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Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 28.06.2012, 08:49
von Imix
luna24 hat geschrieben:Mein EIndruck ist auch, dass die gestillten Kinder weniger krank werden. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob's wirklich am Stillen liegt, oder eher daran, dass gestillte Kinder in der Regel mehr Körperkontakt haben, häufiger im Familienbett schlafen, seltener geferbert werden, etc. Ich weiß nicht, ob's Studien in die Richtung gibt (wahrscheinlich eher nicht), aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich viele Vorteile des Stillens weniger durch die Muttermilch per se, sondern eher durch damit verbundene psychologische Faktoren erklären lassen.
hallo luna,

das Stillen trägt seinen Teil da auf jeden Fall bei:

Muttermilch schützt das gestillte Kind weiterhin vor Krankheitserregern:
Die Muttermilch enthält im zweiten Jahr des Stillens ein höheres Maß an bestimmten Antikörpern, so erreicht sie teilweise eine ähnlich hohe Konzentration der Abwehrstoffe wie das Kolostrum unmittelbar nach der Geburt. Das Lysozym, zum Beispiel, ein Enzym, das die Zellwand der Bakterien zerstört, ist in der Milch der Mutter eines 18 Monate alten Kleinkindes in größerer Menge zu finden, als in der Milch der Mutter eines Sechsmonatigen. Die Mutter produziert auch weiterhin Antikörper gegen die Krankheitserreger, mit denen sie konfrontiert wird, und schützt dadurch ihr Kind indirekt über die Milch, solange sie stillt. Kinder, die jahrelang gestillt werden sind bedeutend seltener krank und die Mütter berichten meist, dass ihre Kinder noch nie eine Anti-biotikabehandlung brauchten.

Noch ein Vorteil des langen Stillens: bei akuten Erkrankungen, wie z.B. Brechdurchfall, verweigern Kleinkinder meist jegliche Nahrung außer der Muttermilch, nehmen dadurch dann deutlich weniger an Gewicht ab und müssen kaum einmal wegen Austrocknung ins Krankenhaus einge-liefert werden. Bei nicht mehr gestillten Kleinkindern ist dies leider anders.
Quelle Stillkinder

Ich stimme dir aber auch zu, dass bei gestillten Kindern viel mehr nach AP gelebt wird.

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 28.06.2012, 09:27
von anulika
Imix hat geschrieben:Muttermilch schützt das gestillte Kind weiterhin vor Krankheitserregern:
Die Muttermilch enthält im zweiten Jahr des Stillens ein höheres Maß an bestimmten Antikörpern, so erreicht sie teilweise eine ähnlich hohe Konzentration der Abwehrstoffe wie das Kolostrum unmittelbar nach der Geburt. Das Lysozym, zum Beispiel, ein Enzym, das die Zellwand der Bakterien zerstört, ist in der Milch der Mutter eines 18 Monate alten Kleinkindes in größerer Menge zu finden, als in der Milch der Mutter eines Sechsmonatigen. Die Mutter produziert auch weiterhin Antikörper gegen die Krankheitserreger, mit denen sie konfrontiert wird, und schützt dadurch ihr Kind indirekt über die Milch, solange sie stillt. Kinder, die jahrelang gestillt werden sind bedeutend seltener krank und die Mütter berichten meist, dass ihre Kinder noch nie eine Anti-biotikabehandlung brauchten.

Noch ein Vorteil des langen Stillens: bei akuten Erkrankungen, wie z.B. Brechdurchfall, verweigern Kleinkinder meist jegliche Nahrung außer der Muttermilch, nehmen dadurch dann deutlich weniger an Gewicht ab und müssen kaum einmal wegen Austrocknung ins Krankenhaus einge-liefert werden. Bei nicht mehr gestillten Kleinkindern ist dies leider anders.
Quelle Stillkinder
Hier kann ich beides am Beispiel meiner Tochter bestätigen. Sie hat bislang noch nie ein Antibiotikum bekommen, weil außer einem Fieberchen, Schnüpfchen oder MD noch nichts war. In unserem letzten Urlaub in Nigeria (als sie 18 Monate alt war) hatte sie ziemlichen Durchfall und hat jegliche Wasser- und Nahrungsaufnahme verweigert. Da hab ich dann kurzzeitig wieder voll gestillt und so haben wir uns das Krankenhaus erspart.

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 28.06.2012, 10:37
von vivi
anulika hat geschrieben:
vivi hat geschrieben:sie hatte innerhalb 1 1/2 jahren 3 mal angina und 2 mal scharlach, zwischendurch immer wieder bronchitis- also es war schon recht heftig ...
Ok, DAS klingt nach heftig krank. Ich dachte, weil du sagtest, dass sie nicht oft zu Hause bleiben musste. Bei uns war es nur Zahnungsfieber mit Erkältung und sie fühlte sich sclecht. Da ist sie natürlich zu Hause geblieben. So "richtige" Krankheiten hatte sie noch nicht.
ich glaube, dass ganz viel auch genetik ist. mein mann und ich sind beide auch anfällig für infekte.wer weiß , wie krank die kleine ohne stillen gewesen wäre.
ich kenne auch einige flaschenkinder, die eine strotzende gesundheit haben. es kommen sicher viele faktoren zusammen.
trotzdem bin ich auch davon überzeugt, dass stillen im kleinkindalter gut für die entwicklung des immunsystems ist.

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 29.06.2012, 00:07
von Ronja09
Mein Räuberkind wird von den Betreuerinnen schon als Zauberkind bezeichnet, weil sie quasi nie krank ist im Gegensatz zu allen anderen :) Na woher das wohl kommt?? ..aber trotzdem blöde Kommentare, wenn ich draußen auf der Wiese stille.
Also bei uns ist es seeehr deutlich, dass stillen hilft.
Aber im ersten halben Jahr war sie glaube ich auch 2 Mal kurz mit bischen Fieber zu Haus.

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 29.06.2012, 16:53
von vivi
aber kann es vielleicht auch sein, dass kinder, die lange gestillt werden auch in anderen bereichen anders behandelt und (un)erzogen werden? ich meine ernährung, bewegung, impfung,...

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 04.07.2012, 23:27
von Ronja09
vivi hat geschrieben:aber kann es vielleicht auch sein, dass kinder, die lange gestillt werden auch in anderen bereichen anders behandelt und (un)erzogen werden? ich meine ernährung, bewegung, impfung,...
das ist obendrein bestimmt auch noch ein positiver Faktor, da hast du recht denk ich.

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 10.09.2012, 09:48
von baldfruehling
vivi hat geschrieben:sie hatte innerhalb 1 1/2 jahren 3 mal angina und 2 mal scharlach, zwischendurch immer wieder bronchitis- also es war schon recht heftig ...
es ist September und heiß in Wien und wir hatten nach 1 Woche KiGa die 1. Halsweh-Schrei-Nacht. Ich bin grad verzweifelt weil ich nach dem ganzen schönen Sommer schon vergessen hab wie schlimm letztes Jahr für uns war. Maus war jedes Monat 1 Woche daheim von Nov-März mit selbigen Infekten - sie ist eine mega-Schleimproduzentin bei jedem kleinsten etwas schleimt ihr Körper los. Homoöp. half nichts, heuer beginnt wieder die (teure) Suche nach neuem Homoö.
Ich will nicht krank sein! (natürlich war ich ca. durchgehend krank teilweise - auf der Uni aus 60% der LVs rausgefallen und im Febr einen Job verloren) - wie macht ihr das bitte???

Re: Stillen und Abwehrkräfte im 2. Lebensjahr

Verfasst: 10.09.2012, 09:56
von baldfruehling
kurzer Nachtrag ich kann's mir nicht verkneifen aber egal wie Wissenschaft fundiert der FAZ Artikel sein mag, sowas zählt ja mehr zu Herd-Prämien Propaganda als zu neutraler, evidenzbasierter, demokratischer Wissensverbreitung.