Mein Kleiner ist erst 17 Monate alt, von daher setzt er sich nicht mit Ernährung auseinander. Zum Glück sind sein Vater und ich uns aber vollkommen einig, dass er vegan "erzogen" wird.
Ich bin keine Anhängerin der These, man solle dem Kind selbst überlassen, ob es später Fleisch isst - das heißt überhaupt nicht, dass es hier ein Verbot als solches gibt. Aber nicht so sehr, weil ich es ihm grundsätzlich offen halten will, ob er Fleisch isst oder nicht, sondern viel mehr, weil ich vom Konzept des Verbietens nichts halte.
Überlasse ich meinem Kind, ob es anderen Kindern die Schippe über den Kopf zieht? Auf keinen Fall! Darf er selbst entscheiden, ob er andere Menschen wissentlich verletzt oder beleidigt? Auch nicht. Bei uns gibt es nicht viele Regeln, mein Kleiner darf eigentlich fast alles und das wird auch so bleiben. Ich setze ihm eigentlich keine Grenzen, ich setze nur meine Grenzen oder, wenn es sein muss, die von anderen. Und natürlich, natürlich, natürlich erkläre ich ihm die Grenzen von Tieren - dass sie nicht eingesperrt sein, dass sie leben wollen, und zwar nicht nur so lange wir es ihnen erlauben, sondern so, wie es ihre Natur für sie gedacht hat, in Frieden, in Freiheit und in ihrer Spezieseigenen Geselligkeit.
Bei uns wird es diesen Satz nicht geben: "Nein, das
darfst Du nicht essen, da ist was vom Tier drin." Aber natürlich wird es im Rahmen unseres Wertekatalogs, zu dem z.B. das Respektieren von anderen Menschen gehört, auch die Direktive geben, dass wir Tiere und ihren Wunsch nach Unversehrtheit respektieren. Ich weiß noch nicht so ganz genau, wie das ablaufen wird, aber ich nehme an, durch Gespräche.
Übrigens: Wenn der Vater meines Kindes nicht selbst vegan wäre, würde ich nicht akzeptieren, dass er dem Kind etwas vorlebt, das ich ethisch für verwerflich halte. Das ist natürlich ein Dilemma, denn ist ein heimlicher Fleischkonsum des Vaters das Richtige? Ich weiß es nicht, zum Glück muss ich mir das für mich nicht überlegen. Aber ich würd mir vom Kindsvater auch keinen Strich durch meine "Werteerziehung" zu machen, weil der Vater die Finger von der Wurst nicht lassen kann. Das Essen von Tieren hat für mich so viel mit Gewalt, Ausbeutung, Herrschaft und Egoismus zu tun, dass ich das zu wichtig finde.
Antispe oder die anderen Seiten zu Veganen Kindern oder Veganer Familie (wie alles, was von Achim Stößer kommt) finde ich übrigens völlig unerträglich.
Empfehlenswert finde ich aber dieses Bilderbuch: "Warum wir keine Tiere essen" von Ruby Roth.
