Seite 3 von 9

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 12:26
von Lucccy
Hast Du denn die Broschüre "Stillen mit dem Brusternährungsset" bestellt?
Jusl weist hier häufiger drauf hin, dass der Einsatz des Sets ohne diese Broschüre recht frustrierend sein kann. Eventuell waren es im KH ja auch eher Handhabungsprobleme.

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 12:39
von 4tiere
Bzgl. des Brusternährungssets habe ich Jusls Ausführungen so verstanden, dass es für die Relaktion zwingend notwendig sei. Und wie Lucccy schon schrieb, ohne diese Broschüre fällt es fast jedem schwer, damit richtig umzugehen. Das ist wirklich nur Stress! Wenn es bei einigen hier im Forum schon vorhanden war, hat Jusl sogar geraten, solange mit der Benutzung zu warten bis die Broschüre angekommen war.

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 14:11
von blueberry
Ich hatte sie weiter oben auch schonmal verlinkt: http://www.breastfeeding-support.de/de/eltern-info.htm

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 14:23
von jusl
Dinge aus der Anschaffungsliste sind bis auf den Teil Brusternährungsset bestellt. Wir haben neben der Magensonde im KH damit gearbeitet, hat aber gar nicht gut funktioniert, so dass wir dies ziemlich schnell wieder gelassen haben.
Das war eine wichtige Info. Schade, dass Ihr damit bereits vorbelastet seid; das macht das Ganze voraussichtlich schwieriger. Was genau hat denn nicht gut funktioniert mit dem BES? Hatte eher Dein Baby damit Probleme, oder eher Du? Waren die Probleme eher "technischer" Art (Handhabung, fummelig, Milch lief zu schnell oder zu langsam usw...), oder eher psychischer Art (Widerwillen gegen das Gerät, körperlich unangenehm, schlechte Betreuung,...)?
Was war damals die Indikationsstellung für die Verwendung des BES? Was meinst Du mit "neben der Magensonde" - abwechselnd, oder im Anschluss an die Sondierungszeit, oder...? Kannte Dein Baby bereits künstliche Sauger, bevor Ihr einen Erstversuch mit BES unternommen habt?
Erste Fütterung heute mit NUK Flasche. Da hat sie kurz gezögert, dann aber 50ml getrunken.
Prima, dann wechselt den Sauger erneut, sobald sie sich an den NUK gewöhnt hat (heute oder morgen), und wenn der zweite Sauger ebenfalls akzeptiert wird, können wir überlegen wie wir weitermachen.
Um Dich hinsichtlich der nächsten möglichen Schritte gut beraten zu können, brauche ich die Infos zum BES; es wäre deshalb gut, wenn Du die Fragen so ausführlich wie möglich beantworten könntest.
Ich werde die Trinkmengen dann heute genau aufschreiben.
Prima, danke.

LG
Julia

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 18:33
von sonne2908
Im KH lief es immer so: Brust jede Seite 10-20 Min. dann BES und dann das nötige restliche per Sonde. Das BES war meiner Tochter und mir von Anfang an unangenehm. Sie hat sich gegen das Einführen des Schlauches gewehrt und den Mund nicht geöffnet. Dann lief meist alles daneben. Ich fand das Anlegen und auf den Schlauch achten extrem stressig und habe mich sehr unwohl dabei gefühlt. Pia-Sophie lag auf dem Stiollkissen waagerecht vor der Brust. Wenn es eine Chance ohne das BES gibt, wäre das super. Vielleicht lag es an der Betreuung, aber ich krieg jetzt schon Bauchweh, wenn ich daran denke und dann kann es für uns nicht der richtige Weg sein oder?

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 19:01
von sonne2908
diese Beschreibung gilt für die letzte Woche im KH. Am Anfang lag ich ja auf der Intensiv und da habe ich nur gepumpt.

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 28.12.2012, 19:06
von jusl
Im KH lief es immer so: Brust jede Seite 10-20 Min. dann BES und dann das nötige restliche per Sonde. Das BES war meiner Tochter und mir von Anfang an unangenehm
Ok, das klingt übel. Für mich ergibt dieses Vorgehen überhaupt keinen Sinn - der Witz am BES ist ja gerade, dass es DIREKT zu Beginn der Stillmahlzeit zum Einsatz kommt, damit das Baby motiviert an der Brust bleibt und in einer normalen Zeitspanne bequem sein Bäuchlein fülllen kann.
Sie hat sich gegen das Einführen des Schlauches gewehrt.
Der Schlauch wird genauso wenig "eingeführt" wie die Brustwarze. Babys nehmen die Schlauch während des Stillens normalerweise nicht wahr - es sollte genau eine solche Schlauchposition gewählt werden, dass das Kind den Schlauch wenig bis gar nicht fühlt.
und den Mund nicht geöffnet
Da gibt es viele stillberaterische Möglichkeiten, ein Baby bei der korrekten Mundposition zu unterstützen. Ein "Nichtöffnen" des Mundes bei einem Neugeborenen darf vom Fachpersonal keinesfalls akzeptiert werden. Konnte sie denn "orthopädisch gesehen" den Mund öffnen? Also gähnen z.B.? Manche Kinder haben entsprechend med. Auffälligkeiten, so dass deren Kiefergelenke sozusagen gar nicht weit genug aufgehen beispielsweise. Das ist aber superselten, und wenn eine solche Auffälligkeit bei Deinem Baby nicht vorlag, hätte man Euch sehr leicht helfen können.
Ich fand das Anlegen und auf den Schlauch achten extrem stressig und habe mich sehr unwohl dabei gefühlt.
Kann ich gut verstehen. Deine Beschreibung klingt für mich danach, als wärt Ihr leider nicht fachkundig dabei begleitet worden - das ist unglaublich schade, denn es gibt nunmal keine zweite Chance für einen ersten Eindruck...
Wenn es eine Chance ohne das BES gibt, wäre das super.
Ich sehe nur sehr geringe Erfolgsschancen ohne den erfolgreichen Einsatz des BES, das muss ich leider ehrlich sagen. Der kritische Punkt ist, Dein Baby dazuzubringen, während einer ganzen Mahlzeit mit korrekter Saugtechnik dauerhaft entspannt und kräftig zu saugen. Angenommen, Dein Baby würde dies tun: kräftig 20 Minuten lang saugen (dies wäre extrem unwahrscheinlich - warum sollte es das tun, wenn praktisch keine Milch kommt?..). Dies würde ziemlich sicher sehr schmerzende, wunde Brustwarzen verursachen! Saug mal spaßeshalber eine Viertelstunde lang kräftig an einer beliebigen Hautstelle am Arm, berücksichtige, dass die BW-Haut noch mal um einiges empfindlicher ist, und stelle Dir dann vor, diese Tortur 8 mal täglich zu wiederholen... :shock:
Angenommen, Dein Baby verhält sich normal und saugt nur ein paar Sekunden (2 Minuten wären da schon echt lang!..): das reicht nicht, um die Milchbildung nennenswert anzukurbeln. Und wenige Sekunden oder Minuten reichen auch nicht, um eine korrekte Stilltechnik (die sich technisch erheblich von Flaschen-Trinktechnik unterscheidet, siehe Stichwort "Saugverwirrung" in unserer Linksammlung Stillwissen) zu lernen - Dein Baby braucht dazu mehr und länger Gelegenheit.

Das BES leistet genau dies: es motiviert das Baby, zufrieden und mit Erfolgserlebnissen lange an der Brust zu bleiben und dabei satt zu werden. In dieser Zeit regt sein Saugen die Milchbildung an. Und die Warzen werden geschont, da das Saugvakuum durch die Milchabgabe rhythmisch verändert wird, und Dein Baby zunehmend mit korrekter Technik trinkt. Das hängt als Regelkreislauf alles zusammen.
Vielleicht lag es an der Betreuung, aber ich krieg jetzt schon Bauchweh, wenn ich daran denke und dann kann es für uns nicht der richtige Weg sein oder?
Hm, schwierig. Ich muss leider sagen, andere Möglichkeiten halte ich nicht für realistisch. Wäre Dein Baby deutlich jünger, dann kämen andere Sondierungmöglichkeiten an der Brust in Frage (etwa per Spritze und Schlauch), aber mit 5 Monaten dürfte Dein Baby sich daran massiv stören und ablenken lassen; das ist einfach unrealistisch, zumal auch die Trinkmengen für eine Spritze viel zu groß sind. Es ist nicht komplett ausgeschlossen, dass es ohne jegliche Hilfsmittel, also nur durch "einfach so ab und zu anlegen", klappt. Für eine wesentliche Voraussetzung halte ich hierbei allerdings eine praktisch auf VOLLstillniveau etablierte Laktation. Diese müsstest Du dann allein mit Pumpe aufbauen, ohne Baby-Hilfe sozusagen, EHE Du die ersten ernstgemeinten Stillangebote an Dein Baby machst. Das gelingt den meisten Frauen mit vergleichbarer Vorgeschichte nur durchs Pumpen leider nicht. Aber diesen Versuch könntest Du natürlich machen, warum nicht.

Wenn das BES für Dich partout nicht mehr in Frage kommt, dann könntest Du Dich anstatt aufs Stillen auch direkt darauf konzentrieren, NUR Deine Milchoproduktion hochzufahren und auf ernsthafte Stillversuche verzichten (falls diese Dich oder Dein Baby eher belasten als bereichern). Dies wäre eine Möglichkeit, falls Dir wichtig ist, dass Dein Baby MÖGLICHST VIEL Muttermilch bekommt.

Klar ist auch: FALLS Du Dich doch für einen Versuch mit dem BES entscheidest, also für den klassischen Umgewöhnungs-Weg sozusagen, dann wird bei Euch wegen Deiner negativen Vorerfahrungen vermutlich besondere Betreuung und Begleitung notwendig sein, und Du musst bereit sein, diese Erlebnisse zu verarbeiten und hinter Dir zu lassen, damit Du aufgeschlossen und bereit für Neues bist. Das ist nicht leicht. Ob Dein Stillwunsch und Deine Kräfte und Ressourcen dafür groß genug sind, kannst nur Du beurteilen. Egal wie und wofür Du Dich entscheidest, wir begleiten Dich gerne dabei.

LG
Julia

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 29.12.2012, 10:47
von sonne2908
Hallo Julia,

ich habe auch in den Linksammlungen gelesen, daß das BES eine wichtige Hilfe für den Weg zurück ist. Nur wie schon beschrieben, kann ich mich damit überhaupt nicht anfreunden sorry. Durch das Umstellen der Pumpintervalle habe ich das Gefühl, daß ich mehr Mumi berkomme. Hatte heute morgen seit langem das erste Mal wieder Milchfleck auf T-Shirt von der Nacht:-) :-) Die Brust hat meine Kleine aber leider trotzdem nur mit großen Augen angesehen, aber zumindest hat sie nicht geweint. Anbei die Trinkmengen von gestern, wobei diese durch die Saugerumstellung eher geringer sind als sonst. Ich werde weiter aufschreiben.

10:00 100ml PRE + 10ml Mumi aus Flasche
11:45 10 kleine Löffel Brei + 15 ml PRE
14:40 145ml PRE + 10ml Mumi aus Flasche
17:45 190ml PRE + 10ml Mumi aus Flasche
21:00 75ml PRE + 15 ml Mumi aus Flasche

War gestern wirklich viel weniger als sonst. Bericht über die Mengen von heute folgt.
Heute hat sie den NUK Sauger gar nicht weiter beachtet und gleich bei der ersten Fütterung 100ml getrunken.
LG Sonja

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 29.12.2012, 13:20
von jusl
Hallo Sonja,

es waren gestern in 24 Stunden ingesamt wirklich nur 570 ml? Im Gegensatz zu 1200 bis 1500 wie sonst?? Das ist kaum zu glauben. Was ist denn mit nachts??
Durch das Umstellen der Pumpintervalle habe ich das Gefühl, daß ich mehr Mumi berkomme.
Prima! :D
Heute hat sie den NUK Sauger gar nicht weiter beachtet und gleich bei der ersten Fütterung 100ml getrunken.
Schön, dass das Füttern gut klappt. Der Nutzen von Saugerwechseln allerdings ist fraglich, wenn Du ja gar kein Umgewöhnungsprogramm machen möchtest. Das Umgewöhnungsprogramm arbeitet mit einer Folge sehr kleiner Lernschritte, bei denen das BES eine zentrale Rolle spielt, weil es das Stillen ermöglicht, ohne dass bzw. ehe die Milchproduktion voll aufgebaut wurde. Und die Saugerwechsel sollen das Baby im wesentlichen auf den Wechsel von Flaschensauger zu Hütchen vorbereiten. Dieser Schritt ist ohne BES erst realistisch, wenn die Milchproduktion in Richtung Vollstillniveau aufgebaut wurde, was, wenn es gut vorangeht, einige Wochen dauert. Man rechnet grob pro Mahlzeit etwa 1 Woche, d.h. bei 8-10 Mahlzeiten etwa 2 Monate, und evtl. ist medikamentöse Unterstützung notwendig, um in diesen Bereich zu kommen.
Deshalb halte ich es JETZT nicht für sinnvoll, den Sauger zu wechseln. Ich würde stattdessen erstmal bei einem beliebigen Weithals-Sauger bleiben und die Bemühungen auf den Aufbau der Milchproduktion konzentrieren, um die Voraussetzung für eine nennenswerte Chance zu schaffen, dass Dein Baby auch ohne kleinere Lernschritte irgendwann wieder an die Brust geht.

Was meinst Du dazu?

LG
Julia

Re: wie zurück von Flasche an die Brust?

Verfasst: 29.12.2012, 14:31
von sonne2908
Okay. Dann pumpe ich jetzt so oft wie nur geht, um die Milchmenge zu steigern. Die Brusthütchen sind angekommen. Soll ich diese mal probieren oder lieber gar nicht mehr? Nachts schläft meine Kleine durch. Gestern von halb elf bis heute neun Uhr:-) :-)