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Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 07:01
von jusl
Wären Windelproben eine Alternative zu den Stillproben?
Nein. Fürs Windelwiegen gibt es bei viel ausscheidenden Neugeborenen im häuslichen Umfeld überhaupt keine Indikation, da aus den Ergebnissen keine Konsequenzen ableitbar sind, die nicht auch durchs bloße Windelzählen zu erhalten wären. Wiegen gäbe dem ganzen eine "Pseudo-Genauigkeit", die jedoch keinerlei Erkenntnisse liefert. (Und wie will man Urin und Stuhl GETRENNT wiegen, wenn doch beides ZUSAMMEN in der Windel ist?..)
Die Windeln sind ja schon voll, aber eben gerade was den Urin anbelangt, hat hier ja jede Hebamme behauptet, das wäre zu wenig Urin.
Das ist ein widersprüchliche Aussage. Windeln können nicht gleichzeitig "voll" sein, das Baby aber "zu wenig Urin" produzieren, das ist unmöglich.
Es ist auch nicht möglich, dass ein gesundes Baby "viel Stuhl" produziert (was Deines zweifellos tut) und gleichzeitig aber "zu wenig Urin", ausgeschlossen.
Eine grammgenaue Waage bis 2 kg haben wir.
Falls es eine Küchenwaage oder Briefwaage ist: Diese ist für das Wiegen von Babys oder Windeln nicht geeignet (da nicht geeicht).
Hast du neben Denise Both (super!) noch Infos zu PCOS und Stillen?
Infos, die über den Artikel von Denise Both hinausgehen, besprichst Du am allerbesten mit Deinem Endokrinologen. Eine tiefgehende, individual-medizinische Beratung können wir hier im SuT nicht leisten, das muss immer ein Arzt vor Ort machen. Wir können nur allgemeine med. Infos weitergeben.
Krankenhaus und Bibliothek waren vielleicht doch ein bisschen viel Action für ihn :(.
Dann erholt Euch erstmal. Und in den nächsten Tag lasst Ihr es etwas ruhiger angehen. ;-)

LG
Julia

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 09:12
von Weltenbummlerin
Vielen Dank für die Antworten am frühen Morgen und "Guten Morgen!".

Dann muss mein Mann damit leben, dass er a) die Bedingungen dafür schaffen muss, echte Stillproben abnehmen zu können oder b) er ohne Kontrolle leben muss. Deine Regeln klingen jedenfalls sinnvoller als das im Krankenhaus empfohlene "Macht mal!"

Bezüglich des Endokrinologen bin ich mehr als entmutigt. Wenn ich nicht jemand außergewöhnlich guten finde, habe ich eigentlich keine Chance, wenn es nicht an der Schilddrüse liegt. Ich weiß auch nicht, ob ich mich deshalb nicht gerade mental mit dem Gedanken des dauerhaften Zufütterns abfinde.. ich habe heute Morgen nach 3 Jahren Frieden (und einer spontanen Schwangerschaft - mein persönliches Wunder!) wieder meine Krankenberichtsakte rausgekramt und frage mich, was dieses Mal auf mich zukäme - und was das alles bringen soll. Wieder irgendwas substituieren, obwohl die Symptome überhaupt nicht den Blutwerten entsprechen - ohne Besserung? Wieder irgendwelche Forschungsprogramme, nur um am Ende gesagt zu bekommen: "Sie sind halt anders. Wir können nicht alles erklären. Eigentlich müssten sie ja dieses und jenes und überhaupt wäre das lebensgefährlich, aber bei Ihnen...Sie spazieren ja sogar noch im Himalaya rum mit den Werten." ?
Andererseits will ich ja alles tun, damit der Mini genug bekommt. Ich will hier keine medizinische Beratung.. ich weiß nicht, ob die überhaupt jemand leisten kann irgendwo. Ich dachte nur, mit der Schwangerschaft hätte ich mein Wunder und gut wäre es. Aber vielleicht ist es das auch.

Der Hausarzt wurde auf morgen verschoben, da der Mini nicht ohne Mama bleiben wollte für die Stunde, die sie brauchte und die Mama ihn nicht ins Wartezimmer mitnehmen wollte. Außerdem brauchen wir einen Tag im Bett.

Die Waage hat mir heute Morgen einen Streich gespielt. Sie zeigte 3160 g an - für ein paar Sekunden. Ich wollte schon einen Freudentanz aufführen, aber dann fing der Mini an - wie immer beim Wiegen - zu strampeln und zu schreien und sie sprang zurück auf 3120 g. Die waren auch reproduzierbar, die 3160 nicht :(.

Hier die Daten:

24.8. 3440 g (Hängewaage, Pampers abgezogen)
29.8. 3030 g (Hängewaage, Pampers abgezogen)
29.8. 3130 g (Pampers, Body) 9 Stillen, 10 Stuhl, 12 Urin, 150 ml Mumi
30.8. 3120 g (Pampers, Body) 8 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin, 190 ml Mumi, 190 ml Pre
31.8. 3140 g (Pampers, Body) 7 Stillen, 5 Stuhl, 7 Urin, 190 ml Mumi, 240 ml Pre (davon 80 ml gegen unseren Willen)
01.9. 3160 g (Hängewaage, Pampers) 8 Stillen, 10 Stuhl, 11 Urin, 140 ml Mumi, 20 ml Pre
02.9. 3150 g (nackt) 11 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin, 60 ml Mumi
03.9. 3110 g (nackt) 11 Stillen, 9 Stuhl, 11 Urin, 40 ml Mumi
04.9. 3110 g (nackt) 10 Stillen, 10 Stuhl, 8 Urin, 60 ml Mumi
05.9. 3120 g (nackt) 7 Stillen, 6 Stuhl, 5 Urin (17.00 - 7.00)
06.9. 3130 g (nackt) 16 Stillen, 8 Stuhl, 10 Urin
07.09. 3120 g (nackt) 14 Stillen, 8 Stuhl, 8 Urin
08.09. 3120 g (nackt) 12 Stillen, 7 Stuhl, 4 Urin
09.09. 3130 g (nackt) 15 stillen, 8 Stuhl, 7 Urin
10.09. 3130 g (nackt) 12 Stillen, 10 Stuhl, 7 Urin
11.09. 3120 g (nackt)

Meine Brüste spannen seit gestern Abend ziemlich, schon kurz nach dem Anlegen wieder, und der Mini verweigert im Liegen das Saugen. Im Sitzen geht alles..

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 09:21
von Lösche Benutzer 14500
Hallo Weltenbummlerin,

erst einmal ganz herzlichen Glückwunsch zum Sohn! Ich finde es ganz toll, wie sehr du dich um`s Stillen bemühst!

Ich habe hier von Anfang an stilll mitgelesen, eure Geschichte hat mich so an unsere erinnert... (Wobei ich ein paar weniger Hebammen hatte.) Meine Tochter kam (heute :-)) vor zwei Jahren zur Welt - während der Schwangerschaft war sie gewichtsmäßig immer auf dem 50. Perzentil gewesen, bei der Geburt auch. Aber dann nahm sie mehr als 10% ab und brauchte über drei Wochen, um ihr Geburtsgewicht wieder zu erreichen. Auch danach ging es nur sehr sehr langsam aufwärts mit dem Gewicht. Meine Hebamme zuckte bloß mit den Schultern und sagte, das sei eben so, aber nachdem auch die nassen Windeln hier zunehmend weniger wurden (das ist ja bei euch gar nicht so), war ich doch sehr besorgt und bin zu einer Stillberatung gegangen. Ich habe auch PCO; allerdings nur eine leichte Form - meine Androgene sind leicht erhöht, nur minimal über dem Grenzwert. Alles andere ist i.O., Insulinresistenz habe ich auch nicht. (Eine Schilddrüsenunterfunktion habe ich aber auch.) Ich musste trotzdem Metformin und Clomifem nehmen, um überhaupt schwanger zu werden. Und beim Stillen gab es - zumindest bei mir - dann eben auch Schwierigkeiten; ich habe letztlich Domperidom genommen, bis meine Tochter im Beikostalter war, dann habe ich es ausgeschlichen. Damit sind wir gut gefahren, ich musste nie zufüttern, gestillt habe ich bis vor drei Wochen.

Aber: Mein Endokrinologe sagte mir damals, dass die allermeisten Frauen mit PCOS, selbst die "schwereren" Fälle keinerlei Probleme mit dem Stillen haben, ergo keinerlei Domperidom oder sonstwas nötig ist. Bei euch ist ja noch gar nicht klar, ob es überhaupt ein Problem gibt und wenn, dann kann es ja auch sein, dass ihr einfach schlecht beraten wurdet und sich euer Problem - sofern überhaupt vorhanden - recht leicht lösen lässt. Ich wollte nur mal sagen, dass selbst WENN es ein Problem mit deiner Milchbildung geben sollte, aufgrund des PCOS, dann kann man auch da etwas tun. Aber, wie gesagt: Die meisten Frauen können mit PCOS problemlos stillen. Und es ist ja völlig unklar, ob du da überhaupt ein Problem hast - insofern möchte ich dir ein wenig Mut zusprechen, diesen Gedanken erstmal hinten an zu stellen.

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 13:14
von manie
Hallo,
Ich habe deine Geschichte jetzt eine Weile verfolgt und finde es toll wie du das alles machst. Ich wünsche dir auch weiterhin alles gute und vor allem viel Ruhe.
Zum Hausarzt wollte ich dir noch einen kleinen Tipp dalassen. Ich war mit minibaby auch mal krank und bei uns muss man immer sehr lange warten. Wir haben dann beim Arzt bescheid gegeben, dass ich mit baby komme und ich durfte erstens in einem extra Zimmer (labor oder so) warten und zweitens kam ich auch schneller dran. Vielleicht gibt es ja diese Möglichkeit auch bei deinem Hausarzt.

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 15:34
von jusl
Mein Endokrinologe sagte mir damals, dass die allermeisten Frauen mit PCOS, selbst die "schwereren" Fälle keinerlei Probleme mit dem Stillen haben, ergo keinerlei Domperidom oder sonstwas nötig ist. [...] wie gesagt: Die meisten Frauen können mit PCOS problemlos stillen.
Für diese Aussage kenne ich keinen Beleg, und ich halte sie auch nicht für plausibel, ehrlich gesagt. Definitiv gibt es PCOS-/Insulinresistenz-Patientinnen, die problemlos gestillt haben, das ist klar. ABER ob das auf die "allermeisten" Frauen zutrifft, incl. "schwere Fälle" (das sind die OHNE Prolaktinrezeptoren oder wie?), bezweifle ich.
Wenn ein PCOS bekannt ist, UND dazu die MÖGLICHKEIT besteht (was hier in diesem Thread der Fall ist), dass es sich aufs Stillen auswirkt, sollte das eindeutig ärztlich abgeklärt und ggf. behandelt und eingestellt werden. Medikamentöse Behandlungsoptionen wie Metformin, Domperidon oder Metoclopramid kommen da auf jeden Fall in Betracht.

@ Weltenbummlerin: Ärgere Dich nicht - die 3160 kriegst Du diese Woche noch zu Gesicht, ganz bestimmt. ;-)

LG
Julia

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 21:09
von Weltenbummlerin
Guten Abend!

Vielen Dank für den Zuspruch und die Erklärungen - wie immer! Eine medizinische Nachfrage habe ich noch: Heißt "ohne Prolaktin-Rezeptoren", dass der Prolaktin-Wert niedrig ist oder das Prolaktin dann nicht zur Wirkung führt. Meine Endokrinologie-Odyssee durch die Unikliniken Deutschlands begann nämlich mit einem Zufallsbefund als ich 18 war: und das war ein massiv erhöhter Prolaktin-Wert. (Seit dem war er aber immer normal..)

Außerdem nur zur Klarstellung: Ich habe keine PCOS-Diagnose, weil ich die Kriterien bisher nicht erfüllt habe. Es müssen ja (meines Wissens nach) mindestens 2 der folgenden 3 Kriterien erfüllt sein:
1. Zu seltene/keine Menstruation (war in den letzten Jahren immer okay, zwar nicht 28 Tage-Zyklen, aber in 90% der Fälle kürzer als 35 Tage und mit Eisprung)
2. Polyzystische Ovarien im Ultraschall (hatte ich noch nie).
3. Hyperandrogenismus - das liegt definitiv vor. Alle anderen möglichen Ursachen wurden mehrfach ausgeschlossen, da ich auch noch andere auffällige Werte der Nebenniere etc. hatte.
1 von 3 erfüllt, Verdachtsdiagnose immer nicht bestätigt. Kann jetzt anders sein, ist aber unwahrscheinlich. Dennoch könnten mir natürlich die Therapiemöglichkeiten, die bei PCOS angewandt werden, selbst wenn ich es nicht habe, evtl. helfen. Das müsste halt ein kompetenter Arzt eroieren/herausfinden. Ich habe mir überlegt, morgen nochmal meine Frauenärztin anzurufen. Ich bin erst in der Schwangerschaft in ihre Praxis gewechselt und sie ist auch etwas weiter weg, vielleicht kennt sie ja jemanden oder kann selbst nochmal nach Zysten etc. schauen. Die können sich ja auch in der Schwangerschaft bilden.

Ansonsten war der Tag hier sehr ruhig. Wir haben nochmal einen stressfreien Wochenbett-Tag eingelegt, vielleicht sogar der erste richtige für uns drei ;). Allerdings hatte ich einen kleinen Abpump-Rückfall: Die Brüste drückten und wurden immer härter. Der Mini hat es zwar kontinuierlich versucht, kam aber zum ersten Mal seit Tagen nicht so richtig weiter und ging wieder in seinen hektischen Modus: andocken, zwei Schlucke, abdocken, ... Ich erst habe dann erst versucht, auszustreichen, aber das hat nicht funktioniert. Das kann ich irgendwie nicht. Schließlich habe ich am späten Vormittag 48 ml (in insg. 20 Minuten, d.h. 10 pro Brust!) abgepumpt, die hat er dann auch bekommen. Seit dem trinkt er wieder wie ein Weltmeister, der Druck ist dann wieder weg - bis aufs nächste Mal kurz bevor er sich meldet. Ich hoffe noch immer, dass man sowas Regelung von Angebot und Nachfrage nennt. Die Pumpe haben wir wieder eingepackt.

ich hoffe ja, dass du Recht hast mit den 3160, Julia. Dann tanze ich hier durch die Wohnung.

Gute Nacht! Und vielen Dank!

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 11.09.2013, 21:44
von jusl
Freut mich, dass Ihr einen vergleichsweise ruhigen Tag hattet. Die Idee, die Frauenärztin noch mal zu kontaktieren, ist auf jeden Fall gut! Das Thema mit der Hormonstörung bitte unbedingt weiter verfolgen, da das wie gesagt wirklich stillrelevant sein kann - und BEHANDELT da gute Erfolgschancen für eine problemlose Stillzeit bestehen.

LG und bis morgen
Julia

PS: "ohne Rezeptoren" heißt: Prolaktin wird ausgeschüttet, aber es sind keine (bzw. zu wenige, "keine" gibt's nicht) Rezeptoren da, wo das Prolaktin sozusagen andockt und wirken kann. Oder wie Du formuliert hast: ...zwar da ist, aber "nicht zur Wirkung führt".

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 12.09.2013, 06:57
von deidamaus
Hallo Weltenbummlerin,

Schön, das du mittlerweile so viel entspannter bist.

Dein Mini konnte wahrscheinlich an der Brust nicht richtig ansaugen, da sie so prall war. Das hat ihn wahrscheinlich so hektisch gemacht. So war das jedenfalls bei mir auch manchmal, als meine sooooo mini waren. Da war abpumpen keine schlechte Idee. Die Brust ist etwas leerer und damit wieder weich und er konnte zufrieden trinken.

Bin schon ganz gespannt, wie es bei euch weitergeht.

LG
Deidamaus

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 12.09.2013, 07:07
von Weltenbummlerin
Eigentlich schlafe ich ja endlich, aber das kann nicht warten:
3170!!!
Rest später:)

Re: Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohle

Verfasst: 12.09.2013, 07:09
von Regenbogen82
Juchuuuuuuuuuuuuuuuu! :) Herzlichen Glückwunsch! Ihr macht das ganz fantastisch! Weiterhin alles Liebe und Gute für Euch! :)