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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 18.04.2013, 13:25
von muh
Ich möchte auch jede, die sich ärgert, zu einen leserbrief ermutigen. Wie kann man sich nur so ein herablassendes urteil über bes erlauben (und gleichzeitig über alle, die trotz widrigkeiten stillen wollen)? Die nido betont immer (und gerade in diesem artikel auch), dass es jeder so machen soll, wie er es für richtig empfindet. Aber nur bröselmilch ODER stillen erhalten dann tatsächlich die absolution, alles dazwischen ist suspekt...
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 18.04.2013, 15:36
von arwen
Was mich an dem Artikel auch stört ist diese Stimmung von "ganz oder gar nicht". Und wieder diese ganzen Vorurteile...
Zitat Nido: "Dabei gibt es ja durchaus auch Gründe, Fläschchen zu geben. Die Eltern können sich nachts abwechseln, wenn es um die Versorgung des Babys geht. Die Mütter sind unabhängiger, können sich leichter Auszeiten nehmen, Freunde treffen, ins Kino gehen. Sie können essen und trinken, was sie wollen. "
Abwechseln und Auszeiten nehmen geht auch, wenn das Baby abgepumpte Milch bekommt oder halt teilgestillt wird. Warum muss ich denn komplett abstillen, wenn ich wieder arbeiten möchte/muss oder regelmäßig in den Chor/Sportverein etc.?
Und zum letzten Punkt: Ich habe während der Stillzeit eigentlich alles gegessen, was ich sonst auch gegessen habe. Klar habe ich mich nicht mit Alkohol volllaufen lassen, aber das war so ziemlich das Einzige, wo ich mich eingeschränkt habe.
Und mal ehrlich, nach mehreren Jahren schwanger und stillen reicht mir jetzt ein Bier oder ein kleines Glas Wein, um die Wirkung des Alkohols zu spüren. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine solche Menge Alkohol dem Stillbaby schadet. Da ist ja weniger als 0,5 Promille in der Muttermilch.
Ich finde es schade, wenn Frauen das Stillen noch nicht einmal ausprobieren wollen. Ich lehne ja auch fremdes Essen nicht ab, ohne es probiert zu haben.
Schade ist natürlich auch, wenn es daran scheitert, dass ihnen die richtige Beratung fehlt. Alles andere ist mir - ehrlich gesagt - egal. Und es ist absolut lächerlich, dann so ein Trara drum zu machen, egal in welche Richtung.
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 18.04.2013, 21:15
von Barbarella
Die Nido ist leider eine reaktionäre Zeitschrift mit rechtskonservativen Anstrich- die Neon für Eltern und hauptsächlich dazu da uns zu zeigen was wir kaufen sollen - in diesem Falle viele Flaschen und viel premilch.
Liebe Gruesse Barbara
Ps: nicht kaufen und auf keinen Fall ernstnehmen!
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 18.04.2013, 21:21
von Kinsale
Ich wundere mich immer über die so viel gepriesene Flexibiltät der Flaschenkinder. Also ich kenne durchaus welche, die sich eben trotzdem nur von Mama ins Bett bringen lassen wollten. Da stand der Papa dann genauso hilflos mit schreiendem Kind zu Hause. Aber das passt halt nicht in so einen ganz-oder-garnicht Artikel.
@Barbarella: was Flaschenmilch nun mit rechtskonservativ zu tun hat, ist mir allerdings genauso wenig klar.
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 18.04.2013, 21:34
von Urania
Kinsale hat geschrieben:Ich wundere mich immer über die so viel gepriesene Flexibiltät der Flaschenkinder. Also ich kenne durchaus welche, die sich eben trotzdem nur von Mama ins Bett bringen lassen wollten. Da stand der Papa dann genauso hilflos mit schreiendem Kind zu Hause. Aber das passt halt nicht in so einen ganz-oder-garnicht Artikel.
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Ohhhh wie wahr! Und ich kenne genau so gestillte Kinder die super Fremdbetreut werden,ohne Probleme. Und ob das wirklich ein wichtiger Grund ist sein Kind NICHT zu stillen,am Abend mit Freundinnen auszugehen?

Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 19.04.2013, 10:55
von Elena
Kinsale hat geschrieben:Ich wundere mich immer über die so viel gepriesene Flexibiltät der Flaschenkinder.
Oh ja. Und ich kenne kein einziges Flaschenkind, bei dem der Papa länger in Elternzeit und mit dem Kind allein war. Mein Umfeld mag nicht repräsentativ sein, aber hier sind es gerade die einigermaßen emanzipierten, gleichberechtigt lebenden Paare, bei denen (trotz Erwerbstätigkeit der Frau) gestillt wird.
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 20.04.2013, 13:30
von schokominza122
Als Pseudostillende oder als Mutter die mit dem BES-Krückstock stillt (oder zumindest bis vor Kurzem hat) möchte ich auch gern meinen Senf dazugeben.
Das steht allerdings nicht im Zusammenhang zu dem was jetzt kurz vor mit geschrieben wurde....
Mich hat dieser Teil mit der Zwillingsmama in dem Artikel auch sehr verletzt und sehr wütend gemacht! Vor allem der Satz "Doch das war Pseudostillen,
so tun als ob - um das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, zu unterdrücken."
Jemand der nicht weiß aus welchen Gründen man mit dem BES anfängt, sollte nicht sich anmaßen solche Sprüche von sich zu geben! Das selbe gilt für das Pumpstillen, vor dem ich auch großen Respekt habe.
So sehr ich mich darüber auch ärgere, muss ich zugeben steckt in dem Artikel auch etwas Wahres.
Bevor ich mit dem dem BES angefangen habe, habe ich auch eine Zeit lang mit dem Fläschchen zugefüttert. Wenn ich unterwegs gewesen bin haben mich die Blicke und Sprüche anderer, vor allem der problemlos vollstillenden Mütter, auch sehr getroffen. Das ging mir mit dem BES allerdings genauso. Es wurde nicht einfach akzeptiert,
dass ich halt auch das Fläschchen gebe (geben muss!) oder mit dem BES zufütter. Das Gefühl (zu bekommen) eine schlechte Mutter zu sein, weil man nicht(voll-) stillt kenn ich. Da darf man sich anhören "... Also ich hab so und so lange gestillt! .... Dein Baby will Deine Milch!.... Leg doch mal wieder an, das Baby hat bestimmt wieder Hunger!"
In gewisser Weise hat der Artikel mit dem "Stillzwang in Deutschland", zumindest aus meiner Sicht, Recht. Mein Gott, habe ich mich schlecht gefühlt, wenn ich mein
Equipment ausgepackt habe. (In dem Artikel wird allerdings gar nicht erwähnt, dass es auch ein riesiger Aufwand ist die Flasche zu geben und man fast genauso viel mit sich rumschleppen muss wie mit dem BES. Ich bin sehr froh, dass ich mir jetzt einfach eine Banane für meine Kleine einstecken kann!) Viele Menschen, wieder vor allem problemlos vollstillenden Mütter, können sich nicht vorstellen wie anstrengend und aufwändig es sein kann, mit Pumpen oder BES die Milchproduktion aufrecht zu erhalten um doch noch stillen zu können(das gilt natürlich nicht für alle

). Hier möchte ich mal sagen, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn man sich aufgrund dessen entscheidet es bleiben zu lassen und NICHT zu stillen. Klar ist es vielleicht schade, aber es bleibt noch immer die Entscheidung jeder Einzelnen ob sie mit dem Aufwand klar kommt oder nicht und sich vielleicht so entspannter und mit mehr Freude ihrem Baby widmen kann. Niemand sollte darüber urteilen.
Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe und freue mich sehr an meiner Tochter, die einfach zuckersüß ist wenn sie genüsslich und zärtlich beim Stillen meine Brust umarmt. Ich habe aber auch für Jede Verständnis die sich anders entschieden hat. Das musste ich in dem Rahmen mal sagen!
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 20.04.2013, 17:35
von Lotti
Barbarella hat geschrieben:Die Nido ist leider eine reaktionäre Zeitschrift mit rechtskonservativen Anstrich- die Neon für Eltern und hauptsächlich dazu da uns zu zeigen was wir kaufen sollen - in diesem Falle viele Flaschen und viel premilch.
Liebe Gruesse Barbara
Ps: nicht kaufen und auf keinen Fall ernstnehmen!
Mit Verlaub, das ist absoluter Blödsinn. Begründe das bitte mal, mit Beispielen! Allein die Diskussion um Betreuungsplätze und -geld in der Nido zeigt dass das nicht so ist. Und nur weil eine Zeitschrift zu Recht schreibt, dass jede Frau selbsr entscheiden können soll, ob sie stillt oder nicht, steckt sie doch nicht mit der bösen bösen Pulvermilchindustrie unter einer Decke! Man, immer diese Verwchwörungstheorien...
Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Verfasst: 20.04.2013, 18:05
von Lotti
Liebe Schokominza,
ich kann das sehr gut nachvollziehen, was Du schreibst. Ich musste grade mal 3 Tage pumpstillen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich keine 2 Wochen durchgehalten hätte.
Man muss das denke ich auch ein bisschen im Kontext sehen bzw. sich mal die Zielgruppe der Nido anschauen. Ich denke mal, das sollen vor allem akademisch gebildete Stadtmenschen sein, für die Familie und Kinder sehr wichtig, aber nicht alles ist, die beruflich was reißen wollen und auch Interesse an "Lifestyle" haben. Ist jetzt alles mal eine Spekulation meinerseits. Ich selber lebe in einem solchen Umfeld in einem der einschlägig bekannten Berliner Bezirke, und ich kann definitiv bestätigen, dass hier alle, alle alle stillen. Sämtliche Frauen im RüBi Kurs, alle meine Freundinnen, beim Babyschwimmen etc., die Situationen wo ich mal ein Fläschchen zu Gesicht bekam kann ich locker an einer Hand abzählen. Als ich schwanger war, hat mich auch niemand gefragt, ob ich stillen will, es hieß dann bloß "wenn du dann stills, dann..." Ich kann mir daher SEHR GUT vorstellen, wie (eigentlich bescheuert!) unangenehm es sein muss, in so einem Umfeld das Fläschchen rauszuholen. Wenn ich meiner Kleinen mal abgepumpte Milch unterwegs gegeben hab, hab ich gerne unauffällig erwähnt, dass es sich um MuMi handelt, weil es mir sonst peinlich gewesen wäre. Wenn ich also MEIN Umfeld und MEINE Situation betrachte, kann ich das Meiste aus dem Artikel zumindest gut nachvollziehen.
Ich selbst bin übrigens schon der Meinung, dass jede Frau zumindest versuchen sollte zu stillen, das wrde ich aber niemal jemandem auf die Nase binden, der nicht meine beste Freundin oder Schwester ist.