Zotrine hat geschrieben:Latascha hat geschrieben:
Einmal in einer stillen Seitengasse der FuZo war beim Einbinden mit dem Tai auch plötzlich Gewicht weg und meine Jüngste kreischte in höchsten Tönen! Da bin ich sauer geworden und hab gemeint, wenn sie mir helfen wolle, könne sie mir ja meine Einkaufstaschen heimtragen. Da war sie erschrocken und auch beleidigt. Eigentlich zurecht, ich hab vor Schreck ganz schön geschnauzt.
Ich kann mich an eine Situation auf dem Spielplatz erinnern. Ich war gerade dabei Mausl in den Rucksack zu binden. Eine Mutter fragt:"Brauchen Sie Hilfe? Ich kenn das: Jetzt kreuzen und wieder nach vorne...." und gestikuliert das. Ich hab dann gefragt: "Seh ich aus, als wenn ich Hilfe benötige?" Das hat mich in dem Moment echt interessiert, da es einer der ersten Male war, dass ich draußen den Rucksack gebunden habe und ich dachte, die Mama hat vielleicht wirklich nen Verbesserungsvorschlag. Später dacht ich mir dann, dass das ganz schön patzig rüber gekommen sein muss.
An Sylvester hatten wir Finchen mit zu Bekannten, um dort aufs neue Jahr anzustoßen. Sie schlief seelig auf meinem Rücken. Die Oma meiner Bekannten war sichtlich unwohl, dass so ein kleines Kind noch nicht im Bett ist. Sie ließ das Reisebett von ihrem Enkel bringen und ich legte Mausl rein. Sie wurde wach.

Dann wollte ich sie wieder einbinden. Dabei stand die ältere Dame aber so dicht hinter mir, dass ich bei einem Griff nach hinten plötzlich ihren Arm in der Hand hatte.
Was mich am Hilfe anbieten oft am meisten nervt, ist das fehlende Vertrauen, dass da mitschwingt: Wenn ich es nicht könnte, würde ich es dann einfach machen, ohne vorher jemandem um Hilfe zu bitten. Würde ich mein Kind wissentlich in Gefahr bringen?
Ich denke mir, ich seh schon witzig aus, wenn ich mit Entenpopo da steh und mir die Haare wie ein Vorhang vors Gesicht fallen. Aber dann kann ich mich einfach am Besten konzentrieren und seh die vielen Gaffer nicht.
Toll fand ich auch: "Ihr Kind sitzt total schief, das ist schlecht für die Hüfte. ich bin Kinderkrankenschwester, ich hab Ahnung davon." Kontrollgriff nach hinten: Kind sitzt gerade, hatte sich nur mit dem Oberkörper auf eine Seite gereckt, da ich eine Flasche Saftschorle in der Hand hatte, die ich noch bezahlen musste. Und das Kind war über ein Jahr alt, also Hüfte eher nicht mehr in Gefahr.
Aber öfter passiert es mir Gott sei Dank, dass ich einfach gefragt werde, wie ich das Tuch gebunden hab. Ich trage Rucksack tibetanisch, bei einem längeren Tuch, wo die Enden noch irgendwie verschaft werden müssen, sieht das schon kompliziert aus denk ich. Oft sind das Eltern jüngerer Babies, dann erklär ich das ganz geduldig. Oder es kommen Komplimente und die Anmerkung, dass sie sich selbst leider nie an die Rückentrage rangetraut haben.
Auf jeden Fall erregt man mit einer Rückenweise viel mehr Aufsehen. Vor dem Bauch tragen, ist hier nichts Besonderes.
