Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter
Verfasst: 26.11.2012, 14:57
Ich versuch mal, meine Gedanken zu sortieren:
1. Was Dir das Stillen nachts unangenehm macht:
Das mit den Beckenschmerzen ist natürlich ne fiese Sache!
Vielleicht kannst Du dennoch nochmal bissl experimentieren mit abstützenden Kissen im Rücken, ne Handtuchrolle hinter den Rücken Deines Mäuschens, ein wirklich festes, gut stützdendes, schulterhohes Kissen unter den Kopf, dass Dich den Kopf wirklich entspannt ablegen lässt (z.B. so ein Schaumstoffkonturkissen).
Vielleicht sind es tatsächlich auch unentspannte Gedanken, die Dich vom Dösen (richtig Schlafen konnte ich beim Stillen auch nie, aber weiterdösen) abhalten? Je ärgerlicher man wird, desto weniger kann man danach wieder einschlafen (dazu siehe unten). Wecker verbannen ist schonmal ne Superidee - ich hab mich auch irgendwann bewusst gezwungen, nicht nach der Uhrzeit zu schauen und nicht zu zählen, wie oft mein Baby wach wird... Und eben tagsüber, morgens und Abends mal bewusst ne zeitlang alle Möglichkeiten nutzen, sich hinzulegen - wenn das Baby schläft und wenn jemand anderes das Baby hat.
Was ich aber total nachvollziehen kann: die Angst, das Kind mit der Decke zuzudecken. Das ist mir nämlich auch zweimal passiert, was für ein Schreck!!
Und solche Gedanken verspannen einen und lassen einen nicht dösen oder schlafen, ganz klar!
Was ich danach geändert habe: wie schon jemand anders erwähnte - wirklich warmen Pullover an, Unterhemd drunter, so dass man das Unterhemd runterziehen kann und den Pullover hochschiebt - automatisch hat man es am Oberkörper warm genug, dass man nie im Leben auf die Idee käme, die Decke bis auf Schulterhöhe hochzuziehen '(auch nicht im Schlaf). Zweitens: ich habe mich auf das meinem Baby zugewandte Deckenende draufgelegt vor dem Andocken. Sprich: wenn ich links gestillt habe, dann hab ich das linke Deckenende bis auf Taillienhöhe runtergezogen und dann unter meine Seite gestopft, Baby mit seinem Schlafsack davor positioniert, Handtuchrolle in seinen Rücken, damit er nicht auf den Rücken rollt, mir was in den Rücken gestopft, damit ich nicht meinerseits rumrolle. Und ob mans glaubt oder nicht - das ging alles irgendwann im Dunkeln und im Halbschlaf
. Nur fürs Andocken brauchte ich ne kleine orange LED-Leuchte. Und dann hab ich wirklich gedöst bis zum Abdocken. Manchmal bin ich wohl sogar richtig eingeschlafen. Passieren konnte so aber nichts.
2. Nächtliches Stillen versus nächtliches Aufwachen:
Wenn ich Deine Beschreibung der Nächte lese (zwei bis dreimal 30 Minuten Stillen, aber Baby wacht zigmal zwischendrin auf und lässt sich mit Streicheln beruhigen ohne Stillen), ist ja aber nicht das Stillen das Hauptproblem sondern das häufige Aufwachen zwischendurch, oder? Ich meine: zum einen ist es natürlich traumhaft, dass Dein neunmonatealtes Baby sich tatsächlich nachts so oft einfach mit Streicheln beruhigen lässt!
(das hat bei meinem noch über ein Jahr gedauert, bis das mal ab und an funktionierte - sonst musste IMMER nachts gestillt werden). Aber die Häufigkeit des Aufwachens insgesamt ist natürlich anstrengend
.
Die erste Frage, die sich mir dabei stellt: versprichst Du Dir vom nächtlichen Abstillen, dass Dein Kind dann nachts nicht mehr stillt oder versprichst Du Dir davon, dass es auch sonst - die anderen ca. sechs Male pro Nacht - nicht mehr aufwacht?? Ersteres ließe sich gewiss erreichen (Du kannst Deinem Kind schließlich die Brust verweigern und versuchen, es anders zu trösten, durch Rumtragen, Schaukeln, Singen z.B.) - aber das andere, das Aufwachen: Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) . Das Schlafverhalten ist ein Reifungsprozess, kein Lernprozess, leider.
Vielleicht hilft es Dir, Dich immer wieder zu vergewissern, dass Dein Baby nicht so häufig aufwacht, um Dich zu ärgern! Es wacht so häufig auf, weil das ein eingebautes Schutzprogramm von Babys ist. Häufiges Aufwachen schützt vor zu langen und zu tiefen Schlafphasen, die es dem Baby sonst erschweren könnten, aufzuwachen (z.B. einen Atemaussetzer zu verschlafen - zu tiefes und zu langes Schlafen am Stück wird als SIDS-Risikofaktor diskutiert, weshalb auch Schlafen im eigenen Zimmer statistisch auch die unsicherste Schlafumgebung für Babys ist, wenn es um SIDS geht). Nächtliches Aufwachen ist außerdem in unserer Natur evolutionär angelegt: bei unseren Nomadenvorfahren war nachts die Zeit, in der alle im Schlaflager lagen und unser Urmütter Zeit hatten zu ausführlichem, langem, gehaltvollen Stillen. Darum ist bei uns nach wie vor die Prolaktinausschüttung nachts am höchsten und gerade tagaktiver werdende Babys haben tags alles mögliche im Kopf außer zu stillen - aber nachts decken sie dann ihren gesamten Milchbedarf. Auch für die Hirnentwicklung sind viele kleine Milchzuckerportionen über Nacht wohl ideal und das BAby versichert sich, so, dass es nicht liegengelassen, vergessen worden und somit schutzlos Raubtieren oder dem Verhungern ausgesetzt ist... Dumm ist eigentlich nur, dass sich das nicht mit unserer Erwartung an unsere Babies deckt, bald durchzuschlafen - und schlecht zu Weckern, festen Terminen und Aufwachzeiten passt.
An einem häufig aufwachenden Baby jedenfalls ist nichts "verkehrt" - im Gegenteil, es entspricht in seinem Verhalten dem von Abermillionen Babys vor ihm, die so ihr Überleben sicherten.
Sorry, muss erstmal schnell los - zu Lösungsvorschlagen gleich mehr.
1. Was Dir das Stillen nachts unangenehm macht:
Das mit den Beckenschmerzen ist natürlich ne fiese Sache!
Vielleicht sind es tatsächlich auch unentspannte Gedanken, die Dich vom Dösen (richtig Schlafen konnte ich beim Stillen auch nie, aber weiterdösen) abhalten? Je ärgerlicher man wird, desto weniger kann man danach wieder einschlafen (dazu siehe unten). Wecker verbannen ist schonmal ne Superidee - ich hab mich auch irgendwann bewusst gezwungen, nicht nach der Uhrzeit zu schauen und nicht zu zählen, wie oft mein Baby wach wird... Und eben tagsüber, morgens und Abends mal bewusst ne zeitlang alle Möglichkeiten nutzen, sich hinzulegen - wenn das Baby schläft und wenn jemand anderes das Baby hat.
Was ich aber total nachvollziehen kann: die Angst, das Kind mit der Decke zuzudecken. Das ist mir nämlich auch zweimal passiert, was für ein Schreck!!
Was ich danach geändert habe: wie schon jemand anders erwähnte - wirklich warmen Pullover an, Unterhemd drunter, so dass man das Unterhemd runterziehen kann und den Pullover hochschiebt - automatisch hat man es am Oberkörper warm genug, dass man nie im Leben auf die Idee käme, die Decke bis auf Schulterhöhe hochzuziehen '(auch nicht im Schlaf). Zweitens: ich habe mich auf das meinem Baby zugewandte Deckenende draufgelegt vor dem Andocken. Sprich: wenn ich links gestillt habe, dann hab ich das linke Deckenende bis auf Taillienhöhe runtergezogen und dann unter meine Seite gestopft, Baby mit seinem Schlafsack davor positioniert, Handtuchrolle in seinen Rücken, damit er nicht auf den Rücken rollt, mir was in den Rücken gestopft, damit ich nicht meinerseits rumrolle. Und ob mans glaubt oder nicht - das ging alles irgendwann im Dunkeln und im Halbschlaf
2. Nächtliches Stillen versus nächtliches Aufwachen:
Wenn ich Deine Beschreibung der Nächte lese (zwei bis dreimal 30 Minuten Stillen, aber Baby wacht zigmal zwischendrin auf und lässt sich mit Streicheln beruhigen ohne Stillen), ist ja aber nicht das Stillen das Hauptproblem sondern das häufige Aufwachen zwischendurch, oder? Ich meine: zum einen ist es natürlich traumhaft, dass Dein neunmonatealtes Baby sich tatsächlich nachts so oft einfach mit Streicheln beruhigen lässt!
Die erste Frage, die sich mir dabei stellt: versprichst Du Dir vom nächtlichen Abstillen, dass Dein Kind dann nachts nicht mehr stillt oder versprichst Du Dir davon, dass es auch sonst - die anderen ca. sechs Male pro Nacht - nicht mehr aufwacht?? Ersteres ließe sich gewiss erreichen (Du kannst Deinem Kind schließlich die Brust verweigern und versuchen, es anders zu trösten, durch Rumtragen, Schaukeln, Singen z.B.) - aber das andere, das Aufwachen: Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) . Das Schlafverhalten ist ein Reifungsprozess, kein Lernprozess, leider.
Vielleicht hilft es Dir, Dich immer wieder zu vergewissern, dass Dein Baby nicht so häufig aufwacht, um Dich zu ärgern! Es wacht so häufig auf, weil das ein eingebautes Schutzprogramm von Babys ist. Häufiges Aufwachen schützt vor zu langen und zu tiefen Schlafphasen, die es dem Baby sonst erschweren könnten, aufzuwachen (z.B. einen Atemaussetzer zu verschlafen - zu tiefes und zu langes Schlafen am Stück wird als SIDS-Risikofaktor diskutiert, weshalb auch Schlafen im eigenen Zimmer statistisch auch die unsicherste Schlafumgebung für Babys ist, wenn es um SIDS geht). Nächtliches Aufwachen ist außerdem in unserer Natur evolutionär angelegt: bei unseren Nomadenvorfahren war nachts die Zeit, in der alle im Schlaflager lagen und unser Urmütter Zeit hatten zu ausführlichem, langem, gehaltvollen Stillen. Darum ist bei uns nach wie vor die Prolaktinausschüttung nachts am höchsten und gerade tagaktiver werdende Babys haben tags alles mögliche im Kopf außer zu stillen - aber nachts decken sie dann ihren gesamten Milchbedarf. Auch für die Hirnentwicklung sind viele kleine Milchzuckerportionen über Nacht wohl ideal und das BAby versichert sich, so, dass es nicht liegengelassen, vergessen worden und somit schutzlos Raubtieren oder dem Verhungern ausgesetzt ist... Dumm ist eigentlich nur, dass sich das nicht mit unserer Erwartung an unsere Babies deckt, bald durchzuschlafen - und schlecht zu Weckern, festen Terminen und Aufwachzeiten passt.
Sorry, muss erstmal schnell los - zu Lösungsvorschlagen gleich mehr.

Alles Gute Dir und Euch! (Und: Du hast einen tollen Mann mit Humor!