Ich mag garnichts zum Eigentlichen Thema schreiben, da ich dich zum Teil verstehen kann mir zum Teil aber auch einiges so gegen die Hutkrämpe geht, das ich lieber nichts dazu schreiben mag.
Ich habe 2003 erfahren das ich mit meiner großen Schwanger war. Anfang 2. Lehrjahr. Ungeplant, ungewollt. Pille versagt kondom kaputt zum passenden Zeitpunkt. In dem Moment wo ich mich aber gegen Abtreibung und für das Kind entschieden habe wurde sie MEIN
Wunschkind.Und es tut mir in der Seele weh, wenn ich lese "Er war nie (m)ein Wunschkind und wird es auch nie sein." Ich weiss nicht warum du so denkst, aber ich glaube das dein Kleiner das sehrwohl merkt.
Ich habe meine große während der Ausbildung dann 2004 bekommen. Auch sie musste einen Gewissen Zeitplan einhalten. Ich bin um 5 aufgestanden, sie wurde um 5:30 geweckt. Waschen, Anziehen, Frühstücken/Fläschchen, weil ich um 6:30 los musste. um 6:45 hat die KiTa aufgemacht. Dort konnte und durfte sie nochmal so lange schlafen wie sie wollte. (Ich habe sie ab Ende Mutterschutz hingegeben, weil ich sonst meinen Ausbildungsplatz verloren hätte, aber das ist ein anderes Thema.) Meine Ausbildung begann 7:30 - 17:30, 18:15 kam ich sie abholen, und um 20 Uhr habe ich sie ins Bett gebracht. Stellenweise bis nach Mitternacht gebraucht bis sie geschlafen hat...danach Haushalt und Hausaufgaben und am nächsten Morgen wieder raus. 2005 gab es dann einen Wechsel von der KiTa zur Tagesmutter, weil ich von Heidelberg weg gezogen bin, näher an meinen Ausbildungsort. Was aber die allgemeine Situation etwas entspannt hat. Auch dort konnte und durfte sie schlafen wann sie es wollte. Ist sie vor dem Essen eingeschlafen, dann gab es halt nach dem schlafen etwas zu Essen. Ist sie am Tisch selbst eingeschlafen, dann hat man ihr halt die Zähne nach dem aufwachen geputzt. Ihr hat es nie etwas ausgemacht wenn man sie dann ins Bett getragen hat.
2009 bin ich mit Ronja schwanger geworden, wieder ein Unfall. Ich hatte mich drauf verlassen das die Pille wirkt.. obwohl ich kurz vorher noch eine Lungenentzündung hatte. Ungeplant.. ungewollt.. Die entscheidung für das Kind getroffen, auch Sie ist heute ein Ungeplantes, (damals)ungewolltes
Wunschkind.
Ich frage mich auch manchesmal ob sie mich veräppeln will, aber ich weiss auch das sie es noch nicht steuern kann. Ja manchesmal dreht sie sich um und ich sehe einen Funken "Absicht" in ihrem Blick und könnte die Wände hoch, das sie obwohl man zum 5.x Nein gesagt hat sie es trotzdem tut.
DAS ist aber MEIN Fehler, nicht der meines Kindes.
Wenn ich nicht will das mein Kind meine Schränke ausräumt, dann habe ICH dafür Sorge zu tragen, dass die Schränke mit Schranksicherungen gesichert werden.
Wenn ich nicht will das mein Kind in die nur 7qm große Küche rennt, dann habe ICH dafür Sorge zu tragen, dass dort ein Türgitter ist.
Wenn ich nicht will das mein Kind mir die Ohren zu brüllt bzw sich nurnoch durch weinen äußern kann, weil es zu einer von MIR vorherbestimmten Zeit noch nicht schlafen WILL, dann muss ICH gucken das wir beide auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
meine Beiden unterscheiden sich sooooo sehr von einander.
Bei meiner großen habe ich 1x Nein gesagt und sie hat gehört
sie konnte ich mit 1 Jahr in ihr Bett legen. Ihr eine Geschichte vorlesen, zwei oder drei Lieder singen, ihr die Flasche dabei geben und sie dann ablegen.
mit 18 Monaten hat sie mir eines abends gesagt " mama nid hia, sasa leine laft" Mama nicht hier bleiben, Sarah alleine schlafen."
Also habe ich ihr gesagt, das ich sie lieb habe und sie mich jederzeit rufen kann. Ich habe mich dann auf den Sessel im Zimmer gesetzt, außerhalb ihrer Sicht und habe gewartet. 2x hat sie gefragt ob ich noch da bin. und schlief dann friedlich ein. aber das war nicht immer so.
Ronja hingegen zieht stecker, hört nicht wenn ich ihr sage "nein tu das nicht." sie schmeisst dinge runter, sie schläft nur mit absolutem körperkontakt ein und all derlei dinge. Und ja, es nervt..
Aber weisst du, Ich habe kein Uhrwerk zum Kind das so ticken muss wie ich es will. Ich habe mich für das Kind entschieden und nicht für einen Programmierbaren Roboter, der um 19:30 im Bett liegt und friedlich schläft. Der das macht was ich sage, und das nicht macht was ich nicht möchte. Aber über diese Konsequenz war ich mir vorher schon im Klaren, das die nächsten paar Jahre eben von meinem Kind bestimmt werden. Klar kann ich versuchen mein Kind zu erziehen, Entweder durch Regeln und Konsequenzen oder durch Vorbild sein.
Jetzt gerade hat sie mir Bücher aus dem Regal gezogen - Was stelle ich die auch in Reichweite

- Ich möchte es nicht, stelle also das Buch mit ihr gemeinsam wieder ins Regal zurück also gebe ich ihr eines von ihren Büchern "Du Schatz, das sind meine Bücher und ich möchte nicht das du dort dran gehst. Schaumal, wir stellen es jetzt zusammen ins Regal und schauen wo Dein Leon&Lotta Buch ist." Und wenn es sein muss, 10x. Außer ICH lerne, dass die Bücher auf dieser Höhe nichts zu suchen haben.
Sie hilft auch seit 4 Monaten hier im Haushalt mit. Ganz toll ist den Tisch zu decken oder mir die Wäscheklammern anzureichen. Wäsche falten, nicht aber dafür darf sie Socken in den Wäschekorb werfen. Müllraustragen darf sie mit dem Papa.
So wie sie es halt kann.
Die Stunde vor dem zu Bett gehen sieht bei uns sehr strukturiert aus bzw das Ritual was wir haben hat sich über die 20 Monate entwickelt.
Es wird Abendbrot gegessen und zusammen der Tisch abgeräumt. Dann gehen wir ins Bad, es wird sich gewaschen(Im Bedarfsfall noch mit Lavendelbad gebadet) und die Zähne geputzt, der Schlafi angezogen. Währenddessen dimmt mein Mann im Wohnzimmer das Licht und wir kuscheln uns zu Dritt auf die couch und schauen ein Bilderbuch an oder spielen mit ihren 2 Puppen. Etwas ganz ruhiges halt. Ja, wir haben auch eine Zeit um 19:45 zu der wir ins Bett gehen aber sie hat vorher lange genug Zeit runter zu kommen vom Tag. Manchmal reicht das ruhige zusammen sein aus, und manchmal artet es in geschrei aus. Tage an denen es 15-20 Minuten sind sind Luxus, die genießen mein Mann und ich sehr, einfach weil wir dann viel Zeit für uns haben. Und dann gibt es Tage an denen es eben nicht klappt. Nur gehen wir dann nach 20 Minuten wieder mit ihr aus dem Zimmer,(Schlafen gehört für mich genauso wie Essen zu den Dingen die ich nicht erzwingen KANN und DARF, da es sonst nicht mehr Freiwillig geschieht) geben ihr nochmal etwas Zeit und probieren es dann wieder. Das ganz ekann dann 30-60-90 Minuten dauern oder noch länger. Manchesmal bringe ich sie dann um 23 Uhr ins Bett und bleibe einfach neben dran liegen, und schlafe mit ihr ein. Das ist nunmal so.
Es gibt Zeiten da kann ich mein Leben nicht nach unserem Kind richten -> Arzttermine die in der Schlafenszeit liegen etc. Aber ich kann zumindest versuchen es für uns alle so angenehm wie möglich zu machen.
