Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Kitabuna
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Kitabuna »

Ach ja: Habt ihr euch beim Stillen eigentlich auch so "dubblig" angestellt? Mir musste in den ersten zwei Tagen wirklich jedesmal eine Kinderkrankenschwester beim Anlegen helfen. Allein ging das gar nicht. (Hab aber auch sehr große Brüste, vielleicht spielte das auch ne Rolle

Zu den Vorabinformationen: Dass Stillen auch unheimlich schmerzhaft und schwierig sein kann, war mir im Vorfeld gar nicht klar. Das hat irgendwie niemand erwähnt. Auch im Geburtsvorbereitungskurs ging es nur um die Vorteile des Stillens (ich weiß, eigentlich müsste es Nachteile der Flaschenmilch heißen :D - ich hätte mir da mehr Aufklärung gewünscht. Hat man da zum Teil Angst, dass die Frauen dann "abspringen" und gleich ganz aufs Stillen verzichten wollen?
kicka

Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von kicka »

Ich finde, dass wenn man Probleme mit dem Stillen hat, man sich im Zeitalter des Internets und wirklich guter Bücher und telefonischer oder auch persönlicher Stillberatungsmöglichkeit, eigentlich schon sehr, sehr gut informieren kann...

Erst gestern habe ich eine Feundin am Telefon gehabt, deren Arbeitskollegin ganz arge Schwierigkeiten zu haben scheint... Habe sofort angeboten, dass diese mich gerne anrufen kann!! Und ich gehe davon aus, dass sie es nicht tun wird... :(

Nicht jeder ist in der Lage, sich Hilfe zu suchen... Nicht jeder kann offen zugeben, mit etwas Probleme zu haben... Dann gibt man lieber eine Flasche... Weil man auch oft einfach nicht mehr kann... Die Problemspirale dreht sich auf... Und wenn man so fertig ist, kann man mit dem Rat immer wieder und wieder anlegen, sich Ruhe zu gönnen, fast nichts mehr anfangen... :(

So schade.... Aber ich denke, dass durch dieses Forum und großartige Beraterinnen, etc. schon viel, viel gutes getan wird...

Auf dass dieses immer mehr wird!!!


ggggggglg KIcka
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isyisy
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von isyisy »

Ich musste damals erst mal lernen, dass es etwas über das Stillen zu wissen gibt. Mir erschien das so selbstverständlich, dass ich gar nicht an Probleme gedacht habe. Und dann musste ich noch lernen, dass es Stillberatung gibt und wo ich welche finden kann. Für mich hat sich da ein völlig neuer Bereich eröffnet, dessen Existenz mir zuvor total unbekannt war.
Aus Gesprächen weiß ich, dass es vielen Frauen ähnlich geht.
Liebe Grüße
isy mit Großer (09/07) und Kleiner (04/10)


Hat dieser Satz fünf Wörter - oder sieben?
Lulamae
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Lulamae »

Hallo,

die Info beim Frauenarzt wäre tatsächlich eine gute Idee :D
Ich hatte einfach das riesige Glück, eine wirklich kompetente Hebamme zu haben. Als Laie verlässt man sich gerade in angespannten Situationen (bei uns: Kind auf der Neugeborenenstation :( ) doch sehr auf das, was einem die "Profis" sagen, und da kann man leider auch Pech haben und eben die falschen Ratschläge bekommen. Umso dankbarer bin ich wirklich für die Unterstützung, die sie mir immer zukommen ließ- auch jetzt kann ich sie immer noch anrufen, wenn was ist :D
Engel können fliegen, weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen

mit Sonnenschein (03/11) und Sommerzwerg (06/14)
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moselkind
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von moselkind »

kicka hat geschrieben:Ich finde, dass wenn man Probleme mit dem Stillen hat, man sich im Zeitalter des Internets und wirklich guter Bücher und telefonischer oder auch persönlicher Stillberatungsmöglichkeit, eigentlich schon sehr, sehr gut informieren kann...
*unterschreib*

allerdings ist es bei mir z.b. so, dass ich mich nur bis zu einem gewissen grad vorab informieren kann. alle möglichen schwierigkeiten, die beim stillen auftauchen können, kamen mir in der schwangerschaft sehr theoretisch vor. ich hab mich dann immer erst im konkreten fall schlau gemacht (nein, man kann ein stillkind nicht überfüttern; clusterfeeding ist völlig normal; was tun bei milchstau etc.) aber ich hatte - und das ist eben mindestens genauso wichtig - auch eine sehr gute betreuung in der klinik und eine super hebamme, die sehr entspannt war und mir z.b. bei einem milchstau sehr geholfen hat. mir hat gsd nie nie irgendjemand was von abständen, zufüttern oder dergleichen erzählt.

dass es leider auch anders geht, habe ich gestern erfahren müssen. einer bekannten von mir wurde geraten, im 3-h-abstand zu stillen, jede seite 10 min. dann stillhütchen wegen entzündeten bw, durch die der kleine nicht genug milch rausbekam, dann zufüttern, weil er nicht genug zugenommen hat. klar hatte ich ihr, bevor ihr kind da war, erzählt, dass ich nach bedarf stille und es am anfang zwar wehgetan hat, aber jetzt super klappt, aber es ist ja auch irgendwie normal, dass man beim ersten kind eher auf die "fachleute" hört. ich hab ihr jetzt das forum hier wärmstens empfohlen ;)

was ich sagen will: es ist wahrscheinlich auch ein bisschen "glückssache", an welche informationen man gerät. woher soll ich wissen, welches buch der beste stillratgeber ist? woher soll ich wissen, ob meine hebamme wirklich gute stillberatung macht? woher soll ich wissen, welche der 3254352325 tips im netz mir wirklich nützen? und wenn das problem schon akut ist, hat man ja auch meist nicht die zeit, sich eingehend damit zu beschäftigen, dann will man schnell eine lösung.

das sind so ein bisschen meine gedanken dazu. es ist halt echt schade, wenn eine mutter aus unwissenheit bzw. wegen schlechter beratung nicht vollstillen kann, obwohl sie gerne möchte.
K mit großer Schwester L 05/11 und kleinem Bruder M 02/14
Lösche Benutzer 9567

Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Ja,es ist Glückssache.Woher soll ich wissen,dass meine ansonsten gute Hebamme in gerade dem Punkt ihre ganz persönlichen Ansichten hat und weitergibt?
Oder man laut "nein" schreien sollte wenn das Kind in der 2 Nacht im KKH mit Tee gefüttert wird damit Mama sich ausruhen kann? :shock: Mama hatte sich das anders gedacht...
Lulamae
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Lulamae »

Auch in dem Puntk wurden wir im Geburtsvorbereitungskurs "scharf" gemacht in dem Sinne, dass uns klar gesagt wurde, was im KKH alles gemacht werden könnte, und wie wir uns dagegen wehren können. Und vor allem, dass wir NEIN sagen können, wenn wir etwas nicht möchten (zB wollte man mir mein Kind wegnehmen, kaum, als ich auf Station gekommen war, um es "frisch zu machen"- da hab ich nö gesagt, was scheinbar ungewöhnlich war, denn ne Stunde später kam die Schwester mit Verstärkung wieder :shock: ). Das war was wie ein Camp für Guerilla-Kämpfer, man konnte meinen, wir sollen zu kleinen aufmüpfigen Kämpfern werden :P dabei wollte die Hebi nur vermeiden, dass wir wie so viele Frauen hinterher sagen "also, eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt...."
Die Männer wurden regelrecht darauf getrimmt, uns in den ersten Wochen Besuch von der Backe zu halten und so ein Umfeld zu schaffen, dass es uns ermöglicht, unser Kind in Ruhe kennen zu lernen, und auch eine ideale Basis fürs Stillen zu schaffen.
Bei uns hat das prima geklappt :5:

Ich denke auch, dass es ganz wichtig ist, dass der Partner voll hinter dem Wunsch steht, zu stillen. Um eben für die nötige Ruhe zu sorgen.
Engel können fliegen, weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen

mit Sonnenschein (03/11) und Sommerzwerg (06/14)
Lösche Benutzer 9567

Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Das mit dem Besuch find ich total gut.Ich weiß jetzt schon was ich nächstes Mal ganz anders machen würde...wenn es ein nächstes Mal gibt.
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Latascha
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Latascha »

Bei uns im Geburtsvorbereitungskurs wurden die Männer auch dazu angehalten für Ruhe zu sorgen, das hat wirklich ganz gut funktioniert.
Infos, dass Stillen auch weh tun kann, es dauert bis es klappt, etc. gab es dort auch zu wenig aus meiner Sicht. Ewig wurden Möglichkeiten der Schmerzlinderung, des Kaiserschnittes etc. besprochen, aber das dann nicht.

Heute habe ich mich mit einer werdenden Erstlingsmama unterhalten. Sie will stillen, findet es toll das es bei uns immer noch so gut klappt. Ich hab dann an dieses Thema hier gedacht und ihr direkt empfohlen sich Infos zu holen, für den Fall die Nummer einer Stillberaterin parat zu haben und sie ein wenig aufgeklärt. Sie hat es gut aufgenommen, war aber ein klein wenig entsetzt, dass niemand ihr das bisher gesagt hätte, weder Hebamme noch Frauenarzt, etc. Bin mal gespannt, wie es dann läuft bei ihr....
Liebe Grüße
Latascha
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Kitabuna
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Re: Gedanken zu Thema Stillen und Uwissenheit

Beitrag von Kitabuna »

kicka hat geschrieben:Ich finde, dass wenn man Probleme mit dem Stillen hat, man sich im Zeitalter des Internets und wirklich guter Bücher und telefonischer oder auch persönlicher Stillberatungsmöglichkeit, eigentlich schon sehr, sehr gut informieren kann...
Aber nicht jeder ist so "bildungsnah" und unbedingt affin mit Broschüren und Büchern.

Und ich glaube nach wie vor, dass Information nicht alles ist. Das Umfeld und die Unterstützung muss da sein. Wenn ich mich gerade frisch auf ein Leben mit Kind einstellen muss, vielleicht sonst noch diverse Schwierigkeiten habe und wenig Unterstützung, dann habe ich kein Muse, auch noch im Internet zu recherchieren.
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