Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen
Verfasst: 25.07.2015, 19:14
Liebe Jaloca,
Auch das kommt mir alles so vertraut vor. Die Schockstarre (weil von Klinik, (blöder) Hebamme, Eltern, Freunden immer "tolle" und unterschiedliche Ratschläge kamen und ich nicht mehr sehen konnte). Die Heulattacken. 15, 20 Mal am Tag. Die Panikanfälle, weil ich glaubte, das Kind würde nicht satt werden. Mein Mann, der mich eigentlich unterstützen wollte, aber dann immer wieder doch mal die Flasche/den Schnuller/Abstillen vorschlug oder aber beim Stillen Streit suchte (und vielleicht geht es Dir genauso, aber unter Streß und Kummer ist damals bei mir kaum Milch geflossen). Das ewige Aufteilen und Zerreißen zwischen Stillen, Stillversuchen, Pumpen, jeder Milliliter gefeiert und jeder ml weniger als beim Pumpen davor als Zeichen für zurückgehende Milch gewertet. Ein akribisch geführtes Stillbuch: wann, wie lange, welche Seite, wieviel gepumpt? Und das auch mitten in der Nacht. Und um mich rum nur glückliche, strahlende Jungmuttis. Ich hatte das alles. Es war ein, entschuldige, beschissenes Wochenbett. Besonders von diesem Stillbuch habe ich mich wochenlang nicht lösen können und erst jetzt, Monate später, merke ich, wie bescheuert das eigentlich war. Wie kontraproduktiv. Wieviel Streß es gemacht hat und wie sehr es die Situation verschlimmert hat. Hätte ich da doch bloß das Forum schon gekannt und die Traute gehabt!
Gerade weil ich selbst so zahlenfixiert war (berufsbedingt...) und mittlerweile weiß und selbst erlebt habe, daß ein gesundes Kind in diesem Alter sich holt, was es braucht, bin ich beim stummen Mitlesen in Deinem Thread so verzweifelt. Und irgendwann ist es mir durchgegangen. Meine Wortwahl war nicht fair. Es tut mir leid. Ich würde mich dafür gerne entschuldigen.
Du bekommst das hin mit dem Vollstillen, und Du wirst auch weiter ein Leben neben dem Stillen haben. Du kannst weggehen, Sport machen, den Kopf frei pusten. Vielleicht jetzt im Moment nur ein, zwei Stunden jeweils. Aber ihr - Dein Baby, Du, Dein Mann und Deine Mutter - ihr werdet in den nächsten Wochen so viel Sicherheit gewinnen und so viele Wege, das Baby zu verwöhnen, zu trösten, ihm Hunger und Durst zu stillen, es schlafen zu legen, daß Du natürlich regelmäßig und einige Stunden weg sein kannst.
Ich weiß auch, daß es sich gerade so anfühlt, als würde diese Zeit niemals enden, und ich habe manchmal meine Flaschenmutti-Kollegin beneidet (nach 5 Monaten wieder arbeiten gegangen, das Baby aber schon ab der 5. Woche regelmäßig irgendwo abgegeben, teils für ganze Tage). Aber die Zeit arbeitet für Dich, und sie geht vorbei, und sie ist kürzer als Du glaubst.
Auch das kommt mir alles so vertraut vor. Die Schockstarre (weil von Klinik, (blöder) Hebamme, Eltern, Freunden immer "tolle" und unterschiedliche Ratschläge kamen und ich nicht mehr sehen konnte). Die Heulattacken. 15, 20 Mal am Tag. Die Panikanfälle, weil ich glaubte, das Kind würde nicht satt werden. Mein Mann, der mich eigentlich unterstützen wollte, aber dann immer wieder doch mal die Flasche/den Schnuller/Abstillen vorschlug oder aber beim Stillen Streit suchte (und vielleicht geht es Dir genauso, aber unter Streß und Kummer ist damals bei mir kaum Milch geflossen). Das ewige Aufteilen und Zerreißen zwischen Stillen, Stillversuchen, Pumpen, jeder Milliliter gefeiert und jeder ml weniger als beim Pumpen davor als Zeichen für zurückgehende Milch gewertet. Ein akribisch geführtes Stillbuch: wann, wie lange, welche Seite, wieviel gepumpt? Und das auch mitten in der Nacht. Und um mich rum nur glückliche, strahlende Jungmuttis. Ich hatte das alles. Es war ein, entschuldige, beschissenes Wochenbett. Besonders von diesem Stillbuch habe ich mich wochenlang nicht lösen können und erst jetzt, Monate später, merke ich, wie bescheuert das eigentlich war. Wie kontraproduktiv. Wieviel Streß es gemacht hat und wie sehr es die Situation verschlimmert hat. Hätte ich da doch bloß das Forum schon gekannt und die Traute gehabt!
Gerade weil ich selbst so zahlenfixiert war (berufsbedingt...) und mittlerweile weiß und selbst erlebt habe, daß ein gesundes Kind in diesem Alter sich holt, was es braucht, bin ich beim stummen Mitlesen in Deinem Thread so verzweifelt. Und irgendwann ist es mir durchgegangen. Meine Wortwahl war nicht fair. Es tut mir leid. Ich würde mich dafür gerne entschuldigen.
Du bekommst das hin mit dem Vollstillen, und Du wirst auch weiter ein Leben neben dem Stillen haben. Du kannst weggehen, Sport machen, den Kopf frei pusten. Vielleicht jetzt im Moment nur ein, zwei Stunden jeweils. Aber ihr - Dein Baby, Du, Dein Mann und Deine Mutter - ihr werdet in den nächsten Wochen so viel Sicherheit gewinnen und so viele Wege, das Baby zu verwöhnen, zu trösten, ihm Hunger und Durst zu stillen, es schlafen zu legen, daß Du natürlich regelmäßig und einige Stunden weg sein kannst.
Ich weiß auch, daß es sich gerade so anfühlt, als würde diese Zeit niemals enden, und ich habe manchmal meine Flaschenmutti-Kollegin beneidet (nach 5 Monaten wieder arbeiten gegangen, das Baby aber schon ab der 5. Woche regelmäßig irgendwo abgegeben, teils für ganze Tage). Aber die Zeit arbeitet für Dich, und sie geht vorbei, und sie ist kürzer als Du glaubst.