Ich denke, es ist wirklich wichtig, dass Du bestimmt auftreten kannst, dann sinkt die Gefahr eines Reinredens oder Aufdrängensschon beträchtlich - - im Fall der Fälle sollte schnell klar gemacht werden, dass nur zwei Personen über die Ernährung Eures Kindes entscheiden und diese Entscheidung auch nicht rechtfertigen müssen. Ich würde gar nicht in die Diskussion dieser Entscheidung eintreten, auch nicht, wenn Du unsicher bist. Im Zweifelsfall die Vorschläge ruhig anhören, sagen, dass Ihr Euch das überlegt und dann vielleicht die Stillberaterin anrufen. Oder nachlesen. Und dann Eure Entscheidung einfach nur mitteilen. Nicht warum, wie, weshalb oder gar verteidigen, einfach nur: wir haben uns dafür entschieden, es so und so zu machen und wünschen keine Fütterung mit Flasche/Pulvermilch etc. Meiner Erfahrung nach versuchen andere Leute einem vor allem dann die eigene Meinung aufzudrängen, wenn sie Unsicherheit spüren. Und die verspürt schließlich jedes frischgebackene Elternteil.
Nach der Geburt unseres Sohnes sagte die Säuglingsschwester der ersten Schicht beiläufig, unser Sohn müsse wegen seines Gewichts von über 4.000 g alle 4 Stunden zum Blutzuckertest, auch nachts, das "sei so", das werde "der Arzt so anordnen, weil das bei jedem Kind von über 4000 g gemacht werden" müsse. Ich war mir selbstverständlich unsicher, ob ich dem zustimmen sollte, wusste gar nicht, weshalb ein solcher Zuckertest nötig sein sollte und habe daher erstmal nur klargestellt, dass wir uns unsere Zustimmung erst einmal überlegen würden. Sie war sichtlich irritiert, dass wir überhaupt über eine Ablehnung dieser Maßnahmen nachdachten, hat aber nichts gesagt. Ich hab dann erstmal meine Beleghebamme angerufen, die meinte, man könne doch erst einmal 1 Wert nehmen lassen und dann weiterschauen. Ich muss dazu sagen, wir haben kein Diabetes-Risiko in der Familie, ich hatte keine Schwangerschaftsdiabetes und bei unserem Sohn waren die 4000 g auf 58 cm verteilt - da schien es mir doch etwas krass, ihn nur wegen seines GEwichts in die Diabetes-Risiko-Gruppe einsortieren zu lassen und ihn dem Stress einer regelmäßigen Blutzuckerkontrolle auszusetzen. Der Schwester der nächsten Schicht, die auch gar nicht anzweifelte, dass er nun eben alle vier Stunden Blut abgenommen bekäme (weil das ja bei allen Babies über 4.000 g gemacht würde...), habe ich dann nur mitgeteilt, dass wir uns dagegen entschieden hätten. Mehr nicht, nur: wir haben uns entschieden, diese Untersuchungen nicht machen zu lassen. Sie war sichtlich versucht, mir einen Vortrag zu halten, ich habe dann den Satz einfach nur wiederholt und freundlich gelächelt. Statt eines Vortrags äußerte sie daraufhin dann die Drohung (?), der Kinderarzt werde diese Entscheidung wohl nicht hinnehmen und wohl noch mal vorbeikommen, aber das hab ich ganz schnell abgebogen und nur noch gesagt, dass die Letztentscheidung ja bei uns läge und schon getroffen sei. Jetzt bin ich etwas abgeschweift/abgeschwiffen?

, was ich sagen wollte: man hat zum einen Zeit, sich zu entscheiden (so schnell vertrocknet und verhungert kein Neugeborenes!) und wenn man klar kommuniziert, dass man die Entscheidungsgewalt hat und gedenkt, diese auch zu nutzen, wird einem auch der nötige Respekt entgegen gebracht.
Nach einer Geburt bist Du vielleicht nicht in der Lage und hast erst recht anderes zu tun, als Schwestern- und Ärzteschaft auf den neusten Stand der Stillwissenschaft zu bringen

, daher: keine Diskussion mit ersichtlich nicht kompetentem Personal.