wird stillen schwer gemacht?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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muh
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von muh »

Mir persönlich wurde es nicht schwer gemacht. In meiner Familie herrscht positive Einstellung zum stillen, im geburtsvorbereitungskurs wurde gut vorbereitet und im kh waren sie wirklich sehr bemüht. Jede schwester und jede hebamme fragte, wie das stillen klappt, und ob ich fragen hätte. Ich hätte nach der schwester läuten können, damit sie beim anlegen hilft, ich bekam proben von lansinoh, die bw wurden gelasert. Es gab auch eine stillberaterin.
Also es muss nicht immer negativ sein.
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Julifay
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Julifay »

Ich hab auch in einem babyfreundlichen Krankenhaus entbunden... Aber meiner Meinung, sieht babyfreundlich doch etwas anders aus... Als ich nach der Geburt genäht wurde und der Lütte auf meiner Brust gesucht hat, wurde mir auf meine Anfrage, ob man mir beim Anlegen helfen könne, nur geantwortet, dass ich jetzt erstmal genäht werden würde. Als ich nach gefühlten Stunden dann endlich fertig war (ich hatte bestimmt inzwischen ein Steppmuster..) wurde ich sofort auf mein Zimmer verlegt, weil der Kraißsaal benötigt wurde. Dann wurden wir allein gelassen. Anlegen? Hallo? jaja, bei der U1 dann... Keine Ahnung, wann genau er mir dann endlich zum ersten Mal angelegt wurde (er schlief inzwischen auch schon), aber ich glaub nicht, dass es in den ersten zwei Stunden geschah. Und da er innerhalb von 4 1/2 Stunden und per Saugglocke kam, war die Saugschwäche quasi vorprogrammiert.

Die nächsten drei Tage haben es die Schwestern zwar gut alle 2 Stunden versucht, aber wirklich mit Begeistertung waren sie dann auch nicht mehr dabei und haben meist nach ein paar Versuchen aufgehört. Allerdings kamen an dem Wochenende wohl recht viele Babys auf die Welt und die Station war entsprechend voll. Als wir dann nach Hause durften, hatte er bisher einmal von alleine getrunken und wurde sonst per Einwegspritze/Fingerfeeding gefüttert.

Meine Hebamme hat sich zu Hause das ganze nicht mal richtig angeschaut und auch kein großes Interesse daran gehabt. Ließ mich nur mit einer Stillhütchen-Leihgabe zurück und als es am nächsten Tag immer noch nicht so recht wollte, kam von ihr nur, dass manche Babys einfach nicht gestillt werden wollen. :shock:
Da wars dann um meinen Männe geschehen und da der Lütte mit der Waage der Hebamme von 2995g auf 2100g abgefallen war (allerdings ihrem Hinweis, dass die Waage aufhört zu wiegen, wenn das Kind sich bewegt :roll: ) und er das ganze Ausstreichen im KKH schon sehr befremdlich fand, hatte ich da dann auch keine Unterstützung mehr und so kamen bei uns auch Flasche und Pulver Pampe ins Haus.. :evil:

Wenn ich dann jetzt immer sehe, mit welcher Begeisterung er mir an die Brust geht, krieg ich jedes Mal einen Hals, wenn ich an den Satz denke "manche Kinder wollen nicht..."
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Engerl
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Engerl »

also ich wohne auf dem dorf und da gibt es ja nicht soviel auswahl.

In das kh in der stadt wollte ich auf keinen fall. Meine freundin war dort total zufrieden. Aber dann war sie mit einer brustentzündung nochmal da und ich habe sie besucht. Jede schwester hat was anderes gesagt. Die eine meinte nimm stillhütchen die nächste sagte bloß nicht und die dritte sagte wie du willst.
Das ende war dar der kleine nach 4 wochen pulver bekommen hat.

In meinem krankenhaus hätten sie mir das anlegen sofort gezeigt. Meine hebi war toll. Es kamen auch schwestern das ich ruhig klingeln kann wenn was ist. Die kinder durften im zimmer bleiben oder vorgebracht werden. Es wurde auf wunsch ein schnuller abgekocht aber nichts aufgezwängt. Ich durfte 2std in dem, naja sagen wir mal kreissaal (wir haben es nicht in den kreissaal geschafft ) kuscheln. Dann hat mein mann sie bekommen und ich wurde genäht. Es war toll. Ich würde immer wieder hingehen. Kenne aber auch viele die ein anderes kh bevorzugen. Was ja ok ist.

Als ich 4 wochen nach der geburt nochmal eine freundin besucht habe, hat die hebi die meine tochter zur welt gebracht hat gesagt ich solle sie zum stillen ermutigen. Ich liebe diese hebamme. Sie war noch sehr jung aber einfühlsam und hatte ahnung. Gut meine freundin hat trotzdem nicht gestillt aber nur weil es ihr zu viel und zu ansträngend war.

Es ist wirklich interessant was ihr so erlebt habt
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julimama
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von julimama »

Julifay hat geschrieben:)Und da er innerhalb von 4 1/2 Stunden und per Saugglocke kam, war die Saugschwäche quasi vorprogrammiert
gibts da denn nen Zusammenhang zwischen Geburtsdauer bzw. Art der Entbindung und Saugschwäche?
Mama von Räuber (07/12) und Knopfauge (08/15)
Captainsparrow

Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Captainsparrow »

Ich habe in 2 verschiedenen Krankenhäusern "mit Zertiikat" entbunden...in dem einen was es einfach eine Katastrophe, wirklich. Mein Micheinschuss war bei beiden Kindern erst am fünften Tag, sowohl bei der natürlichen Geburt als auch beim Kaiserschnitt. Dazu noch Flachwarzen, Mastopathie, Vasospasmen und ein schlaffes Baby nach Zangengeburt mit Gelbsucht. Ich war kein leichter Fall. Da aber niemand Zeit hatte sich drum zu kümmer, hing das Kind gleich an der Flasche. Im zweiten Krankenhaus hatte ich soooooo eine liebe Stillberaterin, die kannte sich sehr gut aus. Verschiedene Anlegetechniken und so. Auch hier wurde zugefüttert...mit einem kleinen Schnapsgläschen, damit es keine Saugverwirrung gibt. Auch wenn es Zeit gekostet hat. Die Frau war so oft in meinem Zimmer und hat mir geholfen. Der Kleine hatte dann auch noch Saugprobleme durch einen sehr hohen Gaumen, zusammen mit blutigen Warzen war das nicht schön, wir machten auch einen kleinen Umweg über Brusthütchen weil sie gesehen hat dass ich schmerzmäßig an der Grenze war. Alles mit viel Einfühlungsvermögen. Ich war nach der Geburt noch 3 Monate jede Woche dort, auch wenn ich dazu weit fahren musste, aber dann war der "Knoten geplatzt".
Lila
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Lila »

katinka_s hat geschrieben:so muss es aber nicht sein! in unserem geburtskrankenhaus gibt es direkt ein "stilllädchen" mit allem schnickischnucki, stillberaterinnen, (still-)fitte hebammen, als geburtsgeschenk von der kk sogar ein stillkissen (oder einen babymassagekurs), stillberaterinnen und ein stillraum auf der station, literweise malzbier oder stilltee auf wunsch, das war echt gut.
aber leider lese ich auch sehr oft von gegenteiligen erfahrungen, das macht mich auch traurig und tw. sogar echt sauer, weil es so dreist ist wie selbstverständlich schwachsinn verbreitet wird.... :(
Hallo Claudia,

in welchem Krankenhaus in HH warst du?
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
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NettyRamirez
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von NettyRamirez »

Bei mir war es zum Teil wirklich gut im KH und zT auch blöd. Ich hatte Probleme mit dem Anlegen und da wurde mir so unendlich viel und geduldig geholfen. Ich hab ein paar mal angefangen zu weinen, weil ich es nicht hinbekommen habe und mich so blöd gefühlt habe und die Hebis haben mir da immer wieder und wieder verscihert, dass das alles ok ist und ich jederzeit nach Hilfe fragen kann. Das war echt gut.
julimama hat geschrieben:Ich habe in einen stillfreundlichen Krankenhaus entbunden, aber wie schon von den Vorposterinnen geschrieben, kann man da geteilter Meinung sein, ob das Zertifikat gerechtfertigt ist.
Im Kreissaal Bonding und Zeit zu zweit etc, war alles okay. Aber das Kind jeden Tag wiegen, nach 1 Tag schon Milch abpumpen, weil angebl. nicht genügend kommt, solche Sätze wie, "am 1 Tag müssen es schon 10ml pro Mahlzeit sein, am 3. Tag muss das Kind mind. 30ml pro Mahlzeit trinken." Jede Schwester erzählt was anderes. Das machts einem als Erstgebärende nicht einfach, auch wenn man sich davor über Stillen belesen hat. In besagtem KH gab es aber wenigstens keine Schnuller oder Fläschen und die Kinder waren tags und nachts bei ihren Müttern.
Es verunsichert einen aber gemein, wenn das Kind jeden Tag mehr abnimmt und man gesagt bekommt, mehr als 10% vom Geburtsgewicht dürfen nicht fehlen, sonst müssen wir zufüttern.
Wie ich diesen Satz gehasst habe!
Bei uns wurde auch so Druck wegen der Gewichtsabnahme gemacht. Das war echt blöd, ich hatte eh Probleme mit dem Anlegen und hab dadrunter gelitten, dass ich es die ersten 2 Tage nicht alleine hinbekommen habe und der zusätzliche Druck hat nicht gerade dazu geführt, dass es besser geklappt hat. Außerdem gehen wir inzwischen von einem Wiegefehler aus (die Hebamme hat so einige Fehler gemacht, KU und Länge falsch gemessen, Augentropfen ohne Zustimmung meines Mannes gegeben und das auch noch bei einem KS)
Als der Knoten dann geplatzt ist und Lucas von einem Tag auf den anderen 120g mehr auf die Waage brachte, wurde mir auch erstmal nicht so richtig geglaubt, dass ich nicht zugefüttert hätte :evil:
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Floralys
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Floralys »

Unser KH galt zwar nicht als Stillfreundlich aber es gab keine Werbung für PuMi oder so, im Gegenteil es hingen Plakate, die Werbung für's Stillen machte.
Nach der Geburt hatte ich meine Tochter für eine gute halbe Stunde auf den Bauch gelegt bekommen und sollte in der Zeit auch mal anlegen. Die Hebamme verließ aber den KS. Hatte meine Kleine dann falsch angedockt (hatte mich damit vorher überhaupt nicht auseinander gesetzt, "Stillen kann schließlich jede Frau") und an der anderen Seite hat meine Tochter sofort gebrüllt und ging gar nicht dran. Auf der Wöchnerinstation habe ich dann gewartet, dass mir mal jemand beim Anlegen hilft. Stunden nach der Geburt kam dann mal eine Schwester, aber es war das selbe Problem, meine Tochter schrie beim Anlegeversuch und ich war total angespannt. Etwa alle 3(!) Stunden kam dann wieder eine Schwester und es war jedes Mal das selbe. Keine hat es geschafft meine Tochter anzulegen. Eine besonders ätzende Schwester hat ihr immer wieder meine BW mit Gewalt in den Mund geschoben, da hat sie nur noch mehr gebrüllt. Dann gab es dann Sprüche wie, dass keine Milch da sei (ich bin schon Wochen vor der Geburt ausgelaufen) oder das meine BW so komisch seien (habe ganz normale) oder dass mein Baby zu faul sei! Stillhütchen habe ich dann auch bekommen, ging aber auch nicht besser. Nach zwei tagen sollte ich dann mal abpumpen, in der Zwischenzeit wurde auch schon zugefüttert. Nach der U2 am 3. Tag sind wir nach hause gefahren. Vorher wurde aber noch Druck gemacht, dass ich doch noch nicht nach hause kann bevor es mit dem Stillen nicht klappt. Meine Hebamme hatte dann auch nur einen Tipp, ich solle Stillhütchen kaufen und bloß nicht abpumpen. Beim Anlegen hat sie nie geholfen, noch nicht mal zugesehen (hat aber auch sonst nichts gemacht). Mit viel Ruhe und besagten Stillhütchen konnten wir am 4. Tag dann das erste Mal zu hause stillen. Das Anlegen war auch weiterhin ein Kampf aber sie nahm gut zu und nach gut vier Wochen konnte ich die Stillhütchen langsam weglassen. Meiner Hebamme hatte ich nach zwei Wochen gesagt, sie brauche nicht mehr kommen, sie kam eh nur zum Wiegen. Hatte in der Zeit auch ein Stillbuch gelesen und mich sehr geärgert was alles falsch lief. Meine Tochter hat dann wegen der Gewohnheit mit den Stillhütchen zwar immernoch falsch angedockt aber irgendwann hat es geklappt. Mittlerweile ist meine Tochter fast 29 Monate alt und stillt immernoch gerne. Wer hätte das am Anfang gedacht.
Meine Mutter hatte übrigens die selben Probleme beim Anlegen damals und nach zwei Anlegeversuchen aufgegeben mit den Worten "das Kind will nicht" bzw. "ihr schmeckt die Milch nicht"! Sie war mir also auch keine Hilfe.
Sonnenschein 07/2010
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Roana
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Roana »

Monoman, wenn ich hier immer wieder manche Erfahrungsberichte höre von Kliniken und Co. Bin ich wieder unglaublich dankbar in einem babyfreundlichem krankenhaus entbunden zu haben.
Dort wissen die Schwestern wie stillen, anlegen etc. Funktioniert und man den Frauen es erklärt und unterstützt.
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Julifay
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Re: wird stillen schwer gemacht?

Beitrag von Julifay »

julimama hat geschrieben:
Julifay hat geschrieben:)Und da er innerhalb von 4 1/2 Stunden und per Saugglocke kam, war die Saugschwäche quasi vorprogrammiert
gibts da denn nen Zusammenhang zwischen Geburtsdauer bzw. Art der Entbindung und Saugschwäche?
Hab ich mir jedenfalls so sagen lassen, dass es ihm dadurch halt zu schnell ging (war auch meine erste Geburt) und er deshalb überfordert war. Allerdings hört man ja immer wieder Widersprüchliches, von daher will ich mich da auch nicht drauf versteifen. ;)


@Roana:

ich hab in einem babyfreundlichem Krankenhaus entbunden, trotzdem gabs oben beschriebene Probleme.. ;)
Mit den beiden kleinen Verrückten T. 05/12 und C. 12/13
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