Hi evina,
dass frau während des Stillens weiterschlafen kann, ist eine prima Einrichtung der Natur, denn so wird sicher gestellt, dass eine frische Mama genügend Schlaf bekommt

. Dabei ist es eigentlich egal, wie oft und wie lange das Baby trinkt. Babys sollten grundsätzlich nach Bedarf gestillt werden, d.h. es ist bei normalem Gedeihen für die Mutter gar nicht wichtig zu wissen, ob das Baby nachts nun 3 oder 5 mal gestillt hat.
Aber Sachen wir auf der BW rumkauen oder die BW ansaugen (statt mit weit geöffnetem Mund andocken) etc., das ist ein deutlicher Hinweis auf eine Saugverwirrung! Und auch wunde Brustwarzen deuten darauf hin, dass Dein Kind keine korrekte Stilltechnik anwendet. Daher kann ich Dir wirklich nur raten: wenn es irgendwie geht, verzichte auf die Flasche mit Sauger.
Dass Babys nach dem Stillen spucken ist normal. Oft ist es einfach der Schluck, der dann doch zuviel war. Bei Babys ist auch der Verschluss des Magens nach oben noch nicht so "dicht" wie bei Erwachsene, d.h. sie spucken viel schneller. Wenn das Baby gut gedeiht, dann ist Spucken allein kein Grund zur Sorge.
evina hat geschrieben:Gestern hatte ich ein ziemlich gutes Gefuehl, was die Milchmenge anging - allerdings reichte es dann in
den Abendstunden wieder nicht aus und sie hat sich auf's Flaeschchen gestuerzt
Dass die Milch in diesem Alter in den Abendstunden scheinbar "nicht ausreicht", ist völlig normal. Dein Baby ist aktuell in einer Phase, in der es rasant wächst, und täglich mehr Milch braucht. Neugeborene Trinken einen Fingerhut voll pro Mahlzeit, und in wenigen Monaten trinken Babys ca. einen dreiviertel Liter pro Tag! Das Baby teilt der Brust durch Saugen mit, dass sie bitte MEHR produzieren soll. Milchbildung funktioniert immer nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. D.h. wenn Dein Kind abends nicht von der Brust will, dann ist das normal (viele Babys zeigen dieses Verhalten, siehe Clusterfeeding, was blueberry weiter oben beschrieb), und es ist sogar WICHTIG, denn über das vermehrte Stillen abends teilt Dein Baby der Brust mit, dass es morgen bitte mehr Milch braucht. Jede Flasche, die es in der Zeit trinkt, ist verlorene Nachfrage an der Brust. Deine Brust wird nur mehr Milch produzieren, wenn das Baby ihr das mitteilen kann. Milchbildung funktioniert NICHT nach dem Prinzip: "ich warte ein paar Stunden, bis die Brust wieder voll ist". Die allermeiste Milch wird WÄHREND des Stillens gebildet, und wenn Dein Baby nicht stillt sondern seinen Hunger an der Flasche sättigt, dann denkt die Brust, oh, prima, ich muss gar nicht mehr Milch bilden. Mit dem Effekt, dass es irgendwann mal wirklich mal zu wenig sein könnte.
Konkret:
Tagsüber unbedingt auf korrektes Andocken achten. Wenn ihr wie empfohlen ca. 10 Stillmahlzeiten pro Tag habt, habt ihr in den wachen Stunden reichlich Gelegenheit, korrektes Andocken zu üben. Bequeme Position, Kind Dir zugewandt, und unbedingt den Mund WEIT auf beim Andocken. Das Baby muss viel Brust mit im Mund haben, NICHT nur die Brustwarze. Wenn es nur die Brustwarze einsaugt, dann vorsichtig abdocken, und nochmal probieren. Babys können übrigens wunderbar Gesichtsausdrücke nachahmen, Du kannst Deinem Baby also vormachen, was Du von ihm willst: den Mund WEIT aufmachen. Es wird Dich nach kurzer Zeit imitieren. Sobald Dein Kind korrekt andockt, und ihr völlig flaschenfrei seid, kannst Du auch nachts beim Stillen wieder entspannt schlafen. Bis dahin wäre es ratsam - wenn möglich -, dass Du auch nachts auf korrektes Andocken achtest - einmal um wunde Brustwarzen zu vermeiden, und um Deinem Baby zu helfen, die korrekte Stilltechnik zu erlenen.
Flaschen wenn möglich völlig vermeiden. Wenn Dein Kind abends gut angedockt zufrieden stillt, dann würde ich sie lassen. Lass Dir essen ans Sofa bringen, lass Dich bedienen. Bei großer Unruhe ist es ratsam, mal eine Pause einzulegen, und das Kind durch Tragen, schaukeln, etc. zu beruhigen. Habt ihr ein Tragetuch? Es gibt viele Mütter, die ihr Baby im Tragetuch stillen - dabei können sie rumlaufen und haben die Hände frei. Das erfordert ein wenig Übung, und muss nicht klappen, aber es ist EINE Möglichkeit für Babys, die abends sehr unruhig sind und viel schreien, und gleichzeitig ein hohes Saugbedürfnis haben. Aber bitte nicht stressen, wenn das nicht für Euch funktioniert, ich wollte Dir das nur als Möglichkeit nennen.
Aktuell füttert ihr ja noch zu, das geschieht am besten mit den von Julia verlinkten stillfreundlichen Zufüttermethoden. Du sagst, Du hast einen Becher von Medela. Habt ihr den schon mal ausprobiert? Wie kommt ihr damit zurecht?
lg,
S.
