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Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 28.04.2011, 22:15
von schokoliebe
Kenn mich da etwas aus.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
entweder eine richtige Knochenmarkspende. Das bedeutet Vollnarkose, und das Stillkind bekommt die Narkosemittel dann zum Teil ab.
Oder man spendet periphere Blutstammzellen, das geht technisch so ähnlich wie eine Blutspende, aber man muss ein paar Tage lang zuvor Wachstumsfaktoren spritzen, und die kriegt dann wohl wieder das Kind ab.
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 28.04.2011, 22:19
von asujakin
Und wie lange bleiben diese Medikamente dann in der Muttermilch? Ich kenne genügend Stillkinder, deren Mütter schonmal eine Vollnarkose hatten, zB. *grübel*
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 29.04.2011, 10:34
von schokoliebe
Das hängt bestimmt von der Art der Narkosemittel ab. Beim KM-Spenden dauert die Narkose ja relativ lang, ca. 2h soviel ich weiss.
Aber wahrscheinlich reicht es einen halben Tag ohne Stillen abzuwarten.
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 29.04.2011, 11:22
von zwieback
naja aber ist es bei einer vollnakose nicht so das sobald frau aufwcht und wieder einigermaßen klar ist das die nakose da raus ist.
ein KS kann ja auch länger dauern und trotzdem darf frau danach stillen.
ich bin nicht regestriert
aber ich denke je nach alter des stillkindes und der häifigkeit es stillend würde ich wohl versuchen alles zu tun um das leben zu retten.
mein kind würde ja nicht davon sterben wenn es mal einen halben tag nicht stillen kann.
und was die betreuung angeht ich denke auch das man den spender auf händen tragen wird und ihm jeden wunsch erfüllen würde damit eine spende möglich ist.
solltest DU wirklich spenden wollen würde ich embryotox kontaktieten und hören was sie sagen und dann mit der DKMS weiter besprechen was möglich wäre
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 29.04.2011, 11:46
von asujakin
Ja, es gibt einige Eingriffe, bei denen eine Vollnarkose nötig ist. Auch kenne ich Frauen, (mich inkl) die in der Stillzeit in die Röhre mussten und wg. dem Kontrastmittel eine Stillpause einlegen mussten. Auch das ist alles möglich und bedeutet ja keineswegs gleich das Aus für's Stillen.
Wie gesagt mich würden da einfach wirklich medizinische Fakten interessieren...was da sich da - aus medizinischer Sicht - nicht mit dem Spenden verbinden lässt. Solche Listen sind ja oft auch einfach um sich abzusichern, genauso wie Packungsbeilagen vieler Medikamente sagen, dass man mit diesem Medikament nicht stillen darf/sollte/kann. Wenn man sich aber dann doch genauer informiert, geht's in den meisten Fällen doch.
Ich möchte hier keine Entscheidungen in Frage stellen, wenn man da nicht weiter nachhaken möchte und sich lieber von der Liste nehmen lässt ist das ja eine persönliche Entscheidung. ich finde das Thema an sich halt auch interessant
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 30.06.2011, 21:26
von klimaforscherin
Ich hol das Thema grad nochmal wieder hoch.
Wie ist das mit der Stillfreundlichkeit der Medikamente? OP sollte doch möglich sein?
Warum wollen die Spendezentralen trotzdem keine Stillenden haben?
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 30.06.2011, 22:07
von Tobis Mama
Und mal wieder ich:
OP ist problemlos möglich, da gab es auch es auch "gerade" nochmal den Artikel im Fachblatt der Anästhesisten darüber, dass eigentlich alle gängigen Narkoseformen keine Stillpause oder gar Abstillen erfordern. Das hatte Inken hier aus dem Forum sogar verlinkt vor kurzem.
Zur Mobilisierung kriegt man G-CSF, das ist auch in der Muttermilch. Naja, und das wollte ich meinem Kind in Überdosis nicht antun. (Die Wiki-Seite dazu ist recht informativ und verständlich.)
Was Stillen und Spendertauglichkeit angeht: Ich denke (und Achtung, das hier sind Vermutungen von mir, die ich lange in dem Bereich gearbeitet habe), dass sich die Mediziner einfach absichern wollen. Es dürfen nun mal keine Studien an Schwangeren/Stillenden gemacht werden (zumindest ist das vor jeder Ethikkommission nur schwer durchsetzbar), so dass die Datenlage einfach äußerst gering ist. Als Arzt würde ich so jemanden (also die Stillende) eher kategorisch ausschließen, bevor am Ende irgendwas mit dem Kind ist und ich ne fette Klage am Hals habe. (Außerdem kommen Zellen einer Stillenden gerade frisch aus einer Situation der absoluten Modulation im Immunsystem - einer Schwangerschaft. Solchen Zellen kann man ja auch nicht so wirklich vertrauen.

)
Das ist schade so, aber es ist eben auch so.
Und ich kann noch aus persönlicher Erfahrung dazu sagen: Unsere "europäischen" Merkmale sind oft so gut vertreten (in der Spenderdatenbank), dass eigentlich immer mehrere Spender vorhanden sind und durchaus Auswahl da ist. Das wirkt oft nicht so, ich weiß, man hört viele Aufrufe "Kein passender Spender" und im Einzelfall ist das schrecklich, aber täglich werden so viele Leute transplantiert, es gibt also meist einen Spender oder auch mehr.
Das soll nicht abwertend klingen und auch nicht die Notwendigkeit zur Spendebereitschaft in Frage stellen, sondern auch nur die Seite erklären, dass sich die Ärzte, solange sie Auswahl haben, sich eher gegen die Stillende entscheiden werden.
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 30.06.2011, 22:25
von klimaforscherin
http://de.wikipedia.org/wiki/G-CSF
Vielen Dank!
Aber es ist doch ganz gut, wenn man noch eine "zweite-Wahl-Spenderin" in der Hinterhand hat, ohne sie von vorneherein kategorisch auszuschließen, oder?
Dass Mütter generell "schlechtere" Spender sind, hattest du ja mal geschrieben (hab ich auch grob verstanden in der Übersetzung

). Wird der Effekt mit der Zeit geringer? Also ist frau nach 14 Monaten nach der Geburt eine "bessere" Spenderin als 6 Monate nach der Geburt? Stillen hat da vermutlich keinen Einfluss auf das mütterliche Immunsystem, oder?
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 30.06.2011, 22:38
von Tobis Mama
Nee, sie bleibt gleich schlecht (und wird nach jeder Schwangerschaft schlechter). Das hängt eben mit den Kindszellen in deinem Körper zusammen. Dein Immunsystem bleibt zeitlebens darauf eingestellt, dein Kind zu "akzeptieren". Und leider sind die Kindszellen so selten, dass man die schlecht detektieren kann, aber der Einfluss auf's Immunsystem ist eben enorm.
Und klar, ist ne Spenderin in der Hinterhand ganz gut. Aber wenn du eine zweite Wahl-Spenderin unter - sagen wir - 10 bist, dann sind alle anderen eher dran. Solltest du aber die weltweit allereinzige, mögliche Spenderin sein, überlegt man vielleicht, das Risiko einzugehen.
Deshalb habe ich ich ja auch gemeint, lass dich weiter typisieren und schau mal, was nachkommt. Das können dann Ärzte entscheiden, ob sie dich doch in Betracht ziehen.
Re: DKMS - ist Knochenmarkspende trotz Stillen möglich?
Verfasst: 13.02.2014, 15:00
von Ellipirelli
Ich kram den thread nochmal hoch.
Ich habe gestern eine Email und heute Post bekommen zu weiteren Untersuchungen.
Mein jüngster wird nächste Woche 6 Monate..
Ich kann im Fragebogen angeben, dass ich stille und ich weiß, dass es sich damit für mich erledigt hat.
Die ganze Nacht hab ich nicht geschlafen und hin und her überlegt...
Würde mein Kind eine stillpause ertragen... Wie könnte ich das händeln?
Ich weiß, dass es nur eine runde weiter ist und ich genauso gut nicht in frage kommen könnte..
Aber allein das ich in Frage kommen könnte und nicht helfen kann/darf/soll/muss...
Arghhhhh..versteht mich irgendjemand???
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