Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

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Katha
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Katha »

deswegen habe ich ja von Abstilen ODER Reduzieren nach Gordon gesprochen.
Und ich habe ja nicht gesagt, dass es mit 1 Jahr gemacht werden soll, sondern dass das nicht VOR einem Jahr erfolgen sollte.

und dass Kinder unter 6Monaten Nahrung dringend benötigen, wenn sie diese einfordern, ist nicht einfach nur eine pauschale Altersangabe wie Kind läuft bis ca. 18 Monaten etc.

Ich persönlich würde bei so einem kleine Kind das Stillen nicht reduzieren. Und möchte da auch niemand darin bestärken.
Wenn natürlich die Entscheidung sonst heißt komplett Abstillen, ist das vielleicht was anderes. Das Kind bräuchte in der Zeit aber dann vermutlich trotzdem Pre - und die herzurichten macht Nachts richtig wach.

Vor zwei oder drei Monaten wäre ein Reduzieren noch kontrainduzierter gewesen....

Aber ich bin, wie gesagt, keine Stillberaterin und halte mich an der Stelle jetzt zurück.
Vielleicht melden sich die Expertinnen ja noch.



@kiki18: Wünsche aber bessere Nächte weiterhin.

Was auch hilft: Untertags IMMER schlafen, wenn das Kind schläft. Kein "nur mal schnell" aufräumen oder sonst was. Kind schläft. Selber mitschlafen. Gerade am Anfang schlafen die meisten Kinder (kl. Hase war immer ein rel. wenigschläfer) doch noch recht viel untertags. Das einfach gut nutzen. Dann ist auch ein halbstündlicher nächtlicher Abstand erträglich, habe ich festgestellt.
Die Zeit geht wirklich schneller rum, als man glauben könnte, wenn man drinsteckt...

Hast Du schon mal andere Stillpositionen im Liegen ausprobiert? Mehr Kissen zum Stützen? Evtl. kannst Du so besser im Halbschlaf stillen?

mit der Herkunft hat das damit zu tun, dass wir alle Menschen sind ;)

wir hatten oft auch halbstündliche Phasen - das waren die Abende, wo ich froh war, wenn ich auf Toilette gekommen bin. Zähneputzen ging da dann schon fast gar nicht mehr.
Ich bin da also wirklich mit meinem Kind ins Bett, oft gegen 8 (wie gesagt, Couch ging um die Zeit irgendwie nicht). Und mit Lesen auf dem Handy etc. kam ich trotzdem dann oft auf 12 Stunden im Bett, vieles davon schlafend.
Plus Vormittags und Nachmittagsschlaf.
Da kommt einiges an Zeit zusammen, die frau zum Schlafen nutzen kann.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
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08u11
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von 08u11 »

Katha hat geschrieben: wenn sie diese einfordern
Das ist der springende Punkt. Bei meinem großen Sohn dachte ich, unerfahren wie ich war, bei jedem Quäker: Klar, der hat Hunger, der braucht Milch! Was der gebraucht hat, war aber ganz häufig Nähe, Beruhigung, .... Da geht's nicht um ein böswilliges Verweigern von Milchnahrung, sondern um die Weisheit zu unterscheiden. Und wenn ich weiß, dass sich mein Zwerg grundsätzlich auch anders beruhigen lässt, wenn er keinen Hunger hat, stille ich auch gerne, wenn ich merke, dass er das jetzt wirklich braucht (egal ob nach 1/2, 1, 2, oder 4 Stunden).
Katha hat geschrieben: Das Kind bräuchte in der Zeit aber dann vermutlich trotzdem Pre - und die herzurichten macht Nachts richtig wach.
Welches Kind? In welcher Zeit? Sorry, aber ein gut gedeiendes, gesundes, 4 oder 5 Monate altes Kind, das statt alle halbe oder jede Stunde nur nur alle 2-3h gestillt wird, sonst mit anderen Beruhigungsmitteln zufrieden ist und weiter gut gedeiht, braucht mit Sicherheit kein Pre. Hier geht's auch nicht um Abstillen, sondern um ein langsames Einführen und Ritualisieren von anderen Beruhigungsmitteln. Da fallen auch keine Stillmahlzeiten aus, sondern nur das Beruhigungsnuckeln. Ich versichere Dir, unser J. hat bis heute keine Pre von Nahem gesehen, obwohl er seit er ca. 5 Monate alt ist nicht mehr als Einschlafritual gestillt wird und gedeiht trotzdem prächtig. Und keine Sorge, wenn der Hunger hat, lässt er sich nicht mit Streicheln und Schnuller beruhigen und das war auch nie angestrebt. Aber hier geht's um eine ganz andere Art von Reduzieren als das, was Du meinst.
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kiki18
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von kiki18 »

Ihr werdets nicht glauben, aber gestern hat die Maus doch glatt die ersten zwei Stunden lang allein im Bett geschlafen! :shock: Das war Premiere, ich war total überrascht. Und als sie dann wach war und ich sie nochmal gestillt habe, nochmal zwei Stunden. :P (was für andere Mütter ne Katastrophe wäre, ist für mich hier Grund für wahre Jubeltänze). Vielleicht wärs ja sogar noch länger geworden, weil sie wach wurde, als mein Mann gut gelaunt vom Fußballgucken heimkam (4:0 :shock: ) und die Wohnungstür etwas laut aufgeschlossen hat. Danach warens zwar dann wieder Stunden-Abstände, aber ich hab trotzdem gefeiert.
Fragt sich nur, was ich nun gestern groß anders gemacht habe. :roll: Auch wenns nur Zufall war, zeigts mir doch: Sie kann auch anders. :D
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sflia
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von sflia »

ich freu mich für dich!
ich will dir schnell meine Erfahrungen miteilen! mein Sohn kam auch immer sehr oft nachts und ich habe ihn dann immer gestillt! Schnuller nahm er ja nicht und kuscheln hat ihm nicht gerreicht! Bis er so ca 7/8 Monate alt war 8 jetzt ist er 9 Monate alt) er fing da an abends richtig gut zu essen! Also teilweise 2 schnitten Brot plus etwas Gurke oder ähnliches! danach hat er zum einschlafen nochmal gestillt! Und irgendwie weiß ich nicht warum aber ich habe dann gedacht, wenn der kleine abneds genauso viel ißt wie ich dann muss er nicht mehr stündlich an die brust. davon war ich im inneren felsenfest überzeugt! er wurde nach 2 Stunden wach, wir haben gekuschelt und es hat gerreicht! Ich weiß nicht woran es lag, aber auf einmal ging es! einfach so, ohne Gebrüll! Letztens hatten wir eine tolle nacht...er hat geschlafen von 20:30 bis 5 Uhr!!! das war aber ein Einzelfall! Er wird jetzt meistens 2-4 mal wach und stillt 1-2 mal davon! Letztens hatte er Fieber da natürlich öfter! Vieles regelt sich glaube ich mit der Zeit ganz allein! Ich mache mir auch dauernd Gedanken...und bisher hat doch eigentlich alles ganz gut geklappt!
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kiki18
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von kiki18 »

sflia hat geschrieben:ich freu mich für dich!
Haha, na ich freu mich mal noch nicht allzu sehr. :wink: Aber es ist zumindest ein Lichtblick.
Ja, ich werd jetzt auch gelassen bleiben und die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Im Rückblick erscheint dann bestimmt alles irgendwann mal ganz harmonisch. Wie sagte neulich eine Bekannte mit erwachsenen Kindern zu mir: "Wenn sie dann mal pubertieren sehnst du dich nach den Dauerstillnächten zurück" :lol:
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nido56
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von nido56 »

Nach unserem halbherzigen, wenig erfolgreichen Stillreduktionsversuch, funktioniert es bei uns inzwischen auch wieder ganz gut. Z.Zt. stille ich nachts im Sitzen. Da dockt er sich dann nach 5-10 Minuten selber ab und laesst sich dann auch ablegen. Fuer mich geht das gerade besser als das Stillen im Liegen, weil er dann zum Dauernuckeln neigt und ich deutlich schlechter schlafe.

In den letzten Tagen haben wir nun fogenden Rythmus: Einschlafstillen im Liegen im grossen Bett so gegen 21:30 h, wenn wir ins Bett gehen, lege ich ihn ins Beistellbett. Stillen im Sitzen gegen 02 h, danach wieder ins Beistellbett. Das selbe nochmal gegen 04 h. Zwischen 6 und 7 wacht er dann oft wieder auf und ist noch muede aber unruhig. Dann lasse ich ihn im Liegen andocken und mit Koerperkontakt weiterschlafen. Meist schlafe ich dann auch nochmal ein, und wenn nicht ist auch nicht so dramatisch, weil ich da schon relativ ausgeschlafen bin. Gegen 8 h muessen wir dann alle aufstehen.

Fuer unsere Verhaeltnisse ist das absolut SUPER! Ich hoffe es haelt etwas an, bis die naechste schlechte Phase kommt! Fuer uns war also im Moment die beste Loesung, nicht das Stillen zu reduzieren sondern die Stillsituation zu veraendern, um vom Dauernuckeln wegzukommen. Dabei hat sich nun die Stillfrequenz ganz von allein verringert. Kann Zufall sein, kann aber auch sein, dass er sonst einfach immer wach gewrden ist, sobald er die Brustwarze verloren hat.
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von kiki18 »

Dauernuckeln ist bei uns eigentlich gar nicht so das Problem. Manchmal dockt sie selber ab und dreht sich auf den Rücken, manchmal docke ich sie ab. Wenn ich mich dann ein bisschen wegdrehe, fängt sie auch nicht wieder an zu suchen bis zur nächsten Mahlzeit. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Babies im Beistellbett mit nicht ganz so viel Mama-Kontakt weniger stillen wollen. Vielleicht wird meine halt in Leichtschlafphasen durch meine Bewegungen oder den Milchgeruch zum trinken animiert. Wobei ich auch schon oft ganz von ihr wegrolle und sie wacht trotzdem eine Stunde später wieder auf. Und Ablegen oder Rüberlegen funktioniert bei uns nur selten, da wird sie gleich wieder wach. Wenn, dann muss ich wegrutschen. Aber danke für den Tip!
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Katha
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Katha »

[quote="08u11"Bei meinem großen Sohn dachte ich, unerfahren wie ich war, bei jedem Quäker: Klar, der hat Hunger, der braucht Milch! Was der gebraucht hat, war aber ganz häufig Nähe, Beruhigung, ....[/quote]
nein, ich kann es mir doch nicht verkneifen: ich als Erstlingsmama haben halt nicht die Weisheit zu unterscheiden.
Ich orientiere mich auch nur an Fakten und den Bedürfnissen meines Kindes.

Auch das nächtliche Nuckeln hält den Prolaktinspiegel hoch und regt die Milchproduktion an.
Meine Meinung nach ist es eben auch ein Mahlzeitenkonzept, wenn Nachts die Stillabstände auf 3 oder 4 h beschränkt werden
Und das würde ich weiterhin bei so einem kleinen Kind nicht machen.

Vor allem weil sich viele Sachen oftmals auch selbst regeln...
@kiki18: hoffe, dass war der Forumseffekt, der jetzt ganz lange anhält.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
08u11
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von 08u11 »

Man oh, jetzt hab' so einen langen Beitrag geschrieben und jetzt ist er weg! Deshalb zweiter Versuch:
Katha hat geschrieben: ich als Erstlingsmama haben halt nicht die Weisheit zu unterscheiden.
Wie das bei Dir ist, weiß ich nicht. Ich habe tatsächlich bei Nr. 1 noch einiges dazugelernt. Als A. ca. 1 Jahr alt war, war ich bei der Stillberaterin, weil ich vom nächtlichen Dauernuckeln übelst wundgebissene Brustwarzen hatte. Die Stillberaterin hat sich die Wunde kurz angeschaut und dann gemeint: Ab zum Frauenarzt und übrigens: in dem Alter kann man schon auch Abstillen. Darauf ich: Aber dann muss ich nachts ja Fläschchen machen und sie: Nein, so ein großes Kind braucht keine Milch, der braucht ein Einschlafritual. Tja, leider war - zumindest bei unserem - in dem Alter ein neues Ritual nur mit Geschrei zu etablieren. Und das wollte ich bei Nr. 2 vermeiden und es hat auch geklappt (wenn auch vielleicht nur deshalb, weil wir viel Glück hatten).
Katha hat geschrieben: Meine Meinung nach ist es eben auch ein Mahlzeitenkonzept, wenn Nachts die Stillabstände auf 3 oder 4 h beschränkt werden
Wenn das heißt, dass die Mama sich einen Wecker stellt und ihrem wild brüllenden Kind erzählt: Nein Du bekommst jetzt keine Milch, wir stillen erst in 2h wieder! Dann stimme ich Dir voll und ganz zu. Das geht mit so Kleinen auf keinen Fall und mit Großen eigentlich auch nur im Notfall. Bei uns ist es aber umgekehrt gelaufen: Zunächst mal haben wir das abendliche Stillen vom Einschlafen getrennt. Gleiche Stillmenge, gleiches Prolaktin, nur ca. 15 Min früher. Ändert am Stillen zunächst einmal gar nichts, aber Kind lernt schon früh ein neues Einschlafritual kennen (und das geht meiner Erfahrung nach halt kurz vor dem Mobilwerden sehr gut und mit einem Jahr gar nicht). Die längeren Stillabstände haben sich dann von selbst eingestellt, als J. soweit war. Und da gibt's auch wieder Phasen, in denen dann doch mehr Mama Milch gebraucht wird. Mit etwa 11 Monaten hat er durchgeschlafen, inzwischen kommt er aber auch in manchen Nächten wieder.
Katha hat geschriebenAuch das nächtliche Nuckeln hält den Prolaktinspiegel hoch und regt die Milchproduktion an.
Die Angst, dass die Milch nicht reicht, kenne ich persölich nur aus dem Wochenbett. Mit 6Mon hat J. schon ordentlich BLW verschlungen und war außerdem durchaus in der Lage sich zu melden, wenn er Hunger hat - auch nachts. Dann hat er auch MuMi bekommen (und bekommt sie auch heute noch). Aber wenn er mit kurzem Streicheln genauso gut weitergeschlafen hat, habe ich Grund zu der Annahme, dass er auch nur Beruhigung wollte und nicht unbedingt Milch.

Wenn Ihr mit nächtlichem Dauerstillen zurecht kommt, dann spricht nichts dagegen. Ich weiß von mir, dass ich das nicht 2-3 Jahre durchhalte (vor allem nicht, wenn das Kind zahnt). Und dann finde ich es fairer, bereits rechtzeitig nach Alternativen zu schauen und die in Ruhe zu etablieren, als ein 1jähriges kurzfristig abzustillen. Ich kenne leider recht viele Mütter, die (meiner Meinung nach) zu früh abgestillt haben, weil sie sonst wirklich keinen Schritt mehr ohne Baby machen konnten. Und dann hat der Papa halt mal Pre im Fläschchen gegeben - weil das Kind braucht ja unbedingt sofort Milch und darf/kann nur so beruhigt werden. Das schadet dem Prolaktinspiegel mit Sicherheit! Meiner Erfahrung nach ist es da für alle viel entspannter und stillfreundlicher obendrein, Papa findet sein eigenes Beruhigungsritual und Baby stillt wieder wenn Mama da ist (klar, je kleiner das Kind, desto kürzer muss die Wartephase sein).

Ich kenne halt das Problem mit nächtlichem Dauertrinker sehr gut und meine Angst vor Saugverwirrung oder vorzeitigem Abstillen (wegen Erschöpfung, nicht mehr heilender Brustwarzen, ...) ist viel größer als die Sorge, einem bislang gut zunehmenden, beikostreifen Kind könne die Milch ausgehen. Deshalb betone ich, dass es grundsätzlich durchaus legitim ist, auch ein Baby auf andere Art und Weise zu beruhigen als durch Stillen. Hungern oder Dürsten lassen ist in keinem Alter gut, allein Schreien lassen niemals und gemeinsam Schreien aushalten: naja, im Notfall (aber toll ist es auch dann nicht).
@kiki18: hoffe, dass war der Forumseffekt, der jetzt ganz lange anhält.
Dem will ich mich voll und ganz anschließen. Ganz bestimmt hält das lange vor. So: eine gute Nacht für alle, egal ob stillend und/oder schlafend.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Katha
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Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Katha »

08u11 hat geschrieben:Man oh, jetzt hab' so einen langen Beitrag geschrieben und jetzt ist er weg! Deshalb zweiter Versuch:
Katha hat geschrieben: ich als Erstlingsmama haben halt nicht die Weisheit zu unterscheiden.
Wie das bei Dir ist, weiß ich nicht. Ich habe tatsächlich bei Nr. 1 noch einiges dazugelernt. Als A. ca. 1 Jahr alt war, war ich bei der Stillberaterin, weil ich vom nächtlichen Dauernuckeln übelst wundgebissene Brustwarzen hatte. Die Stillberaterin hat sich die Wunde kurz angeschaut und dann gemeint: Ab zum Frauenarzt und übrigens: in dem Alter kann man schon auch Abstillen. Darauf ich: Aber dann muss ich nachts ja Fläschchen machen und sie: Nein, so ein großes Kind braucht keine Milch, der braucht ein Einschlafritual. Tja, leider war - zumindest bei unserem - in dem Alter ein neues Ritual nur mit Geschrei zu etablieren. Und das wollte ich bei Nr. 2 vermeiden und es hat auch geklappt (wenn auch vielleicht nur deshalb, weil wir viel Glück hatten).
Katha hat geschrieben: Meine Meinung nach ist es eben auch ein Mahlzeitenkonzept, wenn Nachts die Stillabstände auf 3 oder 4 h beschränkt werden
Wenn das heißt, dass die Mama sich einen Wecker stellt und ihrem wild brüllenden Kind erzählt: Nein Du bekommst jetzt keine Milch, wir stillen erst in 2h wieder! Dann stimme ich Dir voll und ganz zu. Das geht mit so Kleinen auf keinen Fall und mit Großen eigentlich auch nur im Notfall. Bei uns ist es aber umgekehrt gelaufen: Zunächst mal haben wir das abendliche Stillen vom Einschlafen getrennt. Gleiche Stillmenge, gleiches Prolaktin, nur ca. 15 Min früher. Ändert am Stillen zunächst einmal gar nichts, aber Kind lernt schon früh ein neues Einschlafritual kennen (und das geht meiner Erfahrung nach halt kurz vor dem Mobilwerden sehr gut und mit einem Jahr gar nicht). Die längeren Stillabstände haben sich dann von selbst eingestellt, als J. soweit war. Und da gibt's auch wieder Phasen, in denen dann doch mehr Mama Milch gebraucht wird. Mit etwa 11 Monaten hat er durchgeschlafen, inzwischen kommt er aber auch in manchen Nächten wieder.
Katha hat geschriebenAuch das nächtliche Nuckeln hält den Prolaktinspiegel hoch und regt die Milchproduktion an.
Die Angst, dass die Milch nicht reicht, kenne ich persölich nur aus dem Wochenbett. Mit 6Mon hat J. schon ordentlich BLW verschlungen und war außerdem durchaus in der Lage sich zu melden, wenn er Hunger hat - auch nachts. Dann hat er auch MuMi bekommen (und bekommt sie auch heute noch). Aber wenn er mit kurzem Streicheln genauso gut weitergeschlafen hat, habe ich Grund zu der Annahme, dass er auch nur Beruhigung wollte und nicht unbedingt Milch.

Wenn Ihr mit nächtlichem Dauerstillen zurecht kommt, dann spricht nichts dagegen. Ich weiß von mir, dass ich das nicht 2-3 Jahre durchhalte (vor allem nicht, wenn das Kind zahnt). Und dann finde ich es fairer, bereits rechtzeitig nach Alternativen zu schauen und die in Ruhe zu etablieren, als ein 1jähriges kurzfristig abzustillen. Ich kenne leider recht viele Mütter, die (meiner Meinung nach) zu früh abgestillt haben, weil sie sonst wirklich keinen Schritt mehr ohne Baby machen konnten. Und dann hat der Papa halt mal Pre im Fläschchen gegeben - weil das Kind braucht ja unbedingt sofort Milch und darf/kann nur so beruhigt werden. Das schadet dem Prolaktinspiegel mit Sicherheit! Meiner Erfahrung nach ist es da für alle viel entspannter und stillfreundlicher obendrein, Papa findet sein eigenes Beruhigungsritual und Baby stillt wieder wenn Mama da ist (klar, je kleiner das Kind, desto kürzer muss die Wartephase sein).

Ich kenne halt das Problem mit nächtlichem Dauertrinker sehr gut und meine Angst vor Saugverwirrung oder vorzeitigem Abstillen (wegen Erschöpfung, nicht mehr heilender Brustwarzen, ...) ist viel größer als die Sorge, einem bislang gut zunehmenden, beikostreifen Kind könne die Milch ausgehen. Deshalb betone ich, dass es grundsätzlich durchaus legitim ist, auch ein Baby auf andere Art und Weise zu beruhigen als durch Stillen. Hungern oder Dürsten lassen ist in keinem Alter gut, allein Schreien lassen niemals und gemeinsam Schreien aushalten: naja, im Notfall (aber toll ist es auch dann nicht).
@kiki18: hoffe, dass war der Forumseffekt, der jetzt ganz lange anhält.
Dem will ich mich voll und ganz anschließen. Ganz bestimmt hält das lange vor. So: eine gute Nacht für alle, egal ob stillend und/oder schlafend.
Wenn ich Deine Zeilen lese, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du nächtliches Stillen und Einschlafstillen für eine "Angewohnheit" hältst. Und die man besser so früh als möglich abtrainieren sollte.

Weil mir die Sichtweise sehr fern liegt, möchte ich da nicht argumentieren.
Aber es auch nicht so stehen lassen, weil die Forumsbeiträge ja durch G*ogle auftauchen.

Daher möchte ich auf die Link-Sammlung Stillwissen verweisen und was da zu Stillen nach Bedarf steht:
jusl hat geschrieben:
Kann das Stillen zum Trost eigentlich zu esssgestörtem Verhalten führen? Oder wird diese Verbindung erst bei "richtiger" Nahrung hergestellt?
Im Gegenteil. Es ist nicht sinnvoll, zwischen "Stillen um zu essen" und "Stillen zum Trost o.ä." zu unterscheiden. Babys haben schlichtweg ein Stillbedürfnis. Wenn Kinder klein sind, hängen Nahrungsaufnahme, Wärme und mütterliche Zuwendung und Trost von Natur aus zusammen. Erst wenn daran manipuliert wird, können später Probleme auftauchen, z.B. bei Babys, deren Stillbedürfnis häufig mit einem Plastiknuckel (=Kontakt zum Ding!) statt mit Stillen (=Kontakt zum Menschen!) beantwortet wird.

Dass ein Baby durchs Stillen beruhigt werden kann, ist nicht ein negativer Nebeneffekt des Stillens, sondern einer der positiven Hauptaspekte ;-)

LG;
Julia
Quelle: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... ng#p717889


(und das Väter ihre eigenen Rituale finden müssen, darum ging es hier gar nicht.)
Katha mit dem Hasen *01/2012
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