LIebe Alle,
Eure Antworten haben mich in der Zwischenzeit innerlich weiter beschäftigt - und das Thema braucht, glaub ich, auch immer mal Denk- und Fühlpausen, in denen sich innerlich einiges ordnet. Ich wollte Euch ein kurzes Update geben, wie es bei uns aussieht - und zwar vor allem, dass es sich unsere GEspräche darüber entspannt haben und mein Mann mittlerweile auch wieder schön findet, wenn Töchterchen stillt. Ich glaube, mir hat das Schreiben und Lesen hier geholfen, wieder etwas Distanz und vor allem Verständnis für meinen Mann zu finden, schließlich musste ich ja Euch verständlich machen, warum er kein Unmensch ist

, auch wenn er das Stillen kritisiert. Also DANKEDANKEDANKE. Ich denke, wir werden erstmal abwarten udn wie bisher weitermachen, sprich: wenn Töchterchen will und wir nicht unterwegs sind und / oder Besuch haben, darf sie. Und in Notsituationen sowieso immer. Und dann warten wir mal und schaun, was passiert.
Jetzt nochmal genauer zu Euren Gedanken:
Mit hat gut getan, wie differenziert ihr (das schreib ich jetzt mal so pauschal, das betrifft fürauch mich den "Ton" der Beiträge) die Frage nach dem Missbrauchen-Können mitüberlegt habt.
honigtopf2010, so genau weiß ich nicht, was seine Ängste sind, ich glaub, es ist eher diffus und geht vermutlich bezogen auf ihn um das Ausgeschlossensein und bezogen auf unsere Tochter um das Nicht-Loslassen-Können meinerseits. Beides ist nicht wirklich versprachlichbar, aber ich versuche, da wach zu sein.
Spacerabbit, hab dank für Deine lieben Worte, haben sehr gut getan.Auch, dass Deine Tochter stillen wollte
Wortgewitter, das mit der Objektkonstanz ist genau der Punkt, der grad eben nicht mehr greift, weil die jetzt ja schon da ist altersmäßig. Aber bis vor kurzem war das eben ein (und zwar für meinen Mann nach kurzem Überlegen auch sehr schlüssiges) Argument pro Stillen. DAs mit dem ganzheitlich auf die Familie-Schaun hast Du schön geschrieben!
Greenie bird - Du hast recht, es gibt schon eine berufsbedingte Deformation, wenn man im Bereich psychischer Erkrankungen arbeitet (kenn ich von mir selber). Aber was das Zwingen betrifft, so glaube ich schon, dass man durchaus könnte, auch wenn ich das nciht mache, eben über die Abhängigkeit der Kinder von den Eltern. Und zwar egal, ob es das Stillen oder andere Bedürfnisse der Eltern betrifft, was leider oft sehr subtil abläuft also salopp: das Kind DARF aber noch nicht aus der Badewanne raus, weil es das doch mögen muss ( weil man selbst als Kind nur einmal die Woche baden durfte und dann nach 10 Minuten raus musste für die Geschwister) - hinkt jetzt ein bisschen als Vergleich, aber so die Richtung, versteht ihr? Und irgendwann wird das Kind das halt auch "freiwillig" tun, weil es die Bedeutung für die Eltern spürt. Das ist, glaub ich, das Schwierige am Elternsein, sich immer wieder darüber klar zu werden, was die eigenen, und was die Bedürfnisse des Kindes sind.
Zierbanane, jein. Ja, weil ich mir eben auch nicht reinreden lasse und das unterschreibe, was Du zu dem gegenseitig schreibst (genauso wenig wie ich mir ja in andere Beziehungen reinreden lasse). Und nein, weil irgendwie der Mann ja sowieso schon in der Stillbeziehung (und überhaupt der Beziehung zum Kind) präsent ist, und zwar darüber, dass er der Vater des Kindes ist und in Beziehung zu mir steht. Und eben auch in einer s*xuellen, ohne die es das Kind ja gar nicht gäbe, und in der gibt es eben auch meine Brust, wenngleich auch auf andere Art als jetzt in der Stillbeziehung. Verständlich, was ich meine?
4tiere - danke für den Hinweis mit der Unabhängigkeit und dem Stillen. Vorurteile ist ein gutes Stichwort. Da sind wir dran (beide).
Katha, spannend, was Du schreibst zu der Diskrepanz des Schweigens über Missbrauch und Generalverdachts! Ich glaube, das hat was mit der Spaltung zwischen Heiliger und Hure zu tun, sprich: Mütter haben keine Sexualität. Und Stillen hat shcon gleich gar nichts mit S*xualität zu tun. Komisch nur, dass weder das Kind OHNE S*x da wäre noch ich Mutter. Ich persönlich fand übrigens durchaus, dass man Stillen nicht so losgelöst davon sehen kann und ein Teil des Problems meines Nicht-in-der-Öffentlichkeit-Stillen-Wollens haben damit zu tun, dass ich nicht-stillend eben auch nicht überall meine Brust auspacke, sondern diese als durchaus sensiblen und intimen Körperteil von mir betrachte. Nur, weil ich stille, ist meine Brust ja nicht gleich as*xuell.
Uff, jetzt ist es aber lang geworden - hoffentlich nicht zu verwirrend, und hoffentlich hab ich all Eure wichtigen GEdanken beantwortet. Das ist ein so komplexes Thema, dass ich da immer erstmal nachdenken muss und dann in Ruhe schreiben. Ich bin gespannt, ob Ihr noch Lust zum Weiterdenken habt!
Herzliche Grüße