Liebe Bienesmama, ich denke wir sind gar nicht weit voneinander entfernt. Wir sind uns einig, dass die heute übliche industrielle Landwirtschaft ein fataler Irrweg ist und allen schadet, Menschen, Tieren, der Umwelt. Natürlich wäre es wünschenswert, dass wir zu einer lokalen, kleinteiligen Landwirtschaft zurückkehren würden. Dazu gibt es ja in den letzten Jahren viele tolle Ansätze, einige Beispiele hast Du genannt. Ich bin jedoch auch Realistin genug, um mir darüber im Klaren zu sein, dass wir uns nicht komplett über Permakulturen werden versorgen können. Denn was wäre die Konsequenz? Dass wieder wie vor 150 Jahren die Hälfte der Menschen in der Landwirtschaft arbeitet? Das werden wir als Gesellschaft sicher nicht hinbekommen. Und ich denke auch, dass es einen Sinn hat dass z.B. im Allgäu die Milchviehaltung Tradition hat und nicht der Anbau von Getreide oder Gemüse - weil es einfach unrentabel ist, z.B. Terrassen anzulegen. Ja, es ist pervers, aber heutzutage braucht eine Schweinemastanlage mit zehntausenden Tieren nur noch eine Handvoll Mitarbeiter. Das ist aber die Denke, die vorherrscht.
Ich habe echt versucht mal zu ergoogeln, wie diese 16.000 Liter genau herkommen. Leider hab ich nichts gefunden, außer dass das importierte Kraftfutter (Soja) der mit Abstand wichtigste Faktor ist:
http://virtuelles-wasser.de/fleisch.html Wenn Du Dir die Einkaufsempfehlungen am Ende der Seite anschaust, zeigt sich ein deutlich differenziertes Bild. Und genau das ist es, was mich immer wieder so ärgert: Die nicht vorhandene Bereitschaft, Dinge differenziert zu betrachten. Nicht ein Kilo Rindfleisch kostet 16.000 Liter Wasser, sondern ein Kilo Fleisch von einem Rind, das in konventioneller Landwirtschaft mit importiertem, nicht artgerechtem Turbofutter gemästet wird. Ich kann mich aber entscheiden, Fleisch zu kaufen das garantiert kein Gramm Soja "enthält". Daher lasse ich mich auch nicht in Sippenhaft nehmen für die Wasservergeudung...
Mikroorganismen für unseren Boden haben wir probiert, in Form von Regenwurm-Hinterlassenschaften. War sehr teuer und mäßig effektiv. Rindermist funktioniert super

und wir haben einen riesen Kompost. Jetzt hast Du mich aber auf die Idee gebracht, nächstes Frühjahr mal einen Eimer Regenwürmer zu besorgen und im Kompost auszusetzen.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)