welt begrüßt werden. Natürlich hat er das überlebt. Und ich auch. Aber schön ist anders. Seither gebe ich ihn kaum mehr her. Nachdem ich mich zwei/drei Stunden erholt hatte (ich war wirklich panisch und hysterisch während der OP), habe ich Zwerg nur noch auf oder direkt neben mir gehabt. Auch im Krankenhaus, wo ich sieben Tage blieb. Irgendwann werde ich um den medizinischen Bericht bitten, um herauszufinden, was mir da gegeben wurde und warum das alles nötig war. Außerdem würde ich gerne den Krankenschwestern die Meinung geigen, was sie mit ihren Flaschen und Schnullern anrichten. Dieses Forum ist wirklich toll. Soo viele nette Menschen und so tolle Beraterinnen mit geballter Kompetenz können Dir bestimmt weiter helfen. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du für Dich und Dein Baby den bestmöglichen Weg finden wirst, mit Euren Erlebnissen besser zurecht zu kommen.
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 10:30
von Niku82
Liebe Andrea, liebe Linguanne!
Danke für Eure Beiträge!!! Jaaaaa, die Signatur ist genial, ich bin Erzieherin und die ist mir sofort aufgefallen. Da hatte ich ja Glück, dass unser Sohn nach dem KS direkt mit unserer lieben hebamme und dem Papa im Kreißsaal war, während ich zu getackert wurde. Er hat in der halben Stunde wo sie alleine waren 100 Fotos gemacht. Nach dem der Kinderarzt, unmittelbar nach dem Schnitt nach Constantin geschaut hatte kam die Hebamme sofort zu mir an den OP Tisch damit ich ihm ein Küsschen geben konnte, das war alles wirklich sehr liebevoll gestaltet, aber diese "flaschenpolitik" in den Krankenhäusern ist echt blöde, obwohl ich weiss, dass es bei uns keine andere Möglichkeit gab.
Ich denke, dass ich es irgendwann schaffe damit klar zu kommen und wir kuscheln ganz viel und Er bekommt viel Nähe (was er ja zum Glück auch noch will^^). ich vermute ja immer noch, dass mir der KS nicht so zu gesetzt hätte, wenn dafür das stillen geklappt hätte!?
LG Nicole
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 10:32
von Niku82
Was mir noch eingefallen ist:
Es ist "schön" zu lesen dass ich gar nicht alleine so Gefühle habe um mich herum habe ich immer das gefühl alle hatten eine tolle spontan Geburt....nur ich nicht! Und was ich gar nicht verstehe, dass es Frauen gibt die total glücklich mit Ihrem Wunschkaiserschnitt sind!? also ich meine das nicht abwertend, sondern wundere mich warum die nicht so ein Gefühl von "mir fehlt da was" wie ich habe

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 11:27
von Novalia
Ich denke ein Wunschkaiserschnitt ist eine andere Ausgangslage. Da geht eine bewusste, selbstständige Entscheidung von innen voran. Ein Not-oder Musskaiserschnitt ist eine Entscheidung von aussen, bzw es wird zumindest mit Indikation vorgeschlagen.
Außerdem kenne ich sowohl Mütter die beim zweiten eine Spontangeburt wollen, als auch welche, die nach Sppntangeburt sagen: nie wieder!
Ach Niku, ich wünsch dir alles Gute und dass du dich vielleicht irgendwann mit dem Vorgefallenen aussöhnen oder es wenigstens akzeptieren kannst. Hier bist du auf jeden Fall genau richtig

Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 11:52
von FuFu
Nein, Du bist nicht die einzige, die keine spontane Geburt hatte.
Ich selber hatte einen geplanten (medizinisch notwendigen) Kaiserschnitt in der 36. Woche. Ich glaube, dass es für mich leichter war, mich damit abzufinden, weil ich schon von Anfang an wusste, dass eine spontane Geburt wahrscheinlich eher nicht klappt und weil ich wusste, dass diese Entscheidung medizinisch erforderlich war. Ich konnte also hinter dieser Entscheidung stehen, auch wenn ich mir eine spontane Geburt gewünscht hätte.
Viel, viel schwieriger ist es bestimmt, wenn man eigentlich schon auf dem Weg zur spontanen Geburt war, das Gefühl hat, es ist über einen hinweg oder gar medizinisch "falsch" entschieden worden. Und natürlich ist ein KS nicht optimal, natürlich ist Zufüttern nicht optimal, aber Du kannst es nicht mehr ändern. Ich glaube z.B. nicht, dass ich eine "schlechtere Mutter" bin, nur weil ich nie eine Wehe hatte... Was ich damit sagen will: Diese ersten Stunden oder Tage mit Deinem Baby waren sicherlich nicht so, wie Du Dir das vorgestellt hast oder wie es wünschenswert gewesen wäre. Aber es folgen noch so viele Tage mit Deinem Kind, lass Dich dadurch nicht beherrschen. Jeder weitere Tag mit Deinem Baby ist genauso wichtig!
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 13:09
von Marlio
Oh, schön das euch die Signatur gefällt! Ich hatte schon überlegt sie rauszunehmen, weil sie schon sehr lang ist...
Mir ging es im KKH übrigens ebenfalls so, dass ich zufüttern musste, Stillhütchen wurden mir auch mal gebracht. Und da ich es nicht besser wusste, hab ich sie auch mal benützt. Zum Glück hat das Stillen bei uns trotzdem geklappt, da hatte ich mehr Glück als Verstand.
Falls Du das Thema Stillen nicht einfach abhaken möchtest, dann eröffne dazu doch einen eigenen Beitrag. Im Stillforum findest Du oben angepinnt einen Beitrag "So funktioniert Stillberatung hier im Forum". Dann bekommst Du kompetente Beratung und kannst gemeinsam mit einer Stillberaterin entscheiden, wie es für euch weitergehen soll.
Liebe Grüße!
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 30.04.2013, 13:38
von 08u11
novalia hat geschrieben: Außerdem kenne ich sowohl Mütter die beim zweiten eine Spontangeburt wollen, als auch welche, die nach Sppntangeburt sagen: nie wieder!
Ich hatte ja nun, wie geschrieben, beim ersten mit Schnitt entbunden und beim zweiten Spontan (mit Einleitung). Ganz ehrlich: Wenn die Spontangeburt die erste gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich auch gesagt: nie wieder. Der Kaiserschnitt war nicht toll, aber auch nicht schlimm und ich war danach recht flott wieder fit, die Spontangeburt hingegen fand sich zum Kotzen (sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinne des Wortes). Ich habe da auch eine ganze Weile gebraucht, um mich zu erholen. Aber ich würd's wieder machen und ich glaube, zu dieser Wertschätzung hat mir auch die Erfahrung mit dem Kaiserschnitt geholfen.
Fufu hat geschrieben: Was ich damit sagen will: Diese ersten Stunden oder Tage mit Deinem Baby waren sicherlich nicht so, wie Du Dir das vorgestellt hast oder wie es wünschenswert gewesen wäre. Aber es folgen noch so viele Tage mit Deinem Kind, lass Dich dadurch nicht beherrschen. Jeder weitere Tag mit Deinem Baby ist genauso wichtig!
Unterschreib voll und ganz.
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 03.05.2013, 21:23
von Saraid
So viele Leidensgenossinnen.

Schön.. oder auch nicht. Mein Sohn ist vor morgen genau zwei Wochen geboren worden.
Ich hab mich so oft wiedergefunden in den Berichten in diesem Thread. Ich hatte wie Marlio sehr viele Befürchtungen rund um die natürliche Geburt. Nachdem ich viel gelesen hatte, hab ich den Kaiserschnitt letztendlich ausgeschlossen und mich auf die natürliche Geburt gefreut. Ich war so gespannt darauf, so etwas Besonderes erleben zu dürfen.
Leider ist es auch anders gekommen und mein Sohn wollte schon in der 35. SSW aus meinem Bauch. Ich hab die Geburtswehen als überhaupt nicht schlimm empfunden und bin nur "mal zum nachschauen" ins Krankenhaus gefahren - da war mein MuMu schon bei 7cm. Leider lag der Kleine in BEL. Deswegen und durch Tatsache das er zu früh war, haben die Ärzte mir dringend zu einem KS geraten. Ich hatte mich überhaupt nicht vorbereitet darauf und wusste auch nicht das die Narkose wirklich knapp bemessen wird. Als ich gesagt habe ich spüre noch etwas habe ich eine Vollnarkose bekommen. Ich konnte meinen kleinen Sohn nicht sehen und ihn hat, wie das Linguanne beschreibt, eine kalte unfreundliche Welt empfangen. Da das alles so kurzfristig war, war weder der Papa noch ich für ihn da. Wegen der Grippewelle war Besuchsverbot und so konnte ihn keiner, ausser wir Eltern, besuchen. Ganze 20 Stunden hat er ohne uns auskommen müssen, weil ich nicht aus dem Bett aufstehen konnte und der Papa erst am nächsten Morgen einen Flug erwischt hat. Diese Stunden waren so schrecklich für mich.. Ich werde das nie vergessen und mir kommen auch oftmals noch die Tränen deswegen.
Wir hatten viel Glück. Er war , anfangs zwar ein müder, aber im Grunde guter Trinker und ich habe sehr gut BW. Dadurch das ich hier im Vorfeld viel gelesen hatte und auch zwei Bücher zum Thema stillen zuhause hatte, wusste ich gut übers Stillen bescheid und wusste auch welche Probleme es geben kann und war nicht auf "fachkundige Beratung" angewiesen - ich wollte am liebsten ambulant entbinden, damit mein Sohn keine Flaschen bekommt - hat er natürlich. Trotzdem haben wir das Krankenhaus nach 10 Tagen vollstillend verlassen und das tun wir bis heute und mittlerweile trägt er fast schon zu recht den Namen Mops!
Niku, ich drück dir die Daumen das du noch zum Stillen kommst und ich hoffe man kann so ein Erlebnis irgendwann verarbeiten.
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 05.05.2013, 09:52
von alcion
Niku82 hat geschrieben:Was mir noch eingefallen ist:
Es ist "schön" zu lesen dass ich gar nicht alleine so Gefühle habe um mich herum habe ich immer das gefühl alle hatten eine tolle spontan Geburt....nur ich nicht! Und was ich gar nicht verstehe, dass es Frauen gibt die total glücklich mit Ihrem Wunschkaiserschnitt sind!? also ich meine das nicht abwertend, sondern wundere mich warum die nicht so ein Gefühl von "mir fehlt da was" wie ich habe

Wie schon geschrieben wurde, ist ein Wunschkaiserschnitt etwas anderes, aber das Gefühl "mir fehlt da was" kenne ich auch.
Meine Maus lag die gesamte SS bei jeder Untersuchung in BEL. Das Krankenhaus, in dem ich entbinden wollte machte keine spontan BEL-Geburten und wollten meine Maus 15 Tage vor ET holen. Ich wollte das nicht. Ich wollte wenigstens darauf warten, bis es von allein losgeht. Habe dann in der 39. Woche noch das KH gewechselt und bin in eine spezialisierte BEL-Ambulanz gegangen, die versuchen BEl spontan zu entbinden. 10 Tage nach ET mussten wir dann zum Einleiten in die Klinik. Über Nacht hat sich leider nix getan und morgens um 8 hieß es dann, ok um 10 sind Sie dann im OP. Ich war total unvorbereitet, da die Ärztin, die am Abend eingeleitet hat mir gesagt hatte, wenn sich nichts tut, machen wir am Morgen noch einen Versuch. Ich habe dann dafür gekämpft noch weiter darauf warten zu dürfen, dass es spontan klappt. Die Wehen kamen dann auch, aber meinen Muttermund wollte sich nicht öffnen und so bin ich letztlich doch nach 6 Stunden Wehen im OP gelandet. Ich bin zwar um eine Vollnarkose drumherum gekommen, war aber echt ziemlich benebelt und es hat recht lange gedauert, bis ich dann im Aufwachraum endlich meine Maus in den Arm bekommen habe.
Den Kaiserschnitt selber fand ich jetzt nicht so schlimm, ich hatte zwar die ersten 3 Wochen danach extreme körperliche Probleme(konnte meine Kleine nicht heben) aber heute ist es eigentlich nur noch selten, dass mich was piekt
Nur das Gefühl in den ersten Tagen, dass das Kind da in meinem Arm auch jedes andere Kind sein könnte, dass fand ich sehr schlimm. Ich weiß, dass es das auch bei einer spontanen Geburt geben kann. Aber, dass ich erst lernen musste mein Kind zu lieben, das hatte ich mir nicht so vorgestellt, vor allem, da ich sie ja vorbehaltlos geliebt hatte, als sie noch in meinem Bauch war
Aber heute ist das alles zwar nicht vergessen, aber absolut nicht mehr wichtig!! Ich liebe meinen kleinen Wirbelwind, der nie stillhält und mit seinem ständigen Lachen mir jeden Tag mit Freude füllt.
Re: Still- und Kaiserschnitttrauma
Verfasst: 08.05.2013, 00:03
von vervin
Liebe Niku,
hey, erstmal hallo und herzlichen Glückwunsch, daß Constantin und Du beide gesund und munter beieinander seid!
Ich habe einen 14 Monate alten Sohn, den ich letztes Jahr auch mit einem beinahe Notkaiserschnitt bekommen habe... es ist Horror und für mich war es ebenfalls ein großer Wunsch natürlich zu entbinden. Ich kann Dich in dem Punkt also sehr gut verstehen. Und ich kann DIr große Hoffnung machen - diese komischen Gedanken und Gefühle zu einer "verpatzten" Geburt gehen vorbei und es bleiben Du und Constantin und euer Glück - die Zeit heilt diese psychischen Wunden.
Was das Stillen angeht habe ich andere Erfahrungen gemacht, obwohl es für mich auch seeeehr schwer war. Mein Milcheinschuß kam erst nach dem 6. Tag und so spärlich - obwohl der kleine Vincent wie ein Tiger gesaugt hat - daß er mehr als 10% Gewicht verlor. Zum Glück hat mir das damals keiner so direkt gesagt - ich habe es erst später beim nachrechnen gespannt - sonst hätte ich wohl Panik bekommen und noch weniger Milch gegeben. Ich denke, daß die Psyche viel mitspielt und bei Stress gelingt das Stillen eben auch nicht immer, besonders, wenn es "neu" ist für den Körper. Daß Du abgepumpt hast find ich klasse und ich möchte Dich auch gerne weiter dazu ermutigen. Jeder Tropfen ist wie Medizin - egal auf welche Art es Constantin geniessen darf Deine Milch zu trinken.
Mit Relaktation oder so kenne ich mich nicht gut aus. Vielleicht Du inzwischen, aber wenn Du schon Milch hast, dann werden Deine Drüsen nicht sofort wieder aufgeben und Du kannst damit rechnen, daß Dein Körper Dein Kind versorgen kann. Was ich Dir aber noch als spontane Idee mitgeben kann ist eine "zweite Geburt" zu machen mit Constantin. Ihr seid ja sehr aprubt getrennt worden und manchmal verfallen Babies dann in Stillstreiks. Diese kann man manchmal lösen indem man die Geburt nachstellt mit einem sogenannten Bonding Bad. Bei einer mami aus der Nachbildungsgruppe hat das gut funktioniert, deshalb fällt es mir hier spontan ein. Ich habe mich bisher immer bei der leche liga oder der
http://www.still-lexikon.de Seite informiert, die mir gute Auskunft gaben. Ich weiß nicht wo Du wohnst, aber es gibt bestimmt jemand inDeiner Näher, der Dir Beratung im Gespräch geben kann. Es hilft sehr sich mal wörtlich "auszukotzen". Und vielleicht kann Deine Hebamme mit Dir und Constantin dieses Bonding machen - schaden kann es nicht.
Ganz liebe grüße und Alles Gute für euch!