Mmmh. Ich finde es reichlich kompliziert. Bei uns zumindest ist mit einer Trageberatung beim Mann nicht geholfen. Wir haben alles hier, Slings, Tücher, Didytai. Manduca erlaube ich nicht. Er KANN die WXT, es ist ihm nur zuviel Mühe, sie zu binden. Ich finde, irgendwann ist auch mal Schluss. Ich muss im Alltag auch Lösungen für meine Probleme finden, das geht mir eindeutig zu weit, weil der Herr zu faul ist, noch ne Trageberatung und noch ne TH hinterzuschieben. Ich finde, das ist ein Grundsatzproblem, und damit kommen wir zu dem, was ich ansprach, das AUFGEBEN.
Was ich mit aufgeben meine: Natürlich muss man aufgeben. Den inneren Widerstand. Den mein-Kind-muss-ruhig-im-Kiwa-liegen-damit-ich-das-und-das-machen-kann. Wenn mein Mann auf Arbeit ist, fällt es mir viel leichter aufzugeben. Ich fange an, MIT meinem Kind zu leben und nicht GEGEN mein Kind. Natürlich ärgert es mich, wenn mein Haar fettig ist und ich das Bedürfnis habe, baden zu gehen. Tja, mein Kind lässt sich kaum parken. Mein Mann würde an diesem Punkt kämpfen: "Er lässt sich nicht weglegen. Er schläft nicht. Er muss doch mal schlafen. Ich will baden, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr usw usw usw". Dann wird gemeckert und die Stimmung fällt ins Bodenlose. Meistens spitzt sich die Situation dann zu, wenn es nicht klappt, wie Herr will, wenn er anfängt Vermutungen aufzustellen, warum das Kind sich nicht weglegen lässt. Dann hätte das Baby Schmerzen. An dem Punkt kann ich dann nicht mehr. Deswegen mute ich mir viel zu viel zu. Ich nehm ihm das Kind immer und immer und immer wieder ab. Und mein Mann ist dankbar dafür, bewahrt es ihn doch dafür, Lösungen zu finden, für seine Probleme. Es bewahrt ihn davor, sich mal richtig Mühe zu geben.
Zurück zum Bad: Wenn ich Baby parke, dann muss ich im Eiltempo baden und habe immer ein Auge auf das Kind, wann die Stimmung kippt. Ich kann dann das Bad unmöglich genießen. Mein Mann verfällt in dieser Sitatution dem Gemecker. Ich gebe lieber den Wunsch auf, alleine Baden zu gehen. Ich habe angefangen, MIT meinem Kind zu baden. Ich balanciere ihn auf meinen Unterschenkeln (ich brauche keinen Rückbildungskurs

), während ich mir meine Haare mit Babyseife wasche. Das Kind quietscht vergnügt über die willkommene Abwechslung. Ganz großes Kino, wenn ich ihn mit der Brause abspritze. Ich nehme lieber das bisschen Seife in Kauf, oder das der kleine Mann mal unfreiwillig unter Wasser gerät, als immer in diesem Stress Katzenwäsche zu machen. Stress beim Kind weil geparkt, ich gestresst wegen dem Rabenmutter-Gefühl.
Mein Mann ist einfach (noch) nicht bereit, mal etwas so unkonventionelles zu wagen. Er wartet immer auf Gelegenheiten, unseren Sohn wegzulegen. Naja, die kommen dann halt nicht. Und dann gibts Knatsch.
Ich habe natürlich Fußball geguckt. Die erste Halbzeit halt mit Baby im Tuch auf und abdribbelnd. Na und? Dann ist er eingeschlafen und ich bin mit ihm auf die Couch. Ich habe einfach keine Zeit verschwendet, das Kind ins Bett zu kriegen. Funktioniert ja eh nicht. Mein Mann läuft eine halbe Stunde mit dem Kind durch die Wohnung, bis es eingeschlafen ist und legt ihn dann weg. Das dauert höchstens zehn Minuten, dann geht der Alarm an. Und ich frage mich: Wieso hat mein Mann es probiert (stichwort Gewöhnung)? Unser Sohn wird schon wissen, warum er da nicht alleine liegen will. Von meinem Mann kriege ich die Antwort "Er muss doch schlafen". Und ich: Ja, aber nicht alleine.