Oh ja, das kommt mir alles von meinem Großen so bekannt vor. ((((Toncks)))) Sowohl die negativen Gefühle gegenüber mir bzw. dem Kind, als auch das neugierige, schnell gelangweilte Kind.
Ich würde auf jeden Fall auch nochmal Kiss abklären lassen. Kiss kann ja auch leicht ausgeprägt sein und dann vorrangig bei Entwicklungsschüben oder nach Impfungen Reaktionen hervorrufen. So war es bei uns. Nach jeder Impfung oder in jedem Schub war das Schreien noch extremer. Beim Zahnen natürlich sowieso. Und wenn es kein Kiss ist, brauchst Du Dir wenigstens nicht später sagen, wäre ich mal früher gegangen. Ich war erst nach einem Jahr mit dem großen beim Arzt und hatte plötzlich ein ausgewechseltes Kind.
Allerdings wurde es bei uns schon deutlich entspannter, als der Große so langsam mobil wurde. Da war nämlich plötzlich nicht mehr alles langweilig sodern es gab viele interessante neue Dinge zu entdecken. Und noch besser war die Zeit als er Laufen konnte und noch nicht in der Trotzphase war.
Weinen wegen Neugier und Weinen wegen Stressabbau widerspricht sich nicht unbedingt. Mein Großer wollte und will auch heute noch immer wesentlich mehr, als er eigentlich verarbeiten kann. Er weint also erst weil ihm langweilig ist, dann macht er Action und hinterher weint er, weil er zuviel Action gemacht hat. Das muß bei Euch natürlich nicht genauso sein, aber es könnte sein. Ich habe den Eindruck, dass gerade so wache und neugierige Kinder sich schnell selbst überfordern. Da ist es dann extrem schwer, das richtige Maß zu finden.
Und ich denke, dass sich ein Teil Deiner Anspannung sicher überträgt. Auch wenn Du äußerlich sehr ruhig und geduldig bist. Bist Du es innerlich auch? Oder wartest Du im Unterbewußtsein schon darauf, dass das Schreien wieder los geht? Ich habe es irgendwann schon immer erwartet, weil ich ja wußte, dass es spätestens 17:00 Uhr kommt. Und wenn sie schreit, läßt es dich ja auch nicht kalt. Sonst würde nicht plötzlich das Fass überlaufen. Und das Gefühl, dass Du bei ihrem Schreien hast, dass spürt sie. Und wahrscheinlich auch schon bevor Dir überhaupt das Gefühl bewusst ist. Kinder haben da doch feine Antennen für.
Ein Dönertag ist doch was feines, wenn er Dir hilft, ein wenig Streß loszuwerden. Ansonsten versuch doch mal in Dich reinzuhören und zu -spüren, was Dir vielleicht außer dem Schreien noch emotionalen Streß und Anspannung macht. Bei mir war es die Sptrückbildung und die Pekip-Gruppe. In beiden Gruppen hatte ich ständig Diskussionen über meinen Umgang mit meinem Kind, weil er halt immer an mir dran klebte, und habe diese Gruppen dann für uns beendet, weil ich hinterher immer eine deutlich niedrigere Toleranzgrenze für das Schreien hatte. Außerdem habe ich eine Zeitlang auch nicht mehr ganz so häufig mit meiner Mutter telefoniert, weil es da genau das gleiche war wie in den Gruppen. Schau doch mal, was bei Dir vielleicht auch so ein Trigger sein könnte, der sich verändern läßt.
Und Beikost: Gib doch Deiner Kleinen mal ein wenig Fingerfood und schau mal ob und wieviel sie davon überhaupt isst. Ich dachte bei unserem Großen mit sechs Monaten auch, dass er beikostreif sei, weil er alles angegiert hat und abends Getreidebrei gegessen hat. Im Nachhinein mußte ich feststellen, dass er mit neun Monaten noch mehr gegiert hat auch wenn ich mir das vorher kaum vorstellen konnte.

Und dann war er auch wirklich beikostreif und hat von einem Tag auf den anderen Unmengen von Brei jeglicher Art gegessen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg, viel Durchhaltevermögen und dass es bald besser wird;